Am 15. Spieltag in der Fußball-Rheinlandliga sind rund 250 Zuschauer nach Mendig gepilgert, um sich auf dem Kunstrasenplatz an der Brauerstraße das Kräftemessen zwischen dem SV Eintracht Mendig und der SG 99 Andernach anzuschauen. In der Vorberichterstattung wurde von echtem Derbyflair und einem richtungsweisenden Duell im Tabellenmittelfeld gesprochen, am Ende bekamen die Zuschauer eine rassige Begegnung mit jeder Menge Torabschlüsse und einer kuriosen Schiedsrichterentscheidung geboten. Nach 90 Minuten leuchtete der Spielstand von 3:3 auf der Anzeigetafel, beide Trainer konnten mit der leistungsgerechten Punkteteilung auch leben. Dennoch gab es eine Situation kurz vor der Halbzeitpause, welche die Gemüter noch lange erhitzen wird und wohl nie als gerecht gewertet werden kann – vor allem, weil der Linienrichter den Schiedsrichter auf einen Fehler aufmerksam gemacht hat und dieser dennoch keine Reaktion zeigte. Durch das Remis konnten die Bäckerjungen den achten Tabellenrang verteidigen und auch den Vorsprung von zwei Zählern auf die Mendiger Eintracht halten. Die Vulkanstädter haben sich sogar auf Tabellenrang neun hochgearbeitet.
Aufsehen erregende Szene kurz vor der Halbzeitpause
Es lief bereits die Nachspielzeit im ersten Spielabschnitt, als der Andernacher Aaaron de Abreus das Spielgerät nach einem Pressschlag in Richtung des Mendiger Tores beförderte. Da Mendigs Torhüter Nico Fogolin bereits geschlagen war, fuhr der auf dem Rücken liegende Eintracht-Verteidiger Pascal Zimmer den Arm aus und verhinderte im Stile eines Torhüters das Andernacher 2:1. Der Pfiff von Schiedsrichter Christian Baum blieb aus, obwohl Linienrichter Dennis Venten ihn mehrmals via Headset mitteilte, dass Zimmer ein glasklares Handspiel begangen hat. Demnach wurde dieses Vergehen nicht mit der Roten Karte und einem Handelfmeter gewertet, sondern es wurde weitergespielt. „Der Schiedsrichter wusste heute nicht nur in dieser Szene überhaupt nicht, was zu tun ist”, kommentierte Andernachs Trainer Kim Kossmann diese Szene. Sein Gegenüber, Damir Mrkalj, sagte nur: „Ich weiß nicht, ob Pascal ihn mit der Hand gespielt hat.“ Zuvor konnten die Zuschauer nach einem weiten Einwurf von SG-Akteur Philipp Schmitz beobachten, wie sein Teamkollege Argjend Idrizi mit dem Nacken den Ball über die Linie drückte (25.). Für die Gastgeber aus Mendig konnte Torjäger Brice Marc Braquin Mitel eine sehenswerte Kombination mit dem 1:1-Ausgleichstreffer belohnen (44.). Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Halbzeitpause.
SVE Mendig dreht erneuten Rückstand in 3:2-Führung
Der zweite Spielabschnitt war erst wenige Minuten alt, als der Andernacher Unterschiedsspieler Mike Borger seinen Teamkollegen Marius Wingenbach sehenswert freispielte und der Youngster die erneute Führung der Bäckerjungen erzielen konnte (49.). Doch wirklich beflügelt zeigten sich die SG-Akteure vom erneuten Führungstreffer nicht, denn die Gastgeber konnten das Ergebnis mit einem Doppelschlag in nur sieben Minuten komplett auf den Kopf stellen. Der dribbelstarke Außenspieler Dama Kanouté, er sammelte unter anderem beim FC Cosmos Koblenz und dem FC Metternich viel Erfahrung im Verbandsoberhaus, schloss mit viel Gefühl zum 2:2-Ausgleichstor ab (50.). Und noch dicker kam es für die Bäckerjungen, als Tim Montermann infolge einer Rettungstat von Andernachs Philipp Schmitz, er hatte Nikolas Groß Abschluss ins Tor verhindert, der Nutznießer war und seine Mannschaft mit 3:2 in Führung bringen konnte (57.). In der Folge wurden die Bäckerjungen wieder stärker und konnten durch einen Treffer von Tim Esten den 3:3-Ausgleich bejubeln. Vorlagengeber war erneut Abwehrchef Philipp Schmitz, dieses Mal mit einem Freistoß (79.). In der Folge konnten beide Mannschaften trotz guter Möglichkeiten den Siegtreffer nicht mehr erzielen. Während es für die Eintracht zum ersten Remis dieser Saison reichte, konnten die Andernacher ihren starken Zwischenspurt ausbauen.
Trainerstimmen und Ausblick
Mendigs Trainer Damir Mrkalj kommentierte den 19. eingefahrenen Zähler seit der Rückkehr ins Verbandsoberhaus wie folgt: „Wir hatten schon mehrere solche Spiele, die wir dann noch verloren haben. Dieser Reifeprozess ist mittlerweile abgeschlossen. Ich denke, das Unentschieden ist verdient. Wenn ich die Tore gegenüberstelle, dann haben wir drei Treffer herausgespielt, während Andernach mit Standardsituationen zum Erfolg kam.“ Für die Vulkanstädter geht es am Sonntag, 16. November, mit dem Gastspiel beim FC Bitburg weiter, ehe zum Abschluss der Hinrunde (Sonntag, 23. November) der FV Morbach an der Brauerstraße agieren wird. Andernachs Trainer Kim Kossmann meinte nach dem 3:3-Remis im Derby: „Wir hätten nach dem 3:3 natürlich gerne noch das 4:3 gemacht. Es war insgesamt ein Spiel auf mäßigem Niveau.“ Für die Kossmann Schützlinge geht es bereits am Samstag, 15. November, mit dem Spiel gegen die SpVgg EGC Wirges weiter, während die Hinrunde bei einem weiteren Aufsteiger, dem FV Rübenach, am Freitag, 21. November, abgeschlossen wird.
Bildquelle: SVE Mendig / SG 99 Andernach