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Zum Finale der Hinrunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar standen sich auf dem Rasenplatz im Stadion Oberwerth die TuS Koblenz und der FC Cosmos Koblenz gegenüber. In diesem Stadtduell vor 1200 Zuschauer konnten die von Michael Stahl trainierten Schängel in Führung gehen, mussten aber noch den Ausgleichstreffer und eine Rote Karte in der Nachspielzeit des ersten Spielabschnitts hinnehmen. Im zweiten Durchgang dauerte es dann keine Minute, ehe der von Yusuf Emre Kasal trainierte Aufsteiger den Spielverlauf komplett auf den Kopf stellte und mit 2:1 in Führung ging. In der Folge konnten die Schängel auch in Unterzahl mithalten und sich noch mit dem 2:2-Ausgleichstreffer belohnen. Alles in allem ein gerechtes Remis in diesem Stadtduell, auch wenn der Spielverlauf hätte komplett anders laufen können. Die TuS Koblenz bleibt weiterhin Vierter mit 33 Zählern und kann durch einem Sieg im Nachholspiel beim Zweiten 1. FC Kaiserslautern II noch den Sprung auf Rang drei machen. Und auch für den FC Cosmos Koblenz hat sich am achten Tabellenrang erst einmal nichts geändert. Mit nunmehr 23 Zählern nach 17 Meisterschaftsspielen liegen die Cosmonauten weiterhin drei Zähler vor dem Sechstletzten FC Arminia Ludwigshafen. Im schlimmsten Fall steigt nämlich auch der Sechstletzte am Saisonende ab.

Rote Karte und Ausgleich vom Punkt in der Nachspielzeit

Michael Stahl schickte die gleiche Startaufstellung wie im verlorenen Stadtderby gegen den FC Rot-Weiss Koblenz ins Rennen und wollte von seiner Mannschaft nach dem zuletzt spielfreien Wochenende einen Heimerfolg sehen. Dabei traf er mit seinem Team auf eine Kasal-Truppe, die auf den für Haiti im Einsatz stehenden Josué Duverger verzichten musste, aber auf Kapitän Nihat Farajli zählen konnte und Milan Ziric im Sturmzentrum aufgeboten wurde. Die TuS legte früh los, erzwang Ballverluste des Gegners und kam über Flanken aus dem Spiel und Ecken gefährlich vors Tor. In der fünften Minute gab es dann als Lohn für die Druckphase einen Foulelfmeter für die TuS, da Cosmos-Verteidiger Antonio Mayimona gegen Lukas Tuchscherer etwas ungestüm zu Werke ging. Den Strafstoß setzte TuS-Mittelfeldmotor Masahiro Fujiwara knapp rechts am Tor vorbei – erneut ein vergebener Schuss vom Punkt für die Schängel. In Minute sieben wurde Fujiwara von Tuchscherer in Szene gesetzt, doch der Abschluss landete nur am Außenpfosten. Ab der 20. Minute war dann auch der FC Cosmos besser im Spiel und hatte Chancen. Taha Aksu lief allein aufs TuS-Tor zu, doch der holperige Rasen und Karim Zeghli verhinderten einen kontrollierten Abschluss (25.). Einen Steckpass von Behadil Sabani konnte Dennis Arnst nicht verwerten (26.). In der Folge trafen die Schängel in Person von Igor Blagojevic nach Vorlage von Fujiwara nach einem harten Schuss aus spitzem Winkel (33.). Die Cosmonauten ließen sich aber nicht beeindrucken und machten Druck. Nach einem Einwurf von Aksu konnte TuS-Torwart Michael Zadach den Ball nicht wegfausten, den Abschluss klärte TuS-Akteur Nic Alsbach nach Meinung des Schiedsrichters mit der Hand auf der Linie. Das Eigengewächs flog dafür mit der Roten Karte vom Feld, den Handelfmeter verwerte Sabani mit dem Pausenpfiff zum 1:1 (45.+3). TuS-Trainer Stahl kommentierte den Platzverweis: „Nic hat mir glaubhaft versichert, dass er beide Hände hinterm Rücken hatte, aber ich habe die Szene noch nicht auf Video gesehen und konnte es auf die Distanz nicht erkennen.“

Beide Teams versetzen den Lucky Punch in der Schlussphase

In der Halbzeitpause stellte Kasal dann seine Mannschaft darauf ein, dass Geduld im zweiten Spielabschnitt der Schlüssel zum Erfolg sein könnte. Und ihm war klar, dass sein Team aufgrund der Überzahl “mehr den Ball haben würde”. Der zweite Spielabschnitt begann dann optimal für die Cosmonauten, denn eine flache Hereingabe von Milan Ziric drückte Sturmkollege Leon Rashica mit dem Knie zur 2:1-Führung für die Gäste über die Linie – sein erster Treffer in der Meisterschaftsrunde (46.). Wer dachte, dass der FC Cosmos jetzt auf der Siegerstraße war, wurde getäuscht, denn die TuS gab nicht auf, kämpfte aufopferungsvoll und spielte weiter nach vorn. Kasals Mannen verpassten es, die Entscheidung bei Konterchancen zu erzwingen. Unter anderem scheiterte Rashica, als er den weit vor dem Kasten stehenden TuS-Schlussmann Zadach überlisten wollte, aber das Tor nicht traf (57.). In der 80. Minute schoss der eingewechselte TuS-Akteur Tim Thielen aus 17 Metern knapp übers Tor, kurz danach durften die TuS-Akteure wieder jubeln. Es war Aksu, der Fujiwara im Strafraum zu Fall brachte und somit den zweiten Foulelfmeter des Tages zur Folge hatte. Karim Zeghli vollstreckte kompromisslos zum Ausgleich für die TuS (83.). Danach wollten beide Teams den Lucky Punch setzen, doch am Ende leuchtete der Spielstand von 2:2 auf der Anzeigetafel im Stadion Oberwerth.

Trainerstimmen und Ausblick

Gästetrainer Yusuf Emre Kasal kommentierte den Punktgewinn am Spielende mit den Worten: “Es war am Ende das erwartete intensive und hitzige Derby. Vom Auftritt meiner Mannschaft in den ersten 25 Minuten war ich enttäuscht, weil mir die Einstellung, Leidenschaft und auch die Bereitschaft gefehlt haben. Wir sind verdient in Rückstand geraten, ehe wir zum Ende der ersten Halbzeit besser wurden und bis zur Pause vier gute Möglichkeiten hatten. Durch den getroffenen Handelfmeter gingen wir mit einem Erfolgserlebnis in die Pause.” Zum zweiten Spielabschnitt sagte der einstige zentrale Mittelfeldspieler: “Es war klar, dass wir geduldig bleiben müssen und auch nachlegen müssen. Nach dem 2:1 spielten wir Umschaltsituationen nicht gut aus und hatten auch die Standardstärke der TuS zu verteidigen. Es ist ärgerlich, dass wir am Ende einen Standard so blöd verteidigen und dafür den Ausgleichstreffer kassieren. Nach 90 Minuten sind wir vom Ende enttäuscht, denn zwischenzeitlich war mehr drin.” Für die Cosmonauten geht es am kommenden Samstag ab 15.30 Uhr im Duell mit dem Letzten FV Eppelborn darum, erfolgreich in die Rückserie zu starten. Michael Stahl, Trainer der Schängel, sagte: “Ich habe eine echt dominante erste Halbzeit gesehen und meine Jungs sind nach der spielfreien Zeit richtig gut reingekommen. Wir haben mutig nach vorne gespielt, sind von Sommer bis jetzt einen großen Schritt gegangen, haben es aber verpasst, mit zwei oder drei Toren in Führung zu gehen. Anschließend haben wir durch einen individuellen Fehler dem Gegner den Ausgleich ermöglicht.” Zu den zweiten 45 Minuten sagte Stahl: “Wir haben uns vorgenommen, die sich ändernde Dynamik und die Unterzahlsituation anzunehmen und wollten weiter Gas geben. Dass wir das 1:2 nach einem Abspielfehler kassieren und uns ein paar Minuten schütteln, ist akzeptabel. Danach haben wir viel Druck gemacht, den FC Cosmos beschäftigt und voll und ganz auf Sieg gespielt, während der Gegner keine Fehler machen wollte und viele lange Bälle geschlagen hat. Auch in Unterzahl ist das 2:2 ein echt enttäuschendes Ergebnis, weil wir aktuell zu viele individuelle Fehler machen und vorne zu wenig Tore machen.” Die nächste Chance auf drei Punkte bietet sich den Spielern von Michael Stahl am kommenden Sonntag, wenn ab 14 Uhr der Spitzenreiter FK Pirmasens auf dem Oberwerth zu Gast sein wird.

Bildquelle: TuS Koblenz / Heinz-Jörg Wurzbacher / FC Cosmos Koblenz