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Rund 450 Zuschauer sind am Freitagabend an den Engerser Wasserturm gereist, um sich die Begegnung des 13. Spieltages in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar zwischen dem gastgebenden FV Engers und dem FC Rot-Weiss Koblenz anzuschauen. Die Begegnung unter einer packenden Flutlichtatmosphäre am Engerser Wasserturm begann mit einer Schweigeminute für die verstorbene FVE-Legende Heinz Keuler nach dem Einlaufen beider Mannschaften. Am Ende des Tages konnten sich die Gastgeber in einer sehr torarmen Begegnung mit 1:0 durch einen Treffer von Justin Willma tief in der Nachspielzeit der zweiten Spielhälfte durchsetzen. Während Julian Feit den nächsten Saisonsieg feiern durfte, ging Rot-Weiss-Trainer Fatih Cift trotz guter Leistung seiner Mannen mal wieder leer aus.

FC Rot-Weiss Koblenz kann sich nicht belohnen

Nach der Schweigeminute für Heinz Keuler, für 60 Sekunden war es totenstill im Stadion am Wasserturm, waren es die Gastgeber aus Koblenz, die richtig gut in die Begegnung gestartet sind. Belegen lässt sich dies anhand von vier Torabschlüssen in der ersten Viertelstunde, die für den Engerser Torhüter Safet Husic allerdings keine große Gefahr darstellten. Die Feit-Schützlinge waren wohl von der Schweigeminute und den vielen Emotionen beeindruckt, denn erst nach 15 Minuten zeigten sie erstmals Gegenwehr. Man muss auch dazu sagen, dass der FV Engers auf lange Bälle setzte, während die Cift-Mannen den spielerischen Ansatz wählten. Die wohl beste Chance zur Führung hatte Rot-Weiss, als der dribbelstarke Mohammed Maroc zum Sololauf ansetzte, die Engerser Defensive alt aussehen ließ und sich bis zur Grundlinie durchtanken konnte. Seine dann geschlagene Flanke in den Sechszehner ging an Freund und Feind vorbei – weil die Rot-Weissen keinen Spieler in der Box hatten (22.). „Wir müssten längst führen. Engers schlägt nur lange Bälle nach vorn, wir versuchen, Fußball zu spielen”, kommentierte Christian Noll, Sportlicher Leiter beim FC Rot-Weiss Koblenz, die torlos endende Halbzeit eins.

FV Engers steigert sich und trifft

Nach dieser echt schwachen ersten Halbzeit des FV Engers gelang es Julian Feit in der Halbzeitpause, seiner Mannschaft mehr Dampf einzuimpfen. Die Gastgeber waren fortan wacher und entwickelten mehr Engagement, die besseren Chancen hatte allerdings der Gast aus der Rhein-Mosel-Stadt. Eine abgerutschte Flanke von Maroc landete am Außenpfosten (64.), einen starken Kopfball von RW-Kapitän Almir Ahmetaj klärte Husic spektakulär (77.) und auch ein Schuss von Ryo Iwata aus 18 Metern fand nicht den Weg in die Maschen (83.). Man konnte das Gefühl bekommen, als würden die Rot-Weissen lieber ein Dribbling durchführen als aufs Tor zu schießen. „Einige haben nur noch für sich gespielt“, schimpfte Cift. Und der Koblenzer Trainer hatte in der Folge noch mehr Grund zum Ärgern, denn FVE-Joker Justin Willma hatte in der Nachspielzeit nach einem gewonnenen Kopfballduell zu viel Platz im Strafraum und versank den Ball mit links im langen Eck (90+3.). Demnach ging diese Begegnung mit einem 1:0-Sieg für den FV Engers in die Geschichtsbücher ein.

Stimmen und Ausblick

Der Engerser Siegtorschütze Justin Willma, jahrelang lediglich auf Kreisebene aktiv, kommentierte den Dreier wie folgt: „Dass ich mit meiner ersten Aktion treffe, ist natürlich super für mich und das Team, aber auch verdient, weil wir in der zweiten Halbzeit mehr am Drücker waren.“ Gästekeeper Marcel Behr war nach Abpfiff enttäuscht aufgrund der fehlenden Durchschlagskraft: „Wir machen einen kleinen Fehler in letzter Minute, und der Torschütze steht blank.“ Gästetrainer Fatih Cift sprach nach dem Spiel von „einem unverdienten Sieg” und sagte nach der starken Vorstellung seiner Mannschaft: „Ich glaube, der Heinz wollte es einfach so.” Für Cift geht es jetzt darum, seine Mannschaft gut auf die nächste Ligaaufgabe, das Heimspiel am Samstag, 25. Oktober, gegen die Eisbären aus Nentershausen vorzubereiten (14 Uhr Stadion Oberwerth). Wichtig wäre es für die Rot-Weissen, wenn die Tabellennachbarn wenig Zählbares einfahren an diesem Spieltag. Der Engerser Trainer Julian Feit wollte eine überirdische Einflussnahme ebenfalls nicht ausschließen: „Vielleicht sollte es so sein, dass wir heute in der 93. Minute das Siegtor schießen.“ Für den FV Engers geht es ebenfalls am nächsten Samstag weiter in der Meisterschaftsrunde. Es steht das Gastspiel bei der ebenfalls 28 Zähler aufweisenden Reserve des 1. FC Kaiserslautern auf dem Fröhnerhof an. Anstoß ist um 15.30 Uhr.

Bildquelle: FV Engers / FC Rot-Weiss Koblenz