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Am 30. Spieltag in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar standen sich der FC Rot-Weiss Koblenz und der FV Engers gegenüber. Das Lokalduell zwischen dem Verein aus der Koblenzer Vorstadt und dem Fünften vom Wasserturm war die Neuauflage des Rheinlandpokalfinals 2025 auf dem Naturrasen im Stadion Oberwerth. Bevor Rot-Weiss-Trainer Fatih Cift seine Mannschaft nach dem 2:1 (1:0)-Sieg zur Ansprache zusammenholte, ließ er seine Spieler in Richtung Fankurve zum Feiern gehen. Eine Gruppe fußballverrückter Niederländer hatte sich dort niedergelassen und feuerte die Gastgeber lautstark an. Die neuen RWK-Anhänger hatten sich im Internet informiert, wo sie am ersten Mai-Wochenende ihre Lust auf Fußball stillen können. „So etwas finde ich überragend. Sie können gerne öfter kommen“, sagte Cift und ergänzte: „Auf jeden Fall haben die Jungs uns gepusht.“ Durch diesen Heimerfolg haben die Rot-Weissen jetzt 40 Zähler auf dem Punktekonto und sind auf Rang neun vorgerückt, während der von Julian Feit trainierte FV Engers mit 54 Zählern auf Rang fünf verweilt.

Mohammed Maroc und Christian Meinert sind die Torschützen

Die Begegnung verlief mit Ausnahme des Siegtreffers wie so viele Partien der Koblenzer zuletzt. Sie hatten mehr vom Spiel und führten durch einen sehenswerten Treffer von Mohammed Maroc nach Vorarbeit von Kapitän Tyler Wozny (34.) mit 1:0. Dann war es der einstige RWK-Akteur und heutige FVE-Kapitän Christian Meinert, der in der 82. Minute einen Freistoß von der rechten Seite aufs lange Eck trat und die Abwehr der Einheimischen überraschte – der 1:1-Ausgleichstreffer. Cifts Gedanke in diesem Moment, wie er wissen ließ: „Nicht schon wieder.“ Doch anders als zuletzt fand seine Mannschaft eine Antwort auf den Ausgleich. In der zweiten Minute der Nachspielzeit ging der von Rheinlandligist SG 99 Andernach gekommene Winterneuzugang Tim Esten noch einmal den weiten Weg in die Tiefe, brachte den Ball im Zweikampf in die Mitte und Maroc staubte zum Siegtreffer ab. Was Cift dachte? „Hochverdient. Wir haben so hochverdient gewonnen, wie man nur verdient gewinnen kann.“

Rot-Weiss Koblenz erarbeitet sich Pausenführung

Die RWK-Akteure verlagerten den Ball gut, gingen ins Gegenpressing, eroberten häufig die Kugel und ließen die Engerser Umschaltmomente so gut wie gar nicht zu. Auf der Gegenseite besaß der FVE aber auch nicht die Durchschlagskraft, die sich Trainer Julian Feit gewünscht hatte. „Wir waren heute einfach nicht gut, haben es einfach nicht geschafft zu spielen“, sagte er mit gesenktem Kopf. Einzig die Standardsituationen der Jungs vom Wasserturm bereiteten den Vorstädtern Probleme. Vor Meinerts Ausgleich hatte dieser eine Freistoßvorlage in die Mitte geschlagen, die Nils Wambach mit dem Kopf an den Pfosten setzte (14.). Nach 45 Minuten hätten die Hausherren deutlicher als mit 1:0 führen müssen. Kanata Todate scheiterte an Safet Husic (10.), Phil Thieltges schoss drüber (13.) und in weiteren Situationen fehlte die letzte Konsequenz. „Ich hätte mir etwas mehr Torgeilheit gewünscht. So etwas kannst du nicht trainieren. Entweder stehst du richtig oder du fliegst irgendwie in den Ball hinein.“

Rot-Weiss Koblenz fehlt der klassische Vollstrecker

Aber solch einen klassischen Vollstrecker haben die Koblenzer nicht in ihren Reihen. Die Winterneuzugänge Felix Schlüsselburg und Onyeka Lucky Osemene werden in dieser Runde verletzungsbedingt nicht mehr zum Einsatz kommen. „Wir hatten wirklich Pech mit beiden“, kommentierte Cift. Immerhin schlug Tim Esten ein. „Er kann Bälle verarbeiten, macht Wege und geht der gegnerischen Verteidigung ganz schön auf die Nerven“, lobte sein Trainer. Dass der 21-Jährige in der Nachspielzeit den entscheidenden Ball in die Mitte brachte, bestätigte Cift in seiner Einschätzung. Das von ihm eingeleitete Tor passte auch zu Feits Bewertung: „Ich hatte nach unserem Ausgleich das Gefühl, dass wir dem 2:1 etwas näher sind, aber das Ergebnis geht natürlich vollkommen in Ordnung.“

Bildquelle: FC Rot-Weiss Koblenz, FV Engers