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Zum Abschluss der 4. Runde im Fußball-Rheinlandpokal standen sich am Mittwochabend vor der spärlichen Kulisse von gerade einmal 500 Zuschauern der FC Cosmos Koblenz und der SV Eintracht Trier gegenüber. Im Duell zwischen dem Aufsteiger in die Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und dem Fußball-Regionalligisten aus der Porta-Nigra-Stadt, ausgetragen im altehrwürdigen Stadion Oberwerth in Koblenz, konnte sich der favorisierte Gast eine 2:0-Halbzeitführung erarbeiten, musste den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Cosmonauten hinnehmen, ehe nach 90 Minuten ein 4:1-Erfolg und das Weiterkommen im Fußball-Rheinlandpokal feststand. Für die von Thomas Klasen trainierte Eintracht geht es nun auf der Pokalreise im Viertelfinale, ausgetragen im März 2026, zum Angstgegner und Fußball-Oberligisten FV Engers. Dieses Duell ist die Neuauflage eines Halbfinals aus der Pokalsaison 2024/2025, damals siegte der FV Engers mit 2:1. Die von Yusuf Emre Kasal trainierten Cosmonauten hingegen konnten in der Rolle des Außenseiters den Topfavoriten auf den Titel nicht ausschalten und können sich jetzt voll und ganz auf die Meisterschaftsrunde fokussieren. Denn klar ist, dass der aktuell achte Platz in der fünfthöchsten Spielklasse noch nicht das Ende des sportlichen Aufschwungs sein muss.

Kurioser Fehler vor dem 2:0 für den SV Eintracht Trier

Von Beginn an dieser Begegnung unter dem Motto “Siegen oder Fliegen” waren beide Mannschaften auf Betriebstemperatur, auch wenn die Eintracht das Heft des Handelns in der Hand hielt. Es war auch der ordentlich bespielbare Naturrasen, der das Kombinationsspiel des Moselvereins zuließ, das Grün wurde von der Stadt gut vorbereitet auf diese Begegnung. Die Cosmonauten hielten rund 20 Minuten gut dagegen, ehe es den ersten Gegentreffer setzte. Es war ein Vorstoß von Triers Sinan Tekerici, der eine tolle Flanke in den Strafraum der Gastgeber spielte und damit seinen Mitspieler Damjan Marceta fand. Dieser hatte wiederum keine Probleme damit, den Ball gegen die Laufrichtung von Cosmos Torhüter und WM-Fahrer Josué Duverger einzunicken (21.). Deutlich kurioser war dann der Treffer zum 2:0 für den Regionalligisten. Cosmos-Kapitän Meric-Nuh Gültekin legte sich den Ball am eigenen Fünfer zurecht und spielte zu seinem Torhüter, der das Spielgerät nochmals mit der Hand stoppte und den Abstoß ausführen wollte. Dieses strafbare Handspiel wurde von Schiedsrichter Jason Lieser mit einem indirekten Freistoß für die Eintracht bestraft. Marceta tippte den Ball an, sein Kapitän Mirko Schuster feuerte das Spielgerät zwischen den auf der eigenen Torlinie positionierten Cosmonauten hindurch ins Netz (33.). „Solch einen Fehler wie beim 2:0 darfst du nicht machen, wenn du weiterkommen willst“, sagt Cosmos-Trainer Yusuf Emre Kasal. Der erste Abschnitt endete schließlich mit einer 2:0-Führung für den Regionalligsten.

FC Cosmos Koblenz dreht auf und schafft den Anschluss

Zu Beginn der zweiten Hälfte wurde bereits früh sichtbar, dass die Cosmonauten trotz des bislang unglücklichen Spielverlaufs weiter an sich glauben und gerne im Pokalwettbewerb überwintern möchte. Die Kasal-Mannen kamen mit einer besseren Einstellung auf den Rasen zurück und konnten sich auch mit dem Anschlusstreffer belohnen. Es war der eingewechselte Dennis Arnst, der einen Foulelfmeter souverän zum 1:2 aus Sicht des Außenseiters verwandeln konnte (66.). Zuvor wurde der etatmäßige Elferschütze Benko Sabani gefoult. Im Anschluss gingen die Cosmonauten auf den Ausgleichstreffer und peilten die Verlängerung an, doch daraus wurde nichts. Sie schwächten sich in Person von Mayimona Antonio selbst, denn dem Defensivspieler unterlief ein Handspiel im eigenen Strafraum. Triers Schuster verwandelte dieses Geschenk souverän und erzielte somit seinen Doppelpack (80.). Nur wenige Minuten später kassierte der Cosmonaut Dennis Arnst nach einem harten Einsteigen auf Höhe der Mittellinie gegen Robin Garnier die Rote Karte (87.). Noch schlimmer kam es dann in der Nachspielzeit der Begegnung, als die Trierer das 4:1 erzielen konnten (90+3.). Es war ein Rückpass von Cosmos-Kapitän Gültekin auf Torwart Duverger, den sich der lauernde Ex-Cosmonaut Hokon Sossah schnappte. Dieser passte auf Tim Sausen, der den Treffer zum 4:1-Endstand markieren sollte. Am Ende des Tages haben die Cosmonauten der Eintracht nach dem 1:2-Anschlusstreffer durch zu viele individuelle Aussetzer den Sieg mehr oder weniger “geschenkt”.

Trainerstimmen und Ausblick

Yusuf Emre Kasal sagte zur Leistung seiner Cosmonauten: „Solche Fehler wie beim 2:0 oder 4:1 darfst du nicht machen, wenn du weiterkommen willst.“ Am Ende konnte der Coach mit dem Aus gegen einen „gestandenen, reifen Regionalligisten“ leben: „Die Mannschaft hat alles investiert, uns sind drei Innenverteidiger weggefallen, aber mit der richtigen Einstellung kannst du dem Gegner trotzdem das Leben schwer machen.“ Für die Cosmonauten gilt es nun, die noch anstehenden Ligaspiele gegen den VfR Wormatia Worms (Samstag, 29. November) und beim FC Rot-Weiss Koblenz (Freitag, 5. Dezember) erfolgreich über die Bühne zu bringen. „Wir sind sehr glücklich und stolz, diese Hürde übersprungen zu haben”, kommentierte Triers aus Mayen stammender Trainer Thomas Klasen. Für seine Mannschaft geht es im neuen Jahr gegen den Fußball-Oberligisten FV Engers. Zum Los sagt Klasen: „Ich hätte Engers lieber im Finale gehabt, es muss nicht unbedingt jetzt auf Kunstrasen sein. Aber ich freue mich darauf, es ist eine Herausforderung, den Titelverteidiger auszuschalten. Und im möglichen Halbfinale geht es dann gegen den Sieger des Duells SG 05 Betzdorf (Fußball-Bezirksliga Ost) gegen FC Emmelshausen Karbach (Fußball-Oberliga RPS). „Als ich diese Auslosung gesehen habe“, setzte Klasen an, „da wusste ich, dass wir den Pokal nach zehn Jahren nicht geschenkt bekommen.“

Bildquelle: FC Cosmos Koblenz / SV Eintracht Trier