Zum Abschluss des Kalenderjahres 2025 standen sich in der 2. Frauen-Bundesliga die SG 99 Andernach und Viktoria Berlin auf dem Kunstrasenplatz in Mendig gegenüber. Nach 90 knackigen Minuten leuchtete aus Sicht der Bäckermädchen ein 0:2 auf der Anzeigetafel, welches für Frust statt Freude am vierten Adventssonntag sorgte. Vor rund 300 Zuschauern am Fuße der Vulkanbrauerei haben sich nämlich die aus der Fußball-Regionalliga Nordost aufgestiegenen Gäste aus der Bundeshauptstadt durchsetzen können. Am Ende des Tages belegen die SG-Frauen um Trainerin Isabelle Hawel zum Jahreswechsel den fünften Tabellenrang mit 22 Zählern, der Abstand auf die Abstiegszone beträgt dabei stolze elf Zähler. Die Viktoria aus Berlin ist durch den Auswärtsdreier auf den sechsten Tabellenplatz vorgerückt und überwintert mit 20 Zählern in der vorderen Tabellenhälfte. Jetzt liegt der Fokus beider Mannschaften auf einer kurzen weihnachtlichen Pause, ehe dann wieder die Vorbereitung auf die ersten Begegnungen im neuen Jahr anstehen.
Viktoria Berlin führt zur Pause nur mit 1:0
Die Andernacherinnen wollten den 5:1-Sieg aus der Vorwoche gegen Borussia Mönchengladbach vergolden, wirkten aber gegen die spielfreudige Viktoria in weiten Teilen wie gelähmt. Die Hawel-Frauen kamen gegen den robusten Aufsteiger aus Berlin nicht in die Zweikämpfe und konnten auch kaum eigenen Ballbesitz generieren. Hinzu kam, dass sich die Bäckermädchen beim Verteidigen von präzisen Diagonalbällen der Viktoria auf die schnellen Außenspielerinnen etwas doof anstellten. Erstmals gefährlich wurde es, als sich Malou Müller verschätzte und die Berlinerin Senanur Yavuz im Eins-gegen-Eins an Andernachs Torfrau Lisa Krupp scheiterte (13.). Nur vier Minuten später zappelte der Ball dann aber im Netz, denn Viktoria-Spielerin Alisa Grincenco ließ Krupp keine Chance. Und es hätte für die SG 99 noch schlimmer kommen können, wenn der Abschluss von Kim Urbanek aus gut 30 Metern nicht am Torbalken sondern im Tor gelandet wäre (20.). Ebenfalls eine Top-Chance ließen die Berlinerinnen dann in Minute 34 aus, als Leyla Aydin abermals Malou Müller überlief und in Lisa Krupp ihre Siegerin fand. Demnach ging die Begegnung mit einer 1:0-Führung für Viktoria Berlin in die Geschichtsbücher ein.
SG 99 Andernach zeigt eine verbesserte Leistung in Halbzeit zwei
Nach einer echt schwachen ersten Hälfte wurde es in der Andernacher Kabine etwas lauter. „Wir haben eine Reaktion gefordert“, berichtete Trainerin Hawel von den Pausengesprächen „und die haben die Mädels auch gezeigt. Unsere Körpersprache war eine andere, wir haben Zweikämpfe gewonnen und waren dem Ausgleich nahe.“ Belegen lässt sich dies durch zwei Aluminiumtreffer nach dem Pausentee. Erst scheiterte Vanessa Zilligen mit einem Schuss aus knapp 30 Metern an der Torlatte (63.), dann rauschte eine Ecke von Lisa Kossmann an den Innenpfosten (66.). Und dann packten die SG-Frauen noch einen starken Diagonalpass, getreten von Zoe Brückel und angenommen von Maren Weingarz, aus, der allerdings nicht mit einem Treffer verwertet werden konnte (69.). Und dann kam es, wie es im Fußball so regelmäßig kommt: Die Gäste aus Berlin kamen in Person von Viktoria Ezebinyuo auf der rechten Angriffsseite hinter die letzte Verteidigungslinie der SG 99, Ezebinyuos Flanke verlängerte Maja Wasiak zur 2:0-Führung der Gäste ins Netz (72.). Die Bäckerfrauen hatten dann noch die Chance auf den Anschlusstreffer, doch ein Abschluss von Carolin Schraa wurde von Ana Höfker noch auf der Torlinie abgefangen (74.). Demnach endete das Rückspiel zwischen der SG 99 und der Viktoria mit einem 2:0-Erfolg für die Gäste aus Berlin, nachdem das Hinspiel noch mit einem 2:2-Remis endete.
Stimmen und Ausblick
Die Andernacher Trainerin Isabelle Hawel war mit der Leistung in Halbzeit eins unzufrieden. „Wir haben die erste Halbzeit verpennt”, lautete ihr Fazit: In der Halbzeit wurde es dann etwas lauter: „Wir haben eine Reaktion gefordert und die haben die Mädels auch gezeigt. Unsere Körpersprache war eine andere, wir haben Zweikämpfe gewonnen und waren dem Ausgleich nahe.“ Mittelfeldspielerin Vanessa Zilligen blickte nochmals auf die komplette Hinserie: „Wir haben die zweitbeste Hinrunde unserer Zweitligazeit gespielt. Das hat sich am Anfang der Saison nicht so angefühlt. Aber es geht noch deutlich mehr.“ Die nächste Möglichkeit, in der Meisterschaftsrunde drei Zähler einzufahren, gibt es bereits am 1. Februar, wenn die SG 99 beim VfB Stuttgart zu Gast ist. Anstoß ist dann um 14 Uhr. Die Viktoria aus Berlin muss sogar noch früher wieder ran, denn am 25. Januar findet das ausgefallene Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach statt.
Bildquelle: SG 99 Andernach / Viktoria Berlin, Kai Heuserkampf