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TIM LAMBERTY

Gemäß dem Motto “Ehre, wem Ehre gebührt” hat sich die Redaktion von Das-Run.de dazu entschieden, die Meister aus der Saison 2024/2025 im Fußballverband Rheinland mit einer kleinen Berichterstattung über deren Reise bis hin zum Gewinn der Meisterschaft zu ehren. Ein Verein, der von dieser Möglichkeit Feuer und Flamme gewesen ist, sind die SportfreundeIngelbach. Die Mannschaft um den Mannschaftsverantwortlichen Tim Lamberty hat die Meisterschaftsrunde in der Fußball-Kreisliga C Staffel 2 durchlaufen und am Saisonende als klassenbestes Team abgeschlossen. Demnach haben die Männer nicht nur die Meisterschaft eingefahren, sondern sich auch einen Startplatz in der Fußball-Kreisliga B in der kommenden Spielzeit verdient. Im exklusiven Meisterinterview mit dem Mannschaftsverantwortlichen Tim Lamberty erfahrt ihr alles über die Meisterschaftsreise der Fußballer aus dem Landkreis Altenkirchen. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Tim, herzlich willkommen zum Meisterinterview. Auch über diesen Weg nochmal die besten Glückwünsche zum Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga C Staffel 2.

Tim Lamberty: Vielen lieben Dank für die Interviewanfrage und die Glückwünsche. Das macht mich als Verantwortlichen dieser Mannschaft echt stolz.

Das-Run.de: Mit welchem Ziel seid ihr in die Spielzeit gestartet?

Tim Lamberty: Ganz klar mit dem Willen, es bei einem möglichen Aufstieg in die B-Klasse besser zu machen, als vor zwei Jahren. Damals sind wir als Tabellenzweiter in die B-Klasse aufgestiegen, am Saisonende aber wieder abgestiegen. In die Saison 2024/2025 starteten wir demnach nicht nur mit neuer Motivation, sondern auch mit einem neuen Trainer. Matthias Röttgen hat sich bereiterklärt, sich der Aufgabe anzunehmen. Trotz der Umstellung für alle zeichnete sich eine klare Linie ab: sechs Siege in Folge, inklusive eines erstmalig gewonnenen Verbandsgemeindepokals. Die Stimmung sollte gut sein, dem war aber nicht so, denn nach dem sechsten Spieltag hat sich unser neuer Trainer von der Mannschaft getrennt. Nun standen wir ohne Trainer, aber noch immer mit der Tabellenführung. Torwarttrainer Steffen Staats hat sich dann bereiterklärt, das Traineramt zu übernehmen, bis es eine neue Lösung für die Situation gab. Vier Wochen hat es gedauert, bis diese Lösung dann gefunden war und ein altbekanntes Gesicht gemeinsam mit zwei Kameraden zurück in die Trainerrolle berufen wurde. Semjon Brückmann, welcher die Mannschaft als Spielertrainer bereits durch die Saisons 2021/2022 sowie 2022/2023 geführt hatte, überahm gemeinsam mit Paul Fengler sowie Alex Marquart.Mit dem neuen Trio führten wir unsere Reise in die B-Klasse dann fort.

Das-Run.de: Wann habt ihr gemerkt, dass ihr Meister werden könnt?

Tim Lamberty: Die ganze Saison über gab es hier eigentlich keine Zweifel. Trotz des Abstiegs in die C-Klasse konnten wir diverse Neuzugänge verbuchen. Die Jungs, welche sich nach einer Saison wieder aus der B-Klasse verabschieden mussten, wollten dies nicht auf sich sitzen lassen. Mit dem neuen Trainer Matthias Röttgen gab es ohnehin nochmal einen Ruck durch die Mannschaft, welcher sich in der Vorbereitung und in den Spielen widergespiegelt hat. Wir waren so fit wie lange nicht. Gleichzeitig wuchs der Zusammenhalt der Mannschaft immer mehr. Unser Ziel war klar: Aufstieg in die Fußball-Kreisliga B.

Das-Run.de: Wann stand denn der Gewinn der Meisterschaft fest?

Tim Lamberty: Das war tatsächlich bis zum vorletzten Spieltag eine sehr spannende Nummer. Zum drittletzten Spieltag standen wir mit 61 Punkten noch gleichauf mit dem FK Etzbach. Wir spielten an diesem Tag gegen die SG Hammer Land Bruchertseifen II, welche den zwölften Tabellenplatz belegte. Unsere Konkurrenten aus Etzbach hatten es mit dem Dritten (SG Müschenbach II) zumindest auf dem Papier schwerer. Auch Müschenbach war entschlossen, das Ziel „Aufstieg“ anzugehen. Besser konnte es für uns also nicht sein. Wenn wir uns die drei Punkte mitnehmen und Müschenbach vielleicht sogar in Etzbach einen Sieg verbuchen kann, waren wir mit drei Punkten Vorsprung zwar noch nicht Meister, aber dem Ziel auf jeden Fall näher. Viel wichtiger wäre dieser Vorsprung aber für den vorletzten Spieltag gewesen. Dort hieß es für uns dann nämlich: Spitzenspiel Zuhause gegen den FK Etzbach. Es kam jedoch alles anders als geplant. Wir ließen entgegen unseren Erwartungen zwei Punkte liegen und spielten gegen die SG Hammer Land nur 3:3. Glücklicherweise konnte Müschenbach das Spiel in Etzbach für sich entscheiden, was uns somit zumindest einen Punkt Vorsprung gab. Das bedeutete aber auch, dass Müschenbach uns nun auch noch die Tabellenführung hätte nehmen können, wenn wir die letzten sechs Punkte gegen Etzbach und am letzten Spieltag gegen die SG Mittelhof II liegen lassen und Müschenbach seine Spiele gewinnt. Gleiches galt für den FK Etzbach. Hätten sie das Spiel gegen uns gewonnen, wären sie vorbeigezogen und hätten somit auch die Möglichkeit auf den Titel gehabt. Am Ende war dem aber nicht so, und wir konnten den Titel ins Wied-Stadion holen. Müschenbach hätte nun aber immer noch punktgleich mit uns ziehen können. Da die Tordifferenz in der C-Klasse jedoch nicht zählt, hätte es noch in ein Entscheidungsspiel mit der SG Müschenbach II gehen können, da es einen Staffelsieger geben muss.

Das-Run.de: Was waren die wichtigsten Etappen auf dem Weg zur Meisterschaft?

Tim Lamberty: Im Gedächtnis bleibt uns hier auf jeden Fall das Auftaktspiel der Rückrunde gegen den SSV Almersbach-Fluterschen. Bis zum 14. Spieltag war es nicht der FK Etzbach, welcher uns im Nacken gesessen hat. Wir wussten: Nach der Winterpause wird das Spiel gegen Almersbach kein leichter Auftakt. Die gesamte Vorbereitung hieß es immer wieder: „Wir wollen gegen Almersbach gewinnen.“ Die Motivation war am 9. März vorhanden. Es hat aber gedauert, denn wir gerieten in der zweiten Spielminute in Rückstand. Nach zwölf Minuten stand es dann 0:3 gegen uns. So hatten wir uns das Ganze nicht vorgestellt. Doch wir haben uns zurückgekämpft und konnten das Spiel am Ende mit 6:4 für uns entscheiden. Spannender hätte die Rückrunde auf jeden Fall nicht starten können.

Das-Run.de: Welcher Moment hat euch auf dem Weg zur Meisterschaft geprägt?

Tim Lamberty: Mit Sicherheit der sehr frühe Trainerwechsel. Es gab viele Spieler, die diesen nicht ganz nachvollziehen konnten. Die Ungewissheit, wie es danach weitergehen sollte, hat nicht zuletzt an der Motivation einzelner genagt. Umso größer war aber dann die Euphorie über die bekannten Gesichter im Trainerteam. Und dann natürlich der Sieg gegen den FK Etzbach Zuhause in Ingelbach. Natürlich haben wir seit Wochen auf dieses Spitzenspiel hin gefiebert. Das Training wurde intensiviert, angeschlagene Spieler bewusst geschont und die Motivation im Gesamten hochgehalten.Als Etzbach dann am 18. Mai bei uns im Wied-Stadion zu Gast war, wollte jeder von uns hier ganz klar als Sieger vom Platz gehen. Die circa 300 Zuschauer wussten, aufgrund der Tabellensituation, welches Spiel sie hier erwartet. Wir haben die Spieltagsvorbereitung perfektioniert und waren heiß auf diesen Kick. Etzbach landete dann den ersten Treffer der Partie in der dritten Spielminute. Gott sei Dank hat es nicht lange mit dem Ausgleichstor gedauert. In der neunten Minute waren wir wieder im Rennen und konnten bis zur Halbzeit zu einer 4:2-Führung ausbauen. Dies war dann der finale Spielstand. Und dann wurde natürlich gefeiert. Emotionen kochten über, Pyro wurde gezündet und unsere Hymne über die Lautsprecher durchs ganze Stadion gepumpt. Eine Stimmung, als hätten wir die Meisterschaft schon in der Tasche.

Das-Run.de: Wie wird eigentlich gefeiert?

Tim Lamberty: Darin sind wir Vollprofis. Durch den Gaststättenbetrieb am Wochenende und die Möglichkeiten, die uns dieser Umstand für die Gemeinschaft nach dem Training am Freitag, an Heimspielen, aber auch in der Woche bietet, wissen wir auf jeden Fall, wie man eine gute Zeit gemeinsam hat. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass nach einer Trainingseinheit mit 38 Mann mal ein 50-Liter-Fass getrunken wird. Hatten wir unseren Sieg gegen den FK Etzbach schon mit Pyro, Bier und Wurst gefeiert, haben sich einige gefragt, wie wir da beim Aufstieg eigentlich noch einen draufsetzen sollen. Haben wir aber auf jeden Fall geschafft. Angefangen mit dem Autokorso von Mittelhof zurück nach Ingelbach, welcher in einer epischen Einfahrt mit Pyrotechnik im Wied-Stadion endete. Mit Freibier konnte uns auch der Regen keinen Strich durch die Rechnung machen und lud uns sogar noch zu einer kurzen Schwimmsession in die Wied ein. Ehrungen für besondere Leistungen im Vorstand sowie in der Mannschaft wurden ausgesprochen und Geschenke verteilt. Mit aller Euphorie für die B-Klasse haben wir, wie so oft an Wochenenden, bis weit nach 0 Uhr gefeiert.

Das-Run.de: Dann bedanken wir uns für das wirklich sehr launige Interview und wünschen in der Fußball-Kreisliga B den maximalen Erfolg.

Tim Lamberty: Vielen Dank für die Wünsche. Kommt gerne mal zu einem Heimspiel vorbei. Bringt Durst mit (lacht). Und natürlich auch danke für die Möglichkeit, ein Interview zu führen.

Bildquelle: SG Wallmenroth II