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Im vierten Teil unserer Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Spielzeit 2025/2026 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Anne-Kathrine Kremer gesprochen. Die einstige Profitorhüterin trainiert den Südwest-Regionalligisten SC 13 Bad Neuenahr und hat die Hinserie mit 21 Zählern auf dem fünften Tabellenrang abgeschlossen. Im exklusiven Interview berichtet die leidenschaftliche Trainerin von ihren schönsten Momenten in der Hinserie, spricht aber auch über die bitteren Erlebnisse und betont, wie diese Erfahrungen künftig Auftrieb geben sollen. Am Ende des Interviews erläutert Kremer ihre weiteren Ziele für die Rückserie, die ihre Mannschaft mit einem souveränen 5:0-Erfolg über den einstigen Rangvierten 1. FC Riegelsberg eingeläutet hat. Und auch die zur Saison 2027/2028 eingeführte eingleisige 3. Liga ist Gesprächsinhalt diesen exklusiven Interviews. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Anne-Kathrine, du hast mit deinem Team eine echt starke Vorsaison gespielt. Ihr seid ins Pokalfinale eingezogen und habt die Liga auf Rang drei abgeschlossen. Mit welchen Zielen ging es in die laufende Runde?

Anne-Kathrine Kremer: Auch in diesem Jahr war und ist es unser Anspruch, im oberen Tabellendrittel mitzuspielen. Da liegen wir mit dem fünften Platz zur Hinserie knapp drunter. Am Sonntag hatten wir durch das Nachholspiel gegen den 1. FC Riegelsberg die erste Gelegenheit, unsere Platzierung zu verbessern.

Das-Run.de: Ihr seid mit vier Siegen nach Gang in die Meisterschaftsrunde gestartet. Ein perfekter Start, oder?

Anne-Kathrine Kremer: Der Start war perfekt. Vor allem, wenn wir die Gegner der ersten vier Spieltage betrachten. Der 1. FC Riegelsberg, der 1. FSV Mainz 05 II und der amtierende Rheinlandpokalsieger 1. FFC Montabaur gehören alle zu den stärkeren Mannschaften der Regionalliga Südwest.

Das-Run.de: Am fünften Spieltag hat deine Mannschaft gegen den Tabellenführer 1. FC Saarbrücken verloren. Was hat deiner Mannschaft in diesem Spiel gefehlt, um Zählbares mitzunehmen?

Anne-Kathrine Kremer: Die Kaltschnäuzigkeit und das Quäntchen Glück, das man im Fußball in solchen Spielen benötigt. Wir haben uns früh selbst in Rückstand gebracht und hatten anschließend einige Gelegenheiten, den Rückstand zu egalisieren. Diese Möglichkeit ließen wir aber ungenutzt. Hinzu kamen strittige Schiedsrichterentscheidungen. Saarbrücken hat unsere schlechte Chancenverwertung am Ende eiskalt bestraft.

Das-Run.de: Vor der Winterpause gab es gegen den SV Elversberg die zweite Niederlage in der Meisterschaftsrunde. Ebenso ging deine Mannschaft in den Duellen mit der SG 99 Andernach II und dem TuS Issel leer aus. Und auch das Rückspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 II wurde verloren. Wie blickst du auf die Phase kurz vor der Winterpause?

Anne-Kathrine Kremer: Die Pleite gegen Elversberg war eine verdiente Niederlage, weil wir an dem Tag nicht gut gespielt haben. Gegen Andernach II waren wir stark ersatzgeschwächt, was wir in der Breite nicht kompensieren konnten. Gegen den TuS Issel haben wir zu viele Großchancen liegen gelassen. Und im ersten Rückrundenspiel haben haben wir leider auch nicht unseren besten Tag erwischt und uns damit mit einem Negativerlebnis in die Winterpause verabschiedet. Insgesamt haben wir den Ausfall von Sonja Maria Bartoscheck im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken in der Folge nicht kompensieren können und zu wenig Tore geschossen.

Das-Run.de: 21 Punkte nach zwölf Spielen und ein Torverhältnis von 23:13 ließen dein Team auf Rang fünf überwintern. Zum Rückrundenauftakt habt ihr den Rangvierten 1. FC Riegelsberg mit 5:0 besiegt. Wie schaust du auf die Hinserie zurück?

Anne-Kathrine Kremer: Unser Ziel ist es, ein bis zwei Plätze weiter oben zu stehen. Die Anzahl der Gegentore ist gering, aber wir müssen in der Rückserie mehr Tore schießen. Mit dem 5:0-Erfolg über den 1. FC Riegelsberg zum Auftakt des neuen Jahres und dem Klettern auf den vierten Tabellenrang bin ich natürlich zufrieden. So kann es gerne weitergehen. Durch den Sieg haben wir den Anschluss an den dritten Platz gehalten und auch das eigene Selbstvertrauen gestärkt.

Das-Run.de: Anne-Kathrine, lass uns nochmal auf die Winterpause schauen. Was hat sich beim SC 13 Bad Neuenahr mit Blick aufs Personal getan?

Anne-Kathrine Kremer: Wir haben mit Nina Hainke eine richtig gute Boxspielerin dazugewonnen, die in der Lage ist unsere Offensive wieder in Schwung zu bringen. Mit Annika Neil haben wir eine weitere Innenverteidigerin verpflichtet, sodass wir auch in der Breite besser aufgestellt und flexibler sind. Außerdem haben wir mit René Gratzki einen weiteren erfahrenen Co-Trainer eingebunden, sodass wir auch außerhalb des Platzes gut aufstellt sind.

Das-Run.de: Anne-Kathrine, nach dem absolvierten Rückrundenauftakt gegen den 1. FC Riegelsberg habt ihr wieder ein paar freie Tage. Woran wollt ihr arbeiten, um euch dann auf die letzten Meisterschaftsspiele vorzubereiten?

Anne-Kathrine Kremer: Genau, nach dem absolvierten Spiel gegen den 1. FC Riegelsberg haben wir zwei Wochen Zeit, um uns auf die restliche Rückserie vorzubereiten. In dieser Zeit werden wir vor allem mannschaftstaktisch arbeiten. Die jüngeren Talente trainieren ganzjährig einmal die Woche bei uns mit, sodass wir immer sehen können, wie sie sich entwickeln. Demnach ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Jugendspielerinnen im Verlaufe der Rückserie ihre Einsatzminuten bekommen.

Das-Run.de: Was sind denn deine Ziele für die verbleibenden Ligaspiele?

Anne-Kathrine Kremer: Zum einen liegt der Fokus wieder auf Entwicklung – da vor allem auf der Systemflexibilität. Zum anderen wollen wir uns wieder zurück ins obere Tabellendrittel kämpfen und kleinere mannschaftsinterne Ziele umsetzen.

Das-Run.de: Anne-Kathrine, du hast uns mal erzählt, dass du gerne wieder den Rheinlandpokal mit dem SC 13 Bad Neuenahr gewinnen würdest. Nach dem Einzug ins Pokalfinale in der Saison 2024/2025 gab es in diesem Jahr abermals das Aufeinandertreffen mit dem 1. FFC Montabaur. Auch in dieser Saison waren die Westerwälderinnen siegreich. Wie blickst du darauf?

Anne-Kathrine Kremer: Ein Pokal ist immer etwas Besonderes und natürlich hätten wir uns auch in diesem Jahr lieber im Finale gesehen. Aber wie alles im Leben hat auch das zwei Seiten. Leider liegt das Pokalfinale im Fußballverband Rheinland für die Frauen-Regionalligisten sehr ungünstig. Meist findet das Duell bei uns Frauen rund zwei Wochen nach dem Ende der Meisterschaftsrunde statt und eben nicht an einem Tag der Amateure wie bei den Männern. Durch diese Terminierung wird entweder die Sommerpause oder die folgende Vorbereitung kurz. In der Saison 2026/2027 findet die Qualifikation für die dann zur Saison 2027/2028 neu eingeführte 3. Liga statt. Das frühe Pokalaus in dieser Saison gibt uns die Möglichkeit, die Vorbereitung auf die so wichtige Saison 2026/2027 besser zu gestalten. Denn nur die besten Mannschaften aus den aktuell fünf Frauen-Regionalligen sicher sich einen Startplatz für die 3. Liga. Dennoch ist es für uns in der Saison 2026/2027 ein Ziel, im Wettbewerb um den Gewinn des Frauen-Rheinlandpokals mitzumischen. Es wäre schön, wenn wir die Qualifikation für die 3. Liga schaffen und auch den Fußball-Rheinlandpokal in die Höhe recken dürften. Denn dann dürften wir auch mal wieder im DFB-Pokal antreten und ein echtes Highlight erleben.

Das-Run.de: Anne-Kathrine, wir bedanken uns herzlich bei dir beim Blick auf die Hinserie und hoffen, dass deine Mannschaft nach dem Restart auch in den noch ausstehenden Meisterschaftsspielen performen wird. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure sportlichen Ziele erreicht und in der nächsten Saison die Qualifikation für die künftige 3. Liga meistert. Bleib gesund und mach es gut.

Anne-Kathrine Kremer: Vielen Dank für das Interview. Es hat mir viel Freude bereitet, mit euch auf die Hinserie zu blicken. Ich hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen. Macht es gut und bleibt sportlich.

Fotoquelle: SC 13 Bad Neuenahr