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Im fünften Teil unserer Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Spielzeit 2025/2026 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Thorsten Wörsdörfer gesprochen. Der einstige Fußballprofi trainiert die Sportfreunde Eisbachtal in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die Eisbären konnten bis zur Winterpause lediglich 15 Punkte einfahren und mussten demnach auf Platz 17 überwintern. Durch einen Sieg über den SV Auersmacher kommen die Wörsdörfer-Mannen mittlerweile auf 18 eingefahrene Punkte und liegen vor dem Restart der fünftklassigen Oberliga RPS zwar weiterhin auf dem vorletzten Rang, haben aber wieder den Anschluss zum vermutlich ersten Nichtabstiegsplatz hergestellt. Im exklusiven Interview berichtet der erfahrene Trainer von seinen schönsten Momenten in der Hinserie, spricht aber auch über die bitteren Erlebnisse und betont, wie diese Erfahrungen künftig Auftrieb im Kampf um den Klassenverbleib geben sollen. Am Ende des Interviews erläutert Wörsdörfer, dass er das frühe Aus im Fußball-Rheinlandpokal verschmerzen konnte, denn mit lediglich elf gesunden Spielern im Kader hätten weitere englische Wochen auch unzählige zusätzliche Herausforderungen mit sich gebracht. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Thorsten, wie hast du denn die fußballfreie Zeit verbracht?

Thorsten Wörsdörfer: Ich habe die Zeit zur Erholung genutzt und war mit der Familie am Fuschl-See in Österreich zum Wandern.

Das-Run.de: Thorsten, deine Jungs haben den Hachenburger Pils-Cup gewonnen und in der Vorbereitung viel geschwitzt. Nimm uns gerne einmal mit.

Thorsten Wörsdörfer: Den Pils-Cup hat mein jüngstes Team mit Coach David Meuer souverän gewonnen und den Jungs viel Freude gebracht. Wegen Schnee ist die ein oder andere Trainingseinheit ausgefallen und ins Fitnessstudio Fitness Pur nach Limburg verlegt worden. Die Arbeit mit dem Team und jeder Art von Spieler macht mir viel Freude. Besonders die Arbeit mit David Meuer, der großen Anteil an dem Erfolg in den letzten drei Jahren hat.

Das-Run.de: Thorsten, wie wollt ihr den Restart der Meisterschaftsrunde angehen?

Thorsten Wörsdörfer: Ziel ist ganz klar der Klassenerhalt. Unser Kader ist leider seit dem Aufstieg kleiner geworden und Topspieler wie Lukas Tuchscherer und Luis Hesse haben uns verlassen. Dazu sind wichtige Stammspieler ausgefallen beziehungsweise haben sich langwierige Verletzungen zugezogen. Mit dem jüngsten Team der Liga und den Möglichkeiten aktuell, ist der Klassenverbleib eine besondere Herausforderung. Unsere Jungs kommen alle aus dem eigenen Nachwuchs und sind echte Eisbären. Das sucht sicher seines gleichen in der Liga.

Das-Run.de: Thorsten, lass uns auf die Hinserie schauen. 15 Punkte wurden gesammelt, Rang 19 ist das Ergebnis. Welche Erkenntnisse zieht ihr daraus?

Thorsten Wörsdörfer: Einfach die Leistungen wie gegen den SC Idar-Oberstein und den FK Pirmasens konstant auf den Platz bringen und die Anfangsphase nicht verschlafen. Die Fußball-Oberliga RPS ist körperliche Bereitschaft über 90 Minuten von Kopf bis Fuß.

Das-Run.de: Jonah Arnolds ist einer der besten Torjäger der Liga, David Arnolds ein Elferkiller. Wie wichtig sind diese beiden Spieler, die kürzlich ihren Kontrakt ausgedehnt haben?

Thorsten Wörsdörfer: Jonah und David sind meine zwei positiven Typen mit besonderen Fähigkeiten. David ist gerade aus der U19 in den Seniorenbereich und hat schon sehr gute Leistungen gezeigt. Bitte nicht nur am Elferkiller messen. Unser Torjäger ist nicht nur für jeden Abwehrspieler eine Herausforderung, sondern auch für den Trainer. An dem Diamanten ist noch zu schleifen, um noch mehr aus dem Potential zu holen, was ich noch bei weitem nicht ausgeschöpft sehe. Dennoch sind die beiden so wichtig wie die anderen neun Spieler zu Beginn auf dem Platz und die Teamplayer, die erst auf der Bank sitzen. Nur wenn dies harmonisch und mit Teamgedanken läuft, ist Erfolg dauerhaft möglich.

Das-Run.de: Starke Worte über die Wichtigkeit des Teamgefüges für den Erfolg. Ihr hattet in der Hinserie das ein oder andere Mal einen dünnen Kader. Für dich ein Mitgrund für die Platzierung?

Thorsten Wörsdörfer: Ja, das würde ich schon sagen. Aber ich bin optimistisch, dass wir in der Rückserie wieder breiter aufgestellt sind und dann auch ein anderes Gesicht zeigen können.

Das-Run.de: Thorsten, beim Blick auf die Ergebnisse fällt auf, dass ihr oft Remis spielt oder knapp verliert. Wie bitter ist das denn?

Thorsten Wörsdörfer: Entscheidend ist nicht wie oft man hinfällt, sondern wie oft man wieder aufsteht. Die Reaktion auf die Heimniederlage gegen den FV Diefflen, es gab einen Sieg in Idar-Oberstein, zeigt die positive Mentalität vom Team. Das haben wir in vielen Situationen gezeigt und sind deswegen nicht nur aufgestiegen, sondern haben im letzten Jahr dann auch die Klasse gehalten.

Das-Run.de: Gegen den FK Pirmasens und die U21 des 1. FC Kaiserslautern, absolute Topteams, habt ihr starke Leistungen gezeigt. Warum glückt dies nicht öfter?

Thorsten Wörsdörfer: Wenn ich dieses Geheimnis so einfach lüften könnte, dann wäre der Klassenerhalt schon jetzt geschafft. Diese Frage begleitet mich schon länger. Oft spielen wir gegen offensiv ausgerichtete Teams besser und stehen kompakter in der Rückwärtsbewegung. Darin liegt der Schlüssel für den Klassenerhalt. Wir müssen die Spielweise konstant halten. Daher könnte der Spielplan uns helfen, da wir die letzten Spiele gegen diese Topmannschaften haben. Ich würde gerne mit meinem Freund Daniel Paulus (Trainer FK Pirmasens, Anmerkung der Redaktion) seinen Aufstieg und unseren Klassenerhalt feiern.

Das-Run.de: Thorsten, wie wichtig war es, das Sechspunktespiel gegen den SC Idar-Oberstein und auch das Nachholspiel gegen den SV Auersmacher zu gewinnen?

Thorsten Wörsdörfer: Das ist der Maßstab für die Rückrunde. Konsequent, kompakt, mutig und fußballerisch mit der traditionellen Eisbären-Power.

Das-Run.de: Thorsten, abschließend noch eine Frage: Ist es von Vorteil, dass ihr euch jetzt voll und ganz auf die Liga konzentrieren könnt und euch nicht durch englische Woche zwecks Fußball-Rheinlandpokal schleppen müsst?

Thorsten Wörsdörfer: Der Rheinlandpokal lohnt sich nur als Pokalsieger, denn dann darfst du ja im DFB-Pokal antreten und machst richtig Kohle. Sicher wären wir gerne noch die ein oder andere Runde weitergekommen, doch bei nur 11 gesunden Spielern an Spieltagen ist am Ende die Frage, welchen Preis wir dafür bezahlt hätten. Demnach kann ich mit dem frühen Pokalaus leben, sofern wir dafür den Klassenverbleib schaffen.

Das-Run.de: Thorsten, wir bedanken uns herzlich bei dir beim Blick auf die Hinserie und hoffen, dass deine Mannschaft nach dem Restart auch in den noch ausstehenden Meisterschaftsspielen performen wird und den nötigen Atem für den Kampf um den Klassenverbleib hat. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure sportlichen Ziele erreicht und in der kommenden Saison mal wieder eine sorgenfreie Spielzeit erleben könnt. Bleib gesund und mach es gut.

Thorsten Wörsdörfer: Vielen Dank für das Interview. Es hat mir viel Freude bereitet, mit euch auf die Hinserie zu blicken. Ich hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen. Macht es gut und bleibt sportlich.

Fotoquelle: Sportfreunde Eisbachtal