Im dritten Teil unserer Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Spielzeit 2025/2026 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Thomas Klasen gesprochen. Der Fußballfachmann trainiert den Südwest-Regionalligisten SV Eintracht Trier und hat die Hinserie mit 28 Zählern auf dem elften Tabellenrang abgeschlossen. Im exklusiven Interview berichtet der leidenschaftliche Skifahrer und Familienmensch von seinen schönsten Momenten in der Hinserie, spricht aber auch über die bitteren Erlebnisse und betont, wie diese Erfahrungen künftig Auftrieb geben sollen. Am Ende des Interviews erläutert Klasen seine Ziele für die Rückserie und erläutert, warum sein Verein immer wieder Spieler für hohe Ablösesummen verkaufen muss. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Thomas, danke für deine Zeit. Wie geht es dir aktuell? Wie war die Weihnachtszeit? Bist du gut ins neue Jahr gestartet?
Thomas Klasen: Schönen guten Morgen. Die Weihnachtszeit tut immer gut, denn es ist die Zeit zum Runterkommen vom stressigen Alltag und auch vom Ergebnisdruck. In dieser Zeit finden dann mal nicht sechs Trainingseinheiten und ein Pflichtspiel innerhalb einer Woche statt. Ich habe die Zeit im Kreise meiner Familie genutzt, war Skifahren in den Bergen und konnte somit die Akkus wieder aufladen. Demnach bin ich auch gut ins neue Jahr gestartet.
Das-Run.de: Trainieren die von dir betreuten Herren des SV Eintracht Trier schon wieder?
Thomas Klasen: Ja klar, wir sind seit dem 12. Januar wieder am Trainieren. In den ersten zwei Wochen standen Grundlagen und drei Testspiele, die wir allesamt gewonnen haben, auf dem Programm. In der dritten und vierten Woche stand dann das Thema Spritzigkeit auf dem Plan, ehe in den Wochen fünf und sechs der Feinschliff über die Bühne ging. Das große Ziel ist es nämlich, für das Duell gegen den Primus SGV Freiberg gerüstet zu sein.
Das-Run.de: Thomas, was hat sich bei euch in der Winterpause personell ergeben?
Thomas Klasen: Mateo Biondic hat uns verlassen. Es ist eine besondere Geschichte, wenn ein Spieler aus der viertklassigen Regionalliga in Deutschland zu einem in der Champions-League spielenden Verein wechselt. Wir im Verein können uns alle glücklich schätzen, dass ein Junge, den wir vor zweieinhalb Jahren als Fußball-Oberligist bekommen haben, so geformt haben, dass ein großer Verein diesen Mann jetzt erworben hat. Wir haben eine ordentliche Ablöse bekommen und Mateo stand seinem Verein auch schon in Pflichtspielen zur Verfügung. Diese rundum tolle Geschichte ist auch für mich als Trainer was Besonderes.
Das-Run.de: Thomas, wie blickst du denn auf die Hinserie zurück? Deine Mannschaft hat in 20 Meisterschaftsspielen 28 Punkte eingefahren. Dennoch beträgt der Vorsprung auf den SC Freiburg II, dem ersten möglichen Absteiger, nur zwei Pünktchen. Wie eng ist die Fußball-Regionalliga Südwest?
Thomas Klasen: Da muss ich dir recht geben, denn die Liga ist in diesem Jahr sehr eng. Da die Spiele allesamt gefilmt werden, können auch wir als Verein dadurch wichtiges Videomaterial erlangen und auswerten. Dies hilft uns dabei, die gezeigten Leistungen besser einzuordnen – und man hat gleichzeitig Informationen über künftige Neuzugänge. Das Sichten des Videomaterials hat gezeigt, dass wir beim Herausspielen von Torchancen und auch beim Verhindern von gegnerischen Einschussmöglichkeiten gut dabei sind. Wir sind nämlich ligaweit das beste Team zwischen den Boxen. Dies bedeutet, dass wir mannschaftstaktisch vieles richtig machen. Was bei uns noch nicht passt ist die Effizienz, denn wir brauchen zehn Torchancen für eine Bude, der Topwert der Liga liegt bei fünf Torchancen für einen Treffer. Diese ausbaufähige Effizienz hat uns den ein oder anderen Punkt gekostet, zeigt aber auch, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind im zweiten Regionalliga-Jahr. Wir wissen durch das Auswerten des Videomaterials, woran wir künftig arbeiten müssen, um noch zuverlässiges Zählbares mitzunehmen. Wir müssen es hinbekommen, in den Strafräumen effektiver zu sein – dies garantiert mehr Tore und auch weniger Gegentore. Am Ende des Tages ist es aber auch eine Frage der Qualität, denn der beste Torjäger spielt beim Rangzweiten und der Tabellenführer Freiberg hat die wenigsten Gegentore kassiert. Des Weiteren sollten wir davon ausgehen, dass aus der dritten Liga zwei Teams in die Fußball-Regionalliga Südwest absteigen könnten, was wiederum fünf Absteiger in der Regionalliga Südwest zur Folge hätte. Deshalb ist es wichtig, ordentlich zu punkten und den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auszubauen. Auch, wenn wir mit Spielen gegen den Primus Freiberg und den Zweiten SG Sonnenhof Großaspach in die Rückserie starten.
Das-Run.de: Thomas, was waren deine schönsten Momente in der Hinserie? War es der Auswärtssieg auf dem Bieberer Berg über die Kickers Offenbach?
Thomas Klasen: Ja, der Auswärtssieg war mein Moment der Hinserie, denn dort hat die Eintracht fast 30 Jahre nicht mehr gewonnen. Dies liegt daran, dass die Kickers meiner Meinung nach der Verein mit der größten Fanbase sind, dahinter folgen die Stuttgarter Kickers und der SV Eintracht Trier. Das Auswärtsspiel bei den Kickers ist für mich immer das Auswärtshighlight einer Saison. Es ist einfach schön, dass wir als junger Regionalligist einen solchen Traditionsverein schlagen konnten. Es läuft nie linear, sondern wellenförmig. Dennoch bin ich mit der Entwicklung beim SV Eintracht Trier zufrieden.
Das-Run.de: Thomas, welcher Moment aus der Hinserie fuchst dich noch heute? War es die Niederlage kurz vor Weihnachten gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz?
Thomas Klasen: Ja, die letzten zwei Niederlagen (Gegner waren die SG Barockstadt und die Stuttgarter Kickers, Anmerkung der Redaktion) tun am meisten weh, weil wir danach eine lange fußballfreie Zeit hatten und nicht direkt die Möglichkeit hatten, einen Dreier nachzulegen. Am meisten fuchst mich demnach die Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers. Wir haben einen 0:2-Rückstand mit einer großartigen Mentalität bis zur Halbzeitpause aufgeholt und uns ein Chancenplus erspielt. Dennoch mussten wir im zweiten Spielabschnitt noch zwei Gegentore hinnehmen und den Platz als Verlierer verlassen. Mit einer Niederlage in die Winterpause zu gehen, ist nicht schön. Doch genau daraus ziehen wir unsere Motivation für den Pflichtspielauftakt in der Rückserie.
Das-Run.de: Thomas, in den Medien wurde davon berichtet, dass über deine Zukunft als Eintracht-Coach diskutiert wurde. Wie bist du damit umgegangen?
Thomas Klasen: Trainer vom SV Eintracht Trier in der vierten Liga zu sein, ist für mich was Besonderes. Die Eintracht ist ein Traditionsverein, der deutschlandweit bekannt ist, in den drei Jahren in der 2. Fußball-Bundesliga sein Potenzial gezeigt hat und ja auch schon unglaubliche Spiele abgeliefert und tolle Nächte erlebt hat. Demnach ist es für mich eine Ehre, solch einen Verein trainieren zu dürfen. Wir haben auch großartige Bedingungen und bekommen das regelmäßig von anderen Vereinen zu hören. Dies macht es mir als Trainer sehr angenehm. Dennoch bin ich mir auch bewusst, dass Erfolge von gestern heute teilweise nicht mehr zählen. Ich habe die Mannschaft mit meinem Trainerteam in der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS übernommen und in einer Rekordsaison zurück in die Fußball-Regionalliga Südwest geführt. Und in der viertklassigen Südwest-Regionalliga stand ich mit meiner Truppe auch noch nicht auf einem direkten Abstiegsplatz. Das eine potenzielle Abstiegsgefahr besteht, ist nachvollziehbar, vieles benötigt noch Zeit, um ein etablierter Regionalligist zu sein. Die Eintracht hat noch Luft nach oben beim Blick aufs Budget und das Trainerteam. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, wenn über meine Person diskutiert wird. Ich erfahre dennoch von gegnerischen Vereinen und Bekannten aus dem Rheinland jede Menge Wertschätzung für meine Arbeit und den sportlichen Weg, denn die Eintracht gegangen ist. Wir wollen auch in den nächsten vier Monaten Vollgas geben und an den richtigen Stellschrauben drehen, damit der SV Eintracht Trier weiterhin Regionalligist bleibt. Es geht dabei immer um den Verein und nicht um meine Person. Dennoch muss ich als Motor des Vereins eine hohe Leidenschaft einbringen und die große Identifikation zum Verein vorleben.
Das-Run.de: Thomas, wir sind froh, dass du weiterhin Coach der Eintracht bist. Erzähl uns gerne noch von deinen Zielen für die Rückserie.
Thomas Klasen: Mannschaftstaktisch und fußballerisch waren wir in der Hinserie zwischen den beiden Strafräumen die beste Mannschaft. In der Rückserie geht es jetzt darum, dass wir diesen mannschaftstaktischen Erfolg mithilfe einer hohen Effizienz auch in den Strafraum transportiert bekommen und somit möglichst viele Zähler einfahren. Wir wollen 40 Punkte oder mehr auf dem Konto haben und geben demnach in jedem Spiel Gas, um dieses Saisonziel zu erreichen. Nachdem wir die beste Mannschaft der Hinserie vor heimischem Publikum gewesen sind, wollen wir in der Rückserie unsere große Auswärtsschwäche angehen. In der Fremde geraten wir zu oft in Rückstand und kommen demnach nicht mehr ins Punkten. Wir wollen demnach in der Rückserie in unseren Meisterschaftsspielen öfter in Führung gehen, Zählbares einfahren und in der kommenden Saison ebenfalls in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen.
Das-Run.de: Thomas, abschließend noch eine personelle Frage: Werdet ihr in der Rückserie Jungs aus der zweiten Mannschaft oder der U19 Spielzeit geben?
Thomas Klasen: Ja, es wird weiterhin eine Aufgabe von mir sein, dass ich immer wieder Jungs aus der U19 fördere. Des Weiteren sollen Spieler die Möglichkeit haben, sich über die zweite Mannschaft für Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft zu empfehlen. Der Weg der Eintracht muss es sein, auf die eigene Jugend zu setzen. Je besser ausgebildet Nachwuchsspieler sind, desto besser kann ich diese fördern. Wenn Nachwuchsspieler in ein Nachwuchsleistungszentrum wechseln oder nach guten Leistungen in der ersten Mannschaft eine ordentliche Ablösesumme generieren, ist dies der Lohn für die knallharte Arbeit der Angestellten des SV Eintracht Trier. Die Transfererlöse können wir dann in die Infrastruktur stecken und das Budget verbessern, um als Verein die nächsten Schritte gehen zu können.
Das-Run.de: Thomas, wir bedanken uns herzlich bei dir beim Blick auf die Hinserie und hoffen, dass deine Mannschaft nach einer knackigen Vorbereitung auch in der Rückserie performen wird. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure sportlichen Ziele erreicht und euch auch mal wieder für die Teilnahme am DFB-Pokal qualifizieren kann. Bleib gesund und mach es gut.
Thomas Klasen: Vielen Dank für das Interview. Es hat mir viel Freude bereitet, mit euch auf die Hinserie zu blicken. Ich hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen und würde mich freuen, wenn wir uns beim Viertelfinale im Fußball-Rheinlandpokal beim FV Engers sehen können. Macht es gut und bleibt sportlich.
Fotoquelle: SV Eintracht Trier
Das-Run.de: Hallo Thomas, danke für deine Zeit. Wie geht es dir aktuell? Wie war die Weihnachtszeit? Bist du gut ins neue Jahr gestartet?
Thomas Klasen: Schönen guten Morgen. Die Weihnachtszeit tut immer gut, denn es ist die Zeit zum Runterkommen vom stressigen Alltag und auch vom Ergebnisdruck. In dieser Zeit finden dann mal nicht sechs Trainingseinheiten und ein Pflichtspiel innerhalb einer Woche statt. Ich habe die Zeit im Kreise meiner Familie genutzt, war Skifahren in den Bergen und konnte somit die Akkus wieder aufladen. Demnach bin ich auch gut ins neue Jahr gestartet.
Das-Run.de: Trainieren die von dir betreuten Herren des SV Eintracht Trier schon wieder?
Thomas Klasen: Ja klar, wir sind seit dem 12. Januar wieder am Trainieren. In den ersten zwei Wochen standen Grundlagen und drei Testspiele, die wir allesamt gewonnen haben, auf dem Programm. In der dritten und vierten Woche stand dann das Thema Spritzigkeit auf dem Plan, ehe in den Wochen fünf und sechs der Feinschliff über die Bühne ging. Das große Ziel ist es nämlich, für das Duell gegen den Primus SGV Freiberg gerüstet zu sein.
Das-Run.de: Thomas, was hat sich bei euch in der Winterpause personell ergeben?
Thomas Klasen: Mateo Biondic hat uns verlassen. Es ist eine besondere Geschichte, wenn ein Spieler aus der viertklassigen Regionalliga in Deutschland zu einem in der Champions-League spielenden Verein wechselt. Wir im Verein können uns alle glücklich schätzen, dass ein Junge, den wir vor zweieinhalb Jahren als Fußball-Oberligist bekommen haben, so geformt haben, dass ein großer Verein diesen Mann jetzt erworben hat. Wir haben eine ordentliche Ablöse bekommen und Mateo stand seinem Verein auch schon in Pflichtspielen zur Verfügung. Diese rundum tolle Geschichte ist auch für mich als Trainer was Besonderes.
Das-Run.de: Thomas, wie blickst du denn auf die Hinserie zurück? Deine Mannschaft hat in 20 Meisterschaftsspielen 28 Punkte eingefahren. Dennoch beträgt der Vorsprung auf den SC Freiburg II, dem ersten möglichen Absteiger, nur zwei Pünktchen. Wie eng ist die Fußball-Regionalliga Südwest?
Thomas Klasen: Da muss ich dir recht geben, denn die Liga ist in diesem Jahr sehr eng. Da die Spiele allesamt gefilmt werden, können auch wir als Verein dadurch wichtiges Videomaterial erlangen und auswerten. Dies hilft uns dabei, die gezeigten Leistungen besser einzuordnen – und man hat gleichzeitig Informationen über künftige Neuzugänge. Das Sichten des Videomaterials hat gezeigt, dass wir beim Herausspielen von Torchancen und auch beim Verhindern von gegnerischen Einschussmöglichkeiten gut dabei sind. Wir sind nämlich ligaweit das beste Team zwischen den Boxen. Dies bedeutet, dass wir mannschaftstaktisch vieles richtig machen. Was bei uns noch nicht passt ist die Effizienz, denn wir brauchen zehn Torchancen für eine Bude, der Topwert der Liga liegt bei fünf Torchancen für einen Treffer. Diese ausbaufähige Effizienz hat uns den ein oder anderen Punkt gekostet, zeigt aber auch, dass wir insgesamt auf einem guten Weg sind im zweiten Regionalliga-Jahr. Wir wissen durch das Auswerten des Videomaterials, woran wir künftig arbeiten müssen, um noch zuverlässiges Zählbares mitzunehmen. Wir müssen es hinbekommen, in den Strafräumen effektiver zu sein – dies garantiert mehr Tore und auch weniger Gegentore. Am Ende des Tages ist es aber auch eine Frage der Qualität, denn der beste Torjäger spielt beim Rangzweiten und der Tabellenführer Freiberg hat die wenigsten Gegentore kassiert. Des Weiteren sollten wir davon ausgehen, dass aus der dritten Liga zwei Teams in die Fußball-Regionalliga Südwest absteigen könnten, was wiederum fünf Absteiger in der Regionalliga Südwest zur Folge hätte. Deshalb ist es wichtig, ordentlich zu punkten und den Vorsprung auf die Abstiegsplätze auszubauen. Auch, wenn wir mit Spielen gegen den Primus Freiberg und den Zweiten SG Sonnenhof Großaspach in die Rückserie starten.
Das-Run.de: Thomas, was waren deine schönsten Momente in der Hinserie? War es der Auswärtssieg auf dem Bieberer Berg über die Kickers Offenbach?
Thomas Klasen: Ja, der Auswärtssieg war mein Moment der Hinserie, denn dort hat die Eintracht fast 30 Jahre nicht mehr gewonnen. Dies liegt daran, dass die Kickers meiner Meinung nach der Verein mit der größten Fanbase sind, dahinter folgen die Stuttgarter Kickers und der SV Eintracht Trier. Das Auswärtsspiel bei den Kickers ist für mich immer das Auswärtshighlight einer Saison. Es ist einfach schön, dass wir als junger Regionalligist einen solchen Traditionsverein schlagen konnten. Es läuft nie linear, sondern wellenförmig. Dennoch bin ich mit der Entwicklung beim SV Eintracht Trier zufrieden.
Das-Run.de: Thomas, welcher Moment aus der Hinserie fuchst dich noch heute? War es die Niederlage kurz vor Weihnachten gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz?
Thomas Klasen: Ja, die letzten zwei Niederlagen (Gegner waren die SG Barockstadt und die Stuttgarter Kickers, Anmerkung der Redaktion) tun am meisten weh, weil wir danach eine lange fußballfreie Zeit hatten und nicht direkt die Möglichkeit hatten, einen Dreier nachzulegen. Am meisten fuchst mich demnach die Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers. Wir haben einen 0:2-Rückstand mit einer großartigen Mentalität bis zur Halbzeitpause aufgeholt und uns ein Chancenplus erspielt. Dennoch mussten wir im zweiten Spielabschnitt noch zwei Gegentore hinnehmen und den Platz als Verlierer verlassen. Mit einer Niederlage in die Winterpause zu gehen, ist nicht schön. Doch genau daraus ziehen wir unsere Motivation für den Pflichtspielauftakt in der Rückserie.
Das-Run.de: Thomas, in den Medien wurde davon berichtet, dass über deine Zukunft als Eintracht-Coach diskutiert wurde. Wie bist du damit umgegangen?
Thomas Klasen: Trainer vom SV Eintracht Trier in der vierten Liga zu sein, ist für mich was Besonderes. Die Eintracht ist ein Traditionsverein, der deutschlandweit bekannt ist, in den drei Jahren in der 2. Fußball-Bundesliga sein Potenzial gezeigt hat und ja auch schon unglaubliche Spiele abgeliefert und tolle Nächte erlebt hat. Demnach ist es für mich eine Ehre, solch einen Verein trainieren zu dürfen. Wir haben auch großartige Bedingungen und bekommen das regelmäßig von anderen Vereinen zu hören. Dies macht es mir als Trainer sehr angenehm. Dennoch bin ich mir auch bewusst, dass Erfolge von gestern heute teilweise nicht mehr zählen. Ich habe die Mannschaft mit meinem Trainerteam in der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS übernommen und in einer Rekordsaison zurück in die Fußball-Regionalliga Südwest geführt. Und in der viertklassigen Südwest-Regionalliga stand ich mit meiner Truppe auch noch nicht auf einem direkten Abstiegsplatz. Das eine potenzielle Abstiegsgefahr besteht, ist nachvollziehbar, vieles benötigt noch Zeit, um ein etablierter Regionalligist zu sein. Die Eintracht hat noch Luft nach oben beim Blick aufs Budget und das Trainerteam. Deswegen habe ich auch kein Problem damit, wenn über meine Person diskutiert wird. Ich erfahre dennoch von gegnerischen Vereinen und Bekannten aus dem Rheinland jede Menge Wertschätzung für meine Arbeit und den sportlichen Weg, denn die Eintracht gegangen ist. Wir wollen auch in den nächsten vier Monaten Vollgas geben und an den richtigen Stellschrauben drehen, damit der SV Eintracht Trier weiterhin Regionalligist bleibt. Es geht dabei immer um den Verein und nicht um meine Person. Dennoch muss ich als Motor des Vereins eine hohe Leidenschaft einbringen und die große Identifikation zum Verein vorleben.
Das-Run.de: Thomas, wir sind froh, dass du weiterhin Coach der Eintracht bist. Erzähl uns gerne noch von deinen Zielen für die Rückserie.
Thomas Klasen: Mannschaftstaktisch und fußballerisch waren wir in der Hinserie zwischen den beiden Strafräumen die beste Mannschaft. In der Rückserie geht es jetzt darum, dass wir diesen mannschaftstaktischen Erfolg mithilfe einer hohen Effizienz auch in den Strafraum transportiert bekommen und somit möglichst viele Zähler einfahren. Wir wollen 40 Punkte oder mehr auf dem Konto haben und geben demnach in jedem Spiel Gas, um dieses Saisonziel zu erreichen. Nachdem wir die beste Mannschaft der Hinserie vor heimischem Publikum gewesen sind, wollen wir in der Rückserie unsere große Auswärtsschwäche angehen. In der Fremde geraten wir zu oft in Rückstand und kommen demnach nicht mehr ins Punkten. Wir wollen demnach in der Rückserie in unseren Meisterschaftsspielen öfter in Führung gehen, Zählbares einfahren und in der kommenden Saison ebenfalls in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen.
Das-Run.de: Thomas, abschließend noch eine personelle Frage: Werdet ihr in der Rückserie Jungs aus der zweiten Mannschaft oder der U19 Spielzeit geben?
Thomas Klasen: Ja, es wird weiterhin eine Aufgabe von mir sein, dass ich immer wieder Jungs aus der U19 fördere. Des Weiteren sollen Spieler die Möglichkeit haben, sich über die zweite Mannschaft für Einsatzzeiten in der ersten Mannschaft zu empfehlen. Der Weg der Eintracht muss es sein, auf die eigene Jugend zu setzen. Je besser ausgebildet Nachwuchsspieler sind, desto besser kann ich diese fördern. Wenn Nachwuchsspieler in ein Nachwuchsleistungszentrum wechseln oder nach guten Leistungen in der ersten Mannschaft eine ordentliche Ablösesumme generieren, ist dies der Lohn für die knallharte Arbeit der Angestellten des SV Eintracht Trier. Die Transfererlöse können wir dann in die Infrastruktur stecken und das Budget verbessern, um als Verein die nächsten Schritte gehen zu können.
Das-Run.de: Thomas, wir bedanken uns herzlich bei dir beim Blick auf die Hinserie und hoffen, dass deine Mannschaft nach einer knackigen Vorbereitung auch in der Rückserie performen wird. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure sportlichen Ziele erreicht und euch auch mal wieder für die Teilnahme am DFB-Pokal qualifizieren kann. Bleib gesund und mach es gut.
Thomas Klasen: Vielen Dank für das Interview. Es hat mir viel Freude bereitet, mit euch auf die Hinserie zu blicken. Ich hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen und würde mich freuen, wenn wir uns beim Viertelfinale im Fußball-Rheinlandpokal beim FV Engers sehen können. Macht es gut und bleibt sportlich.
Fotoquelle: SV Eintracht Trier