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Im sechsten Teil unserer Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Spielzeit 2025/2026 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Julian Feit gesprochen. Der einstige Juniorensüdwestmeister trainiert den FV Engers in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Die Schützlinge vom Wasserturm konnten bis zur Winterpause starke 38 Punkte einfahren und durften auf dem dritten Rang überwintern. Im exklusiven Interview berichtet der erfahrene Trainer von seinen schönsten Momenten in der Hinserie, spricht aber auch über die bitteren Erlebnisse und betont, wie diese Erfahrungen künftig Auftrieb in Spielen gegen Topmannschaften geben soll. Am Ende des Interviews erläutert der in der Schängelschmiede ausgebildete Coach davon, dass er neben einer Topplatzierung in der Meisterschaft auch gerne im Fußball-Rheinlandpokal den großen Wurf mit seiner Mannschaft schaffen möchte. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Julian, herzlich willkommen zum Interview. Stelle dich gerne kurz vor.

Julian Feit: Ich bin Julian Feit, 31 Jahre alt und arbeite bei der rz-media, der Vermarktungsgesellschaft der Rhein-Zeitung.

Das-Run.de: Julian, wie war denn deine Karriere als Spieler? Welche Momente haben dich geprägt?

Julian Feit: Karriere kann man das nicht nennen. Ich hab als kleiner Junge beim FV Rübenach begonnen, bin über den FC Metternich bei der TuS Koblenz gelandet. Bei der TuS habe ich bis zu den Senioren gespielt. In der Seniorenzeit bin ich dann zum TSV Emmelshausen und bin dann glücklicherweise schnell zum Trainer-Dasein gekommen. Ich habe mich nach und nach vom Platz zurückgezogen, weil ich das Gefühl hatte, an der Linie einen größeren Einfluss haben zu können. Am prägendsten waren in der Jugendzeit der damalige Gewinn der Südwestdeutschen Meisterschaft in der U15 und im Seniorenbereich der Abstieg mit dem TSV Emmelshausen aus der Fußball-Rheinlandliga. Da hab ich zum ersten Mal kennengelernt, was Charakter und Teamgeist bedeutet, da fast die komplette Mannschaft zusammengeblieben ist, um im kommenden Jahr den Unfall zu beseitigen.

Das-Run.de: Julian, du bist beim TSV Emmelshausen einst Co-Trainer gewesen – der Beginn deiner Trainerkarriere. Wie blickst du auf die Zeit beim TSV Emmelshausen zurück?

Julian Feit: Im Nachgang würde ich es als dankbare Verbundenheit bezeichnen. Ich durfte mich ausprobieren, hatte volle Rückendeckung und aufgrund der extremen Verbundenheit und Freundschaft unter den Spielern konnten wir auch sportlich schöne Erlebnisse schaffen, über die wir alle gerne bei dem ein oder anderen Getränk philosophieren. Eine sehr schöne Zeit, die mir vor allem tolle Menschen in mein Leben gebracht hat, die ich nicht mehr missen möchte.

Das-Run.de: Es folgte der Job als Co-Trainer beim damaligen Südwest-Regionalligisten FC Rot-Weiss Koblenz. Wie war diese Zeit?

Julian Feit: Beim FC Rot-Weiss Koblenz hatte ich die Gelegenheit, in den professionelleren Fußball rein zu blicken und mich auch einzubringen. Aus der Zeit habe ich sehr viel mitgenommen, was mir hilft, meine Philosophie von Mannschaftsführung auszufeilen und von erfahreneren Trainern und Menschen zu lernen.

Das-Run.de: Julian, danach hast du beim Fußball-Rheinlandligisten Ahrweiler BC die Rolle des Cheftrainers angenommen. Wie blickst du auf diese Trainerstelle zurück?

Julian Feit: Zum Ahrweiler BC kam ich in einer schwierigen Phase des Vereins nach dem Abstieg aus der Fußball-Oberliga RPS. Wir standen an einem Scheidepunkt für die Zukunft des Vereins. Dann haben wir es mit ganz viel Aufwand und Leidenschaft von einigen Leuten, aus meiner Sicht geschafft wichtige und gute Entscheidungen zu treffen, damit der Verein nachhaltig ambitionierten Fußball spielen kann. Die Zeit war kräftezehrend, aber im Rückblick hat es sich mehr als gelohnt, da ich sehr stolz darauf bin, wie wir im Sommer die Mannschaft an Mike Wunderlich übergeben konnten.

Das-Run.de: Du hast deinen Abschied beim Ahrweiler BC angesprochen. Seit dem 1. Juli bist du nämlich Trainer beim Oberligisten FV Engers und der Nachfolger von Sascha Watzlawik. Wie viel Spaß macht es dir, den FV Engers zu trainieren?

Julian Feit: Mir macht es enorm Spaß. Und das soll bei uns auch immer im Vordergrund stehen. Ich würde bei dieser Truppe sehr gerne wieder Spieler sein und in der Kabine auch den oder anderen Spruch ablassen. Wir haben ausschließlich super Charaktere. Im Training spüren wir, dass sich jeder verbessern will und eine große Wissbegier da ist.

Das-Run.de: 38 Punkte und 33:28 Tore bedeuten Rang drei zur Winterpause. Mittlerweile hat die TuS Koblenz ihre Nachholspiele bestritten und ist punktgleich mit deiner Mannschaft. Wie bewertest du dein erstes halbes Jahr beim FV Engers?

Julian Feit: Das blanke Ergebnis in Zahlen ist fast perfekt. Als Trainer schaue ich aber eher auf Inhalte, Konstanz und wie kommt der Tabellenplatz zustande. Inhaltlich haben wir sicherlich noch einige Themen, die wir verbessern wollen. Auch in Sachen Konstanz haben wir Luft nach oben, vor allem in den 90 Minuten. Das Wichtigste ist aber die Geschlossenheit der Mannschaft, dadurch ziehen wir oft enge Spiele auf unsere Seite. Wir bleiben kritisch, sind aber mit dem ersten halben Jahr sehr zufrieden.

Das-Run.de: Julian, was waren deine Highlights der Hinrunde?

Julian Feit: Für mich persönlich ist es jedes Mal ein Highlight, wenn unsere Mannschaft auf dem Platz steht. Hört sich romantisch an, aber ich mag es sehr zu sehen, wie die Jungs als Gruppe zusammen Spaß haben und freue mich auch, wenn das ein oder andere funktioniert, was wir uns vornehmen. Und dann gab es mit dem DFB-Pokalspiel oder dem Sieg gegen die TuS Koblenz besondere Erlebnisse, die uns als Gruppe noch enger zusammenbringen. Ich bin sehr dankbar, dass Sascha und Vita uns das Geschenk des Spiels gegen die Eintracht aus Frankfurt hinterlassen haben.

Das-Run.de: Gegen die Topteams FK Pirmasens und die U21 des 1. FC Kaiserslautern gab es klare Ergebnisse. Was fehlt deinem Team noch, um gegen die Riesen zu siegen?

Julian Feit: Letztlich hat uns in Kaiserslautern die Überzeugung gefehlt. Da bin ich mir sicher, dass wir in der Hinrunde schon einige Dinge gelernt haben und mit noch mehr Freude und Überzeugung in Spitzenspiele gehen werden. In Primasens haben wir alles investiert und der FKP hat es dann sehr erwachsen gespielt. Das Spiel hat mir aber gefallen, weil wir alles auf dem Platz gelassen haben und im Laufe des Spiels einige falsche Entscheidungen getroffen haben. Trotzdem war die Art und Weise sehr gut.

Das-Run.de: Julian, ihr habt in der Meisterschaftsrunde zwei Niederlagen vom SC Idar-Oberstein kassiert. Sind die Schmuckstädter der Angstgegner?

Julian Feit: Ich hoffe, dass wir das in der kommenden Saison widerlegen können. Das erste Saisonspiel war wirklich schwach und auf keinem guten Niveau. Im Rückspiel haben wir aus meiner Sicht eines unserer besten Spiele gemacht, waren nur nicht konsequent genug beim Verteidigen. Zwischen den Strafräumen war es eine unserer reifsten Leistungen – nur ohne Punktgewinn.

Das-Run.de: Julian, wie ist die Vorbereitung gelaufen? Gab es neben der Rückkehr langzeitverletzter Spieler auch Zu- oder Abgänge?

Julian Feit: Die Vorbereitung lief sehr gut. Eldin Hadzic ist dazugekommen, dafür ist Serkan Göcer mit in die Sportliche Leitung gerutscht. Ansonsten kamen alle Verletzten bis auf Mattis Thewalt zurück. Mit Kevin Lahn und Sören Klappert beispielsweise kamen erfahrene Spieler zurück. Diese sind sehr wichtig, um die Dynamik auf dem Feld zu beeinflussen und in die richtigen Bahnen zu lenken. Dass die Spieler, die aus Verletzungen kommen fußballerisch wahnsinnige Qualität haben, brauche ich niemandem zu sagen.

Das-Run.de Julian, euer erstes Pflichtspiel sollte das Viertelfinale im Fußball-Rheinlandpokal gegen den Südwest-Regionalligisten SV Eintracht Trier sein. Wie blickst du auf diese Mammutaufgabe, die um eine Woche verschoben wurde und nun am Mittwoch, 11. März unter Flutlicht bei euch am Wasserturm ausgetragen wird?

Julian Feit: Mit großer Vorfreude. Es beginnt jetzt ein neuer Wettbewerb. Bis ins Viertelfinale waren wir immer der Favorit, jetzt gehen die 50-50-Spiele los und wir werden alles dafür tun, dass Trier nicht unser letztes für diese Saison ist.

Das-Run.de: Julian, was hast du dir für die Rückserie mit deinem Team vorgenommen? Was dürfen die Zuschauer erwarten?

Julian Feit: Wir wollen uns unter Wettkampfbedingungen entwickeln und attraktiven Fußball spielen. Das bedeutet, dass wir auch mal einen Fehler im Kollektiv ausbügeln müssen. Zudem wollen wir uns wieder Top-Spiele erarbeiten und diese dann mit noch mehr Mut bestreiten. Im Pokal sowie in der Liga.

Das-Run.de: Julian, abschließend noch eine persönliche Frage: Du hast deinen Vertrag verlängert beim FV Engers. Bei einem Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Südwest würde deine B-Lizenz nicht mehr ausreichen. Hast du das Ziel, die A-Lizenz zu machen?

Julian Feit: Ich habe mich bereits mehrfach beworben, aber bisher haben meine Punkte noch nicht ausgereicht. Sicherlich wird das in Zukunft wieder Thema werden.

Das-Run.de: Julian, wir bedanken uns herzlich bei dir beim Blick auf die Hinserie und hoffen, dass deine Mannschaft nach dem Restart auch in den noch ausstehenden Meisterschaftsspielen performen wird. Wir würden uns freuen, wenn ihr eure sportlichen Ziele erreicht und im Wettbewerb um den Fußball-Rheinlandpokal erneut die Sensation schafft. Bleib gesund und mach es gut.

Julian Feit: Vielen Dank für das Interview. Es hat mir viel Freude bereitet, mit euch auf die Hinserie zu blicken. Ich hoffe, dass wir unsere Ziele erreichen. Macht es gut und bleibt sportlich.

Fotoquelle: FV Engers/Ulf Steffenfauseweh