Im zweiten Teil unserer neuen Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Saison 2024/2025 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Thorsten Wörsdörfer gesprochen. Der 57-Jährige coacht seit dem Sommer 2023 die Sportfreunde Eisbachtal und konnte seine Mannschaft nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Rheinlandliga in den zurückliegenden Monaten zu einem soliden Fußball-Oberligisten entwickeln. Im exklusiven Interview erzählt Thorsten davon, wie er einst zum Traineramt gekommen ist und was er im Laufe seiner Zeit als Coach alles erleben durfte. Darüber hinaus berichtet er, warum er sich im Sommer 2023 für die Eisbären entschieden hat und an welchen Stellschrauben er drehen muss, damit die fünfte Liga gehalten werden kann. Am Ende macht er noch deutlich, dass ein Oberligaspieler sowohl auf dem Fußballplatz als auch auf dem Berufsweg immer fokussiert bleiben und Gas geben muss. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Thorsten, herzlich Willkommen zum Interview. Stell dich gerne zu Beginn einmal kurz vor.
Thorsten Wörsdörfer: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Ich bin Thorsten Wörsdörfer und ich bin 57 Jahre alt. Ich habe drei erwachsene Kinder und bin im Finanz- und Dienstleistungsbereich in selbstständiger Art tätig und lege dabei meinen Fokus vermehrt auf erneuerbare Energien und Immobilien.
Das-Run.de: Thorsten, du hast deine Anfänge als Fußballcoach als spielender Trainer bei den Sportfreunden Eisbachtal gemacht. Wie blickst du darauf zurück?
Thorsten Wörsdörfer: In den Trainerjob kam ich damals wie die Jungfrau zum Kinde (lacht). Es gab keinen Trainer mehr als die Kooperation zwischen den Eisbären und der SpVgg. EGC Wirges aufgelöst wurde. Damals wurde ich dann gefragt, ob ich die Trainerposition übernehmen möchte. Ich hatte das Amt als Coach eigentlich gar nicht in meinem Plan vorgesehen, habe es dann aber dennoch angenommen. Seitdem habe ich als Trainer, die ein oder andere Stationen erfolgreich meistern können – und bis auf meine Tätigkeit als Feuerwehrmann beim FC Niederroßbach auch langfristig. Ich sag immer mit dem Kopf von heute und dem Körper von damals würde ich wohl den perfekten Trainer abgeben. Als Spieler hingegen habe ich verschiedene Stationen, oftmals kurzfristig, miterlebt und bin eigentlich nicht unzufrieden damit. Meine Zeit als Spieler fand ich sehr spannend und hat mich im Leben auch nach vorne gebracht.
Das-Run.de: Thorsten, du hast deinen Einstieg in das Trainerbusiness beschrieben. Was für ein Typ Trainer bist du denn? Worauf legst du wert?
Thorsten Wörsdörfer: Da ich lange genug als Spieler auf der anderen Seite gestanden habe, und mit Sicherheit auch kein einfacher Spieler gewesen bin, habe ich daraus viel mitgenommen. Vor allem wie Spieler denken und eben auch ticken. Der ein oder andere nennt mich einen Trainer der alten Schule, was ich übrigens als Kompliment sehe. Ich lege nämlich Wert auf gewisse Tugenden, eine offene Kommunikation und Respekt. Damit ist es mir und meinem Trainerteam gelungen, eine gute und junge Mannschaft zu entwickeln, deren Leistungsgrenze noch nicht ausgeschöpft ist.
Das-Run.de: Thorsten, du bist im Sommer 2023 zu den Eisbären zurückgekehrt. Dein Verein ist damals gerade aus der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar abgestiegen. Warum hast du die sportliche Challenge Fußball-Rheinlandliga eigentlich angenommen?
Thorsten Wörsdörfer: Ich habe mich einfach auf die neue Aufgabe gefreut. Als ich die Mannschaft übernommen habe, mussten wir das ein oder andere ändern. Es ist nämlich klar, dass so ein sportlicher Abstieg immer Wunden hinterlässt, die wir zuwachsen haben lassen. Wir haben eine neue Mannschaft geformt und uns am Saisonende sehr gefreut, dass es mit dem direkten Aufstieg in die Fußball-Oberliga RPS funktioniert hat. Dem ein oder anderen jungen Spieler hätte ein weiteres Jahr in der Fußball-Rheinlandliga wahrscheinlich gutgetan, aber natürlich nimmt man einen Aufstieg nach einem lehrreichen Jahr gerne wahr.
Das-Run.de: Du hast den Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Rheinlandliga angesprochen. Warum ist euch dieses sportliche Ziel deiner Meinung nach gelungen?
Thorsten Wörsdörfer: Wir waren innerhalb der Saison sehr lernwillig und haben uns stetig verbessert. Hinzu kommt, dass wir die Schwächen der anderen Mannschaft im richtigen Moment ausgenutzt haben. Nicht zu vernachlässigen ist, dass wir viele Rückstände noch in dreifache Punktgewinne drehen konnten und somit viele Zähler eingefahren haben.
Das-Run.de: Wie habt ihr euch dann im Sommer 2024 auf die neue Saison in der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS vorbereitet?
Thorsten Wörsdörfer: Wir haben in der Sommervorbereitung viele junge Spieler aus der eigenen U19, die in der Fußball-Regionalliga Südwest heimisch ist, in unseren Kader integriert. Wenn diese jungen Spieler geduldig bleiben und ihren Weg gehen, dann werden diese sich auch zeitnah zu Stammspielern in der Fußball-Oberliga RPS entwickeln.
Das-Run.de: Thorsten, lass uns mal über die Hinserie der laufenden Meisterschaftsrunde sprechen. Wie fällt dein Fazit aus?
Thorsten Wörsdörfer: In der Hinrunde hat es bei uns in meinen Augen ein Auf und Ab gegeben. Das ist für eine junge Mannschaft sicherlich ein Stück weit normal, denn der Lern- und Reifeprozess ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Vor allem in der Defensive ist mir aufgefallen, dass wir noch kompakter als Team arbeiten müssen, um das Defensivverhalten zu verbessern. Ansonsten bin ich mit der Hinserie einigermaßen zufrieden. Vor allem im Offensivbereich haben mir die gezeigten Leistungen gefallen. Dennoch werde ich mit meiner Mannschaft in der Wintervorbereitung an der ein oder anderen Stellschraube drehen.
Das-Run.de: Thorsten, du hast die Stellschrauben schon angesprochen. Kannst du uns explizit ein Beispiel nennen?
Thorsten Wörsdörfer: Kann ich gerne machen. Wir müssen daran arbeiten, eine gewisse Konstanz hinzubekommen. Gerade in der ersten Halbzeit ist es uns regelmäßig nicht gelungen, unser Spielniveau voll auszuschöpfen. Deshalb sind wir oftmals in Rückstand geraten, was dir in der Fußball-Oberliga RPS nicht passieren darf. Gerade gegen die besser platzierten Mannschaften ist es dann recht schwierig, nach Rückständen noch Zählbares einzufahren. Des Weiteren werden wir mit der gesamten Mannschaft an der aggressiven Zweikampfarbeit arbeiten, um die ein oder andere besser platzierte Mannschaft noch zu überholen.
Das-Run.de: Ihr startet mit dem Meisterschaftsspiel gegen den SV Gonsenheim und dem Pokal-Viertelfinale gegen den Rivalen FV Engers in die Rückserie. Danach folgen in der Fußball-Oberliga RPS vier Duelle gegen Mannschaften, die ebenfalls im Abstiegskampf mitmischen. Wie wichtig ist es, Anfang März Selbstvertrauen zu tanken und dann wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg einzufahren?
Thorsten Wörsdörfer: Natürlich ist es mehr als wichtig, mit guten Ergebnissen in die Rückserie zu starten. Während das Spiel gegen den SV Gonsenheim eine große Aufgabe ist, überwiegt im Duell mit dem FV Engers die Vorfreude. In einem Spiel im Fußball-Rheinlandpokal ist immer alles möglich – und wir haben den FVE bereits in der Hinserie bezwingen können. Danach liegt es in den Duellen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte an uns selbst, was wir daraus machen. Wir können unsere Punkteausbeute aus der Hinserie nur toppen. Wir haben gerade in den Heimspielen gegen den SV Viktoria Herxheim und den TuS Mechtersheim sowie auswärts beim FV Diefflen nicht unsere beste Leistung abrufen können und somit einige Zähler liegen lassen. Mit harter Arbeit und viel Disziplin werden wir sicher viele Zähler einfahren und direkte Konkurrenten somit ärgern. Am Ende der Saison werden wir dann unser großes Ziel, de Klassenverbleib, realisieren können. Bei unseren Möglichkeiten kann einzig und allein der Verbleib in der Fußball-Oberliga RPS das Ziel sein. Der Verein hat nämlich noch viele Möglichkeit, um die Infrastruktur zu verbessern. Gerade bei einem Traditionsverein ist es wichtig, dass sich realistische Ziele gesetzt werden und nicht zu viel geträumt wird.
Das-Run.de: Wir drücken die Daumen, dass der Start in die Rückserie gelingt. Du hast jetzt noch von dem Wort Tradition gesprochen. Reizt dich deine Aufgabe bei den Eisbären deshalb so, da es ein Verein mit viel Tradition ist?
Thorsten Wörsdörfer: Ich würde sagen, dass mich viele Dinge dazu bewegt habe, das mir angebotene Traineramt zu realisieren. Natürlich ist es schön, zu den Eisbären zurückgekehrt zu sein mitsamt meinen gemachten Erfahrungen. Und natürlich spielt dort der Faktor Tradition eine Rolle, denn der Verein hat viele Jahre überregional gespielt und gehört dort auch hin. Hinzu kommt, dass ich die Philosophie des Vereins sehr schätze und großen Spaß daran habe, Talente aus der eigenen Jugend in den Seniorenfußball zu integrieren. Allein im Sommer 2024 haben wir viele Jungs aus der U19 hochgezogen und uns dafür zu entscheiden, auf diese zu setzen. Dies liegt daran, dass diese Jungs schon lange im Verein sind, über Herzblut verfügen und auch in schweren Zeiten nicht gleich weglaufen. Wir haben nur ganz wenige externe Neuzugänge, welche wie im Fall von Jonathan Kap eine Vergangenheit bei den Eisbären haben. Genau aus diesem Grund haben wir auch Luis Hesse von Hannover 96 und Raoul Petak von Bayer Leverkusen wieder zurückgeholt. Nicht zu vergessen ist auch, dass der Verein sportlich und auch von der Infrastruktur her noch nicht zu Ende entwickelt ist. Da macht es mir Spaß, mitzuarbeiten.
Das-Run.de: Thorsten, du bist ja für die sportliche Entwicklung des Vereins mitverantwortlich. Wie wichtig ist es, am Ende der Saison den Klassenverbleib feiern zu können? Schließlich kennst du die Unterschiede zwischen der sechstklassigen Fußball-Rheinlandliga und der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS bestens.
Thorsten Wörsdörfer: Es ist sehr wichtig, die Klasse zu halten. Ich wünsche mir für die Rückserie ein paar schöne Fights auf dem heimischen Geläuf und viele Punkte, damit wir auch in der Saison 2025/2026 in der fünften Liga mitmischen dürfen. Ein Unterschied zwischen den beiden Spielklassen ist, dass in der fünften Liga die Vereine nicht in Spielgemeinschaften antreten dürfen und somit als Einzelverein möglichst professionell arbeiten. Demnach verfügt ein Fünftligist auch über einen höheren Etat. Nicht zu vernachlässigen ist, dass sich viele Oberligaspieler zu sehr auf den Fußballsport, die schönste Nebensache der Welt, fokussieren und damit die berufliche Karriere ausblenden. Wir als Sportfreunde Eisbachtal achten da drauf, denn die Jungs müssen im beruflichen Alltag und auf dem Sportplatz ihre bestmögliche Leistung bringen. Damit dies gelingt, setzten wir auf die Vermittlung von Arbeitsplätzen bei unseren Partnern. Unter anderem befinden sich gerade drei meiner Spieler in einer kaufmännischen Ausbildung bei einem Werbepartner der Eisbären. Das es zwischen dem Verbandsoberhaus und der fünften Liga auch sportliche Unterschiede gibt, ist natürlich auch klar. Diese Erfahrung habe ich ja selbst mit meiner Mannschaft gemacht und würde ich als Auf und Ab beschreiben, welches wir in der Hinserie regelmäßig erlebt haben.
Das-Run.de: Thorsten, dann bleibt uns nicht mehr viel anderes übrig, als uns für deine Zeit zu bedanken. Wir drücken die Daumen, dass du an den richtigen Stellschrauben drehst und mit deinem Team die gesetzten Saisonziele erreichen wirst. Schließlich sollen die Eisbären auch ab Sommer 2025 in der Fußball-Oberliga RPS wirbeln.
Thorsten Wörsdörfer: Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, ein exklusives Interview mit euch zu führen. Danke für die spannenden Fragen. Wir werden in der Rückserie verbessert auftreten und uns den Klassenverbleib sichern.
Bildquelle: Spfr. Eisbachtal
Das-Run.de: Hallo Thorsten, herzlich Willkommen zum Interview. Stell dich gerne zu Beginn einmal kurz vor.
Thorsten Wörsdörfer: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Ich bin Thorsten Wörsdörfer und ich bin 57 Jahre alt. Ich habe drei erwachsene Kinder und bin im Finanz- und Dienstleistungsbereich in selbstständiger Art tätig und lege dabei meinen Fokus vermehrt auf erneuerbare Energien und Immobilien.
Das-Run.de: Thorsten, du hast deine Anfänge als Fußballcoach als spielender Trainer bei den Sportfreunden Eisbachtal gemacht. Wie blickst du darauf zurück?
Thorsten Wörsdörfer: In den Trainerjob kam ich damals wie die Jungfrau zum Kinde (lacht). Es gab keinen Trainer mehr als die Kooperation zwischen den Eisbären und der SpVgg. EGC Wirges aufgelöst wurde. Damals wurde ich dann gefragt, ob ich die Trainerposition übernehmen möchte. Ich hatte das Amt als Coach eigentlich gar nicht in meinem Plan vorgesehen, habe es dann aber dennoch angenommen. Seitdem habe ich als Trainer, die ein oder andere Stationen erfolgreich meistern können – und bis auf meine Tätigkeit als Feuerwehrmann beim FC Niederroßbach auch langfristig. Ich sag immer mit dem Kopf von heute und dem Körper von damals würde ich wohl den perfekten Trainer abgeben. Als Spieler hingegen habe ich verschiedene Stationen, oftmals kurzfristig, miterlebt und bin eigentlich nicht unzufrieden damit. Meine Zeit als Spieler fand ich sehr spannend und hat mich im Leben auch nach vorne gebracht.
Das-Run.de: Thorsten, du hast deinen Einstieg in das Trainerbusiness beschrieben. Was für ein Typ Trainer bist du denn? Worauf legst du wert?
Thorsten Wörsdörfer: Da ich lange genug als Spieler auf der anderen Seite gestanden habe, und mit Sicherheit auch kein einfacher Spieler gewesen bin, habe ich daraus viel mitgenommen. Vor allem wie Spieler denken und eben auch ticken. Der ein oder andere nennt mich einen Trainer der alten Schule, was ich übrigens als Kompliment sehe. Ich lege nämlich Wert auf gewisse Tugenden, eine offene Kommunikation und Respekt. Damit ist es mir und meinem Trainerteam gelungen, eine gute und junge Mannschaft zu entwickeln, deren Leistungsgrenze noch nicht ausgeschöpft ist.
Das-Run.de: Thorsten, du bist im Sommer 2023 zu den Eisbären zurückgekehrt. Dein Verein ist damals gerade aus der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar abgestiegen. Warum hast du die sportliche Challenge Fußball-Rheinlandliga eigentlich angenommen?
Thorsten Wörsdörfer: Ich habe mich einfach auf die neue Aufgabe gefreut. Als ich die Mannschaft übernommen habe, mussten wir das ein oder andere ändern. Es ist nämlich klar, dass so ein sportlicher Abstieg immer Wunden hinterlässt, die wir zuwachsen haben lassen. Wir haben eine neue Mannschaft geformt und uns am Saisonende sehr gefreut, dass es mit dem direkten Aufstieg in die Fußball-Oberliga RPS funktioniert hat. Dem ein oder anderen jungen Spieler hätte ein weiteres Jahr in der Fußball-Rheinlandliga wahrscheinlich gutgetan, aber natürlich nimmt man einen Aufstieg nach einem lehrreichen Jahr gerne wahr.
Das-Run.de: Du hast den Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Rheinlandliga angesprochen. Warum ist euch dieses sportliche Ziel deiner Meinung nach gelungen?
Thorsten Wörsdörfer: Wir waren innerhalb der Saison sehr lernwillig und haben uns stetig verbessert. Hinzu kommt, dass wir die Schwächen der anderen Mannschaft im richtigen Moment ausgenutzt haben. Nicht zu vernachlässigen ist, dass wir viele Rückstände noch in dreifache Punktgewinne drehen konnten und somit viele Zähler eingefahren haben.
Das-Run.de: Wie habt ihr euch dann im Sommer 2024 auf die neue Saison in der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS vorbereitet?
Thorsten Wörsdörfer: Wir haben in der Sommervorbereitung viele junge Spieler aus der eigenen U19, die in der Fußball-Regionalliga Südwest heimisch ist, in unseren Kader integriert. Wenn diese jungen Spieler geduldig bleiben und ihren Weg gehen, dann werden diese sich auch zeitnah zu Stammspielern in der Fußball-Oberliga RPS entwickeln.
Das-Run.de: Thorsten, lass uns mal über die Hinserie der laufenden Meisterschaftsrunde sprechen. Wie fällt dein Fazit aus?
Thorsten Wörsdörfer: In der Hinrunde hat es bei uns in meinen Augen ein Auf und Ab gegeben. Das ist für eine junge Mannschaft sicherlich ein Stück weit normal, denn der Lern- und Reifeprozess ist noch nicht endgültig abgeschlossen. Vor allem in der Defensive ist mir aufgefallen, dass wir noch kompakter als Team arbeiten müssen, um das Defensivverhalten zu verbessern. Ansonsten bin ich mit der Hinserie einigermaßen zufrieden. Vor allem im Offensivbereich haben mir die gezeigten Leistungen gefallen. Dennoch werde ich mit meiner Mannschaft in der Wintervorbereitung an der ein oder anderen Stellschraube drehen.
Das-Run.de: Thorsten, du hast die Stellschrauben schon angesprochen. Kannst du uns explizit ein Beispiel nennen?
Thorsten Wörsdörfer: Kann ich gerne machen. Wir müssen daran arbeiten, eine gewisse Konstanz hinzubekommen. Gerade in der ersten Halbzeit ist es uns regelmäßig nicht gelungen, unser Spielniveau voll auszuschöpfen. Deshalb sind wir oftmals in Rückstand geraten, was dir in der Fußball-Oberliga RPS nicht passieren darf. Gerade gegen die besser platzierten Mannschaften ist es dann recht schwierig, nach Rückständen noch Zählbares einzufahren. Des Weiteren werden wir mit der gesamten Mannschaft an der aggressiven Zweikampfarbeit arbeiten, um die ein oder andere besser platzierte Mannschaft noch zu überholen.
Das-Run.de: Ihr startet mit dem Meisterschaftsspiel gegen den SV Gonsenheim und dem Pokal-Viertelfinale gegen den Rivalen FV Engers in die Rückserie. Danach folgen in der Fußball-Oberliga RPS vier Duelle gegen Mannschaften, die ebenfalls im Abstiegskampf mitmischen. Wie wichtig ist es, Anfang März Selbstvertrauen zu tanken und dann wichtige Zähler im Kampf gegen den Abstieg einzufahren?
Thorsten Wörsdörfer: Natürlich ist es mehr als wichtig, mit guten Ergebnissen in die Rückserie zu starten. Während das Spiel gegen den SV Gonsenheim eine große Aufgabe ist, überwiegt im Duell mit dem FV Engers die Vorfreude. In einem Spiel im Fußball-Rheinlandpokal ist immer alles möglich – und wir haben den FVE bereits in der Hinserie bezwingen können. Danach liegt es in den Duellen gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte an uns selbst, was wir daraus machen. Wir können unsere Punkteausbeute aus der Hinserie nur toppen. Wir haben gerade in den Heimspielen gegen den SV Viktoria Herxheim und den TuS Mechtersheim sowie auswärts beim FV Diefflen nicht unsere beste Leistung abrufen können und somit einige Zähler liegen lassen. Mit harter Arbeit und viel Disziplin werden wir sicher viele Zähler einfahren und direkte Konkurrenten somit ärgern. Am Ende der Saison werden wir dann unser großes Ziel, de Klassenverbleib, realisieren können. Bei unseren Möglichkeiten kann einzig und allein der Verbleib in der Fußball-Oberliga RPS das Ziel sein. Der Verein hat nämlich noch viele Möglichkeit, um die Infrastruktur zu verbessern. Gerade bei einem Traditionsverein ist es wichtig, dass sich realistische Ziele gesetzt werden und nicht zu viel geträumt wird.
Das-Run.de: Wir drücken die Daumen, dass der Start in die Rückserie gelingt. Du hast jetzt noch von dem Wort Tradition gesprochen. Reizt dich deine Aufgabe bei den Eisbären deshalb so, da es ein Verein mit viel Tradition ist?
Thorsten Wörsdörfer: Ich würde sagen, dass mich viele Dinge dazu bewegt habe, das mir angebotene Traineramt zu realisieren. Natürlich ist es schön, zu den Eisbären zurückgekehrt zu sein mitsamt meinen gemachten Erfahrungen. Und natürlich spielt dort der Faktor Tradition eine Rolle, denn der Verein hat viele Jahre überregional gespielt und gehört dort auch hin. Hinzu kommt, dass ich die Philosophie des Vereins sehr schätze und großen Spaß daran habe, Talente aus der eigenen Jugend in den Seniorenfußball zu integrieren. Allein im Sommer 2024 haben wir viele Jungs aus der U19 hochgezogen und uns dafür zu entscheiden, auf diese zu setzen. Dies liegt daran, dass diese Jungs schon lange im Verein sind, über Herzblut verfügen und auch in schweren Zeiten nicht gleich weglaufen. Wir haben nur ganz wenige externe Neuzugänge, welche wie im Fall von Jonathan Kap eine Vergangenheit bei den Eisbären haben. Genau aus diesem Grund haben wir auch Luis Hesse von Hannover 96 und Raoul Petak von Bayer Leverkusen wieder zurückgeholt. Nicht zu vergessen ist auch, dass der Verein sportlich und auch von der Infrastruktur her noch nicht zu Ende entwickelt ist. Da macht es mir Spaß, mitzuarbeiten.
Das-Run.de: Thorsten, du bist ja für die sportliche Entwicklung des Vereins mitverantwortlich. Wie wichtig ist es, am Ende der Saison den Klassenverbleib feiern zu können? Schließlich kennst du die Unterschiede zwischen der sechstklassigen Fußball-Rheinlandliga und der fünftklassigen Fußball-Oberliga RPS bestens.
Thorsten Wörsdörfer: Es ist sehr wichtig, die Klasse zu halten. Ich wünsche mir für die Rückserie ein paar schöne Fights auf dem heimischen Geläuf und viele Punkte, damit wir auch in der Saison 2025/2026 in der fünften Liga mitmischen dürfen. Ein Unterschied zwischen den beiden Spielklassen ist, dass in der fünften Liga die Vereine nicht in Spielgemeinschaften antreten dürfen und somit als Einzelverein möglichst professionell arbeiten. Demnach verfügt ein Fünftligist auch über einen höheren Etat. Nicht zu vernachlässigen ist, dass sich viele Oberligaspieler zu sehr auf den Fußballsport, die schönste Nebensache der Welt, fokussieren und damit die berufliche Karriere ausblenden. Wir als Sportfreunde Eisbachtal achten da drauf, denn die Jungs müssen im beruflichen Alltag und auf dem Sportplatz ihre bestmögliche Leistung bringen. Damit dies gelingt, setzten wir auf die Vermittlung von Arbeitsplätzen bei unseren Partnern. Unter anderem befinden sich gerade drei meiner Spieler in einer kaufmännischen Ausbildung bei einem Werbepartner der Eisbären. Das es zwischen dem Verbandsoberhaus und der fünften Liga auch sportliche Unterschiede gibt, ist natürlich auch klar. Diese Erfahrung habe ich ja selbst mit meiner Mannschaft gemacht und würde ich als Auf und Ab beschreiben, welches wir in der Hinserie regelmäßig erlebt haben.
Das-Run.de: Thorsten, dann bleibt uns nicht mehr viel anderes übrig, als uns für deine Zeit zu bedanken. Wir drücken die Daumen, dass du an den richtigen Stellschrauben drehst und mit deinem Team die gesetzten Saisonziele erreichen wirst. Schließlich sollen die Eisbären auch ab Sommer 2025 in der Fußball-Oberliga RPS wirbeln.
Thorsten Wörsdörfer: Erstmal vielen Dank für die Möglichkeit, ein exklusives Interview mit euch zu führen. Danke für die spannenden Fragen. Wir werden in der Rückserie verbessert auftreten und uns den Klassenverbleib sichern.
Bildquelle: Spfr. Eisbachtal