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Herzlichen willkommen zum Exklusivinterview mit einem aufstrebenden Trainer im Fußballverband Rheinland. Thomas Klasen, ausgestattet mit der Trainer A-Lizenz, hat diesen Sommer das Traineramt beim SV Eintracht Trier übernommen. Unter seiner Führung hat Trier in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar alle zwölf Spiele gewonnen und beeindruckt mit einem Torverhältnis von 39:6. Heute ist der Erfolgstrainer zu Gast beim Interview.

Das-Run.de: Hallo Tommi, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem hervorragenden Saisonstart mit Eintracht Trier. Wie hat deine Trainertätigkeit begonnen?

Thomas Klasen: Angefangen habe ich in Karbach um dort als Co Trainer meine ersten Erfahrungen zu machen. Der nächste Schritt, war dann ein größerer. Ich bin 2018 nach Luxemburg gewechselt um als Cheftrainer in Fola Esch zu arbeiten.

Das-Run.de: Ein Wechsel nach Luxemburg, wie kann man sich das vorstellen?

Thomas Klasen: Durch meine Spielerzeit bei Eintracht Trier kannte man mich wohl. Fola Esch war auf der Suche nach einem deutschsprachigen Trainer und mit Hilfe von Beratern ist schlussendlich die Zusammenarbeit zustande gekommen. Fola hatte klare Ziele, man hatte sich einen Platz in der Tabelle erhofft, die am Ende zur Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb berechtigt. Das haben wir auch geschafft.

Das-Run.de: Trotzdem kam es zu einer Trennung. Was ist passiert?

Thomas Klasen: Nicht nur, das wir die Euro-League Qualifikation geschafft haben, wir haben auch die erste Runde gegen Pristina überstanden und in der zweiten Runde das Hammerlos Genk, amtierender belgischer Meister, gezogen. Gegen Genk sind wir dann ausgeschieden, wobei man klar sagen muss, Genk war nicht unsere Kragenweite. Jeff Strasser, der nach seiner Krankheit beim 1. FC Kaiserslautern aufhören musste, sollte dann nach Aufforderung seitens des Präsidiums mir zur Seite gestellt werden. Ein Argument war, beide Trainer könnten doch voneinander profitieren. Ich habe dann jedoch, in der Gewissheit, dass das keine leichte Situation wird und meine Autorität gegenüber der Mannschaft leiden könnte, in Fola aufgehört.

Das-Run.de: Wie stark ist die luxemburgische erste Liga? Könnte man die BGL Ligue mit unseren Regionalligen vergleichen ?

Thomas Klasen: Ja, die Top Mannschaften, Düdelingen etc., haben schon auch Drittliganiveau. Wir haben ein Testspiel gegen Fortuna Köln mit Uwe Koschinat gehabt und dort 2:1 gewonnen. Die Fortuna war zu der Zeit Drittligist. Trotz allem muss man aber konstatieren, dass zwar die ausländischen Spieler in Luxemburg Profis sind, die einheimischen Spieler aber semiprofessionell sind und einer beruflichen Tätigkeit nachgehen.

Das-Run.de: Du warst auch als Talentscout unterwegs, eine Tätigkeit, die auch dein Vater begleitet.

Thomas Klasen: Ja. Ich war vor Karbach und in der Luxemburger Zeit vier Jahre Scout beim 1. FC Köln und habe in unserer Region Spieler für die U12 bis U21 gesichtet. Jan Thielmann, damals U15 Eintracht Trier, wurde durch die Scouting Abteilung des FC gesichtet und verpflichtet. Irgendwann hat sich dann auch die Gelegenheit ergeben, in der Kölner U21 als Co Trainer zu arbeiten. Das war für mich auch spannend.

Das-Run.de: Warum bist du nicht in Köln geblieben?

Thomas Klasen: In den Nachwuchsleistungszentren finden immer mal wieder Fluktuationen statt. Nach vier Jahren wollte der Club eine Veränderung im NLZ und auf den Trainerpositionen. In der U21 kam dann ein neuer Cheftrainer, Co Trainer und Torwarttrainer. Ich wollte dann aber auch wieder als Cheftrainer arbeiten. In Remagen habe ich ja parallel Sportmanagement studiert und ein Wechsel in diese beiden Richtungen sollte es schon sein.

Das-Run.de: Du bist dann nach Trier gewechselt um dort Cheftrainer zu sein. Du hast ja auch eine Trierer Vergangenheit als Spieler.

Thomas Klasen: Ja, in der Zweitligazeit habe ich zwei Saisons gespielt und eine Saison in der Regionalliga. Die Eintracht hat die Veränderung in Köln vernommen und mit mir dann Kontakt aufgenommen. In diesen Gesprächen haben beide Seiten schnell gemerkt, dass vieles passt und dann ging es relativ schnell.

Das-Run.de: Dein Lebensmittelpunkt ist jetzt wo?

Thomas Klasen: Wir bauen gerade in der Eifel ein Haus und in Trier wohne ich in einem kleinen Appartement. Wir hoffen, in drei Monaten in unser neues Haus einziehen zu können.

Das-Run.de: Bei der Eintracht sind die Vorzeichen sehr klar. Aufstieg und zurück in die Regionalliga. Bist du dir dessen bewusst?

Thomas Klasen: Ja, definitiv. In der Oberliga oben mitzuspielen ist Pflicht, aber wie gerade bewiesen machbar. Wir haben zwei Heimspiele hinter uns, mit einen Schnitt von über 2000 Zuschauern. Die Stadt und die Fans wollen einen schönen und erfolgreichen Fußball. Schon in der Regionalliga hatte Trier den dritthöchsten Zuschauerschnitt. Klar, dass ich nicht antrete, um Fünfter zu werden. Mein Vertrag geht bis Ende dieser Saison. Beide Seiten sollen sehen, was man aneinander hat und im besten Fall verlängert man die Zusammenarbeit. Ich für meinen Teil bin interessiert, in Trier was längerfristig aufzubauen.

Das-Run.de: Der Start ist jedenfalls perfekt gelungen. 12 Spiele, 12 Siege.

Thomas Klasen: Ja. Das kann man sagen. Die Jungs funktionieren gut, alles greift ineinander. Die Zuschauer bringen ihren Teil zum Erfolg bei.

Das-Run.de: Eintracht Trier unterhält mit dem VfB Stuttgart eine Kooperation. Wo liegen hier die Vorteile?

Thomas Klasen: Ich bin in diesem Thema noch nicht so tief drin. Sicherlich überwiegen die Vorteile. Es wird Situationen geben, wo Spieler des VfB leihweise bei der Eintracht unterkommen könnten. Inwieweit das fruchtet, wird man noch sehen.

Das-Run.de: Wir hatten deinen Vater schon erwähnt. Was macht er gerade?

Thomas Klasen: Mein Vater scoutet weiterhin für den 1. FC Nürnberg und ist viel in den BeNeLux Staaten unterwegs. Er hat Spaß daran, sein Rentendasein mit dieser Aufgabe zu verschönern.

Bildquelle: SV Eintracht Trier e. V.