Im dritten Teil unserer neuen Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Saison 2024/2025 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Thomas Klasen gesprochen. Der 41-Jährige coacht seit dem Sommer 2023 die Eintracht aus Trier und konnte seine Mannschaft nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar in den zurückliegenden Monaten auf einem einstelligen Tabellenrang in der Fußball-Regionalliga Südwest etablieren. Im exklusiven Interview erzählt der einstige Profi, wie er nach seiner Zeit beim FC Karbach die Liebe für den Trainerjob entwickelt hat und wie es ihm seit seiner Rückkehr in die Moselstadt Trier ergangen ist. Dabei benennt Thomas die Gründe des Erfolgs und erläutert, warum seine Truppe in diesem Jahr keine Fahrstuhlmannschaft ist. Am Ende des Interviews geht er noch voller Vorfreude auf seine Rückkehr auf den Quintinsberg im Rahmen des Viertelfinals im Fußball-Rheinlandpokal ein und erklärt, warum er weiter mit Demut seine Aufgabe als Coach des SV Eintracht Trier umsetzen möchte. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Thomas, herzlich willkommen zum Interview. Du bist vor allem im Fußballverband Rheinland sehr bekannt. Stelle dich dennoch gerne für alle Menschen vor, die dich noch nicht kennen.
Thomas Klasen: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Thomas Klasen und ich bin 41 Jahre jung. Ich wurde in Neuwied geboren und bin heute als Trainer beim Fußball-Regionalligisten SV Eintracht Trier als Trainer angestellt. Mit den Moselstädtern konnte ich gleich in meinem ersten Jahr als Coach die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar feiern und in die viertklassige Fußball-Regionalliga Südwest aufsteigen.
Das-Run.de: Thomas, du bist als Spieler viel rumgekommen und hast eine tolle Ausbildung genossen. Erzähle uns kurz davon.
Thomas Klasen: Sehr gerne. Ich habe lange Zeit in der Jugend beim 1. FC Kaiserslautern gespielt und bin dann zum TuS Mayen in die U19 gewechselt. Im Nettetal konnte ich seit meinem 16. Lebensjahr in der Männermannschaft, diese wurde von meinem Vater trainiert, meine ersten Schritte im Seniorenfußball machen. Mit den Mayener Jungs habe ich auch die Meisterschaft in der Fußball-Rheinlandliga gewonnen und dann im Anschluss in der Fußball-Oberliga gespielt. Im Sommer 2003 bin ich dann mit 19 Jahren zum Fußball-Zweitligisten SV Eintracht Trier gewechselt. In meiner zweiten Saison bei den Moselstädtern musste ich am Saisonende den bitteren Abstieg hinnehmen, nachdem wir am letzten Spieltag dem 1. FC Saarbrücken unterlegen waren. Danach habe ich bei der Reserve des 1. FC Kaiserslautern, Kickers Emden und dem SV Elversberg gespielt. Im Sommer 2010 bin ich dann nach dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga auf den Oberwerth zur TuS Koblenz gewechselt. Dort hatte ich mit meinem Team eine tolle Spielzeit in der dritten Liga, die mit Siegen über Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin im Wettbewerb um den DFB-Pokal gekrönt wurde. Nachdem wir im Pokalwettbewerb im Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern ausgeschieden sind, haben wir die Meisterschaftsrunde auf dem siebten Tabellenrang beendet. Leider wurde uns nach der Saison 2010/2011 mitgeteilt, dass wir für die kommende Saison keine Lizenz für ein weiteres Jahr in Liga drei bekommen werden. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits mein Lehramtstudium in Koblenz begonnen habe, blieb ich der TuS erst einmal treu und habe meine Profikarriere dann 2013 beendet. Bei den Schängeln hatten wir in den drei Jahren zuerst einen tollen Spirit und viele Koblenzer Jungs im Kader. Als dann immer mehr externe Leute eingekauft wurden, ist es zum Gnadenstoß gekommen. Für mich ging es dann von Koblenz aus im Sommer 2013 einen kleinen Schritt zurück, denn ich habe beim damaligen Fußball-Rheinlandligisten FC Karbach angeheuert. In meinen ersten drei Spielzeiten war ich Spieler, im letzten Jahr konnte ich als spielender Co-Trainer mehr Verantwortung übernehmen.
Das-Run.de: Thomas, du hast ja als Spieler eine tolle Karriere hingelegt und bei deiner letzten Station, dem FC Karbach, erste Erfahrungen im Trainerbusiness sammeln können. Wie blickst du denn im Nachhinein auf deine Spielerkarriere zurück?
Thomas Klasen: Wenn du im Alter von 19 Jahren in der 2. Fußball-Bundesliga regelmäßig Spielzeit bekommst, träumst du davon, dass es noch eine Stufe nach oben gehen kann. Leider habe ich aber bereits in ganz frühen Zeiten die Schattenseiten des Profigeschäft kennenlernen müssen und hatte damals am Aachener Tivoli eine Sprunggelenksverletzung erlitten. Diese wurde falsch behandelt, im Nachhinein musste eine Operation drangehängt werden. Da war ich dann im Alter von 20 Jahren erst einmal neun Monate lang raus. Danach kam in Kaiserslautern, dort hatte ich trotz einem Profivertrag nur in der Fußball-Regionalliga Einsatzeiten, noch einmal eine größere Kniegeschichte hinzu. Somit hatte ich in den entscheidenden Jahren, in denen ich auf Topniveau mein Können beweisen wollte, leider nicht mehr die Möglichkeiten dazu. Ich habe es aufgrund der beiden langwierigen Verletzungen nicht mehr mein Level erreicht, auf dem ich nach Trier gewechselt bin. Dennoch habe ich dann immer, vom Ehrgeiz getrieben, Vollgas gegeben, um möglichst hochklassig zu spielen. Ab und an war ich zu ehrgeizig und stand mir selbst im Weg, es nochmals in den Profifußball zu schaffen. Dennoch bin ich sehr dankbar, dass ich noch eine schöne Zeit bei der TuS Koblenz und dem FC Karbach hatte, denn dieses Kabinenfeeling war etwas besonderes. Diese verschiedenen Erfahrungen in diversen Ligen sowie das Kennenlernen von verschiedenen Charakteren haben mir für meine jetzige Zeit als Trainer sehr geholfen.
Das-Run.de: Thomas, du hast deine ersten Erfahrungen als Trainer beim FC Karbach gesammelt. Danach hat es dich zu CS Fola Esch nach Luxemburg gezogen. Es folgten vier Jahre (2019 bis 2023) als Co-Trainer bei der Reserve des 1. FC Köln. Daraufhin bist du dann als Cheftrainer zum SV Eintracht Trier zurückgekehrt und in deiner ersten Saison in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar souverän Meister geworden. Dadurch hast du dein Team in die Fußball-Regionalliga Südwest geführt. Kurz noch vorab: Was für ein Trainertyp verbirgt sich hinter der Personalie Thomas Klasen?
Thomas Klasen: Ich würde mich als Kumpeltyp beschreiben, der immer versucht, einen guten Draht zu den Spielern zu entwickeln. Dennoch bin ich jemand der sehr viel einfordert und die Werte wie Disziplin, Respekt und Intensität in jeder einzelnen Einheit fordert, denn das sind in meinen Augen die Basics. Wenn die Jungs diese Grundlagen abrufen, dann werden sie auch von mir belohnt. Ich versuche immer mit einem Lächeln in die Kabine zu kommen und muss sagen, dass ich mir von jedem meiner Trainer etwas abschauen konnte. Mit all den Erfahrungen habe ich für mich ein Trainerprofil entwickelt, welches mich auszeichnet. Dennoch bin ich ein sehr junger und demütiger Trainer, der noch viel lernen wird.
Das-Run.de: Thomas, lass uns auf deine Trainertätigkeit beim SV Eintracht Trier schauen. Du hast die Eintracht im Sommer 2023 als Absteiger aus der Fußball-Regionalliga Südwest übernommen und mit einem überragenden Punkteschnitt zurück in die vierthöchste Spielklasse geführt. Wie blickst du auf die Saison 2023/2024 zurück?
Thomas Klasen: Das war natürlich eine überragende Saison. Wir haben in 38 Spielen 99 Punkte eingefahren und 115 Tore geschossen. Das konnte keiner erwarten. Ich hatte Respekt vor der Aufgabe und mir auch zugetraut, mit dem Kader um den Aufstieg mitzuspielen. Das wir aber mit einer Serie von zwölf Siegen in die Saison starten und erst am 19. Spieltag eine Niederlage kassieren, hat meine Erwartungen natürlich übertroffen. Noch heute schauen wir gerne auf diese tolle Reise mit diesem starken Spirit, dieser hat uns auch über den Sommer hinaus nicht verlassen, zurück. Dieser wird uns immer miteinander verbinden. Allein die Abschlussfahrt auf Mallorca, lediglich zwei Spieler waren nicht am Start, war ein Riesenhighlight in der zurückliegenden Saison.
Das-Run.de: Thomas, was ist dann nach der überragenden Saison in der Fußball-Oberliga RPS im Sommer 2024 passiert? Wie ist es dir und deinem Trainerteam gelungen, die Eintracht zu einem ordentlichen Fußball-Regionalligisten zu formen? Wir fragen deshalb, weil sich die Oberliga-Aufsteiger oftmals in der Rolle einer Fahrstuhlmannschaft nicht in der vierten Liga halten können.
Thomas Klasen: Eine tolle Frage. Wir haben es geschafft, diesen Flow aus der Spielzeit in der Fußball-Oberliga RPS mitzunehmen. Viele Jungs haben in der Saison 2023/2024, aber auch in der Spielzeit 2022/2023, viele Erfahrungen gemacht, dazugelernt und sich enorm verbessert. Für mich persönlich ist der Sprung von der Fußball-Oberliga in die Fußball-Regionalliga der größte Sprung im deutschen Fußball, weil du vom kompletten Feierabendfußball heraus auf einmal mit Profimannschaften messen musst. Dabei ist es egal, ob das U-Mannschaften von absoluten Topvereinen sind oder Traditionsvereine wie die Kickers Offenbach oder der FC Homburg. Es hat uns in die Karten gespielt, dass wir frühzeitig Planungssicherheit hatten und mit Transfers an den wichtigen Stellschrauben drehen konnten. Beim letzten Aufstieg 2022 sind wir ja über die Relegation aufgestiegen und haben es in der kurzen Phase zwischen den Spielzeiten nicht geschafft, einen konkurrenzfähigen Kader aufzustellen. Diese Mal ist es uns gut gelungen und wir sind mit 29 Zählern und Platz neun nach der Hinserie mehr als im Soll.
Das-Run.de: Thomas, du hast die Hinserie angesprochen. In der Saison 2022/2023 habt ihr in der ganzen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest 22 Punkte geholt. Dieses Mal steht ihr im Winter bei 29 Zählern und einem ausgeglichenen Torverhältnis. Wie erklärst du dir das starke Halbjahr?
Thomas Klasen: Basierend auf der frühen Planungssicherheit konnten wir in etwa ein halbes Jahr lang Gespräche mit Spielern führen, die wir auf jeden Fall dazu holen wollten. Du brauchst in der vierten Liga noch einmal anderes Spielermaterial als in Liga fünf. Diese Unterschiedsspieler, mit viel Erfahrung in der Fußball-Regionalliga, benötigt es, um Schlachten auf dem Fußballfeld erfolgreich zu meistern. Der starke Start, beim FC Homburg haben wir 4:1 gewonnen, hat uns dann natürlich gleich zu Beginn beflügelt.
Das-Run.de: Thomas, wir würden gerne nochmal kurz einhaken. Du hast das Spielermaterial angesprochen, welches ein Unterschied zwischen den beiden Spielklassen bildet. Worin unterscheiden sich deiner Ansicht nach die Fußball-Oberliga RPS und die Fußball-Regionalliga Südwest?
Thomas Klasen: Der Unterschied zwischen Feierabendfußball und professionellem Fußball beginnt mit den Trainingseinheiten. In der Fußball-Oberliga haben wir uns viermal wöchentlich am Abend zum Training getroffen. In der Fußball-Regionalliga haben wir zwei Einheiten mehr und trainieren zum Teil auch mal am Vormittag. Für unser semi-professionelles Setting war die Aufstockung der Trainingseinheiten sehr wichtig, denn nur so können wir mit den U-Mannschaften, die sehr gut aufgestellt sind, mithalten. Viele Teams haben im Vergleich zu uns auch mehrere Co-Trainer und einen Videoanalysten. Ich persönlich habe einen Co-Trainer, der noch als Lehrer arbeitet, und einen Torwarttrainer, der auch die ganzen Jugendmannschaften trainiert. Darüber hinaus haben wir keinen Videoanalysten, da kümmere ich mich selbst drum. Und wir haben auch keinen Athletiktrainer, denn um den Bereich Athletik kümmere ich mich zusammen mit zwei langjährigen Spielern. Selbst unser Physiotherapeut arbeitet noch Teilzeit in einer Praxis. Allein an der personellen Aufstellung sieht man, wie weit wir eigentlich noch von der Profiliga Fußball-Regionalliga entfernt sind. Mir war es aber im ersten Jahr wichtig, dass wir uns vom Kader her so aufstellen, dass wir mit unserem Budget konkurrenzfähig sind. Die anderen personellen Verteilungen der Aufgaben bekommen wir anders geschultert.
Das-Run.de: Thomas, danke für den Einblick. Lass uns nochmal auf die laufende Saison in Liga vier schauen. Was waren deine Höhepunkte in der Hinserie?
Thomas Klasen: Ganz klar erstmal die Bestreitung des Eröffnungsspiels als Aufsteiger vor heimischem Publikum gegen den Titelaspiranten FC Homburg. Das wir den FC, der über 2 Millionen Euro mehr Budget besitzt, mit 4:1 besiegen konnten, war der ideale Start. Hinzu kommt, dass wir am siebten Spieltag gegen die Kickers Offenbach das Spiel um Tabellenrang eins bestreiten durften, in welchem wir am Ende Lehrgeld zahlen mussten. Hier haben wir gezeigt bekommen, dass uns einige Teams in der Meisterschaft noch etwas voraus sind. Super ist auch das Rückspiel beim FC Homburg gewesen. Wir haben, unterstützt von 600 Fans, den Favoriten erneut besiegen können. Das wir die Hinserie vor den Homburgern abschließen konnten, macht mich als Trainer sehr stolz. Das zeigt die Mentalität, Disziplin und Qualität meiner Mannschaft.
Das-Run.de: Was darf die Community von der Eintracht in der Rückserie erwarten?
Thomas Klasen: Sehr gerne. Wir wollen in der Rückserie diesen guten Eindruck bestätigen und gehen weiterhin mit dem Ziel in jedes Spiel, als Sieger vom Platz zu gehen. Darauf ist die Trainingswoche und der Matchplan ausgelegt. Ich versuche immer den Jungs Lösungen für das Spiel mit und auch ohne dem Ball an die Hand zu legen. Dabei ist es mir egal, gegen welche Mannschaft wir spielen. Dennoch passe ich mich auch an und reagiere natürlich auf Strömungen. Wir wollen den guten Eindruck bestätigen, so viele Punkte wie möglich sammeln und frühzeitig den Klassenverbleib eintüten. Hinzu kommt, dass wir nach acht langen Jahren am 24. Mai den Fußball-Rheinlandpokal wieder einmal nach Trier holen möchten. In der vergangenen Saison haben wir dort gegen die TuS eine blöde Erfahrung machen müssen. Dieses Jahr müssen wir uns im Pokal im Viertelfinale mit dem FC Karbach und im Halbfinale vermutlich mit dem FV Engers auseinandersetzen – beides Vereine, die zuletzt zweimal im Finale standen. Im Endspiel rechnen wir mit einem Koblenzer Verein als Gegner. Die Pokalduelle sind Highlights, denn in der Liga können wir ein schlechtes Spiel nochmal gutmachen. Somit haben wir im März, April und im Mai jeweils ein Endspiel sofern wir ins Finale einziehen.
Das-Run.de: Thomas, du hast das erste Endspiel im Fußball-Rheinlandpokal bereits genannt. Es geht im Viertelfinale gegen den FC Karbach, deinen einstigen Verein. Wie groß ist die Vorfreude? Was für ein Spiel erwartest du denn?
Thomas Klasen: Die Begegnung habe ich vor dem Beginn der Wintervorbereitung als erstes Highlight ausgerufen, obwohl wir bereits im Februar in Gießen in die Rückserie einsteigen. Hinzu kommt, dass wir drei Tage nach dem Viertelfinalduell auf dem Bieberer Berg in Offenbach auf die Kickers treffen, vor wahrscheinlich mehr als 5000 Zuschauern. Da ich von 2013 bis 2017 auf dem Quintinsberg war, ist das Duell mit Karbach etwas Besonderes. Mit dem ein oder anderen Spieler habe ich ja selbst noch gespielt. Und im März kann in Karbach wettertechnisch alles passieren und auch mal ein halber Meter Schnee liegen. Wir müssen mal sehen, unter welchen Bedingungen wir spielen können. Ganz klar ist Karbach ein Gegner, der an einem guten Tag auch mal einen Regionalligisten aus dem Pokal werfen kann. Mit Max Wilschrey haben die Hunsrücker einen Torjäger auf Regionalliganiveau. Davor sind wir gewarnt und ich werde das frühzeitig meiner Mannschaft kommunizieren. Nichtsdestotrotz ist eine Rückkehr für mich auf den Quintinsberg immer etwas Besonderes, denn diese Zeit hat mich einfach sehr geprägt. Zum einen, weil ich dort meine Karriere als Spieler beendet habe, zum anderen, weil ich dort tolle Menschen kennenlernen durfte.
Das-Run.de: Thomas, kurz und knapp: Würdest du von einer gelungen Saison 2024/2025 sprechen, wenn die Meisterschaftsrunde im Tabellenmittelfeld abgeschlossen wird und der Fußball-Rheinlandpokal mal wieder deine Eintracht als Sieger bekommt?
Thomas Klasen: Das wäre nicht nur eine gelungene Saison. Der Klassenverbleib in einer höheren Liga würde nämlich bestätigen, dass die tolle Vorsaison keine Eintagsfliege war. Somit wäre der Klassenverbleib in der Fußball-Regionalliga und der Gewinn des Pokalwettbewerbs eine herausragende Saison.
Das-Run.de: Thomas, als Kind des Rheinlandes hast du schon viel gesehen. Interessant ist noch die Frage, welche persönlichen Ziele du als Trainer noch erreichen möchtest. Würdest du gerne über 2026 hinaus bei der Eintracht bleiben? Oder reizt dich eine Trainerstation im Profifußball dann doch mehr?
Thomas Klasen: In meinen Augen schließt das eine das andere nicht aus. Ich will weiter demütig meinen Job machen und kleine Schritte machen, denn ich muss als Trainer noch viel lernen. Ich konnte zeigen, dass ich aktuell zum richtigen Zeitpunkt bei richtigen Verein bin. Ich habe gezeigt, dass ich in der Fußball-Oberliga und der Fußball-Regionalliga erfolgreich sein kann. Ich möchte in dieser Saison den Klassenverbleib schaffen und dann in der kommenden Saison die Eintracht in der vierten Liga etablieren. Danach kann man sehen, ob wir mittelfristig wirtschaftlich so gut aufgestellt sind, um die etablierten Mannschaften einmal zu ärgern und gegebenenfalls um den Aufstieg mitzuspielen. Ansonsten bin ich jederzeit für andere Aufgaben offen, wenn die Perspektive bei der Eintracht nicht mehr stimmen sollte oder der Verein an Grenzen stößt, womit ich mich dann nicht mehr so identifizieren könnte. Davon sind wir aber sehr weit weg, denn aktuell habe ich sehr viel Spaß. Ich hoffe, dass ich mit der Eintracht Jahr für Jahr einen Schritt nach vorne komme. In der Eineinhalbjährigen Zusammenarbeit haben wir einen guten Grundstein gelegt. Ich freue mich drauf, bis zum Ablauf meines Vertrages im Sommer 2026, die nächsten Schritte mit der Eintracht gehen zu dürfen.
Das-Run.de: Thomas, dann bleib bitte weiter demütig und gehe Schritt für Schritt, damit du dein Potenzial als Trainer voll und ganz ausschöpfen kannst. Gehe weiter deinen Weg mit der Eintracht und freue dich auf eine schöne Zukunft. Danke für deine Zeit und möglichst viele Punkte in der Rückserie. Wir sehen uns spätestens beim Finale des Fußball-Rheinlandpokals.
Thomas Klasen: Danke für die Möglichkeit, ein Interview zu führen. Hat mich sehr gefreut. Und danke für die Wünsche. Wir sehen uns.
Bildquelle: SV Eintracht Trier e. V.
Das-Run.de: Hallo Thomas, herzlich willkommen zum Interview. Du bist vor allem im Fußballverband Rheinland sehr bekannt. Stelle dich dennoch gerne für alle Menschen vor, die dich noch nicht kennen.
Thomas Klasen: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Thomas Klasen und ich bin 41 Jahre jung. Ich wurde in Neuwied geboren und bin heute als Trainer beim Fußball-Regionalligisten SV Eintracht Trier als Trainer angestellt. Mit den Moselstädtern konnte ich gleich in meinem ersten Jahr als Coach die Meisterschaft in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar feiern und in die viertklassige Fußball-Regionalliga Südwest aufsteigen.
Das-Run.de: Thomas, du bist als Spieler viel rumgekommen und hast eine tolle Ausbildung genossen. Erzähle uns kurz davon.
Thomas Klasen: Sehr gerne. Ich habe lange Zeit in der Jugend beim 1. FC Kaiserslautern gespielt und bin dann zum TuS Mayen in die U19 gewechselt. Im Nettetal konnte ich seit meinem 16. Lebensjahr in der Männermannschaft, diese wurde von meinem Vater trainiert, meine ersten Schritte im Seniorenfußball machen. Mit den Mayener Jungs habe ich auch die Meisterschaft in der Fußball-Rheinlandliga gewonnen und dann im Anschluss in der Fußball-Oberliga gespielt. Im Sommer 2003 bin ich dann mit 19 Jahren zum Fußball-Zweitligisten SV Eintracht Trier gewechselt. In meiner zweiten Saison bei den Moselstädtern musste ich am Saisonende den bitteren Abstieg hinnehmen, nachdem wir am letzten Spieltag dem 1. FC Saarbrücken unterlegen waren. Danach habe ich bei der Reserve des 1. FC Kaiserslautern, Kickers Emden und dem SV Elversberg gespielt. Im Sommer 2010 bin ich dann nach dem Abstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga auf den Oberwerth zur TuS Koblenz gewechselt. Dort hatte ich mit meinem Team eine tolle Spielzeit in der dritten Liga, die mit Siegen über Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC Berlin im Wettbewerb um den DFB-Pokal gekrönt wurde. Nachdem wir im Pokalwettbewerb im Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern ausgeschieden sind, haben wir die Meisterschaftsrunde auf dem siebten Tabellenrang beendet. Leider wurde uns nach der Saison 2010/2011 mitgeteilt, dass wir für die kommende Saison keine Lizenz für ein weiteres Jahr in Liga drei bekommen werden. Da ich zu diesem Zeitpunkt bereits mein Lehramtstudium in Koblenz begonnen habe, blieb ich der TuS erst einmal treu und habe meine Profikarriere dann 2013 beendet. Bei den Schängeln hatten wir in den drei Jahren zuerst einen tollen Spirit und viele Koblenzer Jungs im Kader. Als dann immer mehr externe Leute eingekauft wurden, ist es zum Gnadenstoß gekommen. Für mich ging es dann von Koblenz aus im Sommer 2013 einen kleinen Schritt zurück, denn ich habe beim damaligen Fußball-Rheinlandligisten FC Karbach angeheuert. In meinen ersten drei Spielzeiten war ich Spieler, im letzten Jahr konnte ich als spielender Co-Trainer mehr Verantwortung übernehmen.
Das-Run.de: Thomas, du hast ja als Spieler eine tolle Karriere hingelegt und bei deiner letzten Station, dem FC Karbach, erste Erfahrungen im Trainerbusiness sammeln können. Wie blickst du denn im Nachhinein auf deine Spielerkarriere zurück?
Thomas Klasen: Wenn du im Alter von 19 Jahren in der 2. Fußball-Bundesliga regelmäßig Spielzeit bekommst, träumst du davon, dass es noch eine Stufe nach oben gehen kann. Leider habe ich aber bereits in ganz frühen Zeiten die Schattenseiten des Profigeschäft kennenlernen müssen und hatte damals am Aachener Tivoli eine Sprunggelenksverletzung erlitten. Diese wurde falsch behandelt, im Nachhinein musste eine Operation drangehängt werden. Da war ich dann im Alter von 20 Jahren erst einmal neun Monate lang raus. Danach kam in Kaiserslautern, dort hatte ich trotz einem Profivertrag nur in der Fußball-Regionalliga Einsatzeiten, noch einmal eine größere Kniegeschichte hinzu. Somit hatte ich in den entscheidenden Jahren, in denen ich auf Topniveau mein Können beweisen wollte, leider nicht mehr die Möglichkeiten dazu. Ich habe es aufgrund der beiden langwierigen Verletzungen nicht mehr mein Level erreicht, auf dem ich nach Trier gewechselt bin. Dennoch habe ich dann immer, vom Ehrgeiz getrieben, Vollgas gegeben, um möglichst hochklassig zu spielen. Ab und an war ich zu ehrgeizig und stand mir selbst im Weg, es nochmals in den Profifußball zu schaffen. Dennoch bin ich sehr dankbar, dass ich noch eine schöne Zeit bei der TuS Koblenz und dem FC Karbach hatte, denn dieses Kabinenfeeling war etwas besonderes. Diese verschiedenen Erfahrungen in diversen Ligen sowie das Kennenlernen von verschiedenen Charakteren haben mir für meine jetzige Zeit als Trainer sehr geholfen.
Das-Run.de: Thomas, du hast deine ersten Erfahrungen als Trainer beim FC Karbach gesammelt. Danach hat es dich zu CS Fola Esch nach Luxemburg gezogen. Es folgten vier Jahre (2019 bis 2023) als Co-Trainer bei der Reserve des 1. FC Köln. Daraufhin bist du dann als Cheftrainer zum SV Eintracht Trier zurückgekehrt und in deiner ersten Saison in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar souverän Meister geworden. Dadurch hast du dein Team in die Fußball-Regionalliga Südwest geführt. Kurz noch vorab: Was für ein Trainertyp verbirgt sich hinter der Personalie Thomas Klasen?
Thomas Klasen: Ich würde mich als Kumpeltyp beschreiben, der immer versucht, einen guten Draht zu den Spielern zu entwickeln. Dennoch bin ich jemand der sehr viel einfordert und die Werte wie Disziplin, Respekt und Intensität in jeder einzelnen Einheit fordert, denn das sind in meinen Augen die Basics. Wenn die Jungs diese Grundlagen abrufen, dann werden sie auch von mir belohnt. Ich versuche immer mit einem Lächeln in die Kabine zu kommen und muss sagen, dass ich mir von jedem meiner Trainer etwas abschauen konnte. Mit all den Erfahrungen habe ich für mich ein Trainerprofil entwickelt, welches mich auszeichnet. Dennoch bin ich ein sehr junger und demütiger Trainer, der noch viel lernen wird.
Das-Run.de: Thomas, lass uns auf deine Trainertätigkeit beim SV Eintracht Trier schauen. Du hast die Eintracht im Sommer 2023 als Absteiger aus der Fußball-Regionalliga Südwest übernommen und mit einem überragenden Punkteschnitt zurück in die vierthöchste Spielklasse geführt. Wie blickst du auf die Saison 2023/2024 zurück?
Thomas Klasen: Das war natürlich eine überragende Saison. Wir haben in 38 Spielen 99 Punkte eingefahren und 115 Tore geschossen. Das konnte keiner erwarten. Ich hatte Respekt vor der Aufgabe und mir auch zugetraut, mit dem Kader um den Aufstieg mitzuspielen. Das wir aber mit einer Serie von zwölf Siegen in die Saison starten und erst am 19. Spieltag eine Niederlage kassieren, hat meine Erwartungen natürlich übertroffen. Noch heute schauen wir gerne auf diese tolle Reise mit diesem starken Spirit, dieser hat uns auch über den Sommer hinaus nicht verlassen, zurück. Dieser wird uns immer miteinander verbinden. Allein die Abschlussfahrt auf Mallorca, lediglich zwei Spieler waren nicht am Start, war ein Riesenhighlight in der zurückliegenden Saison.
Das-Run.de: Thomas, was ist dann nach der überragenden Saison in der Fußball-Oberliga RPS im Sommer 2024 passiert? Wie ist es dir und deinem Trainerteam gelungen, die Eintracht zu einem ordentlichen Fußball-Regionalligisten zu formen? Wir fragen deshalb, weil sich die Oberliga-Aufsteiger oftmals in der Rolle einer Fahrstuhlmannschaft nicht in der vierten Liga halten können.
Thomas Klasen: Eine tolle Frage. Wir haben es geschafft, diesen Flow aus der Spielzeit in der Fußball-Oberliga RPS mitzunehmen. Viele Jungs haben in der Saison 2023/2024, aber auch in der Spielzeit 2022/2023, viele Erfahrungen gemacht, dazugelernt und sich enorm verbessert. Für mich persönlich ist der Sprung von der Fußball-Oberliga in die Fußball-Regionalliga der größte Sprung im deutschen Fußball, weil du vom kompletten Feierabendfußball heraus auf einmal mit Profimannschaften messen musst. Dabei ist es egal, ob das U-Mannschaften von absoluten Topvereinen sind oder Traditionsvereine wie die Kickers Offenbach oder der FC Homburg. Es hat uns in die Karten gespielt, dass wir frühzeitig Planungssicherheit hatten und mit Transfers an den wichtigen Stellschrauben drehen konnten. Beim letzten Aufstieg 2022 sind wir ja über die Relegation aufgestiegen und haben es in der kurzen Phase zwischen den Spielzeiten nicht geschafft, einen konkurrenzfähigen Kader aufzustellen. Diese Mal ist es uns gut gelungen und wir sind mit 29 Zählern und Platz neun nach der Hinserie mehr als im Soll.
Das-Run.de: Thomas, du hast die Hinserie angesprochen. In der Saison 2022/2023 habt ihr in der ganzen Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest 22 Punkte geholt. Dieses Mal steht ihr im Winter bei 29 Zählern und einem ausgeglichenen Torverhältnis. Wie erklärst du dir das starke Halbjahr?
Thomas Klasen: Basierend auf der frühen Planungssicherheit konnten wir in etwa ein halbes Jahr lang Gespräche mit Spielern führen, die wir auf jeden Fall dazu holen wollten. Du brauchst in der vierten Liga noch einmal anderes Spielermaterial als in Liga fünf. Diese Unterschiedsspieler, mit viel Erfahrung in der Fußball-Regionalliga, benötigt es, um Schlachten auf dem Fußballfeld erfolgreich zu meistern. Der starke Start, beim FC Homburg haben wir 4:1 gewonnen, hat uns dann natürlich gleich zu Beginn beflügelt.
Das-Run.de: Thomas, wir würden gerne nochmal kurz einhaken. Du hast das Spielermaterial angesprochen, welches ein Unterschied zwischen den beiden Spielklassen bildet. Worin unterscheiden sich deiner Ansicht nach die Fußball-Oberliga RPS und die Fußball-Regionalliga Südwest?
Thomas Klasen: Der Unterschied zwischen Feierabendfußball und professionellem Fußball beginnt mit den Trainingseinheiten. In der Fußball-Oberliga haben wir uns viermal wöchentlich am Abend zum Training getroffen. In der Fußball-Regionalliga haben wir zwei Einheiten mehr und trainieren zum Teil auch mal am Vormittag. Für unser semi-professionelles Setting war die Aufstockung der Trainingseinheiten sehr wichtig, denn nur so können wir mit den U-Mannschaften, die sehr gut aufgestellt sind, mithalten. Viele Teams haben im Vergleich zu uns auch mehrere Co-Trainer und einen Videoanalysten. Ich persönlich habe einen Co-Trainer, der noch als Lehrer arbeitet, und einen Torwarttrainer, der auch die ganzen Jugendmannschaften trainiert. Darüber hinaus haben wir keinen Videoanalysten, da kümmere ich mich selbst drum. Und wir haben auch keinen Athletiktrainer, denn um den Bereich Athletik kümmere ich mich zusammen mit zwei langjährigen Spielern. Selbst unser Physiotherapeut arbeitet noch Teilzeit in einer Praxis. Allein an der personellen Aufstellung sieht man, wie weit wir eigentlich noch von der Profiliga Fußball-Regionalliga entfernt sind. Mir war es aber im ersten Jahr wichtig, dass wir uns vom Kader her so aufstellen, dass wir mit unserem Budget konkurrenzfähig sind. Die anderen personellen Verteilungen der Aufgaben bekommen wir anders geschultert.
Das-Run.de: Thomas, danke für den Einblick. Lass uns nochmal auf die laufende Saison in Liga vier schauen. Was waren deine Höhepunkte in der Hinserie?
Thomas Klasen: Ganz klar erstmal die Bestreitung des Eröffnungsspiels als Aufsteiger vor heimischem Publikum gegen den Titelaspiranten FC Homburg. Das wir den FC, der über 2 Millionen Euro mehr Budget besitzt, mit 4:1 besiegen konnten, war der ideale Start. Hinzu kommt, dass wir am siebten Spieltag gegen die Kickers Offenbach das Spiel um Tabellenrang eins bestreiten durften, in welchem wir am Ende Lehrgeld zahlen mussten. Hier haben wir gezeigt bekommen, dass uns einige Teams in der Meisterschaft noch etwas voraus sind. Super ist auch das Rückspiel beim FC Homburg gewesen. Wir haben, unterstützt von 600 Fans, den Favoriten erneut besiegen können. Das wir die Hinserie vor den Homburgern abschließen konnten, macht mich als Trainer sehr stolz. Das zeigt die Mentalität, Disziplin und Qualität meiner Mannschaft.
Das-Run.de: Was darf die Community von der Eintracht in der Rückserie erwarten?
Thomas Klasen: Sehr gerne. Wir wollen in der Rückserie diesen guten Eindruck bestätigen und gehen weiterhin mit dem Ziel in jedes Spiel, als Sieger vom Platz zu gehen. Darauf ist die Trainingswoche und der Matchplan ausgelegt. Ich versuche immer den Jungs Lösungen für das Spiel mit und auch ohne dem Ball an die Hand zu legen. Dabei ist es mir egal, gegen welche Mannschaft wir spielen. Dennoch passe ich mich auch an und reagiere natürlich auf Strömungen. Wir wollen den guten Eindruck bestätigen, so viele Punkte wie möglich sammeln und frühzeitig den Klassenverbleib eintüten. Hinzu kommt, dass wir nach acht langen Jahren am 24. Mai den Fußball-Rheinlandpokal wieder einmal nach Trier holen möchten. In der vergangenen Saison haben wir dort gegen die TuS eine blöde Erfahrung machen müssen. Dieses Jahr müssen wir uns im Pokal im Viertelfinale mit dem FC Karbach und im Halbfinale vermutlich mit dem FV Engers auseinandersetzen – beides Vereine, die zuletzt zweimal im Finale standen. Im Endspiel rechnen wir mit einem Koblenzer Verein als Gegner. Die Pokalduelle sind Highlights, denn in der Liga können wir ein schlechtes Spiel nochmal gutmachen. Somit haben wir im März, April und im Mai jeweils ein Endspiel sofern wir ins Finale einziehen.
Das-Run.de: Thomas, du hast das erste Endspiel im Fußball-Rheinlandpokal bereits genannt. Es geht im Viertelfinale gegen den FC Karbach, deinen einstigen Verein. Wie groß ist die Vorfreude? Was für ein Spiel erwartest du denn?
Thomas Klasen: Die Begegnung habe ich vor dem Beginn der Wintervorbereitung als erstes Highlight ausgerufen, obwohl wir bereits im Februar in Gießen in die Rückserie einsteigen. Hinzu kommt, dass wir drei Tage nach dem Viertelfinalduell auf dem Bieberer Berg in Offenbach auf die Kickers treffen, vor wahrscheinlich mehr als 5000 Zuschauern. Da ich von 2013 bis 2017 auf dem Quintinsberg war, ist das Duell mit Karbach etwas Besonderes. Mit dem ein oder anderen Spieler habe ich ja selbst noch gespielt. Und im März kann in Karbach wettertechnisch alles passieren und auch mal ein halber Meter Schnee liegen. Wir müssen mal sehen, unter welchen Bedingungen wir spielen können. Ganz klar ist Karbach ein Gegner, der an einem guten Tag auch mal einen Regionalligisten aus dem Pokal werfen kann. Mit Max Wilschrey haben die Hunsrücker einen Torjäger auf Regionalliganiveau. Davor sind wir gewarnt und ich werde das frühzeitig meiner Mannschaft kommunizieren. Nichtsdestotrotz ist eine Rückkehr für mich auf den Quintinsberg immer etwas Besonderes, denn diese Zeit hat mich einfach sehr geprägt. Zum einen, weil ich dort meine Karriere als Spieler beendet habe, zum anderen, weil ich dort tolle Menschen kennenlernen durfte.
Das-Run.de: Thomas, kurz und knapp: Würdest du von einer gelungen Saison 2024/2025 sprechen, wenn die Meisterschaftsrunde im Tabellenmittelfeld abgeschlossen wird und der Fußball-Rheinlandpokal mal wieder deine Eintracht als Sieger bekommt?
Thomas Klasen: Das wäre nicht nur eine gelungene Saison. Der Klassenverbleib in einer höheren Liga würde nämlich bestätigen, dass die tolle Vorsaison keine Eintagsfliege war. Somit wäre der Klassenverbleib in der Fußball-Regionalliga und der Gewinn des Pokalwettbewerbs eine herausragende Saison.
Das-Run.de: Thomas, als Kind des Rheinlandes hast du schon viel gesehen. Interessant ist noch die Frage, welche persönlichen Ziele du als Trainer noch erreichen möchtest. Würdest du gerne über 2026 hinaus bei der Eintracht bleiben? Oder reizt dich eine Trainerstation im Profifußball dann doch mehr?
Thomas Klasen: In meinen Augen schließt das eine das andere nicht aus. Ich will weiter demütig meinen Job machen und kleine Schritte machen, denn ich muss als Trainer noch viel lernen. Ich konnte zeigen, dass ich aktuell zum richtigen Zeitpunkt bei richtigen Verein bin. Ich habe gezeigt, dass ich in der Fußball-Oberliga und der Fußball-Regionalliga erfolgreich sein kann. Ich möchte in dieser Saison den Klassenverbleib schaffen und dann in der kommenden Saison die Eintracht in der vierten Liga etablieren. Danach kann man sehen, ob wir mittelfristig wirtschaftlich so gut aufgestellt sind, um die etablierten Mannschaften einmal zu ärgern und gegebenenfalls um den Aufstieg mitzuspielen. Ansonsten bin ich jederzeit für andere Aufgaben offen, wenn die Perspektive bei der Eintracht nicht mehr stimmen sollte oder der Verein an Grenzen stößt, womit ich mich dann nicht mehr so identifizieren könnte. Davon sind wir aber sehr weit weg, denn aktuell habe ich sehr viel Spaß. Ich hoffe, dass ich mit der Eintracht Jahr für Jahr einen Schritt nach vorne komme. In der Eineinhalbjährigen Zusammenarbeit haben wir einen guten Grundstein gelegt. Ich freue mich drauf, bis zum Ablauf meines Vertrages im Sommer 2026, die nächsten Schritte mit der Eintracht gehen zu dürfen.
Das-Run.de: Thomas, dann bleib bitte weiter demütig und gehe Schritt für Schritt, damit du dein Potenzial als Trainer voll und ganz ausschöpfen kannst. Gehe weiter deinen Weg mit der Eintracht und freue dich auf eine schöne Zukunft. Danke für deine Zeit und möglichst viele Punkte in der Rückserie. Wir sehen uns spätestens beim Finale des Fußball-Rheinlandpokals.
Thomas Klasen: Danke für die Möglichkeit, ein Interview zu führen. Hat mich sehr gefreut. Und danke für die Wünsche. Wir sehen uns.
Bildquelle: SV Eintracht Trier e. V.