Das-Run.de:
Bis Ende April habt ihr klar auf den Aufstieg in die Oberliga zugesteuert und wart erster. Dann gab es einen kleinen Einbruch mit vier Niederlagen aus den vergangenen vier Spielen. Was waren die Gründe für die etwas unerwarteten Pleiten? Wurde der Druck zu groß?
Stephan Simon: Zum Ende der Saison ist uns etwas die Luft ausgegangen. Es griff nicht mehr wirklich ein Rädchen ins andere. Dabei spielte mit Sicherheit auch die durchwachsene Vorbereitung im Winter eine Rolle, als 5 von 7 Testspielen witterungsbedingt ausfallen mussten. Die Schwierigkeit hatten sicherlich auch andere Mannschaften, in der Schneifel spielen diese Umstände aber, wie der Name schon sagt, eine etwas bedeutsamere Rolle. Meine Mannschaft brauchte die Routine, unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Zusätzlich gehört auch zur Wahrheit, dass meine Mannschaft plötzlich etwas zu verlieren hatte. In der Hinrunde sind wir total unbekümmert in unsere Spiele gegangen und haben viel öfter intuitiven und Spaß bringenden Fußball gespielt. Einige Mannschaften waren bestimmt auch überrascht, mit welcher Ausrichtung, Art und Weise, Wucht und Energie meine Jungs gespielt haben. Jetzt zum Schluss wurde mehr und mehr Fußball gearbeitet. Da ist es uns leider nicht gelungen, die offensichtliche Barriere in den Köpfen der Spieler zu lösen. Klar, in solchen Situationen fehlt uns die nötige Erfahrung und Leichtigkeit, um sich dann auch mit aller Gewalt dagegen zu stemmen. Dennoch gehören auch solche Erfahrungen zur Entwicklung junger talentierter Spieler dazu.
Das-Run.de: Der Aufstieg ist jetzt nicht mehr möglich. Wie enttäuscht bist du darüber?
Stephan Simon: Natürlich hätten wir gerne auch auf der Zielgerade der Saison von der Tabellenspitze gegrüßt. Die Wahrheit hat uns hintenraus auch ein Stück eingeholt. Unsere Mitbewerber um die Tabellenspitze sind da vielleicht doch 1-2 Schritte weiter als wir. Trotzdem hat mir, und ich glaube auch der Mannschaft, ein ganz großer Teil dieser Saison riesigen Spaß bereitet und wirklich Freunde gemacht. Mit dem anstehenden Pokalfinale bestreiten wir am Samstag unser 40. Pflichtspiel für diese Saison. Das ist schon ein Brett für eine Mannschaft im Amateurbereich. Ich würde behaupten, dass wir in der Entwicklung große Schritte gemacht haben und die Spieler im Alltagsgeschäft den Respekt bekommen haben, den sie sich verdient haben. Damit meine ich, dass ich immer nur dann maximale Leistung verlangen kann, wenn mein Trainerteam bestmögliche Arbeit und Energie in die Trainingskonzipierung, die Spielvorbereitung und Nachbetrachtung investiert. Schlussendlich wird es die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte werden. Darauf bin ich – sind wir – sehr stolz.
Das-Run.de: Zum Saisonabschluss steht noch das absolute Highlight an. Im Pokal des Rheinlandpokals geht es gegen Regionalliga-Absteiger TuS Koblenz. Wie bereitet ihr euch auf die Partie vor?
Stephan Simon: Wir nutzen die letzten beiden Trainingswochen und auch das Spiel gegen die Sportfreunde aus dem Eisbachtal zur konkreten Vorbereitung auf das Finale gegen die TuS. Dabei wird die erste Woche die körperlich intensivere von beiden. Hier geht es mir um die generelle Ausrichtung und Herangehensweise meiner Mannschaft. In der zweiten Woche, also unmittelbar vor dem Finale stehen die Details im Fokus. Dabei wird weniger der Körper, dafür eher das Mindset, die innere Haltung, aber auch zu erwartende kleinteilige Dinge thematisiert. Mir ist wichtig, dass meine Mannschaft gut vorbereitet in solch ein Spiel vor grandioser, aber auch ungewohnter Kulisse geht und bei aller Nervosität die Szenarien kennt und unter Druck lediglich aus dem Repertoire nehmen muss, sollten die Knie mal zittern. Ich spüre auch die Vorfreude, nicht nur im Verein und im Umfeld, sondern auch innerhalb der Mannschaft auf dieses wirklich sehr besondere Spiel.
Das-Run.de: Wie sehr glaubt ihr an den Überraschungserfolg und den Traum vom DFB-Pokal? Was stimmt euch positiv?
Stephan Simon: Über die Favoritenrolle brauchen wir uns nicht unterhalten. Natürlich werden wir in dem Spiel der Underdog sein. Aber auch eine solche Rolle kann unwahrscheinlich viel Charme haben, wenn wir die Nervosität und hoffentlich auch ein Stück Unbekümmertheit in die richtige Energie umgewandelt und kanalisiert bekommen. Wir haben den Vorteil, dass es lediglich dieses eine Spiel, das eine Finale, ist. Dabei geht es für uns auch darum, gewisse Phasen und Etappen des Spiels schadlos zu überstehen. Die Zuschauer und Leser können sich sicher sein, dass wir restlos ALLES geben werden.
Das-Run.de: Auch wenn das wichtigste Spiel noch ansteht – wie zufrieden bist du insgesamt mit der Saison?
Stephan Simon: Wie eben schon erwähnt, geht eine lange und intensive, zugleich auch fordernde Saison zu Ende. Ich bin glücklich darüber, dass wir es glaube ich geschafft haben, jeden Spieler ein Stück in der Entwicklung voranzubringen. Das ist der wahre Erfolg dieser Saison, der irgendwo natürlich auf Platz 4 der Rheinlandliga und im Rheinlandpokal-Finale mündet bzw. endet. Ich hoffe, dass wir unsere Zuschauer mit stellenweise spektakulären Spielen und Ergebnissen begeistern konnten. Dann haben wir es nämlich geschafft, Werbung für uns und unseren Verein zu machen. Unterm Strich bin ich total happy mit der Saison 2023/24 mit dem Bewusstsein, dass gleichzeitig noch mehr drin gewesen wäre.
Das-Run.de: Was sind eure Ziele für die nächste Saison?
Stephan Simon: Mein besonderes Ziel für die kommende Saison ist es, die Fluktuation innerhalb der Mannschaft so gering wie möglich zu halten. Wir möchten gerne weiter an unserer Spielweise feilen und neue Horizonte für unsere Kicker eröffnen. Unser Spiel sollte zukünftig etwas facettenreicher werden. Dafür brauchen wir die Veränderungsbereitschaft, neue Wege gehen zu dürfen und viel Zeit und Schweiß auf den Plätzen unseres Vereins zu verbringen. Darauf freue ich mich sehr.
Bildquelle: SG Schneifel
Stephan Simon: Zum Ende der Saison ist uns etwas die Luft ausgegangen. Es griff nicht mehr wirklich ein Rädchen ins andere. Dabei spielte mit Sicherheit auch die durchwachsene Vorbereitung im Winter eine Rolle, als 5 von 7 Testspielen witterungsbedingt ausfallen mussten. Die Schwierigkeit hatten sicherlich auch andere Mannschaften, in der Schneifel spielen diese Umstände aber, wie der Name schon sagt, eine etwas bedeutsamere Rolle. Meine Mannschaft brauchte die Routine, unter Wettkampfbedingungen zu spielen. Zusätzlich gehört auch zur Wahrheit, dass meine Mannschaft plötzlich etwas zu verlieren hatte. In der Hinrunde sind wir total unbekümmert in unsere Spiele gegangen und haben viel öfter intuitiven und Spaß bringenden Fußball gespielt. Einige Mannschaften waren bestimmt auch überrascht, mit welcher Ausrichtung, Art und Weise, Wucht und Energie meine Jungs gespielt haben. Jetzt zum Schluss wurde mehr und mehr Fußball gearbeitet. Da ist es uns leider nicht gelungen, die offensichtliche Barriere in den Köpfen der Spieler zu lösen. Klar, in solchen Situationen fehlt uns die nötige Erfahrung und Leichtigkeit, um sich dann auch mit aller Gewalt dagegen zu stemmen. Dennoch gehören auch solche Erfahrungen zur Entwicklung junger talentierter Spieler dazu.
Das-Run.de: Der Aufstieg ist jetzt nicht mehr möglich. Wie enttäuscht bist du darüber?
Stephan Simon: Natürlich hätten wir gerne auch auf der Zielgerade der Saison von der Tabellenspitze gegrüßt. Die Wahrheit hat uns hintenraus auch ein Stück eingeholt. Unsere Mitbewerber um die Tabellenspitze sind da vielleicht doch 1-2 Schritte weiter als wir. Trotzdem hat mir, und ich glaube auch der Mannschaft, ein ganz großer Teil dieser Saison riesigen Spaß bereitet und wirklich Freunde gemacht. Mit dem anstehenden Pokalfinale bestreiten wir am Samstag unser 40. Pflichtspiel für diese Saison. Das ist schon ein Brett für eine Mannschaft im Amateurbereich. Ich würde behaupten, dass wir in der Entwicklung große Schritte gemacht haben und die Spieler im Alltagsgeschäft den Respekt bekommen haben, den sie sich verdient haben. Damit meine ich, dass ich immer nur dann maximale Leistung verlangen kann, wenn mein Trainerteam bestmögliche Arbeit und Energie in die Trainingskonzipierung, die Spielvorbereitung und Nachbetrachtung investiert. Schlussendlich wird es die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte werden. Darauf bin ich – sind wir – sehr stolz.
Das-Run.de: Zum Saisonabschluss steht noch das absolute Highlight an. Im Pokal des Rheinlandpokals geht es gegen Regionalliga-Absteiger TuS Koblenz. Wie bereitet ihr euch auf die Partie vor?
Stephan Simon: Wir nutzen die letzten beiden Trainingswochen und auch das Spiel gegen die Sportfreunde aus dem Eisbachtal zur konkreten Vorbereitung auf das Finale gegen die TuS. Dabei wird die erste Woche die körperlich intensivere von beiden. Hier geht es mir um die generelle Ausrichtung und Herangehensweise meiner Mannschaft. In der zweiten Woche, also unmittelbar vor dem Finale stehen die Details im Fokus. Dabei wird weniger der Körper, dafür eher das Mindset, die innere Haltung, aber auch zu erwartende kleinteilige Dinge thematisiert. Mir ist wichtig, dass meine Mannschaft gut vorbereitet in solch ein Spiel vor grandioser, aber auch ungewohnter Kulisse geht und bei aller Nervosität die Szenarien kennt und unter Druck lediglich aus dem Repertoire nehmen muss, sollten die Knie mal zittern. Ich spüre auch die Vorfreude, nicht nur im Verein und im Umfeld, sondern auch innerhalb der Mannschaft auf dieses wirklich sehr besondere Spiel.
Das-Run.de: Wie sehr glaubt ihr an den Überraschungserfolg und den Traum vom DFB-Pokal? Was stimmt euch positiv?
Stephan Simon: Über die Favoritenrolle brauchen wir uns nicht unterhalten. Natürlich werden wir in dem Spiel der Underdog sein. Aber auch eine solche Rolle kann unwahrscheinlich viel Charme haben, wenn wir die Nervosität und hoffentlich auch ein Stück Unbekümmertheit in die richtige Energie umgewandelt und kanalisiert bekommen. Wir haben den Vorteil, dass es lediglich dieses eine Spiel, das eine Finale, ist. Dabei geht es für uns auch darum, gewisse Phasen und Etappen des Spiels schadlos zu überstehen. Die Zuschauer und Leser können sich sicher sein, dass wir restlos ALLES geben werden.
Das-Run.de: Auch wenn das wichtigste Spiel noch ansteht – wie zufrieden bist du insgesamt mit der Saison?
Stephan Simon: Wie eben schon erwähnt, geht eine lange und intensive, zugleich auch fordernde Saison zu Ende. Ich bin glücklich darüber, dass wir es glaube ich geschafft haben, jeden Spieler ein Stück in der Entwicklung voranzubringen. Das ist der wahre Erfolg dieser Saison, der irgendwo natürlich auf Platz 4 der Rheinlandliga und im Rheinlandpokal-Finale mündet bzw. endet. Ich hoffe, dass wir unsere Zuschauer mit stellenweise spektakulären Spielen und Ergebnissen begeistern konnten. Dann haben wir es nämlich geschafft, Werbung für uns und unseren Verein zu machen. Unterm Strich bin ich total happy mit der Saison 2023/24 mit dem Bewusstsein, dass gleichzeitig noch mehr drin gewesen wäre.
Das-Run.de: Was sind eure Ziele für die nächste Saison?
Stephan Simon: Mein besonderes Ziel für die kommende Saison ist es, die Fluktuation innerhalb der Mannschaft so gering wie möglich zu halten. Wir möchten gerne weiter an unserer Spielweise feilen und neue Horizonte für unsere Kicker eröffnen. Unser Spiel sollte zukünftig etwas facettenreicher werden. Dafür brauchen wir die Veränderungsbereitschaft, neue Wege gehen zu dürfen und viel Zeit und Schweiß auf den Plätzen unseres Vereins zu verbringen. Darauf freue ich mich sehr.
Bildquelle: SG Schneifel