Unser heutiger Gast in der exklusiven Interviewreihe über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball kam durch einen Bundesfreiwilligendienst nach dem Abitur zu seinem heutigen Verein. Die Rede ist von Oliver Feils, der beim SV Eintracht Mendig großgeworden ist und mittlerweile seit fünf Jahren Jugendleiter der TuS Koblenz ist. Im Interview hat der 27-Jährige erläutert, nach welchem Konzept in der Schängelschmiede Nachwuchsspieler ausgebildet werden. Dabei ist es von besonderer Bedeutung, dass der Spieler als Person im Vordergrund steht, um die bestmögliche Förderung zu erhalten. Am Ende des Interviews hat Oliver noch über das Thema Infrastruktur gesprochen, welches er als Grundlage für eine zukunftsfähige Nachwuchsarbeit ansieht. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Oliver, du bist Jugendleiter bei der traditionsreichen TuS Koblenz und heute Gast in unserer Interviewreihe über den Jugendfußball. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Oliver Feils: Liebe Community von Das-Run.de, mein Name ist Oliver Feils und ich bin 27 Jahre alt. Ich bin angehender Lehrer für die Fächer Geschichte und Wirtschaft und wohne mittlerweile in Koblenz.
Das-Run.de: Oliver, wie bist du zum Fußballsport gekommen? Hast du selbst Fußball gespielt?
Oliver Feils: Ich bin in Mendig aufgewachsen und spiele dort seit den Bambinis Fußball mit meinen Freunden. Mehr als mit den Freunden zu kicken, ist daraus aber nie geworden, was mir aber völlig ausreicht. Wenn ich Zeit habe, und nicht mit der TuS unterwegs bin, bin ich auch gerne auf dem Sportplatz in Mendig.
Das-Run.de: Du hast die TuS Koblenz schon angesprochen. Wie bist du bei diesem Traditionsverein denn Jugendleiter geworden?
Oliver Feils: Ich habe mit dem Bruder des damaligen Jugendleiters der TuS Koblenz, Vincenzo di Maio, in Mendig eine Mannschaft trainiert. Nach meinem Abitur im Jahr 2017 habe ich dann meinen Bundesfreiwilligendienst bei der TuS gemacht. So war ich dann erstmal gemeinsam mit Vincenzo in der Jugendabteilung tätig und habe gleichzeitig angefangen, im Aufbaubereich mit Bernd Werner gemeinsam den Jahrgang 2007 zu betreuen.
Das-Run.de: Du hast also durch deinen Bundesfreiwilligendienst bei den Schängeln reingeschnuppert und somit erste Erfahrungen im Jugendbereich gesammelt. Wie lange bist du denn schon Jugendleiter beim Rhein-Mosel-Klub?
Oliver Feils: Vincenzo di Maio ist am Ende der Saison 2017/2018 zum Fußball-Zweiligisten 1.FC Nürnberg gewechselt und es gab erstmal keinen Nachfolger. Ich habe das Amt des Jugendleiters dann von ihm übernommen und ab diesem Zeitpunkt immer mit verschiedenen Kollegen zusammengearbeitet. Manuel Moral und etwas später Michael Stahl waren diejenigen, die sich zunächst mit mir um die Jugend gekümmert haben. 2019 kam dann die Anfrage des TuS-Präsidenten Christian Krey, ob ich es mir vorstellen kann, den Posten des Vorstand Jugend zu übernehmen. Seit der Wahl im Dezember 2019 habe ich diesen Posten jetzt im fünften Jahr inne. Als Unterstützung hatte ich mit Marc Mies einen erfahrenen Kollegen zur Seite, der das Amt des Sportlichen Leiters für den Jugendbereich ausgefüllt hat. Er hatte einen großen Anteil am Erfolg der Jugendmannschaften der letzten Jahre. Seit Anfang 2024 ist Patrick Wagner nun Sportlicher Leiter der Jugendabteilung und lenkt mit mir die Geschicke der Schängelschmiede.
Das-Run.de: Du hast die erfolgreichen Jugendmannschaften bereits angesprochen. Ihr habt im Jugendbereich alle Altersklassen mit mindestens einer Mannschaft besetzt. Wie stolz seid ihr darauf?
Oliver Feils: Für Kinder im Bambinialter haben wir die Fußballschule. Ansonsten haben wir zehn Jugendteams auf alle Altersklassen verteilt. Um eine gute Jugendarbeit gewährleisten zu können, stellt dies die Basis dar. Da sind wir natürlich stolz drauf, was aber natürlich mit viel Arbeit verbunden ist.
Das-Run.de: Alle Altersklassen besetzt zu haben, stellt die Basis für eine gute Jugendarbeit dar. Wie wichtig ist es denn in deinen Augen, dass die U19 (A-Junioren), U17 (B-Junioren) und die U15 (C-Junioren) in der Junioren-Regionalliga Südwest spielen?
Oliver Feils: Wir möchten auf möglichst hohem Niveau Spieler ausbilden, die später mal in unserer ersten Mannschaft spielen oder in Nachwuchsleistungszentren wechseln. Da ist es sehr wichtig, dass die Spieler auch auf hohem Niveau spielen können. Auch für Spieler, die wir gerne in unsere Jugendteams aufnehmen würden, ist die Spielklasse oft ein Hauptgrund für einen Wechsel.
Das-Run.de: Du hast erzählt, dass eine qualitativ hochwertige Ausbildung wichtig ist. Wie lässt sich euer Ausbildungskonzept beschreiben? Teilt ihr den Jugendbetrieb in Bereiche auf?
Oliver Feils: Wir teilen bei uns in drei Felder auf. Wir starten mit dem Bereich U9 bis U11, der bei uns den Grundlagenbereich darstellt. Von der U12 bis zur U14 haben wir den Aufbaubereich und ab der U15 bis zur U19 sind wir im Leistungsbereich. Der Leistungsbereich beginnt mit der U15 aus dem einfachen Grund, dass ab dort die Teams in der Regionalliga Südwest spielen und der Leistungsgedanke weiter in den Vordergrund rückt. Für alle Jugendteams gilt aber, dass Ausbildung an erster Stelle steht.
Das-Run.de: Die Ausbildung steht also an erster Stelle. Wie wichtig ist es dennoch, gute Jugendmannschaften zu haben? Werden Trainer bei euch anhand der Tabelle gemessen und bewertet?
Oliver Feils: Grundsätzlich soll keines unserer Teams absteigen, sodass wir konstant die Fußball-Regionalliga Südwest in der U15, U17 und U19 halten können und die U14 und U16 damit auch in der Fußball-Rheinlandliga antreten dürfen. Es gibt keine grundsätzliche Vorgabe eines Tabellenplatzes. Wir wollen die Spieler, die bei uns spielen, gut ausbilden. Mit guter Ausbildung kommen gute Ergebnisse automatisch. Wir haben dann gute Jugendmannschaften, wenn die Durchlässigkeit in Richtung Nachwuchsleistungszentrum und erste Mannschaft möglichst hoch ist.
Das-Run.de: Bei vielen Fußballvereinen spielt die U19 eine große Rolle. Bei euch ist es so, dass ihr viele Spieler des jüngeren Jahrgangs in eurer U19 habt. Und der ein oder andere hat ja auch schon einen Profivertrag unterschrieben? Ist dies in deinen Augen Fluch oder Segen? Beispielsweise ist ein Nic Alsbach gerade 17 Jahre jung und wäre in der U19 ein Schlüsselspieler, läuft aber bereits bei den Senioren auf.
Oliver Feils: Das ist korrekt. Momentan haben wir nur drei Spieler des Jahrgangs 2006, von denen zwei schon bei der ersten Mannschaft dabei sind. Für die reine Tabelle der U19 mag es sein, dass mit allen verfügbaren Spielern der ein oder andere Punkt mehr da wäre, aber es geht da ja auch um die Entwicklung der Spieler. Wenn die Verantwortlichen gemeinsam der Überzeugung sind, dass ein Spieler sich in der ersten Mannschaft noch besser weiterentwickeln kann, dann machen wir das. Wir freuen uns über jeden, der es in die erste Mannschaft schafft. Nic Alsbach ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Er würde der U19 sicherlich helfen, aber er kann im Seniorenbereich gut mithalten und erste Erfahrungen auf Oberliganiveau sammeln, was ihm für seine weitere Entwicklung viel bringt. Es gibt also keinen Grund, einem Spieler, der durch seine Leistungen auffällt, den Weg in Richtung der ersten Mannschaft zu versperren, nur damit die U19 tabellarisch besser steht.
Das-Run.de: Lass uns kurz auf die von Michael Stahl trainierte erste Mannschaft, das Aushängeschild des Vereins, schauen. Ihr spielt im Moment in der fünftklassigen Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Ist diese Spielklasse genau richtig, um möglichst viele Nachwuchsspieler zu integrieren und was aufzubauen? Vor allem, da dies langfristig ist?
Oliver Feils: Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, viele Spieler in die erste Mannschaft zu integrieren. Dem aktuellen Kader der ersten Mannschaft gehören mehr als zehn Spieler an, die in der Vergangenheit in der TuS-Jugend gespielt haben. Der Sprung von der Jugend-Regionalliga in die Fußball-Oberliga der Männer ist nicht zu unterschätzen. Nur ganz wenige können dort sofort zu Stammspielern werden. Hier ist Geduld gefragt, die wir aber auch haben. Da wir keine zweite Mannschaft im Seniorenbereich mehr haben, um möglichst vielen Spielern Spielpraxis geben zu können, sind wir auf andere Vereine angewiesen, mit denen wir Vereinbarungen treffen. Ein Beispiel hierfür ist Franjo Serdarusic, der beim FV Engers Spielpraxis in der Fußball-Oberliga RPS sammeln kann und später zur TuS zurückkehrt. Langfristig muss unser Ziel sein, dass wir die Spieler so gut ausbilden, dass sie möglichst schnell in der ersten Mannschaft spielen können. Und zwar unabhängig von der Spielklasse unserer Seniorenmannschaft.
Das-Run.de: Erschwerend dazu kommt ja auch noch die Tatsache, dass die lokale Konkurrenz nicht schläft. Lange war die TuS Koblenz das Zugpferd im Fußballverband Rheinland. Mittlerweile sind die Sportfreunde Eisbachtal und der Stadtrivale FC Rot-Weiss Koblenz große Konkurrenten geworden. Nicht zu vergessen ist noch die EGC Wirges, welche eine enorm starke Jugendarbeit macht. Wie stehst du dazu? Nimmt man das auf dem Oberwerth wahr? Unter anderem hat ja der Wechsel von Jannik Schumann nach Wirges für Schlagzeilen gesorgt.
Oliver Feils: Nach dem Abstieg unserer ersten Mannschaft aus dem Profifußball, ist definitiv alles weiter zusammengerückt. Die Vereine in der Umgebung machen ebenfalls gute Arbeit und einen Austausch untereinander gibt es auch. Wir sind bestrebt, mit allen umliegenden Vereinen ein respektvolles Miteinander zu haben, wobei eine gesunde Konkurrenz auch nicht schädlich ist. Unser eigener Anspruch muss es weiterhin sein, in allen Bereichen besser zu werden und uns nicht auf alten Gegebenheiten auszuruhen.
Das-Run.de: Du hast die alten Gegebenheiten angesprochen. Hierauf möchte ich nochmal näher eingehen. Wir hatten Michael Rech von eurem Stadtrivalen FC Rot-Weiss Koblenz im Podcast zu Gast. Er hat von einer Verschmelzung der TuS Koblenz und dem FC Rot-Weiss Koblenz im Jugendbereich gesprochen, um die Qualität zu erhöhen. Was hältst du denn von einem möglichen Jugendförderverein Koblenz?
Oliver Feils: Ein Jugendförderverein (JFV) ist nicht berechtigt, höher als in der Jugend-Regionalliga zu spielen, sodass der Weg in eine mögliche Liga, die aus Teams von Nachwuchsleistungszentren besteht, versperrt wäre. Dieser Aufstieg ist durch die Änderung der landesweiten Ligenstruktur in diesem Sommer auch realistischer geworden, da der Herbstmeister der Fußball-Regionalliga Südwest in den Altersklassen U19 und U17 automatisch in der Rückrunde in der aus Teams von Nachwuchsleistungszentren bestehenden Liga spielen darf. Zusätzlich gäbe es für einen JFV Probleme bei der Lizensierung der Seniorenteams, sofern diese die Möglichkeit hätten, in einer höheren Liga zu spielen. Ein JFV Koblenz ist also aus meiner Sicht keine realistische Option.
Das-Run.de: Danke Oliver für deine Einschätzung zum Thema JFV. Lass uns nochmal genauer auf deine Rolle als Jugendleiter eingehen. Was möchtest du noch erreichen?
Oliver Feils: Gemeinsam mit Patrick Wagner und allen Trainern möchte ich im Rahmen unserer Möglichkeiten den Spielern eine gute Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln. Ich persönlich würde mich freuen, auch in vielen Jahren noch einige ehemalige Jugendspieler in unserer ersten Mannschaft oder in höheren Ligen zu sehen.
Das-Run.de: Oliver, lass uns am Ende noch über Ziele sprechen. Was sind denn die mittelfristigen Ziele im Jugendbereich der TuS Koblenz. Du darfst auch gerne auf das Stichwort “Infrastruktur” eingehen.
Oliver Feils: Die Infrastruktur ist ein großes Thema bei uns. Platzkapazitäten, Umkleidemöglichkeiten und Räumlichkeiten für Besprechungen sind leider nur sehr begrenzt verfügbar. Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, muss in diesem Bereich definitiv etwas passieren. Wir sind in Gesprächen mit umliegenden Vereinen, um Kooperationen einzugehen, die für beide Parteien einen Mehrwert haben. Für die Spielklassen, die wir in der Jugend anbieten, und das Trainingspensum, das wir im Leistungsbereich dafür gehen müssen, haben wir viel zu wenig Platzkapazitäten. Leider liegt es nicht immer nur in unserer Hand, und wir sind auf andere angewiesen. Wir geben in diesem Bereich alles, was wir können, und wir hoffen auf Besserung in Zukunft. In der Infrastruktur liegt auch die Basis für den weiteren Erfolg, um eine gute Ausbildung weiter gewährleisten zu können.
Das-Run.de: Oliver, vielen Dank, dass du Teil unserer Interviewserie gewesen bist. Danke für deine Erläuterungen rund um den Jugendfußball bei der TuS Koblenz. Wir wünschen dir und deinem Verein in den kommenden ein gutes Händchen und viel sportliche Erfolgserlebnisse. Mit harter Arbeit und Konstanz werdet ihr wieder das Aushängeschild im Fußballverband Rheinland.
Oliver Feils: Vielen Dank, dass ich meinen Verein in eurer Serie vorstellen durfte. Wir geben weiterhin Gas, um möglichst viele Nachwuchsspieler qualitativ hochwertig ausbilden zu können.
Bildquelle: TuS Koblenz
Das-Run.de: Hallo Oliver, du bist Jugendleiter bei der traditionsreichen TuS Koblenz und heute Gast in unserer Interviewreihe über den Jugendfußball. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Oliver Feils: Liebe Community von Das-Run.de, mein Name ist Oliver Feils und ich bin 27 Jahre alt. Ich bin angehender Lehrer für die Fächer Geschichte und Wirtschaft und wohne mittlerweile in Koblenz.
Das-Run.de: Oliver, wie bist du zum Fußballsport gekommen? Hast du selbst Fußball gespielt?
Oliver Feils: Ich bin in Mendig aufgewachsen und spiele dort seit den Bambinis Fußball mit meinen Freunden. Mehr als mit den Freunden zu kicken, ist daraus aber nie geworden, was mir aber völlig ausreicht. Wenn ich Zeit habe, und nicht mit der TuS unterwegs bin, bin ich auch gerne auf dem Sportplatz in Mendig.
Das-Run.de: Du hast die TuS Koblenz schon angesprochen. Wie bist du bei diesem Traditionsverein denn Jugendleiter geworden?
Oliver Feils: Ich habe mit dem Bruder des damaligen Jugendleiters der TuS Koblenz, Vincenzo di Maio, in Mendig eine Mannschaft trainiert. Nach meinem Abitur im Jahr 2017 habe ich dann meinen Bundesfreiwilligendienst bei der TuS gemacht. So war ich dann erstmal gemeinsam mit Vincenzo in der Jugendabteilung tätig und habe gleichzeitig angefangen, im Aufbaubereich mit Bernd Werner gemeinsam den Jahrgang 2007 zu betreuen.
Das-Run.de: Du hast also durch deinen Bundesfreiwilligendienst bei den Schängeln reingeschnuppert und somit erste Erfahrungen im Jugendbereich gesammelt. Wie lange bist du denn schon Jugendleiter beim Rhein-Mosel-Klub?
Oliver Feils: Vincenzo di Maio ist am Ende der Saison 2017/2018 zum Fußball-Zweiligisten 1.FC Nürnberg gewechselt und es gab erstmal keinen Nachfolger. Ich habe das Amt des Jugendleiters dann von ihm übernommen und ab diesem Zeitpunkt immer mit verschiedenen Kollegen zusammengearbeitet. Manuel Moral und etwas später Michael Stahl waren diejenigen, die sich zunächst mit mir um die Jugend gekümmert haben. 2019 kam dann die Anfrage des TuS-Präsidenten Christian Krey, ob ich es mir vorstellen kann, den Posten des Vorstand Jugend zu übernehmen. Seit der Wahl im Dezember 2019 habe ich diesen Posten jetzt im fünften Jahr inne. Als Unterstützung hatte ich mit Marc Mies einen erfahrenen Kollegen zur Seite, der das Amt des Sportlichen Leiters für den Jugendbereich ausgefüllt hat. Er hatte einen großen Anteil am Erfolg der Jugendmannschaften der letzten Jahre. Seit Anfang 2024 ist Patrick Wagner nun Sportlicher Leiter der Jugendabteilung und lenkt mit mir die Geschicke der Schängelschmiede.
Das-Run.de: Du hast die erfolgreichen Jugendmannschaften bereits angesprochen. Ihr habt im Jugendbereich alle Altersklassen mit mindestens einer Mannschaft besetzt. Wie stolz seid ihr darauf?
Oliver Feils: Für Kinder im Bambinialter haben wir die Fußballschule. Ansonsten haben wir zehn Jugendteams auf alle Altersklassen verteilt. Um eine gute Jugendarbeit gewährleisten zu können, stellt dies die Basis dar. Da sind wir natürlich stolz drauf, was aber natürlich mit viel Arbeit verbunden ist.
Das-Run.de: Alle Altersklassen besetzt zu haben, stellt die Basis für eine gute Jugendarbeit dar. Wie wichtig ist es denn in deinen Augen, dass die U19 (A-Junioren), U17 (B-Junioren) und die U15 (C-Junioren) in der Junioren-Regionalliga Südwest spielen?
Oliver Feils: Wir möchten auf möglichst hohem Niveau Spieler ausbilden, die später mal in unserer ersten Mannschaft spielen oder in Nachwuchsleistungszentren wechseln. Da ist es sehr wichtig, dass die Spieler auch auf hohem Niveau spielen können. Auch für Spieler, die wir gerne in unsere Jugendteams aufnehmen würden, ist die Spielklasse oft ein Hauptgrund für einen Wechsel.
Das-Run.de: Du hast erzählt, dass eine qualitativ hochwertige Ausbildung wichtig ist. Wie lässt sich euer Ausbildungskonzept beschreiben? Teilt ihr den Jugendbetrieb in Bereiche auf?
Oliver Feils: Wir teilen bei uns in drei Felder auf. Wir starten mit dem Bereich U9 bis U11, der bei uns den Grundlagenbereich darstellt. Von der U12 bis zur U14 haben wir den Aufbaubereich und ab der U15 bis zur U19 sind wir im Leistungsbereich. Der Leistungsbereich beginnt mit der U15 aus dem einfachen Grund, dass ab dort die Teams in der Regionalliga Südwest spielen und der Leistungsgedanke weiter in den Vordergrund rückt. Für alle Jugendteams gilt aber, dass Ausbildung an erster Stelle steht.
Das-Run.de: Die Ausbildung steht also an erster Stelle. Wie wichtig ist es dennoch, gute Jugendmannschaften zu haben? Werden Trainer bei euch anhand der Tabelle gemessen und bewertet?
Oliver Feils: Grundsätzlich soll keines unserer Teams absteigen, sodass wir konstant die Fußball-Regionalliga Südwest in der U15, U17 und U19 halten können und die U14 und U16 damit auch in der Fußball-Rheinlandliga antreten dürfen. Es gibt keine grundsätzliche Vorgabe eines Tabellenplatzes. Wir wollen die Spieler, die bei uns spielen, gut ausbilden. Mit guter Ausbildung kommen gute Ergebnisse automatisch. Wir haben dann gute Jugendmannschaften, wenn die Durchlässigkeit in Richtung Nachwuchsleistungszentrum und erste Mannschaft möglichst hoch ist.
Das-Run.de: Bei vielen Fußballvereinen spielt die U19 eine große Rolle. Bei euch ist es so, dass ihr viele Spieler des jüngeren Jahrgangs in eurer U19 habt. Und der ein oder andere hat ja auch schon einen Profivertrag unterschrieben? Ist dies in deinen Augen Fluch oder Segen? Beispielsweise ist ein Nic Alsbach gerade 17 Jahre jung und wäre in der U19 ein Schlüsselspieler, läuft aber bereits bei den Senioren auf.
Oliver Feils: Das ist korrekt. Momentan haben wir nur drei Spieler des Jahrgangs 2006, von denen zwei schon bei der ersten Mannschaft dabei sind. Für die reine Tabelle der U19 mag es sein, dass mit allen verfügbaren Spielern der ein oder andere Punkt mehr da wäre, aber es geht da ja auch um die Entwicklung der Spieler. Wenn die Verantwortlichen gemeinsam der Überzeugung sind, dass ein Spieler sich in der ersten Mannschaft noch besser weiterentwickeln kann, dann machen wir das. Wir freuen uns über jeden, der es in die erste Mannschaft schafft. Nic Alsbach ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Er würde der U19 sicherlich helfen, aber er kann im Seniorenbereich gut mithalten und erste Erfahrungen auf Oberliganiveau sammeln, was ihm für seine weitere Entwicklung viel bringt. Es gibt also keinen Grund, einem Spieler, der durch seine Leistungen auffällt, den Weg in Richtung der ersten Mannschaft zu versperren, nur damit die U19 tabellarisch besser steht.
Das-Run.de: Lass uns kurz auf die von Michael Stahl trainierte erste Mannschaft, das Aushängeschild des Vereins, schauen. Ihr spielt im Moment in der fünftklassigen Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. Ist diese Spielklasse genau richtig, um möglichst viele Nachwuchsspieler zu integrieren und was aufzubauen? Vor allem, da dies langfristig ist?
Oliver Feils: Wir haben es in den vergangenen Jahren geschafft, viele Spieler in die erste Mannschaft zu integrieren. Dem aktuellen Kader der ersten Mannschaft gehören mehr als zehn Spieler an, die in der Vergangenheit in der TuS-Jugend gespielt haben. Der Sprung von der Jugend-Regionalliga in die Fußball-Oberliga der Männer ist nicht zu unterschätzen. Nur ganz wenige können dort sofort zu Stammspielern werden. Hier ist Geduld gefragt, die wir aber auch haben. Da wir keine zweite Mannschaft im Seniorenbereich mehr haben, um möglichst vielen Spielern Spielpraxis geben zu können, sind wir auf andere Vereine angewiesen, mit denen wir Vereinbarungen treffen. Ein Beispiel hierfür ist Franjo Serdarusic, der beim FV Engers Spielpraxis in der Fußball-Oberliga RPS sammeln kann und später zur TuS zurückkehrt. Langfristig muss unser Ziel sein, dass wir die Spieler so gut ausbilden, dass sie möglichst schnell in der ersten Mannschaft spielen können. Und zwar unabhängig von der Spielklasse unserer Seniorenmannschaft.
Das-Run.de: Erschwerend dazu kommt ja auch noch die Tatsache, dass die lokale Konkurrenz nicht schläft. Lange war die TuS Koblenz das Zugpferd im Fußballverband Rheinland. Mittlerweile sind die Sportfreunde Eisbachtal und der Stadtrivale FC Rot-Weiss Koblenz große Konkurrenten geworden. Nicht zu vergessen ist noch die EGC Wirges, welche eine enorm starke Jugendarbeit macht. Wie stehst du dazu? Nimmt man das auf dem Oberwerth wahr? Unter anderem hat ja der Wechsel von Jannik Schumann nach Wirges für Schlagzeilen gesorgt.
Oliver Feils: Nach dem Abstieg unserer ersten Mannschaft aus dem Profifußball, ist definitiv alles weiter zusammengerückt. Die Vereine in der Umgebung machen ebenfalls gute Arbeit und einen Austausch untereinander gibt es auch. Wir sind bestrebt, mit allen umliegenden Vereinen ein respektvolles Miteinander zu haben, wobei eine gesunde Konkurrenz auch nicht schädlich ist. Unser eigener Anspruch muss es weiterhin sein, in allen Bereichen besser zu werden und uns nicht auf alten Gegebenheiten auszuruhen.
Das-Run.de: Du hast die alten Gegebenheiten angesprochen. Hierauf möchte ich nochmal näher eingehen. Wir hatten Michael Rech von eurem Stadtrivalen FC Rot-Weiss Koblenz im Podcast zu Gast. Er hat von einer Verschmelzung der TuS Koblenz und dem FC Rot-Weiss Koblenz im Jugendbereich gesprochen, um die Qualität zu erhöhen. Was hältst du denn von einem möglichen Jugendförderverein Koblenz?
Oliver Feils: Ein Jugendförderverein (JFV) ist nicht berechtigt, höher als in der Jugend-Regionalliga zu spielen, sodass der Weg in eine mögliche Liga, die aus Teams von Nachwuchsleistungszentren besteht, versperrt wäre. Dieser Aufstieg ist durch die Änderung der landesweiten Ligenstruktur in diesem Sommer auch realistischer geworden, da der Herbstmeister der Fußball-Regionalliga Südwest in den Altersklassen U19 und U17 automatisch in der Rückrunde in der aus Teams von Nachwuchsleistungszentren bestehenden Liga spielen darf. Zusätzlich gäbe es für einen JFV Probleme bei der Lizensierung der Seniorenteams, sofern diese die Möglichkeit hätten, in einer höheren Liga zu spielen. Ein JFV Koblenz ist also aus meiner Sicht keine realistische Option.
Das-Run.de: Danke Oliver für deine Einschätzung zum Thema JFV. Lass uns nochmal genauer auf deine Rolle als Jugendleiter eingehen. Was möchtest du noch erreichen?
Oliver Feils: Gemeinsam mit Patrick Wagner und allen Trainern möchte ich im Rahmen unserer Möglichkeiten den Spielern eine gute Möglichkeit bieten, sich weiterzuentwickeln. Ich persönlich würde mich freuen, auch in vielen Jahren noch einige ehemalige Jugendspieler in unserer ersten Mannschaft oder in höheren Ligen zu sehen.
Das-Run.de: Oliver, lass uns am Ende noch über Ziele sprechen. Was sind denn die mittelfristigen Ziele im Jugendbereich der TuS Koblenz. Du darfst auch gerne auf das Stichwort “Infrastruktur” eingehen.
Oliver Feils: Die Infrastruktur ist ein großes Thema bei uns. Platzkapazitäten, Umkleidemöglichkeiten und Räumlichkeiten für Besprechungen sind leider nur sehr begrenzt verfügbar. Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, muss in diesem Bereich definitiv etwas passieren. Wir sind in Gesprächen mit umliegenden Vereinen, um Kooperationen einzugehen, die für beide Parteien einen Mehrwert haben. Für die Spielklassen, die wir in der Jugend anbieten, und das Trainingspensum, das wir im Leistungsbereich dafür gehen müssen, haben wir viel zu wenig Platzkapazitäten. Leider liegt es nicht immer nur in unserer Hand, und wir sind auf andere angewiesen. Wir geben in diesem Bereich alles, was wir können, und wir hoffen auf Besserung in Zukunft. In der Infrastruktur liegt auch die Basis für den weiteren Erfolg, um eine gute Ausbildung weiter gewährleisten zu können.
Das-Run.de: Oliver, vielen Dank, dass du Teil unserer Interviewserie gewesen bist. Danke für deine Erläuterungen rund um den Jugendfußball bei der TuS Koblenz. Wir wünschen dir und deinem Verein in den kommenden ein gutes Händchen und viel sportliche Erfolgserlebnisse. Mit harter Arbeit und Konstanz werdet ihr wieder das Aushängeschild im Fußballverband Rheinland.
Oliver Feils: Vielen Dank, dass ich meinen Verein in eurer Serie vorstellen durfte. Wir geben weiterhin Gas, um möglichst viele Nachwuchsspieler qualitativ hochwertig ausbilden zu können.
Bildquelle: TuS Koblenz