Unser heutiger Gast in der exklusiven Interviewreihe über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball kam durch einen Bundesfreiwilligendienst nach dem Abitur zu seinem heutigen Verein. Die Rede ist von Oliver Feils, der beim SV Eintracht Mendig großgeworden ist und mittlerweile seit mehreren Jahren Jugendleiter der TuS Koblenz ist. Im vorherigen Interview hat uns Oliver vieles über die Strukturen und Mannschaften der Schängelschmiede verraten. In diesem Interview haben wir die Chance genutzt, um das sportliche Abschneiden der Jugendteams in der Saison 2024/2025 zu analysieren und den Fokus auf die neue Spielzeit zu legen. Des Weiteren hat Jugendleiter Feils erläutert, was sich im Bereich Infrastruktur bei den Schängeln getan hat. In diesem Zusammenhang hat Oliver auch Details über die Kooperation mit dem VfL Kesselheim ausgeplaudert und erläutert, worin er die Vorteile sieht. Zu guter Letzt haben wir den Fußballfachmann auf die Kooperation zwischen der TuS Koblenz und Eintracht Frankfurt im Grundlagen- und Aufbaubereich angesprochen und uns erklären lassen, wie beide Mannschaften nachhaltig von einer Zusammenarbeit präsentieren können. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Oliver, du bist Jugendleiter bei der traditionsreichen TuS Koblenz und heute zum zweiten Mal Gast in unserer Interviewreihe über den Jugendfußball. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Oliver Feils: Liebe Community von Das-Run.de, mein Name ist Oliver Feils, ich bin angehender Lehrer für die Fächer Geschichte und Wirtschaft und wohne in Koblenz.
Das-Run.de: Oliver, wie bist du zum Fußballsport gekommen? Hast du selbst Fußball gespielt?
Oliver Feils: Ich bin in Mendig aufgewachsen und spiele dort seit den Bambinis Fußball mit meinen Freunden. Mehr als mit den Freunden zu kicken, ist daraus aber nie geworden, was mir aber völlig ausreicht. Wenn ich Zeit habe, und nicht mit der TuS unterwegs bin, bin ich auch gerne auf dem Sportplatz in Mendig.
Das-Run.de: Du hast die TuS Koblenz schon angesprochen. Wie bist du bei diesem Traditionsverein denn Jugendleiter geworden?
Oliver Feils: Ich habe mit dem Bruder des damaligen Jugendleiters der TuS Koblenz, Vincenzo di Maio, in Mendig eine Mannschaft trainiert. Nach meinem Abitur im Jahr 2017 habe ich dann meinen Bundesfreiwilligendienst bei der TuS gemacht. So war ich dann erstmal gemeinsam mit Vincenzo in der Jugendabteilung tätig und habe gleichzeitig angefangen, im Aufbaubereich mit Bernd Werner gemeinsam den Jahrgang 2007 zu betreuen.
Das-Run.de: Du hast also durch deinen Bundesfreiwilligendienst bei den Schängeln reingeschnuppert und somit erste Erfahrungen im Jugendbereich gesammelt. Wie lange bist du denn schon Jugendleiter beim Rhein-Mosel-Klub?
Oliver Feils: Vincenzo di Maio ist am Ende der Saison 2017/2018 zum Fußball-Zweiligisten 1.FC Nürnberg gewechselt und es gab erstmal keinen Nachfolger. Ich habe das Amt des Jugendleiters dann von ihm übernommen und ab diesem Zeitpunkt immer mit verschiedenen Kollegen zusammengearbeitet. Manuel Moral und etwas später Michael Stahl waren diejenigen, die sich zunächst mit mir um die Jugend gekümmert haben. 2019 kam dann die Anfrage des TuS-Präsidenten Christian Krey, ob ich es mir vorstellen kann, den Posten des Vorstand Jugend zu übernehmen. Seit der Wahl im Dezember 2019 habe ich diesen Posten inne. Als Unterstützung hatte ich mit Marc Mies einen erfahrenen Kollegen zur Seite, der das Amt des Sportlichen Leiters für den Jugendbereich ausgefüllt hat. Er hatte einen großen Anteil am Erfolg der Jugendmannschaften der letzten Jahre. Seit Anfang 2024 ist Patrick Wagner nun Sportlicher Leiter der Jugendabteilung und lenkt mit mir die Geschicke der Schängelschmiede.
Das-Run.de: Oli, lass uns zu Beginn des Interviews nochmal auf die Saison 2024/2025 zurückblicken. Wie bewertest du die vergangene Spielzeit der einzelnen Jugendmannschaften?
Oliver Feils: In der Saison 2024/2025 waren wir mit dem Abschneiden der Teams grundsätzlich zufrieden. Die U19 und U17 haben in der Fußball-Regionalliga Südwest eine durchwachsene Hinrunde gespielt und in der Rückrunde dann einen weiteren Schritt in der Entwicklung gemacht. Die U15, ebenfalls in der Junioren-Regionalliga Südwest heimisch, hat eine gute Hinrunde gespielt, konnte dann in der Rückrunde daran leider nicht mehr anknüpfen. Die U16 hat in der Junioren-Rheinlandliga einen guten zweiten Platz erreicht und sich gut auf die jetzige Saison in der U17-Regionalliga Südwest vorbereitet. Bei den Teams im Aufbau- und Grundlagenbereich (bis U14) sind wir mit der Entwicklung ebenfalls zufrieden gewesen.
Das-Run.de: Was macht dich beim Blick auf die vergangene Saison besonders stolz?
Oliver Feils: Wir sind in der U19 mit einem fast komplett jüngeren Jahrgang in der Fußball-Regionalliga Südwest an den Start gegangen. Teilweise standen nur Spieler vom jüngeren Jahrgang auf dem Platz. Das wir damit den fünften Platz erreicht haben, war schon sehr gut.
Das-Run.de: Mit welchen Zielen im Jugendbereich seid ihr denn vor wenigen Wochen in die neue Saison gestartet?
Oliver Feils: Das Hauptziel ist und wird für uns immer die stetige Weiterentwicklung unserer Jugendspieler bleiben. Dafür haben wir uns noch breiter aufgestellt. Mit Marc Mies ist ein erfahrener Fußballfachmann zu uns zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Patrick Wagner kümmert er sich um die Teams im Aufbau- und Leistungsbereich (ab U15). Mit John Rausch haben wir für die Teams im Grundlagenbereich ebenfalls einen Koordinator, der sich mit unseren jüngsten Spielern in der Schängelschmiede bestens auskennt. Mit Mike Welzel (Techniktrainer) sowie Mario Gros und Chris Meyer (TW-Trainer) haben wir zudem drei Spezialtrainer im Jugendbereich. Nur so können wir Spieler bestmöglich ausbilden und in den höheren Altersstufen auf den Seniorenfußball vorbereiten.
Das-Run.de: Ihr habt aber auch den ein oder anderen Trainer in den Jugendmannschaften zur Saison 2025/2026 gewechselt. Wie kam es denn dazu?
Oliver Feils: Wir setzen schon seit mehreren Jahren auf einen Mix aus Kontinuität und neuen Impulsen von Trainern, die zu uns kommen. Um eine engere Verbindung zum Seniorenbereich zu haben, hat mit Ferhan Güngörmüs unser eigener Co-Trainer der ersten Mannschaft die U19 als Cheftrainer übernommen. Mit seinem langjährigen Trainerkollegen Lucas Kamps hat er einen vertrauten Mann an seiner Seite. In der U17 ist Marino Hofmann aus beruflichen Gründen ausgeschieden. Mit Christof Dillmann konnte aber schnell ein sehr guter Ersatz an der Seite von Jeffrey Yankey gefunden werden. In der U16 kamen mit Sascha Knoff und Philipp Barth zwei neue Trainer zu uns. Da die U14-Trainer wieder einen neuen Jahrgang in der U12 übernommen haben, haben Jonas Keßeler und Thorben Körte die U14 übernommen. Jonas Keßeler hat in der Rückrunde der vergangenen Saison gemeinsam mit Sören Walkenbach die U16 trainiert. Sören ist nun wieder gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Florian Schumacher für die U15 verantwortlich.
Das-Run.de: Im letzten Interview hast du berichtet, dass ihr den Jugendfußball in drei Bereiche gliedert. Seht ihr darin nach wie vor Vorteile?
Oliver Feils: Die Aufteilung in Leistungs-, Aufbau- und Grundlagenbereich sehen wir weiterhin als beste Aufteilung im Jugend- und Kinderfußball. Damit greifen wir auf Erfahrungen unserer Arbeit und von vielen Nachwuchsleistungszentren zurück, die damit gute Entwicklungen der Jugendspieler erzielen konnten. Die Schwerpunkte unterscheiden sich in den drei Bereichen und bauen aufeinander auf. Um noch gezielter in den einzelnen Bereichen arbeiten zu können, haben wir uns auch ganz bewusst für die Erweiterung des Koordinatoren- und Leitungsteams entschieden.
Das-Run.de: Seit Monaten fällt rund um den Jugendfußball immer wieder das Stichwort VfL Kesselheim. Gibt es dort eine Kooperation? Worin würden die Vorteile liegen?
Oliver Feils: Mit dem VfL Kesselheim haben wir einen Kooperationspartner gewinnen können, der eine sehr schöne Sportanlage hat. Diese Anlage hat ein hohes Entwicklungspotenzial in den kommenden Jahren. Die ausnahmslos ehrenamtlich Tätigen beim VfL Kesselheim leisten eine überragende Arbeit für ihren Verein und versuchen auch uns infrastrukturell mit Räumlichkeiten und Platzkapazitäten zu unterstützen. Gemeinsam mit dem VfL Kesselheim haben wir eine gemeinsame Bambini-Mannschaft ins Leben gerufen, die einen Zuwachs für die Jugendabteilung in Kesselheim sein soll und uns gleichzeitig die Möglichkeit gibt, junge Talente noch früher selbst ausbilden zu können. Wir versuchen, die Jugendabteilung in Kesselheim mit unserem Wissen im Jugendbereich zu fördern und erhalten an unserer großen Baustelle Infrastruktur eine große Hilfe. So entsteht ein Mehrwert für beide Vereine.
Das-Run.de: Das klingt echt spannend mit der Jugendkooperation mit dem VfL Kesselheim. Doch die guten Nachrichten reißen nicht ab, denn vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass ihr eine Kooperation mit dem Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt eingegangen seid. Wie kam es dazu?
Oliver Feils: Eintracht Frankfurt kam vor einigen Monaten auf mich zu und hat uns zu Gesprächen eingeladen, bei denen es um eine mögliche Kooperation ging. Wir haben dies als Chance zur Entwicklung gesehen und gemeinsam über die Inhalte und Mehrwerte gesprochen. Die Gespräche führten letztendlich zur kürzlich veröffentlichten Kooperation im Jugendbereich.
Das-Run.de: Oli, erzähl uns gerne mehr dazu. Was beinhaltet die Kooperation mit Eintracht Frankfurt?
Oliver Feils: Die Kooperation mit der Eintracht hat ihren Schwerpunkt im Grundlagen- und Aufbaubereich. Junge Talente bestmöglich zu fördern uns ausbilden zu können, steht im Mittelpunkt der Kooperation. Die Eintracht sieht im Rheinland ein weiteres Sichtungsgebiet mit großem Potenzial, da es im Umkreis kein Nachwuchsleistungszentrum gibt. Unsere Ressourcen in der gezielten Talentsichtung sind begrenzt, wohingegen die Eintracht in diesem Bereich sehr gut aufgestellt ist. Mithilfe der Zugkraft von Eintracht Frankfurt können wir mehr Talente für die TuS gewinnen. Die Eintracht kann die Entwicklung der Jungs in Zusammenarbeit mit uns noch intensiver beobachten. Um den Bedürfnissen sehr junger Spieler gerecht zu werden und Fahrzeiten möglichst gering zu halten, sind Kooperationsvereine wie wir als TuS Koblenz wichtig. Über jeden Spieler, der durch seine Zeit bei uns dann den Sprung nach Frankfurt schafft, freuen wir uns. Daneben sind Hospitationsmöglichkeiten und regelmäßige Leistungsvergleiche mit den anderen Kooperationspartnern Pluspunkte für uns. Die Kooperation befindet sich noch am Startpunkt und es wird sich zeigen, wie der mittelfristige Output aussieht, aber wir freuen uns auf ein neues Projekt und einen weiteren Partner.
Das-Run.de: Oli, lass uns noch über das Thema Infrastruktur sprechen. Gibt es Neuigkeiten zu Plätzen, Kabinen und dem Vereinsheim?
Oliver Feils: Die Situation bezüglich der Infrastruktur hat sich durch die Kooperation mit dem VfL Kesselheim schon etwas entspannt. Aber auch deren Rasenplatz muss geschont werden. Am heimischem Oberwerth ist die Situation weiterhin sehr bescheiden. Wir spielen und trainieren mit zehn Jugendteams und sechs Teams vom FC Rot-Weiss Koblenz auf einem Platz. Zusätzlich kommen Einheiten vom Fußballverband Rheinland dazu und in den kalten Monaten auch wieder die Seniorenmannschaften. Das hat in der Saison 2024/2025 dazu geführt, dass nur in 25 Prozent der Trainingswochen ohne große Änderungen oder Ausfälle trainiert werden konnte. Unter diesen Voraussetzungen Spieler gut auszubilden ist eine große Herausforderung. Das Potenzial wäre unter ordentlichen Bedingungen viel größer, was langfristig für die Stadt Koblenz und uns nur positive Effekte hätte. Die Kabinensituation auf dem Oberwerth ist ein weiteres Thema, was uns schon sehr viele Jahre beschäftigt. Wir sind dauerhaft in Kontakt mit der Stadt Koblenz, haben bislang aber keine weiteren Möglichkeiten erhalten. Mithilfe vieler Ehrenamtler, Spieler, Trainer und Eltern haben wir das bestehende Gebäude in der Sommerpause renoviert. Durch die zeitnahe Fertigstellung des Kunstrasenplatzes auf der Bezirkssportanlage Schmitzers Wiese erhoffen wir uns eine Verbesserung der Situation.
Das-Run.de: Oli, lass uns noch kurz auf den Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich schauen. Ihr habt nach dem Ende der vergangenen Saison mehreren Spielern Profiverträge gegeben. Wie wichtig ist es denn, eine gute Nachwuchsarbeit zu leisten?
Oliver Feils: Für uns ist eine gute Nachwuchsarbeit essenziell. Wir bilden Spieler aus, um möglichst viele später in unserer eigenen ersten Mannschaft zu sehen. Das ist uns in der jüngeren Vergangenheit auch immer besser gelungen. In den letzten Wochen haben vier weitere U19-Spieler bei der ersten Mannschaft debütiert, die alle schon länger als fünf Jahre bei uns in der Jugendabteilung spielen. Dass zeigt, wie der Weg auch in Zukunft aussehen muss. In der ersten Mannschaft ist ein Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern sehr wichtig. Die Installation von Ferhan als U19-Trainer ist ebenfalls ein deutliches Signal von den sportlich Verantwortlichen der Jugendabteilung in enger Zusammenarbeit mit Michael Stahl im Hinblick auf die Zukunft.
Das-Run.de: Lass uns am Ende noch kurz träumen. Meinst du, dass man mit einer U19-Mannschaft in der NLZ-Liga (dies ist die einstige Junioren-Bundesliga und demnach die höchste Spielklasse im Jugendfußball) wieder die Monopolstellung im Rheinland hätte?
Oliver Feils: Wir versuchen, bestmöglich zu arbeiten. Wir würden uns über einen Aufstieg der U19 oder U17 in die NLZ-Liga natürlich freuen. Ein Team in der NLZ-Liga wäre mit Sicherheit ein Vorteil, aber keine Monopolstellung, wenn man mehr als die Spielklasse betrachtet. Momentan sind wir weiterhin der einzige Verein im nördlichen Rheinland-Pfalz der dauerhaft die U15, U17 und U19 in der Fußball-Regionalliga Südwest hat und mit dem SV Eintracht Trier den größten Anteil der Rheinlandauswahl in den jeweiligen Jahrgänge stellen. Darauf dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen und müssen immer neue Wege finden, um kontinuierlich besser zu werden. Wo das dann hinführt, bleibt abzuwarten.
Das-Run.de: Oliver, vielen Dank, dass du erneut Teil unserer Interviewserie gewesen bist. Wir wünschen dir und deinem Verein in den kommenden Monaten ein gutes Händchen und viel sportliche Erfolgserlebnisse. Mit harter Arbeit und Konstanz werdet ihr wieder das Aushängeschild im Fußballverband Rheinland und auch die Eintracht aus Frankfurt als Kooperationspartner nachhaltig stärken.
Oliver Feils: Vielen Dank, dass ich meinen Verein in eurer Serie vorstellen durfte. Wir geben weiterhin Gas, um möglichst viele Nachwuchsspieler qualitativ hochwertig ausbilden zu können.
Fotoquelle: privat
Das-Run.de: Hallo Oliver, du bist Jugendleiter bei der traditionsreichen TuS Koblenz und heute zum zweiten Mal Gast in unserer Interviewreihe über den Jugendfußball. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Oliver Feils: Liebe Community von Das-Run.de, mein Name ist Oliver Feils, ich bin angehender Lehrer für die Fächer Geschichte und Wirtschaft und wohne in Koblenz.
Das-Run.de: Oliver, wie bist du zum Fußballsport gekommen? Hast du selbst Fußball gespielt?
Oliver Feils: Ich bin in Mendig aufgewachsen und spiele dort seit den Bambinis Fußball mit meinen Freunden. Mehr als mit den Freunden zu kicken, ist daraus aber nie geworden, was mir aber völlig ausreicht. Wenn ich Zeit habe, und nicht mit der TuS unterwegs bin, bin ich auch gerne auf dem Sportplatz in Mendig.
Das-Run.de: Du hast die TuS Koblenz schon angesprochen. Wie bist du bei diesem Traditionsverein denn Jugendleiter geworden?
Oliver Feils: Ich habe mit dem Bruder des damaligen Jugendleiters der TuS Koblenz, Vincenzo di Maio, in Mendig eine Mannschaft trainiert. Nach meinem Abitur im Jahr 2017 habe ich dann meinen Bundesfreiwilligendienst bei der TuS gemacht. So war ich dann erstmal gemeinsam mit Vincenzo in der Jugendabteilung tätig und habe gleichzeitig angefangen, im Aufbaubereich mit Bernd Werner gemeinsam den Jahrgang 2007 zu betreuen.
Das-Run.de: Du hast also durch deinen Bundesfreiwilligendienst bei den Schängeln reingeschnuppert und somit erste Erfahrungen im Jugendbereich gesammelt. Wie lange bist du denn schon Jugendleiter beim Rhein-Mosel-Klub?
Oliver Feils: Vincenzo di Maio ist am Ende der Saison 2017/2018 zum Fußball-Zweiligisten 1.FC Nürnberg gewechselt und es gab erstmal keinen Nachfolger. Ich habe das Amt des Jugendleiters dann von ihm übernommen und ab diesem Zeitpunkt immer mit verschiedenen Kollegen zusammengearbeitet. Manuel Moral und etwas später Michael Stahl waren diejenigen, die sich zunächst mit mir um die Jugend gekümmert haben. 2019 kam dann die Anfrage des TuS-Präsidenten Christian Krey, ob ich es mir vorstellen kann, den Posten des Vorstand Jugend zu übernehmen. Seit der Wahl im Dezember 2019 habe ich diesen Posten inne. Als Unterstützung hatte ich mit Marc Mies einen erfahrenen Kollegen zur Seite, der das Amt des Sportlichen Leiters für den Jugendbereich ausgefüllt hat. Er hatte einen großen Anteil am Erfolg der Jugendmannschaften der letzten Jahre. Seit Anfang 2024 ist Patrick Wagner nun Sportlicher Leiter der Jugendabteilung und lenkt mit mir die Geschicke der Schängelschmiede.
Das-Run.de: Oli, lass uns zu Beginn des Interviews nochmal auf die Saison 2024/2025 zurückblicken. Wie bewertest du die vergangene Spielzeit der einzelnen Jugendmannschaften?
Oliver Feils: In der Saison 2024/2025 waren wir mit dem Abschneiden der Teams grundsätzlich zufrieden. Die U19 und U17 haben in der Fußball-Regionalliga Südwest eine durchwachsene Hinrunde gespielt und in der Rückrunde dann einen weiteren Schritt in der Entwicklung gemacht. Die U15, ebenfalls in der Junioren-Regionalliga Südwest heimisch, hat eine gute Hinrunde gespielt, konnte dann in der Rückrunde daran leider nicht mehr anknüpfen. Die U16 hat in der Junioren-Rheinlandliga einen guten zweiten Platz erreicht und sich gut auf die jetzige Saison in der U17-Regionalliga Südwest vorbereitet. Bei den Teams im Aufbau- und Grundlagenbereich (bis U14) sind wir mit der Entwicklung ebenfalls zufrieden gewesen.
Das-Run.de: Was macht dich beim Blick auf die vergangene Saison besonders stolz?
Oliver Feils: Wir sind in der U19 mit einem fast komplett jüngeren Jahrgang in der Fußball-Regionalliga Südwest an den Start gegangen. Teilweise standen nur Spieler vom jüngeren Jahrgang auf dem Platz. Das wir damit den fünften Platz erreicht haben, war schon sehr gut.
Das-Run.de: Mit welchen Zielen im Jugendbereich seid ihr denn vor wenigen Wochen in die neue Saison gestartet?
Oliver Feils: Das Hauptziel ist und wird für uns immer die stetige Weiterentwicklung unserer Jugendspieler bleiben. Dafür haben wir uns noch breiter aufgestellt. Mit Marc Mies ist ein erfahrener Fußballfachmann zu uns zurückgekehrt. Gemeinsam mit dem Sportlichen Leiter Patrick Wagner kümmert er sich um die Teams im Aufbau- und Leistungsbereich (ab U15). Mit John Rausch haben wir für die Teams im Grundlagenbereich ebenfalls einen Koordinator, der sich mit unseren jüngsten Spielern in der Schängelschmiede bestens auskennt. Mit Mike Welzel (Techniktrainer) sowie Mario Gros und Chris Meyer (TW-Trainer) haben wir zudem drei Spezialtrainer im Jugendbereich. Nur so können wir Spieler bestmöglich ausbilden und in den höheren Altersstufen auf den Seniorenfußball vorbereiten.
Das-Run.de: Ihr habt aber auch den ein oder anderen Trainer in den Jugendmannschaften zur Saison 2025/2026 gewechselt. Wie kam es denn dazu?
Oliver Feils: Wir setzen schon seit mehreren Jahren auf einen Mix aus Kontinuität und neuen Impulsen von Trainern, die zu uns kommen. Um eine engere Verbindung zum Seniorenbereich zu haben, hat mit Ferhan Güngörmüs unser eigener Co-Trainer der ersten Mannschaft die U19 als Cheftrainer übernommen. Mit seinem langjährigen Trainerkollegen Lucas Kamps hat er einen vertrauten Mann an seiner Seite. In der U17 ist Marino Hofmann aus beruflichen Gründen ausgeschieden. Mit Christof Dillmann konnte aber schnell ein sehr guter Ersatz an der Seite von Jeffrey Yankey gefunden werden. In der U16 kamen mit Sascha Knoff und Philipp Barth zwei neue Trainer zu uns. Da die U14-Trainer wieder einen neuen Jahrgang in der U12 übernommen haben, haben Jonas Keßeler und Thorben Körte die U14 übernommen. Jonas Keßeler hat in der Rückrunde der vergangenen Saison gemeinsam mit Sören Walkenbach die U16 trainiert. Sören ist nun wieder gemeinsam mit seinem Trainerkollegen Florian Schumacher für die U15 verantwortlich.
Das-Run.de: Im letzten Interview hast du berichtet, dass ihr den Jugendfußball in drei Bereiche gliedert. Seht ihr darin nach wie vor Vorteile?
Oliver Feils: Die Aufteilung in Leistungs-, Aufbau- und Grundlagenbereich sehen wir weiterhin als beste Aufteilung im Jugend- und Kinderfußball. Damit greifen wir auf Erfahrungen unserer Arbeit und von vielen Nachwuchsleistungszentren zurück, die damit gute Entwicklungen der Jugendspieler erzielen konnten. Die Schwerpunkte unterscheiden sich in den drei Bereichen und bauen aufeinander auf. Um noch gezielter in den einzelnen Bereichen arbeiten zu können, haben wir uns auch ganz bewusst für die Erweiterung des Koordinatoren- und Leitungsteams entschieden.
Das-Run.de: Seit Monaten fällt rund um den Jugendfußball immer wieder das Stichwort VfL Kesselheim. Gibt es dort eine Kooperation? Worin würden die Vorteile liegen?
Oliver Feils: Mit dem VfL Kesselheim haben wir einen Kooperationspartner gewinnen können, der eine sehr schöne Sportanlage hat. Diese Anlage hat ein hohes Entwicklungspotenzial in den kommenden Jahren. Die ausnahmslos ehrenamtlich Tätigen beim VfL Kesselheim leisten eine überragende Arbeit für ihren Verein und versuchen auch uns infrastrukturell mit Räumlichkeiten und Platzkapazitäten zu unterstützen. Gemeinsam mit dem VfL Kesselheim haben wir eine gemeinsame Bambini-Mannschaft ins Leben gerufen, die einen Zuwachs für die Jugendabteilung in Kesselheim sein soll und uns gleichzeitig die Möglichkeit gibt, junge Talente noch früher selbst ausbilden zu können. Wir versuchen, die Jugendabteilung in Kesselheim mit unserem Wissen im Jugendbereich zu fördern und erhalten an unserer großen Baustelle Infrastruktur eine große Hilfe. So entsteht ein Mehrwert für beide Vereine.
Das-Run.de: Das klingt echt spannend mit der Jugendkooperation mit dem VfL Kesselheim. Doch die guten Nachrichten reißen nicht ab, denn vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass ihr eine Kooperation mit dem Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt eingegangen seid. Wie kam es dazu?
Oliver Feils: Eintracht Frankfurt kam vor einigen Monaten auf mich zu und hat uns zu Gesprächen eingeladen, bei denen es um eine mögliche Kooperation ging. Wir haben dies als Chance zur Entwicklung gesehen und gemeinsam über die Inhalte und Mehrwerte gesprochen. Die Gespräche führten letztendlich zur kürzlich veröffentlichten Kooperation im Jugendbereich.
Das-Run.de: Oli, erzähl uns gerne mehr dazu. Was beinhaltet die Kooperation mit Eintracht Frankfurt?
Oliver Feils: Die Kooperation mit der Eintracht hat ihren Schwerpunkt im Grundlagen- und Aufbaubereich. Junge Talente bestmöglich zu fördern uns ausbilden zu können, steht im Mittelpunkt der Kooperation. Die Eintracht sieht im Rheinland ein weiteres Sichtungsgebiet mit großem Potenzial, da es im Umkreis kein Nachwuchsleistungszentrum gibt. Unsere Ressourcen in der gezielten Talentsichtung sind begrenzt, wohingegen die Eintracht in diesem Bereich sehr gut aufgestellt ist. Mithilfe der Zugkraft von Eintracht Frankfurt können wir mehr Talente für die TuS gewinnen. Die Eintracht kann die Entwicklung der Jungs in Zusammenarbeit mit uns noch intensiver beobachten. Um den Bedürfnissen sehr junger Spieler gerecht zu werden und Fahrzeiten möglichst gering zu halten, sind Kooperationsvereine wie wir als TuS Koblenz wichtig. Über jeden Spieler, der durch seine Zeit bei uns dann den Sprung nach Frankfurt schafft, freuen wir uns. Daneben sind Hospitationsmöglichkeiten und regelmäßige Leistungsvergleiche mit den anderen Kooperationspartnern Pluspunkte für uns. Die Kooperation befindet sich noch am Startpunkt und es wird sich zeigen, wie der mittelfristige Output aussieht, aber wir freuen uns auf ein neues Projekt und einen weiteren Partner.
Das-Run.de: Oli, lass uns noch über das Thema Infrastruktur sprechen. Gibt es Neuigkeiten zu Plätzen, Kabinen und dem Vereinsheim?
Oliver Feils: Die Situation bezüglich der Infrastruktur hat sich durch die Kooperation mit dem VfL Kesselheim schon etwas entspannt. Aber auch deren Rasenplatz muss geschont werden. Am heimischem Oberwerth ist die Situation weiterhin sehr bescheiden. Wir spielen und trainieren mit zehn Jugendteams und sechs Teams vom FC Rot-Weiss Koblenz auf einem Platz. Zusätzlich kommen Einheiten vom Fußballverband Rheinland dazu und in den kalten Monaten auch wieder die Seniorenmannschaften. Das hat in der Saison 2024/2025 dazu geführt, dass nur in 25 Prozent der Trainingswochen ohne große Änderungen oder Ausfälle trainiert werden konnte. Unter diesen Voraussetzungen Spieler gut auszubilden ist eine große Herausforderung. Das Potenzial wäre unter ordentlichen Bedingungen viel größer, was langfristig für die Stadt Koblenz und uns nur positive Effekte hätte. Die Kabinensituation auf dem Oberwerth ist ein weiteres Thema, was uns schon sehr viele Jahre beschäftigt. Wir sind dauerhaft in Kontakt mit der Stadt Koblenz, haben bislang aber keine weiteren Möglichkeiten erhalten. Mithilfe vieler Ehrenamtler, Spieler, Trainer und Eltern haben wir das bestehende Gebäude in der Sommerpause renoviert. Durch die zeitnahe Fertigstellung des Kunstrasenplatzes auf der Bezirkssportanlage Schmitzers Wiese erhoffen wir uns eine Verbesserung der Situation.
Das-Run.de: Oli, lass uns noch kurz auf den Übergang vom Jugend- in den Seniorenbereich schauen. Ihr habt nach dem Ende der vergangenen Saison mehreren Spielern Profiverträge gegeben. Wie wichtig ist es denn, eine gute Nachwuchsarbeit zu leisten?
Oliver Feils: Für uns ist eine gute Nachwuchsarbeit essenziell. Wir bilden Spieler aus, um möglichst viele später in unserer eigenen ersten Mannschaft zu sehen. Das ist uns in der jüngeren Vergangenheit auch immer besser gelungen. In den letzten Wochen haben vier weitere U19-Spieler bei der ersten Mannschaft debütiert, die alle schon länger als fünf Jahre bei uns in der Jugendabteilung spielen. Dass zeigt, wie der Weg auch in Zukunft aussehen muss. In der ersten Mannschaft ist ein Mix aus jungen Talenten und erfahrenen Spielern sehr wichtig. Die Installation von Ferhan als U19-Trainer ist ebenfalls ein deutliches Signal von den sportlich Verantwortlichen der Jugendabteilung in enger Zusammenarbeit mit Michael Stahl im Hinblick auf die Zukunft.
Das-Run.de: Lass uns am Ende noch kurz träumen. Meinst du, dass man mit einer U19-Mannschaft in der NLZ-Liga (dies ist die einstige Junioren-Bundesliga und demnach die höchste Spielklasse im Jugendfußball) wieder die Monopolstellung im Rheinland hätte?
Oliver Feils: Wir versuchen, bestmöglich zu arbeiten. Wir würden uns über einen Aufstieg der U19 oder U17 in die NLZ-Liga natürlich freuen. Ein Team in der NLZ-Liga wäre mit Sicherheit ein Vorteil, aber keine Monopolstellung, wenn man mehr als die Spielklasse betrachtet. Momentan sind wir weiterhin der einzige Verein im nördlichen Rheinland-Pfalz der dauerhaft die U15, U17 und U19 in der Fußball-Regionalliga Südwest hat und mit dem SV Eintracht Trier den größten Anteil der Rheinlandauswahl in den jeweiligen Jahrgänge stellen. Darauf dürfen wir uns natürlich nicht ausruhen und müssen immer neue Wege finden, um kontinuierlich besser zu werden. Wo das dann hinführt, bleibt abzuwarten.
Das-Run.de: Oliver, vielen Dank, dass du erneut Teil unserer Interviewserie gewesen bist. Wir wünschen dir und deinem Verein in den kommenden Monaten ein gutes Händchen und viel sportliche Erfolgserlebnisse. Mit harter Arbeit und Konstanz werdet ihr wieder das Aushängeschild im Fußballverband Rheinland und auch die Eintracht aus Frankfurt als Kooperationspartner nachhaltig stärken.
Oliver Feils: Vielen Dank, dass ich meinen Verein in eurer Serie vorstellen durfte. Wir geben weiterhin Gas, um möglichst viele Nachwuchsspieler qualitativ hochwertig ausbilden zu können.
Fotoquelle: privat