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Ein wahres Fußballfest wird am frühen Montagabend im Stadion Oberwerth über die Bühne gehen. Die Begegnung zwischen dem Fußball-Oberligisten TuS Koblenz und dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg wird die erste Runde im Wettbewerb um den DFB-Pokal abrunden. Über 7000 Zuschauer werden gemeinsam dafür Sorgen, dass die TuS-Spieler über sich hinauswachsen können. Im exklusiven Interview haben wir vorab mit Cheftrainer Michael Stahl über seine Erinnerungen an den DFB-Pokal gesprochen. Darüber hinaus hat uns Stahli verraten, was er von seinem Team sehen möchte, um den Traum vom Duell mit dem SV Werder Bremen in der zweiten Runde am Leben zu erhalten.

Das-Run.de: Hallo Stahli, ihr spielt am Montagabend in Runde eins des DFB-Pokals gegen den Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. Wie groß ist die Vorfreude auf das Spiel vor heimischem Publikum? Schließlich ist das letzte Spiel im DFB-Pokal bereits 2017 gewesen.

Michael Stahl: Ich glaube, dass die Vorfreude im Umfeld riesig ist. Wir haben am Freitag die Marke von 7000 Zuschauern geknackt. In den letzten Tagen ist nochmal ein richtiger Run auf die Karten gestartet. Der Oberwerth wird gut voll werden, obwohl wir an einem Montagabend gegen den VfL Wolfsburg spielen. Für viele Spieler wird dies ein riesiges Erlebnis werden, denn der ein oder andere hat letztes Jahr noch vor wenigen Hundert Zuschauern gespielt. Im eigenen Wohnzimmer im DFB-Pokal gegen einen Bundesligisten zu spielen, wird ein riesiges Erlebnis.

Das-Run.de: Du hast die riesige Vorfreude angesprochen. Als Spieler konntest du ja schon einige Pokalspiele absolvieren. Was für Erinnerungen hast du an das letzte Spiel im DFB-Pokal im Jahr 2017. Ihr habt ja gegen Dynamo Dresden mit 2:3 verloren.

Michael Stahl: Tatsächlich nur positive, denn im Leben vergisst man mit der Zeit die negativen Erlebnisse. Natürlich war das Drumherum mit der Verlegung des Spielortes chaotisch, jedoch haben am Ende des Tages unsere Fans und die Unterstützer von Dynamo gemeinsam ein Fußballfest auf die Beine gestellt. An diesem Tag hat der Fußball gezeigt, zu was er im Stande ist. Und auch sportlich sind wir ja nur knapp gescheitert und haben sogar die riesen Chance auf das 3:3 vom Elfmeterpunkt liegen lassen.

Das-Run.de: Das ist eine tolle Einstellung. Der DFB-POKAL scheint dir in guter Erinnerung geblieben zu sein. Kannst du dich noch an den Moment erinnern, in dem du deutschlandweit bekannt wurdest? Schließlich hast du 2010 das Tor des Jahres erzielt.

Michael Stahl: 2010, da war doch was. An den Moment habe ich tolle Erinnerungen. Ich habe zwar das Tor geschossen, aber es gehört mir nicht allein. Dafür ist die Tragweite zu groß. Man merkt dieser Tage, dass viele Menschen in Erinnerungen schwelgen. Und darum sollte es im Leben doch auch gehen. Ich habe dieser Tage regelmäßig ein Lächeln im Gesicht.

Das-Run.de: Dann ist es doch an der Zeit, wieder neue Erinnerungen zu schaffen. Ein guter Zeitpunkt wäre sicher der Montagabend. Was sagst du denn zum Erstrundenlos VfL Wolfsburg?

Michael Stahl: Für alle, die es mit der TuS halten, war etwas Enttäuschung zu spüren. Bei allen, die es nicht mit der TuS halten, war die Freude groß, denn wir haben nicht das ganz große Los gezogen. Jedoch gibt es zwei Dinge, die ich richtig positiv finde. Zum einen werden wir ein richtiges Heimspiel haben und darauf freuen wir uns. Ich hätte keinen Spaß daran gehabt, wenn wir im Stadion gesessen hätten, und 6000 Bayern-Fans anwesend gewesen wären. Zum anderen treffen wir mit dem VfL Wolfsburg auf einen gestandenen Bundesligist und mehrfachen Teilnehmer an der Champions League. Das wir uns mit diesem Verein messen dürfen ist aus sportlicher Sicht einfach nur eine coole Sache.

Das-Run.de: Ihr habt ein richtiges Heimspiel im Stadion Oberwerth. Rundet dies das Erlebnis, im Vergleich zum Jahr 2017, entscheidend ab?

Michael Stahl: Zu 100 Prozent. Ich habe es die Tage schon einmal gesagt. Wir haben vor 13 Jahren im Januar letztmals ein Spiel im DFB-Pokal, Gegner ist der 1. FC Kaiserslautern gewesen, bestritten. Diese Sehnsucht nach einem Pokalspiel im Stadion Oberwerth ist riesig. Zum Glück, haben wir nochmal die Möglichkeit.

Das-Run.de: Bei euren Heimspielen werdet ihr ja vom Support der Fans beflügelt. Was erhofft du dir von der Black-Blue-Schängel-Army?

Michael Stahl: Ein richtiges Feuerwerk. Ich glaube, dass unsere Fans für ein Spektakel im Rahmen unserer Möglichkeiten sorgen werden. Es ist einfach geil, an besonderen Tagen ins Stadion zu laufen, nach links in Richtung Block eins zu schauen und eine Choreo zu sehen, die dich aus den Socken haut. Da hast du für einen Moment Gänsehaut am ganzen Körper und musst dich echt für einen Moment konzentrieren, um fokussiert auf das Spiel zu bleiben. Das sind die Tage, die einem in Erinnerung bleiben und unseren Verein zu etwas Besonderem in der Region machen.

Das-Run.de: Wir haben viel über deine persönlichen Erinnerungen an den DFB-Pokal als Spieler gesprochen. Am Montag stehst du jetzt erstmals als Trainer an der Seitenlinie. Was hast du dir vorgenommen?

Michael Stahl: Mutig und leidenschaftlich möchte ich den Auftritt meiner Mannschaft sehen. Mir ist klar, dass wir der Außenseiter sind. Jedoch möchte ich, dass mein Team sich nicht versteckt und so viel wie nur möglich von dem zeigt, was in unserem Können steckt.

Das-Run.de: Wie habt ihr euch auf den VfL Wolfsburg vorbereitet?

Michael Stahl: Wir haben uns intensiv auf den Gegner vorbereitet, werden den Jungs aber noch nicht alles im Detail mitteilen. Die Jungs brauchen für den Montag einen freien Kopf, da sie viele Eindrücke zum ersten Mal erleben werden. Da benötigen sie nicht noch unglaublich viele Impulse vom Trainerteam. Wir müssen unseren Fußball spielen, möglichst viel von der Stimmung aufsaugen und diese Energie nutzen, um über unsere Leistungsgrenze gehen zu können. Kämpferisch und Läuferisch müssen wir voll da sein. Mit dem gesammelten Wissen über den Gegner VfL Wolfsburg müssen wir Behutsam umgehen.

Das-Run.de: Siehst du es eigentlich als Vorteil an, schon zwei Pflichtspiele bestritten zu haben?

Michael Stahl: Schwierig zu sagen. Wir haben zumindest in den beiden Spielen gesehen, wie wir Spiele erfolgreich gestalten können oder eben nicht. Die Reserve vom 1. FC Kaiserslautern und der FV Engers sind zwei komplett unterschiedliche Mannschaften gewesen. Gegen Lautern haben wir einen Top-Tag gehabt, gegen Engers eher einen mäßigen. Deshalb ist es für mich kein Nachteil, schon zwei Spiele bestritten zu haben.

Das-Run.de: Ist das Spiel in deinen Augen eine Reifeprüfung für deine recht junge Mannschaft?

Michael Stahl: Reifeprüfung ist vermutlich das falsche Wort. Ich würde den Begriff Lehrstück bevorzugen. Wir werden in diesem Spiel gegen einen absoluten Topgegner abgeprüft und können genau schauen, wie viel wir von unserer Spielidee auf den Platz bringen und in welchem Tempo Fehler bestraft werden. Es ist unheimlich wichtig, diese Intensität und Geschwindigkeit auf dem Platz mal am eigenen Leib zu erfahren. Wenn wir richtig Gas geben und das Spiel ordentlich analysieren, werden wir viel für künftige Spiele dazulernen. Es ist immer besser, die Intensität und Schnelllebigkeit einmal selbst zu spüren.

Das-Run.de: Dann wünschen wir gutes Gelingen bei einem hoffentlich einmaligen Fußballfest in eurem Wohnzimmer. Lasst euer Herz auf dem Platz. Und wer weiß, vielleicht gibt es die Sensation. Wer wäre denn dein Wunschgegner für Runde zwei?

Michael Stahl: Das werden wir. Wir müssen Leistung bringen, dürfen aber auch den Spaß nicht verlieren. Und in Runde zwei wünsche ich mir auf jeden Fall Werder Bremen.

Das-Run.de: Danke für deine Zeit Stahli.

Michael Stahl: Danke euch. Wir sehen uns im Stadion.

Bildquelle: TuS Koblenz