Unser nächster Gesprächsgast der Interviewreihe rund um den Jugendfußball ist Matthias Houy. Der Familienvater ist seit dem 1. Juli Jugendleiter bei den Sportfreunden Eisbachtal und für den Grundlagenbereich von den Bambinis bis zu den D-Junioren zuständig. Im exklusiven Interview berichtet er uns, wie er nach einigen Jahren Pause wieder den Weg zum Fußballsport gefunden hat und warum er davon überzeugt ist, dass das neue Ausbildungskonzept der Eisbären schon in absehbarer Zeit erste Früchte tragen wird – trotz zahlreicher Konkurrenten in der Region rund um den Westerwald.
Das-Run.de: Hallo Matthias, du bist heute unser Gast in der Serie über Jugendleiter. Stelle dich gerne der Community kurz vor.
Matthias Houy: Hallo allerseits, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Matthias Houy, ich bin 41 Jahre alt und wohne mit meinen beiden Söhnen und meiner Frau im schönen Girod. 2017 bin ich gemeinsam mit meinem ältesten Sohn zu den Eisbären gewechselt und seitdem aktiv bei den Sportfreunden Eisbachtal dabei.
Das-Run.de: Wie bist du zum Fußball gekommen? Welche Stationen hast du durchlaufen?
Matthias Houy: Mit fünf Jahren habe ich damals bei der JSG Elbert mit dem Fußball begonnen. Ein Kindergartenfreund kam zu mir und fragte mich, ob ich Lust hätte mit aufs Training zu kommen, da sein Vater Trainer war. Also bin ich mit auf den Platz und seitdem hat der Fußball mich nicht mehr losgelassen. Bei der JSG Elbert habe ich dann alle Jugenden durchlaufen und bis zur A-Jugend gespielt. In besonderer Erinnerung habe ich die Zeit bis zur D-Jugend. Wir hatten mit Gerd Höber einen tollen Trainer und Menschen, der uns Kinder super abgeholt hat. Das hat mich nachhaltig geprägt. Anschließend stand dann meine berufliche Laufbahn im Vordergrund, wodurch ich nicht mehr aktiv im Seniorenbereich spielen konnte. Durch meinen fußballbegeisterten Sohn habe ich dann den Weg zurück zum Kicken gefunden und kam zu meiner ersten Trainerstation bei der JSG Ahrbach. Von 2015 bis 2017 durfte ich die Minikicker begleiten. 2017 kam ich dann zu den Sportfreunden Eisbachtal, dort bin ich bis heute tätig.
Das-Run.de: Schön, dass du durch deinen Sohn erneut den Weg zum Fußball gefunden hast. Mittlerweile bist du ja Jugendleiter bei den Sportfreunden Eisbachtal. Wie lange übst du dieses Amt schon aus?
Matthias Houy: Ich bin Jugendleiter für den Grundlagenbereich von der U7 bis zur U13 und habe das Amt in diesem Sommer zum 1. Juli übernommen. Darüber hinaus organisiere ich zusammen mit meinem Trainerkollegen Mentor Orani gut besetzte Turniere und Leistungsvergleiche und gehöre zum Trainerteam der U11.
Das-Run.de: Matthias, du hast die hochklassig besetzten Jugendturniere angesprochen. Was bedeutet eigentlich Jugendfußball bei den Sportfreunden Eisbachtal?
Matthias Houy: Ich würde sagen Passion, Hingabe und Leidenschaft. Der Jugendfußball hat bei uns den höchsten Stellenwert. Alle in der Jugendabteilung investieren sehr viel Zeit und Herzblut in die Ausbildung der Spieler. Unsere Jugendarbeit ist regional und überregional das Aushängeschild des Vereins. Ich denke, dass jeder Spieler oder Vereinsfunktionär mit Stolz und Überzeugung das Eisbachtalwappen auf der Brust trägt.
Das-Run.de: Jugendfußballer werden ausgebildet, um später bei den Senioren tragende Rollen zu übernehmen. Nach welchem Konzept bildet ihr eigentlich aus? Gibt es gegebenenfalls Altersbereiche?
Matthias Houy: Das ist eine spannende Frage. Wir haben in diesem Sommer ein nachhaltiges Konzept entworfen mit einer Philosophie, die aus unserer Sicht optimale Rahmenbedingungen schafft. Damit wird sichergestellt, dass sich unsere Spieler alters- und kindgerecht entwickeln können. Um hier vielleicht ein kleinen Einblick zu bekommen: Es geht beispielsweise los bei der Persönlichkeitsausbildung. Hier haben wir gemeinsame Werte und Normen, die wir als Trainer und Vereinsfunktionäre vorleben, aber auch einfordern. Weiter geht es über die Trainingsstruktur bis hin zu Trainings- und Spielprinzipien für die jeweiligen Altersbereiche und endet bei einer Periodisierung des Trainingsbetriebs. Ein weiterer Baustein besteht aus unseren Turnieren und Leistungsvergleichen, welche wir auch regelmäßig unseren Spielern anbieten. Die Spielregeln dafür gestalten wir nach unserer Ausbildungsphilosophie. Das heißt, das Ergebnis ist dabei zweitrangig, da es in allererster Linie darum geht, den Spielern die richtigen Inhalte zu vermitteln. Alles in Allem haben wir ein umfangreiches Konzept erstellt, mit denen unsere Trainer zukünftig arbeiten und ausbilden dürfen. Und ja, wir haben alle Altersbereiche von der U7 (Bambinis) bis zur U19 (A-Junioren) besetzt.
Das-Run.de: Du hast die hochklassigen Turniere angesprochen. Regelmäßig sind Teams aus Nachwuchsleistungszentren zu Gast. Wie wichtig sind denn diese Kräftemessen?
Matthias Houy: Ich finde es sehr wichtig, wir wollen uns gegen die besten Teams messen. Auch wenn wir uns nicht mit den Mannschaften aus Nachwuchsleistungszentren vergleichen können, ist es unsere Philosophie, von den Besten zu lernen und das auf dem höchst möglichen Level.
Das-Run.de: Ihr messt euch nicht nur mit Teams aus Nachwuchsleistungszentren, sondern habt auch eine Kooperation. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Sportfreunden Eisbachtal und dem Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05. Was genau steckt dahinter?
Matthias Houy: Ja genau, wir sind seit letztem Jahr eines der drei Ausbildungszentren von Mainz 05. Die Kooperation rund ums Ausbildungszentrum erstreckt sich im Grundlagenbereich bis zur U13 (D-Junioren), wo ich Ansprechpartner bin. Ja, was steckt dahinter? Um es kurz zu fassen: Mainz 05 hat sich entschieden, Ausbildungszentren zu gründen, da es in den Regionen rund um Mainz viele Talente gibt, die sie so besser erreichen können. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht davon. Unsere Trainer bekommen regelmäßig Einladungen zu Workshops am Bruchweg oder werden mit ihren Teams zu gut besetzten Turnieren eingeladen. Wir haben einen guten Austausch mit Mainz 05 und bekommen Hilfestellung bei sportlichen Fragen, hier profitieren wir von der Erfahrung eines Nachwuchsleistungszentrums. Natürlich haben unsere Trainer auch die Möglichkeit in Mainz zu hospitieren und sich weiterzubilden.
Das-Run.de: Lass uns einmal auf eure Mannschaften blicken. Eure U15, U17 und U19 spielt in der Regionalliga Südwest. Wie wichtig ist dies, denn ihr habt ja im nördlichen Rheinland große Konkurrenz.
Matthias Houy: Natürlich ist es wichtig, dass wir in den höchsten Spielklassen vertreten sind und klar, wir haben viel Konkurrenz, aber das ist ja umgekehrt genauso. Hier lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen. Ich denke, wir haben die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt und müssen jetzt auch etwas geduldig sein.
Das-Run.de: Das hört sich gut an. Um ab der C-Jugend erfolgreich zu sein, benötigt man ja bereits gut ausgebildete Spieler. Dies geling euch, da ihr ab der U13 abwärts mindestens zwei Mannschaften je Jugendstufe habt. Macht euch das stolz? Oder ist dies für einen Verein eine große Herausforderung?
Matthias Houy: Ich würde sagen beides (lacht). In der D-Jugend (U13) haben wir sogar drei Teams gemeldet. Es macht uns natürlich stolz, dass wir so stark vertreten sind und den Kindern und Jugendlichen hier eine Plattform bieten können, um ambitionierten Fußball zu spielen. Und das schon seit Jahrzehnten. Aber ja, es ist auch eine große Herausforderung das alles unter einen Hut zu bekommen. Mittelfristig wäre ein zweiter Kunstrasen absolut von Vorteil, gerade was die Infrastruktur angeht gibt es sicherlich Optimierungsbedarf.
Das-Run.de: Viele gute Spieler auszubilden ist euer täglich Brot. Und im Idealfall schaffen diese den Sprung in eure in der Fußball-Oberliga RPS spielende Männermannschaft. Was macht ihr eigentlich mit den Jungs, die den Sprung von der U19 in die Erste nicht schaffen? Schließlich habt ihr ja keine zweite Mannschaft gemeldet.
Matthias Houy: Unser Ziel ist es, jedes Jahr soviel Jugendspieler wie möglich für die erste Mannschaft auszubilden. Ich würde sagen, bis auf einige wenige Ausnahmen ist uns dies die letzten Jahren sehr gut gelungen. Diesen Weg werden wir auch weitergehen. Natürlich schaffen es nicht alle U19 Spieler nach oben, das ist klar. Hier profitieren dann die umliegenden Vereine.
Das-Run.de: Lass uns mal noch einen Blick in die Zukunft wagen. Was sind eure mittelfristigen Ziele im Jugendfußball? Ist vielleicht eine Kooperation mit der SpVgg Wirges lukrativ, um künftig als Westerwald den Vereinen aus Koblenz mehr Druck machen zu können?
Matthias Houy: Wir wollen den eingeschlagenen Weg fortsetzen und im Grundlagenbereich unsere Spieler weiterentwickeln und verbessern, damit wir uns mittelfristig im Leistungsbereich in der Regionalliga etablieren und somit den wichtigen Unterbau für unsere Senioren zu bilden. Wir haben also viel zu tun, und werden uns daher auf uns konzentrieren.
Das-Run.de: Lass uns noch kurz über Werte, die ihr in der Ausbildung vermittelt, schauen? Spielt der Begriff der Lokalität eine Rolle?
Matthias Houy: Wir haben in der Persönlichkeitsentwicklung sicherlich viele Werte, die uns wichtig sind. Gerade was das gesellschaftliche Zusammenleben und das soziale Miteinander im Verein betrifft. Unser Ziel ist es nicht nur erfolgreiche Spieler, sondern auch starke Persönlichkeiten zu entwickeln. Dabei spielen beispielsweise Ehrlichkeit, Respekt und Wertschätzung bei uns eine große Rolle, aber auch Hilfsbereitschaft, also Anpacken ohne Gegenleistung zu erwarten. Besonders weil wir in einer Gesellschaft leben, in der sich leider oft jeder selbst der nächste ist, sollten wir uns wieder unserer Tugenden bewusst werden und das auch vorleben. Ja klar, es geht auch um Lokalität. Unsere Spieler kommen alle aus der direkten oder umliegenden Umgebung und unser Ziel ist es, diese Kinder aufzunehmen und ihnen eine Entwicklung in einem ambitionierten Umfeld zu ermöglichen.
Das-Run.de: Abschließend interessiert die Community noch, was du in deiner Rolle als Jugendleiter noch erreichen möchtest.
Matthias Houy: Das beantworte ich dir gerne. Mein Ziel als Jugendleiter ist es jetzt erstmal, unser Konzept mit Leben zu füllen und zu etablieren. Das beste Konzept nützt ja nichts, wenn’s in der Schublade liegt und verstaubt (lacht). Wir haben im Grundlagenbereich im letzten Jahr schon einen großen Entwicklungsprozess durchlaufen. Jetzt ist es erstmal wichtig, dass alle Strukturen mitwachsen und unser erworbenes Niveau zu manifestieren. Das braucht jetzt auch etwas Zeit.
Das-Run.de: Matthias, dann wünschen wir bei der Etablierung des Konzeptes viel Geduld und den maximalen sportlichen Erfolg. Vielen Dank für deine Zeit.
Matthias Houy: Vielen Dank für die Wünsche. Es hat mich sehr gefreut, dass ihr den Sportfreunden Eisbachtal eine Plattform geboten habt. Vielen Dank.
Bildquelle: Spfr. Eisbachtal
Das-Run.de: Hallo Matthias, du bist heute unser Gast in der Serie über Jugendleiter. Stelle dich gerne der Community kurz vor.
Matthias Houy: Hallo allerseits, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Matthias Houy, ich bin 41 Jahre alt und wohne mit meinen beiden Söhnen und meiner Frau im schönen Girod. 2017 bin ich gemeinsam mit meinem ältesten Sohn zu den Eisbären gewechselt und seitdem aktiv bei den Sportfreunden Eisbachtal dabei.
Das-Run.de: Wie bist du zum Fußball gekommen? Welche Stationen hast du durchlaufen?
Matthias Houy: Mit fünf Jahren habe ich damals bei der JSG Elbert mit dem Fußball begonnen. Ein Kindergartenfreund kam zu mir und fragte mich, ob ich Lust hätte mit aufs Training zu kommen, da sein Vater Trainer war. Also bin ich mit auf den Platz und seitdem hat der Fußball mich nicht mehr losgelassen. Bei der JSG Elbert habe ich dann alle Jugenden durchlaufen und bis zur A-Jugend gespielt. In besonderer Erinnerung habe ich die Zeit bis zur D-Jugend. Wir hatten mit Gerd Höber einen tollen Trainer und Menschen, der uns Kinder super abgeholt hat. Das hat mich nachhaltig geprägt. Anschließend stand dann meine berufliche Laufbahn im Vordergrund, wodurch ich nicht mehr aktiv im Seniorenbereich spielen konnte. Durch meinen fußballbegeisterten Sohn habe ich dann den Weg zurück zum Kicken gefunden und kam zu meiner ersten Trainerstation bei der JSG Ahrbach. Von 2015 bis 2017 durfte ich die Minikicker begleiten. 2017 kam ich dann zu den Sportfreunden Eisbachtal, dort bin ich bis heute tätig.
Das-Run.de: Schön, dass du durch deinen Sohn erneut den Weg zum Fußball gefunden hast. Mittlerweile bist du ja Jugendleiter bei den Sportfreunden Eisbachtal. Wie lange übst du dieses Amt schon aus?
Matthias Houy: Ich bin Jugendleiter für den Grundlagenbereich von der U7 bis zur U13 und habe das Amt in diesem Sommer zum 1. Juli übernommen. Darüber hinaus organisiere ich zusammen mit meinem Trainerkollegen Mentor Orani gut besetzte Turniere und Leistungsvergleiche und gehöre zum Trainerteam der U11.
Das-Run.de: Matthias, du hast die hochklassig besetzten Jugendturniere angesprochen. Was bedeutet eigentlich Jugendfußball bei den Sportfreunden Eisbachtal?
Matthias Houy: Ich würde sagen Passion, Hingabe und Leidenschaft. Der Jugendfußball hat bei uns den höchsten Stellenwert. Alle in der Jugendabteilung investieren sehr viel Zeit und Herzblut in die Ausbildung der Spieler. Unsere Jugendarbeit ist regional und überregional das Aushängeschild des Vereins. Ich denke, dass jeder Spieler oder Vereinsfunktionär mit Stolz und Überzeugung das Eisbachtalwappen auf der Brust trägt.
Das-Run.de: Jugendfußballer werden ausgebildet, um später bei den Senioren tragende Rollen zu übernehmen. Nach welchem Konzept bildet ihr eigentlich aus? Gibt es gegebenenfalls Altersbereiche?
Matthias Houy: Das ist eine spannende Frage. Wir haben in diesem Sommer ein nachhaltiges Konzept entworfen mit einer Philosophie, die aus unserer Sicht optimale Rahmenbedingungen schafft. Damit wird sichergestellt, dass sich unsere Spieler alters- und kindgerecht entwickeln können. Um hier vielleicht ein kleinen Einblick zu bekommen: Es geht beispielsweise los bei der Persönlichkeitsausbildung. Hier haben wir gemeinsame Werte und Normen, die wir als Trainer und Vereinsfunktionäre vorleben, aber auch einfordern. Weiter geht es über die Trainingsstruktur bis hin zu Trainings- und Spielprinzipien für die jeweiligen Altersbereiche und endet bei einer Periodisierung des Trainingsbetriebs. Ein weiterer Baustein besteht aus unseren Turnieren und Leistungsvergleichen, welche wir auch regelmäßig unseren Spielern anbieten. Die Spielregeln dafür gestalten wir nach unserer Ausbildungsphilosophie. Das heißt, das Ergebnis ist dabei zweitrangig, da es in allererster Linie darum geht, den Spielern die richtigen Inhalte zu vermitteln. Alles in Allem haben wir ein umfangreiches Konzept erstellt, mit denen unsere Trainer zukünftig arbeiten und ausbilden dürfen. Und ja, wir haben alle Altersbereiche von der U7 (Bambinis) bis zur U19 (A-Junioren) besetzt.
Das-Run.de: Du hast die hochklassigen Turniere angesprochen. Regelmäßig sind Teams aus Nachwuchsleistungszentren zu Gast. Wie wichtig sind denn diese Kräftemessen?
Matthias Houy: Ich finde es sehr wichtig, wir wollen uns gegen die besten Teams messen. Auch wenn wir uns nicht mit den Mannschaften aus Nachwuchsleistungszentren vergleichen können, ist es unsere Philosophie, von den Besten zu lernen und das auf dem höchst möglichen Level.
Das-Run.de: Ihr messt euch nicht nur mit Teams aus Nachwuchsleistungszentren, sondern habt auch eine Kooperation. Wie läuft die Zusammenarbeit zwischen den Sportfreunden Eisbachtal und dem Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05. Was genau steckt dahinter?
Matthias Houy: Ja genau, wir sind seit letztem Jahr eines der drei Ausbildungszentren von Mainz 05. Die Kooperation rund ums Ausbildungszentrum erstreckt sich im Grundlagenbereich bis zur U13 (D-Junioren), wo ich Ansprechpartner bin. Ja, was steckt dahinter? Um es kurz zu fassen: Mainz 05 hat sich entschieden, Ausbildungszentren zu gründen, da es in den Regionen rund um Mainz viele Talente gibt, die sie so besser erreichen können. Wir profitieren in vielerlei Hinsicht davon. Unsere Trainer bekommen regelmäßig Einladungen zu Workshops am Bruchweg oder werden mit ihren Teams zu gut besetzten Turnieren eingeladen. Wir haben einen guten Austausch mit Mainz 05 und bekommen Hilfestellung bei sportlichen Fragen, hier profitieren wir von der Erfahrung eines Nachwuchsleistungszentrums. Natürlich haben unsere Trainer auch die Möglichkeit in Mainz zu hospitieren und sich weiterzubilden.
Das-Run.de: Lass uns einmal auf eure Mannschaften blicken. Eure U15, U17 und U19 spielt in der Regionalliga Südwest. Wie wichtig ist dies, denn ihr habt ja im nördlichen Rheinland große Konkurrenz.
Matthias Houy: Natürlich ist es wichtig, dass wir in den höchsten Spielklassen vertreten sind und klar, wir haben viel Konkurrenz, aber das ist ja umgekehrt genauso. Hier lassen wir uns nicht aus der Ruhe bringen. Ich denke, wir haben die richtigen Weichen für die Zukunft gestellt und müssen jetzt auch etwas geduldig sein.
Das-Run.de: Das hört sich gut an. Um ab der C-Jugend erfolgreich zu sein, benötigt man ja bereits gut ausgebildete Spieler. Dies geling euch, da ihr ab der U13 abwärts mindestens zwei Mannschaften je Jugendstufe habt. Macht euch das stolz? Oder ist dies für einen Verein eine große Herausforderung?
Matthias Houy: Ich würde sagen beides (lacht). In der D-Jugend (U13) haben wir sogar drei Teams gemeldet. Es macht uns natürlich stolz, dass wir so stark vertreten sind und den Kindern und Jugendlichen hier eine Plattform bieten können, um ambitionierten Fußball zu spielen. Und das schon seit Jahrzehnten. Aber ja, es ist auch eine große Herausforderung das alles unter einen Hut zu bekommen. Mittelfristig wäre ein zweiter Kunstrasen absolut von Vorteil, gerade was die Infrastruktur angeht gibt es sicherlich Optimierungsbedarf.
Das-Run.de: Viele gute Spieler auszubilden ist euer täglich Brot. Und im Idealfall schaffen diese den Sprung in eure in der Fußball-Oberliga RPS spielende Männermannschaft. Was macht ihr eigentlich mit den Jungs, die den Sprung von der U19 in die Erste nicht schaffen? Schließlich habt ihr ja keine zweite Mannschaft gemeldet.
Matthias Houy: Unser Ziel ist es, jedes Jahr soviel Jugendspieler wie möglich für die erste Mannschaft auszubilden. Ich würde sagen, bis auf einige wenige Ausnahmen ist uns dies die letzten Jahren sehr gut gelungen. Diesen Weg werden wir auch weitergehen. Natürlich schaffen es nicht alle U19 Spieler nach oben, das ist klar. Hier profitieren dann die umliegenden Vereine.
Das-Run.de: Lass uns mal noch einen Blick in die Zukunft wagen. Was sind eure mittelfristigen Ziele im Jugendfußball? Ist vielleicht eine Kooperation mit der SpVgg Wirges lukrativ, um künftig als Westerwald den Vereinen aus Koblenz mehr Druck machen zu können?
Matthias Houy: Wir wollen den eingeschlagenen Weg fortsetzen und im Grundlagenbereich unsere Spieler weiterentwickeln und verbessern, damit wir uns mittelfristig im Leistungsbereich in der Regionalliga etablieren und somit den wichtigen Unterbau für unsere Senioren zu bilden. Wir haben also viel zu tun, und werden uns daher auf uns konzentrieren.
Das-Run.de: Lass uns noch kurz über Werte, die ihr in der Ausbildung vermittelt, schauen? Spielt der Begriff der Lokalität eine Rolle?
Matthias Houy: Wir haben in der Persönlichkeitsentwicklung sicherlich viele Werte, die uns wichtig sind. Gerade was das gesellschaftliche Zusammenleben und das soziale Miteinander im Verein betrifft. Unser Ziel ist es nicht nur erfolgreiche Spieler, sondern auch starke Persönlichkeiten zu entwickeln. Dabei spielen beispielsweise Ehrlichkeit, Respekt und Wertschätzung bei uns eine große Rolle, aber auch Hilfsbereitschaft, also Anpacken ohne Gegenleistung zu erwarten. Besonders weil wir in einer Gesellschaft leben, in der sich leider oft jeder selbst der nächste ist, sollten wir uns wieder unserer Tugenden bewusst werden und das auch vorleben. Ja klar, es geht auch um Lokalität. Unsere Spieler kommen alle aus der direkten oder umliegenden Umgebung und unser Ziel ist es, diese Kinder aufzunehmen und ihnen eine Entwicklung in einem ambitionierten Umfeld zu ermöglichen.
Das-Run.de: Abschließend interessiert die Community noch, was du in deiner Rolle als Jugendleiter noch erreichen möchtest.
Matthias Houy: Das beantworte ich dir gerne. Mein Ziel als Jugendleiter ist es jetzt erstmal, unser Konzept mit Leben zu füllen und zu etablieren. Das beste Konzept nützt ja nichts, wenn’s in der Schublade liegt und verstaubt (lacht). Wir haben im Grundlagenbereich im letzten Jahr schon einen großen Entwicklungsprozess durchlaufen. Jetzt ist es erstmal wichtig, dass alle Strukturen mitwachsen und unser erworbenes Niveau zu manifestieren. Das braucht jetzt auch etwas Zeit.
Das-Run.de: Matthias, dann wünschen wir bei der Etablierung des Konzeptes viel Geduld und den maximalen sportlichen Erfolg. Vielen Dank für deine Zeit.
Matthias Houy: Vielen Dank für die Wünsche. Es hat mich sehr gefreut, dass ihr den Sportfreunden Eisbachtal eine Plattform geboten habt. Vielen Dank.
Bildquelle: Spfr. Eisbachtal