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Fußball ist schon immer Bestandteil im Leben von Marvin Schenk. Der heute 28-Jährige musste seine Spielerkarriere aufgrund einer schweren Verletzung als A-Jugendlicher aufgeben, hat sich seitdem aber einen exzellenten Ruf im Jugendfußball als Trainer erarbeitet. Die Liebe zum Job des Übungsleiters wurde Schenk bei der SG 2000 Mülheim-Kärlich eingeheimst, ehe im Jahr 2020 der Wechsel zur SpVgg Wirges erfolgt ist. Mit der U17 wurde Schenk auf Anhieb Rheinlandmeister, mit der U19 hat er in seinem zweiten Jahr als Cheftrainer den Rheinlandpokal und die Rheinlandmeisterschaft gewonnen. Wir haben mit Marvin im exklusiven Interview über das Abenteuer U19-Regionalliga Südwest sowie die Teilnahme am DFB-Pokal gesprochen. Wie der Fußballliebhaber der SpVgg Greuther Fürth ein Bein stellen möchte, und welche Schritte er für seine Zukunft geplant hat, könnt ihr in den folgenden Zeilen lesen.

Hallo Marvin, stelle dich unseren Lesern bitte einmal kurz vor.

Marvin Schenk: Hallo liebes Team von Das-Run.de und hallo liebe Leser. Ich bin Marvin Schenk, 28 Jahre alt und seit 2020 Trainer in Wirges.

Das-Run.de: Wie bist du zum Fußball gekommen? Hast du selbst gespielt?

Marvin Schenk: Fußball ist schon immer Bestandteil meines Lebens. Ob als Fan, Spieler oder Trainer. Bei mir besteht ein großer Teil meiner Freizeit aus Fußball. Manche würden vielleicht sogar sagen, dass es ein zu großer Teil ist. Leider musste ich mit 17 Jahren als Spieler aufgrund einer schweren Verletzung aufhören. Für mich war aber auch schon früher klar, dass ich im Trainerbereich landen werde.

Das-Run.de: Wie bist du Trainer geworden? Welche Stationen hattest du schon?

Marvin Schenk: Durch meine Verletzung habe ich früh den Trainerweg eingeschlagen und mit 18 Jahren die B-Lizenz absolviert. Nach einem Jahr als A2-Trainer der SG 2000 Mülheim-Kärlich war ich im Anschluss 2,5 Jahre U19-Trainer. Auch damals konnten wir uns für den DFB-Pokal der Junioren qualifizieren. Und zwar aufgrund der Tatsache, dass die damaligen Finalisten des Rheinlandpokals (JSG Erpel und JSG Altenkirchen) nicht auf DFB-Ebene spielberechtigt waren. Wir durften als ausgeschiedener Halbfinalist ein Entscheidungsspiel gegen den Ahrweiler BC austragen. Da wir uns 4:1 durchsetzen konnten, spielten wir gegen Dynamo Dresden im DFB-Pokal. Danach war ich bis zum Corona-Abbruch noch Co-Trainer der U23. Im Jahr 2020 ging der Weg dann nach Wirges. In der Saison 2021/2022 gelang uns mit der U17 der Gewinn der Rheinlandmeisterschaft. Nach Platz zwei mit der U19 in der Saison 2022/2023 konnten wir uns in der abgelaufenen Saison in der gleichen Spielzeit mit gleich zwei Titeln (Rheinlandpokal und Rheinlandmeisterschaft) belohnen.

Das-Run.de: Du hast deine aktuelle Rolle als Trainer der U19 von der SpVgg Wirges angesprochen. Wie gefällt dir diese Aufgabe?

Marvin Schenk: Die Aufgabe ist für mich sehr erfüllend. Schon die letzten Jahre bei der EGC Wirges waren ganz besondere. Mit dem Jahrgang 2005/2006 konnten wir große Erfolge feiern und die Jungs sind mir echt ans Herz gewachsen. Fußball kann einem so viel mehr zurückgeben als einfach nur Siege. Ich habe sogar meine Freundin beim Fußball kennengelernt. Zudem macht mir die Arbeit mit meinem Trainerteam extrem viel Spaß. Großer Dank an der Stelle an Yannick Schmidt und Florian Quast.

Das-Run.de: Lass uns noch kurz auf die Saison 2023/2024 zurückblicken. Ihr seid mit lediglich einer Niederlage Rheinlandmeister geworden. Wie lautet dein Fazit?

Marvin Schenk: Es war das intensivste Jahr, was ich als Trainer erlebt habe. Ja, wir haben fast alles gewonnen, aber wir haben als Team auch brutal viel dafür investiert. Kurz vor Ende der Saison hatten wir nochmal eine schwere Phase, waren gefühlt in einem mentalen Loch. Wenn du ein Jahr lang die gejagte Mannschaft bist, dann macht das was mit einem. Aber am Ende haben wir dann nochmal einen Kraftakt hingelegt und ein überragendes Rheinlandpokalfinale gespielt. Dafür hat sich die harte Arbeit dann einfach gelohnt.

Das-Run.de: Im Jugendfußball gibt es ja Altersklassen. Und nach dem Erreichen der Altersgrenze muss ein A-Jugendlicher vom Jugend- in den Männerfußball wechseln. Wie hat sich der U19-Kader verändert?

Marvin Schenk: Das ist richtig, es handelt sich um den Jahrgang 2005, von dem ein Großteil trotz dem Abstieg der Männermannschaft in die Fußball-Bezirksliga Ost bei der EGC im Seniorenfußball durchstarten möchte. Das macht mich extrem stolz, da wir es gemeinsam gepackt haben, eine Identifikation mit dem Verein und dem geplanten Weg zu schaffen. Unser Kader hat sich also dahingehend verändert, dass die 2005er hochgerückt sind und wir nun mit den Jahrgängen 2006 und 2007 in die Runde starten. Dazu kamen fünf Neuzugänge.

Das-Run.de: Nimm uns bei den Neuzugängen gerne etwas mit. Was ist euch wichtig gewesen?

Marvin Schenk: Mit Jan Friesen, Felix Hehl, Jannik Schumann und Samet Kaya haben wir vier Jungs von der TuS Koblenz geholt. Dazu kam Max Siegel als Keeper von der JSG Wällerland Westerburg. Felix, Samet und Jannik sind EGC-Rückkehrer. Jan und Max stammen auch aus dem Westerwald. Daher macht es aus dem Gesichtspunkt Sinn, dass wir die Jungs geholt haben. Natürlich hat auch die Qualität eine Rolle gespielt. Wir haben von Anfang an gesagt, dass wir eine gute Runde in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen wollen. Ich denke einfach, dass die Jungs daran glauben und von der Entwicklung bei uns überzeugt sind. Es macht schon jetzt großen Spaß, mit den Jungs zu arbeiten.

Das-Run.de: Du hast die Fußball-Regionalliga Südwest als eure neue Spielklasse der U19 angesprochen. Was geht dir bei diesem Gedanken durch den Kopf?

Marvin Schenk: Wir wollten in die Regionalliga, aber es war kein Selbstverständnis, das zu schaffen. Jetzt sind wir dort angekommen und wollen dort auch bleiben. Wenn wir nachhaltig arbeiten wollen, dann müssen wir in der Jugend anfangen. Anders geht es heutzutage nicht mehr.

Das-Run.de: Und auf was freust du dich am meisten?

Marvin Schenk: Auf alles, was dazu gehört: Spiele auf Augenhöhe, der Kampf um Punkte und gute Spiele meiner Mannschaft. Wir alle haben richtig Bock.

Das-Run.de: Letzte Frage zum Thema Meisterschaftsrunde. Was für ein Ziel hast du dir und deinem Team gesteckt?

Marvin Schenk: Ich mag keine bescheidenen Ziele, weil man sich dann zu schnell zufrieden gibt. Daher wollen wir alles dafür geben, den Rheinlandpokal zu verteidigen, in der Liga Platz sieben aufwärts zu erreichen und im DFB-Pokal den Glauben an eine Sensation zu entfachen.

Das-Run.de: Du hast den DFB-Pokal schon angesprochen. Was bedeutet dir das Ereignis?

Marvin Schenk: Gutes Stichwort. Wie zuvor erwähnt, durfte ich mit einem Team bereits bei diesem besonderen Wettbewerb teilnehmen. Aber für mich ist es auch dieses Mal wieder was ganz besonderes. Wir spielen im für uns höchstmöglichen Wettbewerb. Viel mehr kannst du als Team, das nicht über ein Nachwuchsleistungszentrum verfügt, nicht erreichen. Daher ist die Bedeutung definitiv sehr groß für uns alle.

Das-Run.de: Auf Dynamo Dresden mit Mülheim-Kärlich folgt nun das Duell mit der SpVgg Greuther Fürth bei deinem aktuellen Engagement. Was sagst du zum Los?

Marvin Schenk: Es ist ein schönes Los. Fürth hat Tradition und tatsächlich verkörpern sie viele Prinzipien, die auch wir sehen wollen. Daher gibt es sogar Parallelen, auch wenn die Kleeblätter auf einem ganz anderen Niveau unterwegs sind.

Das-Run.de: Was für ein Spiel erwartest du denn?

Marvin Schenk: Wir wollen alles dafür tun, dass wir das Spiel offen gestalten. Wir werden uns nicht verstecken. Wir wollen immer aktiven und mutigen Fußball sehen. Meiner Meinung nach werden die Spieler nur so besser, da sie ständig gefordert werden und oft viel Raum zum Tor verteidigen müssen. Wir werden einen Plan haben. Schauen wir, für was es schlussendlich reicht.

Das-Run.de: Was wünscht du dir für dieses Spiel?

Marvin Schenk: Ich wünsche mir eine tolle Kulisse, ein unvergessliches Erlebnis für die Jungs und uns als Verein und natürlich auch ein Weiterkommen.

Das-Run.de: Lass uns noch über dich und die Rolle des Trainers sprechen. Wo siehst du eigentlich deine Zukunft?

Marvin Schenk: Der Fußball ist oft verrückt. Es öffnen sich Türen, es schließen sich Türen und manchmal bekommt man riesengroße Chancen. Ich liebe den Sport. Ich liebe alles, was dazu gehört und ich sehe da meine Zukunft, wo genau meine Art und Weise als Trainer gefragt ist. Mir sind Identifikation, Leidenschaft für das Spiel und Zusammenhalt extrem wichtig. Abschließend muss ich sagen, dass ich mich bei der EGC sehr wohlfühle.

Das-Run.de: Möchtest du eher bei der SpVgg Wirges intern aufsteigen oder künftig in einem Nachwuchsleistungszentrum arbeiten?

Marvin Schenk: Ich will als Trainer dort arbeiten, wo eine Entwicklung zu sehen ist. Da, wo man erkennt, dass sich gewisse Muster alter Zeiten nicht mehr anwenden lassen. Ich bin großer Fan von Fortschritt und freue mich, wenn man ein Umfeld schaffen kann, was füreinander da ist. Auch wenn wir uns bei der EGC immer mal gerne selber im Weg stehen, bin ich von der Entwicklung überzeugt. Eine Aufgabe in einem Nachwuchsleistungszentrum ist reizvoll, aber dafür muss alles zusammenpassen.

Das-Run.de: Marvin, danke dir für deine Zeit. Wir wünschen für das Duell mit Greuther Fürth viel Erfolg. Und ansonsten viel Gelingen bei deinen nächsten Schritten als Trainer.

Marvin Schenk: Vielen Dank für das Interview. Wir sehen uns auf dem Sportplatz.