Cart Total Items (0)

Warenkorb

In unserem heutigen exklusiven Interview rund um das Thema Mental Coaching stand unserer Redaktion Martin Steinbauer zur Verfügung. Der 42-jährige Familienvater hat sich vor 20 Jahren infolge eines familiären Schicksalsschlags zum Mentaltrainer ausbilden lassen, da er einen Weg gesucht hat, um sich innerlich zu stärken. Seit mittlerweile vier Jahren ist Martin als Trainer im Jugendfußball tätig und beschäftigt sich viel mit mentalen Themen im Teamsport. Im exklusiven Interview erläutert der in Österreich wohnende Mentaltrainer von seinen gesammelten Erkenntnissen und spricht von Methoden, um mental angeschlagene Athleten wieder richtig in Fahrt zu bringen. Der Personal Trainer erläutert anhand einer jungen Fußballspielerin seine Arbeitsweise und macht damit klar, dass im Fußballsport schon heute Mental Coaching von Nöten ist und künftig unersetzlich werden wird. Des Weiteren erläutert der Mentaltrainer die Rolle von Social Media in seiner Arbeit und betont, wie er aktiv gegen die Social-Media-Denkweise ansteuert – denn auf Social Media werden nur Bruchstücke des Lebens gezeigt. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Martin, vielen Dank für deine Bereitschaft, ein Interview über das Thema Mental Coaching zu führen. Stelle dich zu Beginn einmal kurz vor.

Martin Steinbauer: Mein Name ist Martin Steinbauer, ich bin 42 Jahre alt, verheiratet und Papa eines fußballspielenden Mädchens. Seit vier Jahren bin ich Jugendfußballtrainer und beschäftige mich intensiv mit mentalen Themen im Teamsport. Ich bin leidenschaftlicher Sportler und durfte im Laufe der Jahre viele Höhen, aber auch Tiefen erleben. Vor 20 Jahren habe ich – nach einem Schicksalsschlag in meiner Familie – die Ausbildung zum Mentaltrainer gemacht. Damals nur für mich selbst, weil ich einen Weg gesucht habe, mich innerlich zu stärken, bevor ich mich jemand Fremdem anvertraue. Diese Ausbildung hat viel in meinem Leben verändert.

Das-Run.de: Martin, danke für die offenen Worte. Was hat dich dazu inspiriert, im Fußball als Mental Trainer zu arbeiten?

Martin Steinbauer: Ich habe mich schon lange gefragt, warum junge Talente plötzlich ihre Leistung verlieren, verletzt sind oder nicht mehr das zeigen können, was in ihnen steckt. Angst vor Fehlern und negativer Druck können unglaubliche Kräfte blockieren. In meiner eigenen Mannschaft habe ich das mehrfach erlebt. Und gleichzeitig gesehen, wie sich mit den richtigen Techniken Angst in Freude und Stillstand in Entwicklung verwandelt hat. Das hat mich motiviert, „MentalTeamCoach“ als Marke zu gründen und mein Wissen sowohl an Eltern als auch an Spieler und Spielerinnen weiterzugeben.

Das-Run.de: Martin, kannst du uns vielleicht kurz und knapp berichten, wie alt deine Athleten sind?

Martin Steinbauer: Ja klar, das mache ich gerne. Meine Athleten sind vorwiegend in Österreich zu Hause. Im mentalen Bereich arbeite ich mit Athleten ab 10 Jahren. Die Athleten spielen entweder in der 2. Liga, der zweithöchsten nationalen Spielklasse in Österreich, im Landesausbildungszentrum (LAZ) oder in der Fußball-Regionalliga, welche sich in die Staffeln West, Mitte und Ost unterteilen lässt.

Das-Run.de: Martin, du hast ein breit gefächertes Fachwissen. Welche Qualifikationen besitzt du? Welche Erfahrungen konntest du sammeln?

Martin Steinbauer: Ich spiele Fußball, seit ich fünf Jahre alt bin, und habe in meiner Jugend sowohl positive als auch herausfordernde Erfahrungen gemacht. Die Ausbildung zum Diplom Mentaltrainer hat mir persönlich enorm geholfen, und durch meine Tätigkeit als Trainer sammle ich seit Jahren praktische Erfahrung im Umgang mit mentalen Herausforderungen bei jungen Athleten. Zusätzlich bin ich Diplom Personal Trainer, weil ich fest daran glaube, dass psychische und physische Entwicklung Hand in Hand gehen. Mein Ansatz ist daher ein ehrliches, intensives Training, das beide Bereiche sinnvoll verbindet.

Das-Run.de: Warum ist Mental Coaching im Fußballsport heute so wichtig?

Martin Steinbauer: Mentaltraining war früher wichtig – heute ist es unverzichtbar. Vor allem Social Media beeinflusst junge Menschen massiv. Überall sieht man nur Erfolge, nie den Weg dorthin. Dass hinter jedem Erfolg viele Rückschläge, Zweifel und Niederlagen stehen, wird kaum gezeigt. Genau deshalb ist es wichtig, jungen Athleten Resilienz mitzugeben. Sie sollen verstehen, dass Regentage notwendig sind, um wachsen zu können. Und sie sollen Techniken lernen, um sich aus negativen Gedanken und Situationen wieder herauszuziehen.

Das-Run.de: Tolle Worte. Martin, erzähl uns gerne anhand einem Beispiel, wie deine Arbeit als Mental Trainer ausschaut.

Martin Steinbauer: Der erste Kontakt läuft meist über die Eltern. Mit offenen Fragen versuche ich herauszufinden, worum es geht – doch das eigentliche Thema erkennt man oft erst im Gespräch mit den jungen Spielern selbst. Ein typisches Muster: Im Training funktioniert alles, im Spiel gar nichts. Dann suche ich gezielt nach den Pain Points. Oft handelt es sich um Ängste, die mit dem Sport selbst gar nichts zu tun haben. Angst blockiert – immer. Ich erkläre das gerne so: Wenn wir beim Laufen lernen nach dem ersten Sturz Angst entwickelt hätten und aufgehört hätten, würden wir heute nicht laufen können. Fehler sind der wichtigste Teil unserer Entwicklung.

Das-Run.de: Martin, du hast die Pain Points angesprochen. Mit welchen mentalen Herausforderungen sind die meisten Fußballer konfrontiert?

Martin Steinbauer: Viele junge Athleten kämpfen mit ähnlichen Themen: Angst zu versagen; Angst, nicht gut genug zu sein; Angst, den Erwartungen der Eltern nicht zu entsprechen; Angst vor Fehlern und – verstärkt durch Social Media – ständiger Vergleich mit anderen. Diese Mischung baut enormen Druck auf und nimmt oft die Freude am Spiel.

Das-Run.de: Wie hilfst du dann Spielern, mentale Stärke aufzubauen? Was passiert nach der Kontaktaufnahme und einem ersten Gespräch mit dem Athleten?

Martin Steinbauer: Ich arbeite gerne mit Humor. Zum Beispiel frage ich: „Hast du am Sonntag schon mal ein Spiel verloren?“ Die Antwort lautet fast immer „Ja.“ Daraufhin frage ich dann folgendes: „Und war am Montag trotzdem wieder Schule oder Arbeit?“ Das nimmt Druck raus und zeigt: Ein Spiel ist wichtig, aber nicht die Welt. Ansonsten arbeite ich viel mit Affirmationen, die wir in langen Gesprächen gemeinsam erarbeiten; Atemtechniken; mentalen Stützen, an die sich Spieler im Wettkampf erinnern können und Fragen, die zum Nachdenken führen, bis es klick macht. Ich gebe keine Lösungen vor. Die Antworten liegen immer in den Athleten selbst. Ich helfe nur dabei, sie zu finden – damit sie lernen, sich auf sich selbst zu verlassen.

Das-Run.de: Martin, wie wichtig ist eigentlich die Kommunikation zwischen deinem Athleten und dessen Trainer?

Martin Steinbauer: Enorm wichtig. Gerade im Jugendbereich zählt für mich weniger das Fachwissen eines Trainers – sondern seine Fähigkeit, jungen Athleten Selbstvertrauen, Mut und Freude am Spiel zu vermitteln. Ein Trainer muss ein Feuer entfachen, nicht nur Wissen vermitteln. Das geschieht verbal, aber auch nonverbal. Die Kinder orientieren sich an Vorbildern – und genau das müssen wir ihnen sein.

Das-Run.de: Martin, kannst du uns von einer besonders herausfordernden Situation erzählen, die du begleitet hast?

Martin Steinbauer: Ja klar, gerne. Ich hatte eine Spielerin, die technisch und taktisch ihrer gesamten Altersklasse voraus war – vielen Mädchen, aber auch vielen Burschen. Doch sobald wir gegen namhafte Gegner spielten, bekam sie Bauchweh, Kopfschmerzen oder Übelkeit. Sie wurde regelrecht krank vor Druck. Wir haben dann mit Atemtechniken, Affirmationen und kleinen Erfolgsschritten gearbeitet. Sie hat wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten gefunden – und sogar Freude daran entwickelt, gegen vermeintlich stärkere Gegner anzutreten. Heute glänzt sie in genau diesen Spielen.

Das-Run.de: Wie siehst du die Entwicklung von Mental Training im Fußball in den kommenden Jahren?

Martin Steinbauer: Mentaltraining wird immer wichtiger, weil äußere Einflüsse – Druck, Social Media, Vergleich – immer stärker werden. Selbstvertrauen entsteht durch Training. Und mentale Stärke macht aus meiner Sicht 95 Prozent dieses Trainings aus. Der Fußball der Zukunft wird ohne Mentaltraining nicht mehr auskommen.

Das-Run.de: Martin, Hand aufs Herz. Was begeistert dich am meisten an deiner Arbeit?

Martin Steinbauer: Zum einen, wenn junge Athleten nach einer Blockade wieder aufblühen. Zum anderen, wenn Eltern mir sagen: „Danke – er oder sie ist nicht nur wieder wie früher, sondern es macht allen noch mehr Spaß als vorher.“ Das sind die Momente, die mich in meiner Arbeit bestärken.

Das-Run.de: Martin, du hast das Thema Social Media schon angesprochen. Welche Rolle spielt Social Media bei deiner Arbeit?

Martin Steinbauer: Social Media spielt eine große Rolle – oft leider eine negative. Junge Spieler vergleichen sich ständig mit anderen und glauben, dass nur Perfektion zählt. Ich versuche ihnen dann zu zeigen, dass Social Media nur einen winzigen Ausschnitt zeigt – selten die Realität. Es geht darum, ihnen zu helfen, eine gesunde Distanz zu entwickeln und den Fokus wieder auf sich selbst zu richten. Meine Kanäle wachsen immer weiter, da ich klaren Content bringe und nicht auf Likes und Klicks aus bin. Ich möchte überzeugen dafür benötigt man keine Hooks oder „wartet was am Schluss passiert“ Aussagen.

Das-Run.de: Martin, abschließend noch eine kleine Frage: Was wünschst du dir für das Thema Mental Training in der Zukunft?

Martin Steinbauer: Ich wünsche mir, dass wir viel mehr zuhören. Das es viele ernst meinen und unterstützen etwas in eine positive Richtung zu bringen. Dass wir schon früh eine Fehlerkultur leben, in der klar ist: Wir brauchen Misserfolge, um zu wachsen. Ohne sie gäbe es keine Erfolge, die wir feiern können. Ich wünsche mir, dass der Spaß am Spiel wieder im Vordergrund steht – und dass daraus echte Entwicklung entsteht.

Das-Run.de: Martin, wir möchten noch einmal danke sagen für deine Zeit, mit uns dieses Interview zu führen. Wir wünschen dir als Mental Trainer für die Zukunft weiterhin nur das Beste.

Martin Steinbauer: Ich habe zu danken für die Anfrage und die Möglichkeit, mit euch ein Interview zu führen. Und auch ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg.

Fotoquelle: Nextframe