Im Oktober 2022 übernahm Markus Lehmler die SG Augst Eitelborn. Der Coach ist seit 32 Jahren fast ununterbrochen an der Seitenlinie tätig. Mit seiner jungen Truppe liegt der Klub in der Kreisliga A5 Koblenz auf einem bemerkenswerten 5. Platz. Bei das-run.de verrät Lehmler wie er die erste Saisonhälfte seiner Mannschaft bewertet und was er noch erwartet. Außerdem gibt er interessante Einblick zu seiner Zeit als Junioren-Nationalspieler unter Berti Vogts.
Das-Run.de: Mit der SG Augst Eitelborn überwintert ihr auf dem 5. Platz in der Kreisliga A5 in Koblenz. Wie zufrieden bist du mit diesem Zwischenergebnis?
Markus Lehmler: Grundsätzlich ist die Tendenz und die Stabilität der Entwicklung bemerkenswert gut. Wir möchten möglichst lange oben mitspielen. Dafür sind wir aber qualitativ leider nicht breit genug aufgestellt. Wenn uns mal Leistungsträger fehlen und die Mannschaft nicht ihr Limit erreicht, haben wir insbesondere in den Auswärtsspielen unsere Probleme. Seit ich im Verein bin, haben wir nur ein Heimspiel verloren. Dazu waren unsere Heimsiege oft relativ hoch. Daran sieht man, dass bei dieser jungen Mannschaft vieles richtig läuft. Gegen aggressive Gegner, die relativ einfachen Fußball spielen, wie beispielsweise VFR Eintracht Koblenz – da lassen wir uns zu leicht runterbuttern. Wir schaffen in diesen Situationen zu selten den Turn-Around.
Das-Run.de: Was sind die Ziele für die zweite Saisonhälfte? Wollte ihr den fünften Platz verteidigen? Vielleicht auch auf Platz 4 landen?
Markus Lehmler: Wir haben den Rücken jetzt frei. Erstmal versuche ich natürlich alle Spieler, die sich anbieten, noch mehr ins Boot zu nehmen. Man muss jetzt nicht mehr ausschließlich auf die Punkte schauen. Man kann auch mal mehr durchwechseln. Das möchte ich lockerer angehen. Aber natürlich nur mit Spielern, die bereit sind, etwas dafür zu tun. Dazu wollen wir auf jeden Fall noch ein paar Highlights setzen. Das haben wir mit der Gruppe so kommuniziert. Wir spielen noch gegen einige Mannschaften, die vor uns stehen, zu Hause. Da wollen wir eine gute Rolle spielen und gewinnen. Natürlich muss man immer mit der nötigen Demut an diese Sache herangehen. Was mir zusätzlich am Herzen liegt: Wir wollen die Auswärtsschwäche bekämpfen. Das haben wir in der letzten Saison schon verbessert. Aber wir sind noch nicht konstant.
Das-Run.de: Woran würdest du es festmachen, dass ihr zu Hause so stark und auswärts so schwach seid? Hast du da irgendwelche Gründe ausmachen können?
Markus Lehmler: Darüber wird hier schon seit 100 Jahren philosophiert, glaube ich. Teilweise macht der Platz etwas aus – wobei wir auch schon auswärts auf ordentlichen Kunstrasenplätzen genauso schlecht gespielt haben, wie auf einer Dorfwiese. Außerdem hat uns oft ein wenig die Aggressivität zu Spielbeginn gefehlt. Zu Hause sind wir eigentlich immer direkt mutig und dominant. Das liegt ein bisschen am Charakter der Mannschaft, den ich grundsätzlich als gut beurteilen würde. Ein paar Probleme haben wir aber mit der Hierarchie. Wir haben kaum Spieler, die auf dem Platz mal den Mund aufmachen. Das ist auch nicht böse gemeint, sondern das ist einfach eine charakterliche Eigenschaft, die uns fehlt. Manchmal fehlen uns Spieler, die die andere mitreißen. So würde ich es beschreiben.
Das-Run.de: Wie verläuft die Vorbereitung? Ihr habt zwei Testspiele deutlich gewonnen – eines knapp verloren. Die Ergebnisse sind in der Vorbereitung aber natürlich nur zweitrangig. Wie zufrieden bist du bisher?
Markus Lehmler: Wir trainieren durchgehend dreimal in der Woche und haben dabei eine hohe Trainingsbeteiligung. Das Angebot von Spielern ist breiter. Das wirkt sich aktuell positiv aus. Wir haben gegen gute Gegner, ordentlich performt. Das Ergebnis ist nicht alles. Aber man will trotzdem immer gewinnen, wenn man auf dem Platz steht. Das liegt ja irgendwo in der Sache der Natur.
Das-Run.de: Wenn man auf die Statistiken in eurer Liga schaut, wird eure große Offensivkraft deutlich. Mit 59 Toren habt ihr den drittbesten Angriff. Was, würdest du sagen, macht eure Offensivpower aus?
Markus Lehmler: Als ich hier anfing, war das Torverhältnis so etwas wie das böse Stiefkind. Zwar haben wir damals schon viele Tore erzielt. Dafür haben wir gleichzeitig relativ hohe Niederlagen kassiert, wodurch wir ein negatives Torverhältnis hatten. Ich habe es geschafft, eine gewisse Konstanz und Balance mit hereinzubringen. Grundsätzlich ist das auch mein Stil. Ich spiele gerne schnellen Umschaltfußball und über die Außen. Wenn ich dann noch schnelle Spieler habe, dann schießen wir auch relativ viele leichte, einfache Tore. Es fallen insgesamt sehr viele Tore über unser hohes Tempo und Tiefe. Die Mannschaft setzt das gut um. Wobei wir in der Hinrunde noch auf den letztjährigen Torschützenkönig der A-Klasse, Moritz Brendler, verzichten mussten. Er war im Auslandstudium in Finnland und ist jetzt wieder zurückgekommen. Das gibt uns noch mehr Möglichkeiten.
Das-Run.de: Was sind eure langfristigen Ziele? Geht es mehr um die Entwicklung oder auch irgendwann um den Aufstieg?
Markus Lehmler: Grundsätzlich kann der Aufstieg das Ziel sein. Wir haben die richtigen Strukturen, sowohl was die Kaderqualität als auch die Plätze betrifft. Wir müssen langfristig denken. Ich denke oft in einem Drei-Jahres-Plan. Mal geht man den Weg schneller, mal langsamer. In der Kreisklasse Koblenz ist es aufgrund der großen Konkurrenz, die immer wieder aufrüstet, besonders schwer. Aber grundsätzlich wollen wir oben mitspielen. Man muss sich dabei im Verein natürlich einig sein. Es geht dabei um die Philosophie des Klubs. Wir spielen dazu überwiegend mit Spielern aus unserem unmittelbaren Umkreis. Da braucht man immer wieder ein bisschen Glück, die richtige Mischung finden zu können. Wir sind gut aufgestellt, benötigen aber in der Breite mehr Optionen.
Das-Run.de: Du selbst warst in den frühen 80ern deutscher Junioren-Nationalspieler. Magst du mal erzählen wie es damals dazu kam und wir das so war?
Markus Lehmler: Ich bin damals in den frühen Jahren von Arzbach nach Wirges ausgewandert – fußballerisch. Ich habe immer in der Kreisauswahl und ein bisschen in den Rheinland-Auswahlmannschaften gespielt. Auch damals wurde schon gescoutet. Ich bin dann nach Wirges gegangen. Ich wurde für das tägliche Training und die Spiele sogar aus Arzbach abgeholt. Das war damals schon eine gewisse Wertschätzung. Im zweiten Jahr in der B-Jugend habe ich dann eine Einladung der deutschen U16 erhalten, weil ich über die Rheinland-Auswahl gesichtet wurde. Dann war ich auf mehreren Lehrgängen und hab ein paar Testspielen bestritten. 1980 habe ich dann in der U16 meine beiden Länderspiele in der EM-Qualifikation gegen Luxemburg und Belgien absolviert. Ich habe viele Spiele im Nationalmannschaftstrikot gespielt. Dabei habe ich viele bekannte Größen kennengelernt wie zum Beispiel Jürgen „Kobra“ Wegmann oder Michael Rummenigge. Die waren allerdings im älteren Jahrgang.
Das-Run.de: Wie ging es dann mit deiner Karriere weiter?
Markus Lehmler: Der Wechsel in die A-Jugend hat mir dann fußballerisch ein bisschen das Genick gebrochen. In so einem kleinen Verein hast du dann keine Chance mehr in der Nationalmannschaft zu bleiben. Ich hatte zwar etliche Angebote aus Kaiserslautern, Frankfurt und so weiter. Aber da fing es bei mir gleichzeitig mit meinen Problemen in der Hüfte an. Das habe ich besonders an meinem Tempo gemerkt. Ich wurde immer einen Ticken langsamer. Dann ist die Karriere in der Nationalmannschaft verpufft. Ich habe nachher immer noch in der 3. Liga in Wirges gespielt. Aber diese Fußball-Highlights, die bleiben noch in Erinnerung. Das war natürlich schon interessant. Alleine Berti Vogts als Trainer zu haben – da ist man schon ein wenig andächtig neben ihm hergelaufen. Man kannte ihn ja als Weltmeister von 1974. Das war damals nicht lange her gewesen. Das war natürlich schon ein absolutes Highlight.
Das Gespräch mit Burkhard Klöckner führte Markus Mannebach
Das-Run.de: Mit der SG Augst Eitelborn überwintert ihr auf dem 5. Platz in der Kreisliga A5 in Koblenz. Wie zufrieden bist du mit diesem Zwischenergebnis?
Markus Lehmler: Grundsätzlich ist die Tendenz und die Stabilität der Entwicklung bemerkenswert gut. Wir möchten möglichst lange oben mitspielen. Dafür sind wir aber qualitativ leider nicht breit genug aufgestellt. Wenn uns mal Leistungsträger fehlen und die Mannschaft nicht ihr Limit erreicht, haben wir insbesondere in den Auswärtsspielen unsere Probleme. Seit ich im Verein bin, haben wir nur ein Heimspiel verloren. Dazu waren unsere Heimsiege oft relativ hoch. Daran sieht man, dass bei dieser jungen Mannschaft vieles richtig läuft. Gegen aggressive Gegner, die relativ einfachen Fußball spielen, wie beispielsweise VFR Eintracht Koblenz – da lassen wir uns zu leicht runterbuttern. Wir schaffen in diesen Situationen zu selten den Turn-Around.
Das-Run.de: Was sind die Ziele für die zweite Saisonhälfte? Wollte ihr den fünften Platz verteidigen? Vielleicht auch auf Platz 4 landen?
Markus Lehmler: Wir haben den Rücken jetzt frei. Erstmal versuche ich natürlich alle Spieler, die sich anbieten, noch mehr ins Boot zu nehmen. Man muss jetzt nicht mehr ausschließlich auf die Punkte schauen. Man kann auch mal mehr durchwechseln. Das möchte ich lockerer angehen. Aber natürlich nur mit Spielern, die bereit sind, etwas dafür zu tun. Dazu wollen wir auf jeden Fall noch ein paar Highlights setzen. Das haben wir mit der Gruppe so kommuniziert. Wir spielen noch gegen einige Mannschaften, die vor uns stehen, zu Hause. Da wollen wir eine gute Rolle spielen und gewinnen. Natürlich muss man immer mit der nötigen Demut an diese Sache herangehen. Was mir zusätzlich am Herzen liegt: Wir wollen die Auswärtsschwäche bekämpfen. Das haben wir in der letzten Saison schon verbessert. Aber wir sind noch nicht konstant.
Das-Run.de: Woran würdest du es festmachen, dass ihr zu Hause so stark und auswärts so schwach seid? Hast du da irgendwelche Gründe ausmachen können?
Markus Lehmler: Darüber wird hier schon seit 100 Jahren philosophiert, glaube ich. Teilweise macht der Platz etwas aus – wobei wir auch schon auswärts auf ordentlichen Kunstrasenplätzen genauso schlecht gespielt haben, wie auf einer Dorfwiese. Außerdem hat uns oft ein wenig die Aggressivität zu Spielbeginn gefehlt. Zu Hause sind wir eigentlich immer direkt mutig und dominant. Das liegt ein bisschen am Charakter der Mannschaft, den ich grundsätzlich als gut beurteilen würde. Ein paar Probleme haben wir aber mit der Hierarchie. Wir haben kaum Spieler, die auf dem Platz mal den Mund aufmachen. Das ist auch nicht böse gemeint, sondern das ist einfach eine charakterliche Eigenschaft, die uns fehlt. Manchmal fehlen uns Spieler, die die andere mitreißen. So würde ich es beschreiben.
Das-Run.de: Wie verläuft die Vorbereitung? Ihr habt zwei Testspiele deutlich gewonnen – eines knapp verloren. Die Ergebnisse sind in der Vorbereitung aber natürlich nur zweitrangig. Wie zufrieden bist du bisher?
Markus Lehmler: Wir trainieren durchgehend dreimal in der Woche und haben dabei eine hohe Trainingsbeteiligung. Das Angebot von Spielern ist breiter. Das wirkt sich aktuell positiv aus. Wir haben gegen gute Gegner, ordentlich performt. Das Ergebnis ist nicht alles. Aber man will trotzdem immer gewinnen, wenn man auf dem Platz steht. Das liegt ja irgendwo in der Sache der Natur.
Das-Run.de: Wenn man auf die Statistiken in eurer Liga schaut, wird eure große Offensivkraft deutlich. Mit 59 Toren habt ihr den drittbesten Angriff. Was, würdest du sagen, macht eure Offensivpower aus?
Markus Lehmler: Als ich hier anfing, war das Torverhältnis so etwas wie das böse Stiefkind. Zwar haben wir damals schon viele Tore erzielt. Dafür haben wir gleichzeitig relativ hohe Niederlagen kassiert, wodurch wir ein negatives Torverhältnis hatten. Ich habe es geschafft, eine gewisse Konstanz und Balance mit hereinzubringen. Grundsätzlich ist das auch mein Stil. Ich spiele gerne schnellen Umschaltfußball und über die Außen. Wenn ich dann noch schnelle Spieler habe, dann schießen wir auch relativ viele leichte, einfache Tore. Es fallen insgesamt sehr viele Tore über unser hohes Tempo und Tiefe. Die Mannschaft setzt das gut um. Wobei wir in der Hinrunde noch auf den letztjährigen Torschützenkönig der A-Klasse, Moritz Brendler, verzichten mussten. Er war im Auslandstudium in Finnland und ist jetzt wieder zurückgekommen. Das gibt uns noch mehr Möglichkeiten.
Das-Run.de: Was sind eure langfristigen Ziele? Geht es mehr um die Entwicklung oder auch irgendwann um den Aufstieg?
Markus Lehmler: Grundsätzlich kann der Aufstieg das Ziel sein. Wir haben die richtigen Strukturen, sowohl was die Kaderqualität als auch die Plätze betrifft. Wir müssen langfristig denken. Ich denke oft in einem Drei-Jahres-Plan. Mal geht man den Weg schneller, mal langsamer. In der Kreisklasse Koblenz ist es aufgrund der großen Konkurrenz, die immer wieder aufrüstet, besonders schwer. Aber grundsätzlich wollen wir oben mitspielen. Man muss sich dabei im Verein natürlich einig sein. Es geht dabei um die Philosophie des Klubs. Wir spielen dazu überwiegend mit Spielern aus unserem unmittelbaren Umkreis. Da braucht man immer wieder ein bisschen Glück, die richtige Mischung finden zu können. Wir sind gut aufgestellt, benötigen aber in der Breite mehr Optionen.
Das-Run.de: Du selbst warst in den frühen 80ern deutscher Junioren-Nationalspieler. Magst du mal erzählen wie es damals dazu kam und wir das so war?
Markus Lehmler: Ich bin damals in den frühen Jahren von Arzbach nach Wirges ausgewandert – fußballerisch. Ich habe immer in der Kreisauswahl und ein bisschen in den Rheinland-Auswahlmannschaften gespielt. Auch damals wurde schon gescoutet. Ich bin dann nach Wirges gegangen. Ich wurde für das tägliche Training und die Spiele sogar aus Arzbach abgeholt. Das war damals schon eine gewisse Wertschätzung. Im zweiten Jahr in der B-Jugend habe ich dann eine Einladung der deutschen U16 erhalten, weil ich über die Rheinland-Auswahl gesichtet wurde. Dann war ich auf mehreren Lehrgängen und hab ein paar Testspielen bestritten. 1980 habe ich dann in der U16 meine beiden Länderspiele in der EM-Qualifikation gegen Luxemburg und Belgien absolviert. Ich habe viele Spiele im Nationalmannschaftstrikot gespielt. Dabei habe ich viele bekannte Größen kennengelernt wie zum Beispiel Jürgen „Kobra“ Wegmann oder Michael Rummenigge. Die waren allerdings im älteren Jahrgang.
Das-Run.de: Wie ging es dann mit deiner Karriere weiter?
Markus Lehmler: Der Wechsel in die A-Jugend hat mir dann fußballerisch ein bisschen das Genick gebrochen. In so einem kleinen Verein hast du dann keine Chance mehr in der Nationalmannschaft zu bleiben. Ich hatte zwar etliche Angebote aus Kaiserslautern, Frankfurt und so weiter. Aber da fing es bei mir gleichzeitig mit meinen Problemen in der Hüfte an. Das habe ich besonders an meinem Tempo gemerkt. Ich wurde immer einen Ticken langsamer. Dann ist die Karriere in der Nationalmannschaft verpufft. Ich habe nachher immer noch in der 3. Liga in Wirges gespielt. Aber diese Fußball-Highlights, die bleiben noch in Erinnerung. Das war natürlich schon interessant. Alleine Berti Vogts als Trainer zu haben – da ist man schon ein wenig andächtig neben ihm hergelaufen. Man kannte ihn ja als Weltmeister von 1974. Das war damals nicht lange her gewesen. Das war natürlich schon ein absolutes Highlight.
Das Gespräch mit Burkhard Klöckner führte Markus Mannebach