Im heutigen exklusiven Interview über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball ist Michael Sauer zu Gast. Der Familienvater ist fußballbegeistert und beim VfL Oberbieber engagiert. Der Abteilungsleiter Fußball kümmert sich unter anderem um die Jugend und stand unserer Redaktion demnach als Ansprechpartnerin für den Jugendfußball zur Verfügung. Zu Beginn des Interviews erläutert Michael, wie ein Autounfall seine aktive Karriere beendete und er dadurch ein Faible für den Trainerbusiness erlangte. Des Weiteren berichtet der Fußballfachmann von der Kooperation im Jugendbereich mit dem FC Cosmos Koblenz und betont, warum im Leistungsbereich die Mannschaften mindestens auf Bezirksebene spielen müssen. Am Ende berichtet Sauer, wie er mit seinem Team auch langfristig erfolgreiche Jugendarbeit beim VfL Oberbieber machen möchte und betont, dass ein JFV Neuwied eine tolle Sache wäre, damit Talente aus der Stadt Neuwied und dem Landkreis Neuwied auch langfristig eine sportliche Heimat haben. Viel Spaß beim Lesen.
Das-Run.de: Hallo Michael, herzlich willkommen zum Interview über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball beim VfL Oberbieber. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Michael Sauer: Hallo zusammen, vielen Dank für die Anfrage. Mein Name ist Michael Sauer, ich wohne seit 2008 in Oberbieber und bin mit der Geburt meiner beiden Kinder erst so richtig im Ort angekommen. Über sie habe ich den direkten Draht zum Vereinsleben gefunden. Heute bin ich nicht nur Vater von zwei aktiven Nachwuchsspielern beim VfL, sondern auch selbst seit Jahren als Trainer und Organisator im Jugendbereich des VfL Oberbieber tätig. Fußball ist für mich damit längst mehr als ein Hobby – er ist zu einem festen Bestandteil meines Alltags und meines Umfelds hier in Oberbieber geworden.
Das-Run.de: Michael, hast du vor deiner Tätigkeit als Trainer und Organisator schon Erfahrungen im Fußballsport gesammelt?
Michael Sauer: Ja, ich konnte schon vor meiner Zeit beim VfL Oberbieber Erfahrungen sammeln. Ich habe nämlich in der U9 (E-Jugend) bei meinem Heimatverein TV Mülhofen angefangen. Meine Eltern haben damals im Ort gebaut, und so war es für mich naheliegend, dort zu spielen. Im Grunde habe ich die komplette Jugendzeit und später auch im Seniorenbereich beim TVM gespielt. Anfang 20 hatte ich leider einen Autounfall, der meine aktive Laufbahn beendet hat. Ich war nie ein „großer Fußballer“, aber mit viel Herzblut dabei. Ab da bin ich in den Trainerbereich gewechselt – zunächst als Jugendtrainer verschiedener Teams im überkreislichen Bereich, später dann auch im Seniorenbereich. Die Erfahrungen aus der Zeit als Spieler und Trainer helfen mir heute noch, weil man weiß, wie Spieler denken, fühlen und ticken.
Das-Run.de: Michael, du wurdest uns uns als Ansprechpartner für den Jugendfußball genannt. Wie lautet dein Amt offiziell und wie lange übst du das schon aus?
Michael Sauer: Ich bin Abteilungsleiter Fußball beim VfL Oberbieber und damit auch für die Gesamtentwicklung verantwortlich. Diese Rolle übe ich seit Ende 2023 aus. Im Jugendfußball selbst bin ich schon viele Jahre als Trainer und Organisator aktiv. Wichtig ist mir zu betonen: Wir sind beim VfL ein großes Team, in dem sich alle gegenseitig unterstützen – anders wäre die Arbeit gar nicht zu bewältigen. Es steckt sehr viel Einsatz und Zeit drin, und natürlich ist es nicht immer einfach oder nur spaßig. Aber genau dieser Zusammenhalt macht es am Ende möglich.
Das-Run.de: Du hast von deinem Herz für den Jugendfußball gesprochen. Nach welchem Konzept bildet ihr denn Nachwuchsspieler aus?
Michael Sauer: Wir orientieren uns grundsätzlich an den Ausbildungsstandards des DFB. Aber ich möchte ehrlich sein: ein ganzheitliches Konzept haben wir aktuell nicht. Nicht, weil wir es nicht könnten oder wollten – nur bringt ein Konzept wenig, wenn man es weder konsequent kontrollieren noch bei Nichteinhaltung sanktionieren kann. Für uns ist es schon eine große Aufgabe, alle Teams mit ausreichend Trainern zu besetzen. Unser Ansatz ist deshalb eher, gut ausgebildete Jugendtrainer zu verpflichten oder selbst auszubilden. So können wir die Qualität im Training und am Spieltag am besten sicherstellen. Für ein umfassendes Konzept fehlen uns schlichtweg Personal und finanzielle Mittel.
Das-Run.de: Im Jugendfußball habt ihr ja auch eine Kooperation mit dem FC Cosmos Koblenz. Wie kam es dazu und was versprecht ihr euch davon?
Michael Sauer: Die Verbindung zu Remo Rashica und dem VfL Oberbieber besteht schon seit Kindheitstagen. Der FC Cosmos Koblenz bringt ein starkes sportliches Umfeld mit, wir eine große Jugendbasis – das ergänzt sich perfekt. Gemeinsam wollen wir dadurch zu den größeren Vereinen in Koblenz aufschließen, damit Talente aus Stadt und Kreis Neuwied auch hier vor Ort bleiben. Cosmos hat große Ideen, die wir mit unserer Jugendarbeit gerne teilen möchten.
Das-Run.de: Welche Jugendstufen betrifft die Kooperation mit dem FC Cosmos Koblenz?
Michael Sauer: Aktuell betrifft die Kooperation nur die C-Jugend. Geplant war auch eine Zusammenarbeit in der B-Jugend, doch für die Erfüllung der Lizenzauflagen für die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit der ersten Mannschaft benötigt unser Partner eigene Jugendteams. Die Heimspiele der JSG Oberbieber, dazu gehören eine U15 in der Fußball-Bezirksliga Ost und eine U14 in der Fußball-Kreisklasse, werden komplett in Oberbieber ausgetragen. Mit Ilias Saidi haben wir zudem einen hervorragenden Trainer für unsere U15 vom FC Cosmos vermittelt bekommen.
Das-Run.de: Michael, lass uns noch auf eure eigenständigen Jugendteams schauen. Eure U19 spielt schon mehrere Jahre erfolgreich auf Bezirksebene. Worin liegt das in deinen Augen?
Michael Sauer: Sehr gerne. Die gute Performance der U19 ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und starker Trainer. Viele Spieler sind schon lange im Verein, sind miteinander gewachsen und haben so ein echtes Teamgefüge entwickelt. Dazu kommt eine klare Struktur, die es ihnen ermöglicht, auf Bezirksebene erfolgreich zu bestehen.
Das-Run.de: Die U17 (B-Junioren) und U15 (C-Junioren) spielen ebenfalls auf Bezirksebene. Wie wichtig ist es, in diesen Jahrgängen überkreislich vertreten zu sein?
Michael Sauer: Das ist sehr wichtig. Ab der U13 (D-Jugend) entscheidet sich oft, ob ein Spieler den Weg in den Leistungsfußball geht oder nicht. Wenn man dann in diesen Altersklassen ein gutes sportliches Umfeld hat, bleiben die Talente eher im Verein und entwickeln sich besser. Auch hier muss man ehrlich sein: Das Niveau der Jugend-Bezirksligen ist merklich abgesunken. Wenn man aber für die eigenen Senioren ausbilden möchte, muss man mindestens ab der C-Jugend eine gute Mannschaft auf Bezirksebene stellen können.
Das-Run.de: Ihr habt ja nicht nur tolle Mannschaften im Leistungsbereich (von der C-Jugend aufwärts), sondern auch viele Mannschaften im Grundlagenbereich (von den D-Junioren abwärts). Warum ist der Andrang beim VfL Oberbieber so groß, Michael?
Michael Sauer: Wir haben uns über die Jahre einen guten Namen erarbeitet – viele Eltern wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind. Wir bieten nicht nur Training, sondern auch Gemeinschaft, Ausflüge, Turniere und ein echtes Vereinsleben. Aber auch das ist ein enormer Kraftakt, der nur im gemeinsamen Wirken zu schaffen ist. Auf unserem Sportplatz trainieren beispielsweise montags und mittwochs fast 70 Kinder gleichzeitig. Da müssen wir Woche für Woche nicht nur eine große Menge an Material, sondern auch genügend Personal auf den Platz bringen. Mittlerweile geht es uns nicht mehr darum, „noch besser“ zu werden – die eigentliche Kunst besteht darin, dieses hohe Level im Detail zu verfeinern und langfristig zu halten.
Das-Run.de: Ihr macht eine vorbildliche Jugendarbeit, verliert dann aber immer wieder toll ausgebildete Jungs wie beispielsweise Gianluca Vayvalak oder auch Elias Mohebzada beim Wechsel in den Seniorenfußball. Wie wichtig wäre es, solche Jungs auch nach dem U19-Jahr in den eigenen Seniorenmannschaften zu halten?
Michael Sauer: Enorm wichtig wäre dies. Wenn wir solche Spieler halten könnten, wären unsere Chancen auf den Klassenerhalt im Seniorenbereich (die erste Mannschaft spielt in der Fußball-Kreisliga A2, die zweite Mannschaft in der Fußball-Kreisliga C6, Anmerkung der Redaktion) deutlich greifbarer. Die Konkurrenz unter den Vereinen ist groß, doch die Anzahl der Seniorenmannschaften ist in den letzten Jahren nahezu gleichgeblieben, während die Zahl der U19-Teams stetig sinkt. Unser Ortsnachbar SSV Heimbach-Weis zum Beispiel ist diese Saison eine JSG mit dem FV Engers eingegangen und die JSG Laubachtal aus Rengsdorf und Melsbach hat keine U17 und U19 mehr gemeldet. Vereinfacht gesagt: Die wenigen A-Junioren, die es gibt, sind heiß begehrt – und bekommen teilweise Angebote, die wir nur schwer nachvollziehen können. Aber eines ist klar: Unsere Tür steht immer offen. Wer einmal bei uns gespielt hat, darf jederzeit wieder zurückkommen – und das auch mit einem Augenzwinkern: Wer bei uns war, weiß, was er an Oberbieber hat.
Das-Run.de: Am Ende möchten wir noch mit dir in die Zukunft blicken. Was sind denn die langfristigen Ziele für den Jugendfußball beim VfL Oberbieber?
Michael Sauer: Wie bereits erwähnt geht es uns nicht mehr darum, immer noch besser zu werden, sondern vielmehr darum, das bereits hohe Niveau zu halten und gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden auch ein Stück weit zu träumen. Ein mittelfristiges Ziel ist sicherlich die Gründung eines Jugendfördervereins (JFV) Neuwied, damit unsere Talente aus der Stadt und dem Landkreis Neuwied nicht ständig auf die andere Rheinseite abwandern. Gleichzeitig brauchen wir dringend mehr Platzkapazitäten, denn durch die Vielzahl an Teams und Spielern können wir auch mit großer Improvisationskraft nicht immer optimal arbeiten.
Das-Run.de: Michael, wir bedanken uns ganz herzlich bei dir für dieses Interview. Wir wünschen dir und dem VfL Oberbieber im Jugendbereich weiterhin viel Erfolg und hoffen, dass für die Toptalente auch die eigenen Seniorenteams wieder eine ernsthafte Option werden, um den VfL voranzubringen.
Michael Sauer: Vielen lieben Dank für eure Anfrage und das Interesse daran, die Jugendarbeit beim VfL Oberbieber zu beleuchten. Kommt gerne mal vorbei und schaut euch ein Jugendspiel an.
Bildquelle: privat
Das-Run.de: Hallo Michael, herzlich willkommen zum Interview über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball beim VfL Oberbieber. Stelle dich gerne einmal kurz vor.
Michael Sauer: Hallo zusammen, vielen Dank für die Anfrage. Mein Name ist Michael Sauer, ich wohne seit 2008 in Oberbieber und bin mit der Geburt meiner beiden Kinder erst so richtig im Ort angekommen. Über sie habe ich den direkten Draht zum Vereinsleben gefunden. Heute bin ich nicht nur Vater von zwei aktiven Nachwuchsspielern beim VfL, sondern auch selbst seit Jahren als Trainer und Organisator im Jugendbereich des VfL Oberbieber tätig. Fußball ist für mich damit längst mehr als ein Hobby – er ist zu einem festen Bestandteil meines Alltags und meines Umfelds hier in Oberbieber geworden.
Das-Run.de: Michael, hast du vor deiner Tätigkeit als Trainer und Organisator schon Erfahrungen im Fußballsport gesammelt?
Michael Sauer: Ja, ich konnte schon vor meiner Zeit beim VfL Oberbieber Erfahrungen sammeln. Ich habe nämlich in der U9 (E-Jugend) bei meinem Heimatverein TV Mülhofen angefangen. Meine Eltern haben damals im Ort gebaut, und so war es für mich naheliegend, dort zu spielen. Im Grunde habe ich die komplette Jugendzeit und später auch im Seniorenbereich beim TVM gespielt. Anfang 20 hatte ich leider einen Autounfall, der meine aktive Laufbahn beendet hat. Ich war nie ein „großer Fußballer“, aber mit viel Herzblut dabei. Ab da bin ich in den Trainerbereich gewechselt – zunächst als Jugendtrainer verschiedener Teams im überkreislichen Bereich, später dann auch im Seniorenbereich. Die Erfahrungen aus der Zeit als Spieler und Trainer helfen mir heute noch, weil man weiß, wie Spieler denken, fühlen und ticken.
Das-Run.de: Michael, du wurdest uns uns als Ansprechpartner für den Jugendfußball genannt. Wie lautet dein Amt offiziell und wie lange übst du das schon aus?
Michael Sauer: Ich bin Abteilungsleiter Fußball beim VfL Oberbieber und damit auch für die Gesamtentwicklung verantwortlich. Diese Rolle übe ich seit Ende 2023 aus. Im Jugendfußball selbst bin ich schon viele Jahre als Trainer und Organisator aktiv. Wichtig ist mir zu betonen: Wir sind beim VfL ein großes Team, in dem sich alle gegenseitig unterstützen – anders wäre die Arbeit gar nicht zu bewältigen. Es steckt sehr viel Einsatz und Zeit drin, und natürlich ist es nicht immer einfach oder nur spaßig. Aber genau dieser Zusammenhalt macht es am Ende möglich.
Das-Run.de: Du hast von deinem Herz für den Jugendfußball gesprochen. Nach welchem Konzept bildet ihr denn Nachwuchsspieler aus?
Michael Sauer: Wir orientieren uns grundsätzlich an den Ausbildungsstandards des DFB. Aber ich möchte ehrlich sein: ein ganzheitliches Konzept haben wir aktuell nicht. Nicht, weil wir es nicht könnten oder wollten – nur bringt ein Konzept wenig, wenn man es weder konsequent kontrollieren noch bei Nichteinhaltung sanktionieren kann. Für uns ist es schon eine große Aufgabe, alle Teams mit ausreichend Trainern zu besetzen. Unser Ansatz ist deshalb eher, gut ausgebildete Jugendtrainer zu verpflichten oder selbst auszubilden. So können wir die Qualität im Training und am Spieltag am besten sicherstellen. Für ein umfassendes Konzept fehlen uns schlichtweg Personal und finanzielle Mittel.
Das-Run.de: Im Jugendfußball habt ihr ja auch eine Kooperation mit dem FC Cosmos Koblenz. Wie kam es dazu und was versprecht ihr euch davon?
Michael Sauer: Die Verbindung zu Remo Rashica und dem VfL Oberbieber besteht schon seit Kindheitstagen. Der FC Cosmos Koblenz bringt ein starkes sportliches Umfeld mit, wir eine große Jugendbasis – das ergänzt sich perfekt. Gemeinsam wollen wir dadurch zu den größeren Vereinen in Koblenz aufschließen, damit Talente aus Stadt und Kreis Neuwied auch hier vor Ort bleiben. Cosmos hat große Ideen, die wir mit unserer Jugendarbeit gerne teilen möchten.
Das-Run.de: Welche Jugendstufen betrifft die Kooperation mit dem FC Cosmos Koblenz?
Michael Sauer: Aktuell betrifft die Kooperation nur die C-Jugend. Geplant war auch eine Zusammenarbeit in der B-Jugend, doch für die Erfüllung der Lizenzauflagen für die Teilnahme an der Meisterschaftsrunde in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar mit der ersten Mannschaft benötigt unser Partner eigene Jugendteams. Die Heimspiele der JSG Oberbieber, dazu gehören eine U15 in der Fußball-Bezirksliga Ost und eine U14 in der Fußball-Kreisklasse, werden komplett in Oberbieber ausgetragen. Mit Ilias Saidi haben wir zudem einen hervorragenden Trainer für unsere U15 vom FC Cosmos vermittelt bekommen.
Das-Run.de: Michael, lass uns noch auf eure eigenständigen Jugendteams schauen. Eure U19 spielt schon mehrere Jahre erfolgreich auf Bezirksebene. Worin liegt das in deinen Augen?
Michael Sauer: Sehr gerne. Die gute Performance der U19 ist das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit und starker Trainer. Viele Spieler sind schon lange im Verein, sind miteinander gewachsen und haben so ein echtes Teamgefüge entwickelt. Dazu kommt eine klare Struktur, die es ihnen ermöglicht, auf Bezirksebene erfolgreich zu bestehen.
Das-Run.de: Die U17 (B-Junioren) und U15 (C-Junioren) spielen ebenfalls auf Bezirksebene. Wie wichtig ist es, in diesen Jahrgängen überkreislich vertreten zu sein?
Michael Sauer: Das ist sehr wichtig. Ab der U13 (D-Jugend) entscheidet sich oft, ob ein Spieler den Weg in den Leistungsfußball geht oder nicht. Wenn man dann in diesen Altersklassen ein gutes sportliches Umfeld hat, bleiben die Talente eher im Verein und entwickeln sich besser. Auch hier muss man ehrlich sein: Das Niveau der Jugend-Bezirksligen ist merklich abgesunken. Wenn man aber für die eigenen Senioren ausbilden möchte, muss man mindestens ab der C-Jugend eine gute Mannschaft auf Bezirksebene stellen können.
Das-Run.de: Ihr habt ja nicht nur tolle Mannschaften im Leistungsbereich (von der C-Jugend aufwärts), sondern auch viele Mannschaften im Grundlagenbereich (von den D-Junioren abwärts). Warum ist der Andrang beim VfL Oberbieber so groß, Michael?
Michael Sauer: Wir haben uns über die Jahre einen guten Namen erarbeitet – viele Eltern wissen, dass ihre Kinder bei uns gut aufgehoben sind. Wir bieten nicht nur Training, sondern auch Gemeinschaft, Ausflüge, Turniere und ein echtes Vereinsleben. Aber auch das ist ein enormer Kraftakt, der nur im gemeinsamen Wirken zu schaffen ist. Auf unserem Sportplatz trainieren beispielsweise montags und mittwochs fast 70 Kinder gleichzeitig. Da müssen wir Woche für Woche nicht nur eine große Menge an Material, sondern auch genügend Personal auf den Platz bringen. Mittlerweile geht es uns nicht mehr darum, „noch besser“ zu werden – die eigentliche Kunst besteht darin, dieses hohe Level im Detail zu verfeinern und langfristig zu halten.
Das-Run.de: Ihr macht eine vorbildliche Jugendarbeit, verliert dann aber immer wieder toll ausgebildete Jungs wie beispielsweise Gianluca Vayvalak oder auch Elias Mohebzada beim Wechsel in den Seniorenfußball. Wie wichtig wäre es, solche Jungs auch nach dem U19-Jahr in den eigenen Seniorenmannschaften zu halten?
Michael Sauer: Enorm wichtig wäre dies. Wenn wir solche Spieler halten könnten, wären unsere Chancen auf den Klassenerhalt im Seniorenbereich (die erste Mannschaft spielt in der Fußball-Kreisliga A2, die zweite Mannschaft in der Fußball-Kreisliga C6, Anmerkung der Redaktion) deutlich greifbarer. Die Konkurrenz unter den Vereinen ist groß, doch die Anzahl der Seniorenmannschaften ist in den letzten Jahren nahezu gleichgeblieben, während die Zahl der U19-Teams stetig sinkt. Unser Ortsnachbar SSV Heimbach-Weis zum Beispiel ist diese Saison eine JSG mit dem FV Engers eingegangen und die JSG Laubachtal aus Rengsdorf und Melsbach hat keine U17 und U19 mehr gemeldet. Vereinfacht gesagt: Die wenigen A-Junioren, die es gibt, sind heiß begehrt – und bekommen teilweise Angebote, die wir nur schwer nachvollziehen können. Aber eines ist klar: Unsere Tür steht immer offen. Wer einmal bei uns gespielt hat, darf jederzeit wieder zurückkommen – und das auch mit einem Augenzwinkern: Wer bei uns war, weiß, was er an Oberbieber hat.
Das-Run.de: Am Ende möchten wir noch mit dir in die Zukunft blicken. Was sind denn die langfristigen Ziele für den Jugendfußball beim VfL Oberbieber?
Michael Sauer: Wie bereits erwähnt geht es uns nicht mehr darum, immer noch besser zu werden, sondern vielmehr darum, das bereits hohe Niveau zu halten und gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden auch ein Stück weit zu träumen. Ein mittelfristiges Ziel ist sicherlich die Gründung eines Jugendfördervereins (JFV) Neuwied, damit unsere Talente aus der Stadt und dem Landkreis Neuwied nicht ständig auf die andere Rheinseite abwandern. Gleichzeitig brauchen wir dringend mehr Platzkapazitäten, denn durch die Vielzahl an Teams und Spielern können wir auch mit großer Improvisationskraft nicht immer optimal arbeiten.
Das-Run.de: Michael, wir bedanken uns ganz herzlich bei dir für dieses Interview. Wir wünschen dir und dem VfL Oberbieber im Jugendbereich weiterhin viel Erfolg und hoffen, dass für die Toptalente auch die eigenen Seniorenteams wieder eine ernsthafte Option werden, um den VfL voranzubringen.
Michael Sauer: Vielen lieben Dank für eure Anfrage und das Interesse daran, die Jugendarbeit beim VfL Oberbieber zu beleuchten. Kommt gerne mal vorbei und schaut euch ein Jugendspiel an.
Bildquelle: privat