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Louis Hild hat im Jahr 2002 beim VfL Oberbieber mit dem Fußballspielen begonnen und seinem Verein jahrelang die Treue gehalten. Im Sommer 2019 hat er sich dann eine neue Herausforderung gesucht und bei der SG 99 Andernach eine sportliche Heimat gefunden. Dies zeigt sich auch darin, dass sich der 29-Jährige 2023 dazu entschieden hat, sich als Leiter um die männlichen Jugendmannschaften zu kümmern. Dem angehenden Lehrer ist es wichtig, den Nachwuchs gut auszubilden, damit Eigengewächse das Gesicht der Seniorenmannschaften bilden können. Wie dieses, intern als Andernacher Weg, ausgegebene Ziel umgesetzt wird, und welche Ziele der in Neuwied wohnhafte Jugendleiter in den kommenden Jahren noch erreichen möchte, erläutert er im exklusiven Interview.

Das-Run.de: Hallo Louis, du bist heute bei uns im Interview zu Gast. Stelle dich unserer Community gerne einmal kurz vor.

Louis Hild: Hallo zusammen. Mein Name ist Louis Hild, ich bin 29 Jahre alt, wohne in Neuwied und bin angehender Lehrer für Deutsch und Geschichte.

Das-Run.de: Louis, wie bist du eigentlich zum Fußball gekommen? Bist du noch aktiv?

Louis Hild: Ich spiele selbst Fußball seit dem Jahr 2002 Fußball und habe meine ganze Jugend beim VfL Oberbieber verbracht. Seit Sommer 2019 spiele ich bereits für die erste Mannschaft der SG 99 Andernach, aktuell in der Fußball-Rheinlandliga.

Das-Run.de: Du spielst ja nicht nur bei der SG 99, sondern kümmerst dich auch um die männlichen Jugendmannschaften. Wie lange übst du dieses Amt schon aus? Was hat dich dazu bewegt?

Louis Hild: Ich führe das Amt seit Juni 2023 aus. Zum damaligen Zeitpunkt war die Position aufgrund eines Rücktritts nicht besetzt, sodass ich dem Verein helfen wollte. Das tue ich bis heute.

Das-Run.de: Das sind tolle Beweggründe. Nimm uns gerne einmal mit in deine Aufgaben als Jugendleiter.

Louis Hild: Gerne. Die Aufgaben klar zu benennen, ist gar nicht so einfach. Grundsätzlich sehe ich meine Hauptaufgabe darin, ein reibungsloses Tagesgeschäft am Sportplatz zu ermöglichen. Dazu gehören Platzbelegungen, Spiele terminieren, Material besorgen und vieles mehr. Aber am liebsten stehe ich im Austausch mit unseren tollen Trainern, die sich hier Woche für Woche engagieren.

Das-Run.de: Du hast eure Trainer im Jugendbereich angesprochen. Nach welchem Konzept wird in Andernach der Nachwuchs ausgebildet?

Louis Hild: Grundsätzlich wollen wir den Jungs aus Andernach in unserem Verein ein sportliches Zuhause bieten. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich an Jugendspielern in die erste Mannschaft zu integrieren. Das ist essenziell für die SG 99, um auf Dauer in der Fußball-Rheinlandliga spielen zu können. Wir können uns nämlich keine Rheinland- oder Oberligaspieler von extern leisten.

Das-Run.de: Jugendspieler in den Seniorenspielbetrieb integrieren, klingt nachhaltig. Seid ihr eigentlich damit zufrieden, dass eure ältesten Nachwuchsjahrgänge in den Junioren-Rheinlandligen auflaufen? Oder wäre beispielsweise eine U19 in der Fußball-Regionalliga Südwest, trotz der großen Herausforderung, wünschenswert?

Louis Hild: Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass ein Team in der Liga spielen sollte, wofür es sich sportlich qualifiziert. Und wenn eine A-Jugend bei uns in die Fußball-Regionalliga Südwest aufsteigt, wollen wir dort auch alles versuchen. Die Jungs, die in dem Regionalliga-Jahr dabei waren, konnten vor allem körperlich im Seniorenbereich sofort Fuß fassen.

Das-Run.de: Du hast das Fuß fassen im Seniorenbereich angesprochen. Das gelingt euch wie kaum einem anderen Verein. Wieso ist das denn so?

Louis Hild: Das ist der Grundpfeiler unserer ersten Mannschaft. Wie bereits gesagt, fehlen uns die Mittel, erfahrene Spieler von außerhalb zu verpflichten. Das wollen wir aber auch nicht. Der „Andernacher Weg“ bedeutet, die Jungs aus der A-Jugend in der ersten Mannschaft zu integrieren. Das gelingt uns auch jeder Jahr, da man sich ja auch über die Jahre unterstützt. Von unseren 26 Spielern in der ersten Mannschaft haben 23 zuvor in Juniorenteams der SG 99 gespielt.

Das-Run.de: Du hast den „Andernacher Weg“ angesprochen. Was macht ihr eigentlich mit den Jungs, die es nicht in di erste Mannschaft schaffen? Und wie dramatisch ist es, dass ihr in dieser Saison keinen Unterbau im Seniorenfußball habt?

Louis Hild: Natürlich ist das nicht unser Wunsch gewesen, sondern wir mussten uns der Entwicklung beugen. Die Spieler, die aus der A-Jugend kommen und eventuell noch nicht direkt den Sprung in die Erste schaffen, haben nicht mehr die nötige die Geduld, um in der zweiten Mannschaft zu spielen. Andererseits ist ein großer Teil an älteren Spielern der Reserve in den letzten zwei Jahren in den sportlichen Ruhestand gegangen, sodass wichtige Säulen unserer zweiten Mannschaft auch nicht mehr da waren. Aber möglicherweise gibt es ja bald wieder eine, wer weiß.

Das-Run.de: Worauf dürfen sich die Leser in den kommenden Jahren rund um die Nachwuchsarbeit in Andernach freuen? Wie lauten eure Ziele?

Louis Hild: Ziele sollten einen immer antreiben, aber auch realistisch bleiben. Ein Fußballverein einer solchen Größe gleicht in seiner finanziellen sowie personellen Struktur einem kleinen Unternehmen, sodass Weitsicht und Verantwortung gefragt sind. Wir wollen uns einfach Jahr für Jahr sowohl sportlich als auch infrastrukturell verbessern, um den Verein weiterhin attraktiv zu gestalten.

Das-Run.de: Du hast die Infrastruktur angesprochen. Sind Aufrüstungen geplant?

Louis Hild: Das hängt ganz davon ab, wie uns die Mittel zur Verfügung stehen. Allerdings gibt es derzeit eine erfreuliche Nachricht. Neben unserem vielfach genutzten Kunstrasen entsteht ein weiteres Kleinfeld aus Naturrasen, dass unseren Trainings- und Spielbetrieb sehr erleichtert und entzerrt. Es freut uns, dass die Stadt Andernach uns dies ermöglicht.

Das-Run.de: Das klingt vielversprechend. Zum Anschluss möchten wir noch wissen, welche persönlichen Ziele du hast im Hinblick auf deine Rolle als Jugendleiter.

Louis Hild: Mein wichtigstes Anliegen ist es, noch mehr Trainer und Betreuer im Kinderbereich, sprich G- bis D-Junioren, zu gewinnen. Die Anfragen von Kindern, die mit dem Fußball spielen beginnen möchten, ist riesig und wir können nicht alle bedienen. Das möchte ich unbedingt ändern. Die anderen Ziele beziehen sich mehr auf unsere Ausrichtung in der Kompetenzverteilung, sodass wir effizienter werden. Aber eins nach dem anderen.

Das-Run.de: Louis, wir wünschen dir auf und neben dem Platz den größtmöglichen Erfolg. Bleib gesund und denk weiterhin langfristig.

Louis Hild: Vielen Dank für das Interview. Kommt gerne mal in Andernach vorbei.

Fotoquelle: SG 99 Andernach