In seinem Leben spielen Fußball und die SpVgg Wirges eine entscheidende Rolle. Lars Müller ist nicht nur seit Jahren Trainer im Nachwuchsbereich, sondern seit April 2024 auch Jugendleiter des Vereins aus dem Westerwald. Der 33-Jährige glaubt fest daran, dass durch die Förderung von Talenten nach einem festen Nachwuchskonzept nicht nur sportlicher Erfolg, sondern auch Identität und Verbundenheit zum Verein geschaffen wird. Bestes Beispiel hierfür sind die A-Junioren, die eine überragende Saison 2023/2024 mit dem Triple krönen konnten. Der Lohn dafür ist die Teilnahme in der ersten Runde des DFB-Pokals, der Gegner ist die SpVgg Greuther Fürth. Im exklusiven Interview erklärt der Jugendleiter, warum nicht der finanzielle Aspekt, sondern die Außendarstellung in einem solch besonderen Spiel der entscheidende Faktor sein wird.
Das-Run.de: Gude Lars, du bist der erste Gast unserer Interviewserie über Jugendleiter. Stelle dich der Community gerne einmal vor.
Lars Müller: Hallo zusammen. Mein Name ist Lars Müller und ich bin 33 Jahre alt. Seit 2018 bin ich als Trainer bei der EGC Wirges aktiv. Im April 2024 habe ich dann noch die Rolle des Jugendleiters beziehungsweise die Position des Sportvorstandes übernommen. Diese Verantwortung ermöglicht es mir, nicht nur die sportliche Ausbildung der Jugendlichen zu fördern, sondern auch die gesamte Jugendarbeit gemeinsam mit dem Jugendvorstand weiterzuentwickeln.
Das-Run.de: Du bist Jugendleiter bei der SpVgg Wirges. Welche Jugendteams habt ihr denn?
Lars Müller: Wir sind sehr stolz darauf, dass wir alle Altersklassen von der A-Jugend bis zu den Bambinis mit mindestens zwei Mannschaften pro Altersklasse besetz haben. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Vereine immer weniger werden oder sich zu Spielgemeinschaften zusammenschließen müssen.
Das-Run.de: Nach welchem Konzept bildet ihr euren Nachwuchs aus?
Lars Müller: Unser Konzept legt den Schwerpunkt auf altersgerechte Inhalte und eine schrittweise, aufeinander aufbauende Förderung unserer Jugendspieler. Ziel ist es, die Jugendspieler in allen Leistungskomponenten weiterzuentwickeln, wobei wir besonders auf die sensiblen Phasen ihrer Entwicklung achten. Im Grund- und Aufbaubereich, der sich von den Bambinis bis zur U10 streckt, steht die Freude am Sport im Vordergrund. Wir konzentrieren uns darauf, eine motorische Basis zu schaffen und die grundlegenden Techniken zu erlernen. Ab der U11 (D-Jugend) und U13 (C-Jugend) stabilisieren wir die Techniken und ergänzen sie durch individualtaktische Handlungen, aber auch durch Koordinations – und Schnelligkeitstraining. Im Leistungsbereich verfeinern wir die fußballspezifischen Techniken und vertiefen das gruppen- und mannschaftstaktische Verhalten, während auch die athletischen Fähigkeiten umfassend trainiert werden. Die Ausbildungsstufen sind miteinander verbunden und bauen aufeinander auf, um ein höheres Niveau der Spieler zu erreichen. Unser Ziel ist es, altersgerecht und leistungsangemessen auszubilden, damit unsere Spieler zukunftsorientiert und erfolgreich Fußball spielen können. Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr und möchten die Entwicklung junger Spieler sowohl auf, als auch außerhalb des Fußballfeldes, begleiten. Werte wie Fairplay und Respekt stehen bei uns im Vordergrund. Wir möchten nicht nur fußballerische Fähigkeiten fördern, sondern auch persönliche Eigenschaften wie Disziplin, Selbstbewusstsein, Siegeswillen und Teamgeist fördern. Durch kontinuierliche Nachwuchsförderung streben wir an, alle Spieler eines Jahrgangs optimal auf die Anforderungen der nächsten Altersklasse bis hin zum Seniorenbereich vorzubereiten. Hauptziel ist es, dass die Spieler auch im Seniorenbereich das blaue oder weiße Trikot der EGC tragen oder im Profifußball Fuß fassen.
Das-Run.de: Danke dir für die ausführliche Erläuterung des Jugendkonzeptes. Was sind denn eure Ziele für die Saison 2024/2025?
Lars Müller: Für die Saison 24/25 setzen wir auf eine ganzheitliche Entwicklung unserer Jugendteams. Unser primäres Ziel ist es, mindestens in den jeweiligen Klassen zu bleiben und eine gute Rolle zu spielen, jedoch nicht um jeden Preis. Die fußballerische Ausbildung darf nicht vergessen werden und steht an erster Stelle. Wir möchten, dass unsere Spieler nicht nur Ergebnisse erzielen, sondern auch ihre technischen und taktischen Fähigkeiten verbessern. Es ist uns wichtig, dass sie lernen, das Spiel zu verstehen und selbstbewusst Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Wenn wir beispielsweise mit der U15 in der Fußball-Regionalliga bleiben wollen, dann soll dies durch ein spielerisches Konzept geschehen und nicht durch das bloße Hoch- und Weitschlagen des Balls. Ich glaube, dass eine solide Ausbildung und die Entwicklung von individuellen Fähigkeiten langfristig erfolgreicher sind als kurzfristige Erfolge. Daher werden wir Wert auf eine positive Spielerfahrung legen, die sportliche und persönliche Fortschritte fördert.
Das-Run.de: Euer Aushängeschild im Jugendfußball ist in der Saison 2023/2024 die U19 gewesen. Wieso ist das eigentlich so?
Lars Müller: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Leistungen unserer U19 im letzten Jahr wirklich beeindruckend waren. Das Team und der Trainer haben eine unglaubliche Gemeinschaft gebildet. Jeder hat zu Beginn der Rückrunde an die Möglichkeit geglaubt, Rheinlandmeister und Rheinlandpokalsieger zu werden. Diese positive Einstellung und der Zusammenhalt haben maßgeblich zu ihrem Erfolg beigetragen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass auch andere Mannschaften in unserem Verein bemerkenswerte Erfolge erzielt haben, die nicht in den Hintergrund gedrängt werden sollten. Unsere U15 wurde ebenfalls Rheinlandmeister, während unsere U11 als Hallenkreismeister hervorging und neben Eintracht Trier zwei Teams bei den Hallenrheinlandmeisterschaften stellen konnte. Zudem hat unsere U10, obwohl sie als jüngerer E-Jugendjahrgang spielt, das Endspiel um die Kreismeisterschaft erreicht. Diese Erfolge zeigen, dass unser gesamtes Jugendkonzept funktioniert und wir in verschiedenen Altersklassen talentierte Spieler entwickeln. Die A-Jugend mag zwar aktuell zurecht im Fokus stehen, aber wir sind stolz auf alle unsere Teams und deren Leistungen.
Das-Run.de: Als Belohnung für die überragende Saison der U19 warten in dieser Saison Highlights. Lass uns gerne mal auf die Spielklasse, die Fußball-Regionalliga Südwest, schauen. Was sagst du dazu? Welches Saisonziel schwebt euch vor?
Lars Müller: Für uns als Verein ist es eine riesige Auszeichnung, dass unser ältester Jugendjahrgang in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen darf. Wir sind stolz darauf, uns in dieser zweithöchsten Klasse messen zu können. Ich bin überzeugt, dass wir uns in der Liga etablieren können und um einen guten Mittelfeldplatz mitspielen werden. Die Ergebnisse in der Vorbereitung und die Stimmung in der Mannschaft stimmen mich optimistisch. Zudem konnten wir uns auf einigen Positionen verstärken. Ein wichtiger Faktor ist unser Auftaktspiel vergangenen Samstag gegen Ludwigshafen gewesen. Das Remis zum Start hat dazu beigetragen, das Selbstvertrauen zu stärken und die Weichen für eine erfolgreiche Saison zu stellen.
Das-Run.de: Ist die Teilnahme am Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Südwest ein Mammutprogramm für eure U19?
Lars Müller: Ja, denn das Spielen in der Regionalliga stellt definitiv eine zeitliche und logistische Herausforderung für unsere Spieler und Trainer dar. Die Anreise zu den Spielen, die intensiven Trainingszeiten und die hohe Belastung sind Aspekte, die wir berücksichtigen müssen. Dennoch sehen wir vor allem die positiven Aspekte dieser Herausforderung. Es bietet uns die Möglichkeit, uns mit sehr spielstarken Mannschaften zu messen und unser eigenes Niveau erheblich zu steigern. Solche Erfahrungen sind entscheidend für die Entwicklung unserer Talente und helfen ihnen, sich auf höherem Niveau zu behaupten. Wir sind überzeugt, dass diese Herausforderungen letztendlich dazu beitragen werden, unsere Spieler besser zu machen und sie optimal auf den Übergang in den Herrenbereich vorzubereiten. In diesem Sinne betrachten wir das Mammutprogramm als Chance zur Weiterentwicklung.
Das-Run.de: Du hast den Übergang zum Männerbereich angesprochen. Eure erste Mannschaft ist in die Fußball-Bezirksliga Ost abgestiegen. Eine zweite Mannschaft gibt es erst seit dieser Saison wieder. Ist der Abstieg eurer ersten Fluch oder Segen?
Lars Müller: Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir nicht abgestiegen wären. Dennoch sehe ich den Abstieg auch als Chance für einen Neuanfang. Es bietet uns die Möglichkeit, gezielt auf unsere jungen Spieler zu setzen. Wir haben aktuell im Kader der ersten Mannschaft acht Spieler aus dem Jahrgang 2005. Diese sind nun fester Bestandteil der ersten Mannschaft und haben die Gelegenheit, sich im Herrenbereich zu etablieren und ausreichend Spielzeit zu erhalten. Allein gegen die SG Neitersen/Altenkirchen standen drei davon in der Startelf. Dies ist entscheidend für ihre Entwicklung und wird uns langfristig helfen, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Wir setzen auf einen nachhaltigeren Weg, unser Ziel ist es, so viele Spieler wie möglich aus den eigenen Reihen im Kader der ersten Mannschaft zu haben. Ich glaube fest daran, dass wir durch die Förderung unserer Talente nicht nur sportlichen Erfolg erzielen können, sondern auch eine stärkere Identität mit unserem Verein schaffen. In diesem sinne betrachte ich den Abstieg nicht nur als Rückschlag, sondern auch als Möglichkeit, neue Perspektiven zu schaffen und das Fundament für zukünftigen Erfolg zu legen.
Das-Run.de: Lass uns nochmal auf die Meisterschaftsrunde der U19 schauen: Der FC Rot-Weiss Koblenz und die Sportfreunde Eisbachtal sind Gegner von euch, die aufgrund einer Überarbeitung des Nachwuchskonzeptes vonseiten des DFB profitiert haben. Darüber hinaus spielt die TuS Koblenz in eurer Spielklasse. Wie steht ihr eigentlich dazu?
Lars Müller: Es ist richtig, dass sich sowohl Rot-Weiss Koblenz als auch die Eisbären durch das Konzept der Nachwuchsligen (in der höchsten nationalen Spielklasse der U19 dürfen nur noch Teams aus Nachwuchsleistungszentren spielen, Anmerkung der Redaktion) für die Fußball-Regionalliga Südwest qualifiziert haben. Ehrlicherweise muss man jedoch sagen, dass weder Rot-Weiss noch die Eisbären direkt für diese Reform verantwortlich sind. Wir hätten möglicherweise auch profitieren können, wenn wir im letzten Jahr bereits in der Regionalliga gespielt hätten. Deshalb sehe ich die Situation entspannt. Die Derbys gegen die Eisbären sind für mich in jeder Jugendklasse ein Highlight. Darüber hinaus freut es mich besonders, dass mit Eisbachtal und Wirges zwei weitere Vereine aus dem Kreis Westerwald ebenfalls in der Regionalliga vertreten sind. Das ist nicht nur eine großartige Gelegenheit für unsere Spieler, sich mit starken Gegnern zu messen, sondern bietet auch eine hervorragende Werbung für unseren Kreis. Solche Präsenz auf regionaler Ebene stärkt das Ansehen des Westerwaldes im Fußball und fördert den Zusammenhalt innerhalb der Vereine.
Das-Run.de: Eine höhere Spielklasse sorgt bekanntlich für Veränderungen im Kader. Hinzu kommt, dass der 2005er-Jahrgang in den Seniorenfußball aufgerückt ist. Wie habt ihr euch personell verstärkt? Der ein oder andere Kicker stand ja zuletzt bei der TuS Koblenz im Kader.
Lars Müller: Wir haben tatsächlich mehrere Jungs aus Koblenz geholt, und das hat verschiedene Gründe. Drei der vier Spieler, die wir von der TuS verpflichtet haben, haben bereits in der Vergangenheit bei uns gespielt. Das zeigt, dass wir eine gute Verbindung zu diesen Spielern haben und sie mit unserem Verein vertraut sind. Mit Jan Friesen kommt zudem ein Spieler zu uns, der ebenfalls aus dem Westerwald stammt. Das war für uns ein wichtiger Punkt, denn wir möchten die besten Talente aus unserer Region fördern und bei uns spielen sehen. Es ist uns wichtig, frühzeitig Talente aus der Umgebung zu identifizieren und sie langfristig an unseren Verein zu binden. Indem wir diese Spieler frühzeitig in unser System integrieren, können wir verhindern, dass sie später zu anderen Vereinen wechseln oder zurückgeholt werden müssen. So stärken wir nicht nur unsere eigene Mannschaft, sondern tragen auch zur Entwicklung des Fußballs in unserer Region bei.
Das-Run.de: Lass uns noch über das Thema DFB-Pokal sprechen. Durch den Gewinn des Rheinlandpokals in der vergangenen Saison darf eure U19 im DFB-Pokal starten. Was sagst du dazu?
Lars Müller: Die Teilnahme am DFB-Pokal ist für uns ein absolutes Highlight. Es ist eine großartige Belohnung für die tolle U19-Saison 2023/2024, die wir gespielt haben. Das letzte Mal, dass unsere U19 im DFB-Pokal vertreten war, war in der Saison 2002/2003, als wir gegen den FC Carl Zeiss Jena gespielt haben. Die Vorfreude im Verein ist riesig, und alle Spieler sowie das gesamte Team sind hochmotiviert. Solche Spiele bieten nicht nur eine einmalige Gelegenheit, sich mit starken Gegnern zu messen, sondern auch die Möglichkeit, unseren Verein und unsere Region auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Wir können es kaum erwarten, auf das Spielfeld zu gehen und unser Bestes zu geben.
Das-Run.de: Ihr habt mit der SpVgg Greuther Fürth einen Bundesligisten aus dem Frankenland zugelost bekommen. Wie gefällt dir das Los?
Lars Müller: Ich finde das Los super. Es ist wirklich etwas besonderes, die Möglichkeit zu haben, uns mit einem Team aus einem Nachwuchsleistungszentrum im DFB Pokal messen zu dürfen. Natürlich hätten sich viele von uns „größere“ Namen wie Dortmund oder Bayern München gewünscht, die sicherlich ein größerer Zuschauermagnet gewesen wären, aber Fürth hat in der Jugendförderung einen hervorragenden Ruf. Die Kleeblatt-Akademie ist sehr gut organisiert und legt ebenfalls großen Wert darauf, die Spieler nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf das Spiel gegen Greuter Fürth. Es wird eine großartige Gelegenheit sein, von einem so gut strukturierten NLZ zu lernen und uns mit ihnen zu messen. Wir sollten alle stolz darauf sein, diese Chance zu haben.
Das-Run.de: Was für ein Spiel erwartest du denn? Schließlich sind die Rollen klar verteilt.
Lars Müller: Ich erwarte tatsächlich ein sehr offenes Spiel. Wir sind die Mannschaft, die in dieser Partie nichts zu verlieren hat, und genau so wollen wir es auch angehen. In meinen Gesprächen mit den Trainern haben sie betont, dass sie sich nicht hinten rein stellen wollen, sondern das Spiel aktiv und offensiv gestalten möchten. Natürlich geht Greuther Fürth als Favorit ins Spiel, aber ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir unseren Rhythmus finden, in der Lage sind, ein unangenehmer Gegner zu sein. Vielleicht können wir sogar zum Stolperstein für sie werden. Wir werden alles geben.
Das-Run.de: Hast du einen Wunschgegner für die zweite Pokalrunde?
Lars Müller: Wenn wir eine Runde weiterkommen sollten, ist mir auch in der zweiten Runde der Gegner egal. Wir konzentrieren uns aber erstmal auf Greuter Fürth (lacht).
Das-Run.de: Viele Leser haben sich gefragt, wie ein Verein ein Pokalspiel der U19 in dieser Größenordnung organisiert. Kannst du uns da Infos geben?
Lars Müller: Die Organisation eines DFB-Pokalspiels der U19 ist eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe. Zunächst einmal müssen wir sicherstellen, dass wir alle Vorgaben des DFB genau einhalten. Dazu gehört die rechtzeitige Meldung der Mannschaften und Schiedsrichter sowie die Auswahl eines geeigneten Stadions, das den Anforderungen entspricht. Darüber hinaus müssen wir uns um den Ticketverkauf kümmern und dafür sorgen, dass das Spiel gut beworben wird. Die Vorbereitungen im Stadion sind ebenfalls entscheidend – vom Rasen über die Umkleidekabinen bis hin zur Technik und zur Lautsprecheranlage. Am Spieltag selbst ist es wichtig, dass alle Abläufe reibungslos funktionieren. Das umfasst alles von den Einlasskontrollen bis hin zu den Aufwärmzeiten der Mannschaften. Insgesamt erfordert die Organisation viel Teamarbeit und Koordination, aber es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, ein solches Event auf die Beine zu stellen.
Das-Run.de: Danke dir für die Erklärung. Zu guter Letzt noch die Frage, wie sich die Teilnahme finanziell rechnet. Schließlich ist es ja nie schlecht, Geld in den Jugendfußball zu investieren.
Lars Müller: Für mich spielt der finanzielle Aspekt tatsächlich eine sehr geringe Rolle. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass wir die Möglichkeit haben, ein solches Spiel zu bestreiten. Es ist eine großartige Gelegenheit, uns und den Fußballverband Rheinland positiv zu präsentieren. Wir möchten das Spiel nutzen, um unsere Mannschaft und unsere Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Natürlich wäre es schön, wenn am Ende des Tages der ein oder andere Euro übrig bleibt. Ich würde mich sicherlich nicht beschweren. Aber viel wichtiger ist für uns die Erfahrung und die Sichtbarkeit, die wir durch dieses Spiel gewinnen können. Es geht darum, unseren Spielern eine Plattform zu bieten und ihnen die Chance zu geben, sich auf einem größeren Niveau zu beweisen.
Das-Run.de: Dann drücken wir die Daumen, dass sich viele Zuschauer dieses Duell anschauen werden und die Jungs ein Fußballfest erleben dürfen. Für die Saison wünschen wir den größtmöglichen Erfolg und vor allem viel Spaß in den Lokalduellen. Und zum Jugendfußball in Wirges kann man nur sagen, dass ihr auf einem tollen Weg seid, ein Aushängeschild des Fußballverbandes Rheinland seid.
Lars Müller: Vielen Dank für die lieben Worte. Kommt gerne zum Pokalspiel am Samstag vorbei.
Das-Run.de: Gude Lars, du bist der erste Gast unserer Interviewserie über Jugendleiter. Stelle dich der Community gerne einmal vor.
Lars Müller: Hallo zusammen. Mein Name ist Lars Müller und ich bin 33 Jahre alt. Seit 2018 bin ich als Trainer bei der EGC Wirges aktiv. Im April 2024 habe ich dann noch die Rolle des Jugendleiters beziehungsweise die Position des Sportvorstandes übernommen. Diese Verantwortung ermöglicht es mir, nicht nur die sportliche Ausbildung der Jugendlichen zu fördern, sondern auch die gesamte Jugendarbeit gemeinsam mit dem Jugendvorstand weiterzuentwickeln.
Das-Run.de: Du bist Jugendleiter bei der SpVgg Wirges. Welche Jugendteams habt ihr denn?
Lars Müller: Wir sind sehr stolz darauf, dass wir alle Altersklassen von der A-Jugend bis zu den Bambinis mit mindestens zwei Mannschaften pro Altersklasse besetz haben. Dies ist besonders wichtig in einer Zeit, in der Vereine immer weniger werden oder sich zu Spielgemeinschaften zusammenschließen müssen.
Das-Run.de: Nach welchem Konzept bildet ihr euren Nachwuchs aus?
Lars Müller: Unser Konzept legt den Schwerpunkt auf altersgerechte Inhalte und eine schrittweise, aufeinander aufbauende Förderung unserer Jugendspieler. Ziel ist es, die Jugendspieler in allen Leistungskomponenten weiterzuentwickeln, wobei wir besonders auf die sensiblen Phasen ihrer Entwicklung achten. Im Grund- und Aufbaubereich, der sich von den Bambinis bis zur U10 streckt, steht die Freude am Sport im Vordergrund. Wir konzentrieren uns darauf, eine motorische Basis zu schaffen und die grundlegenden Techniken zu erlernen. Ab der U11 (D-Jugend) und U13 (C-Jugend) stabilisieren wir die Techniken und ergänzen sie durch individualtaktische Handlungen, aber auch durch Koordinations – und Schnelligkeitstraining. Im Leistungsbereich verfeinern wir die fußballspezifischen Techniken und vertiefen das gruppen- und mannschaftstaktische Verhalten, während auch die athletischen Fähigkeiten umfassend trainiert werden. Die Ausbildungsstufen sind miteinander verbunden und bauen aufeinander auf, um ein höheres Niveau der Spieler zu erreichen. Unser Ziel ist es, altersgerecht und leistungsangemessen auszubilden, damit unsere Spieler zukunftsorientiert und erfolgreich Fußball spielen können. Wir nehmen unsere gesellschaftliche Verantwortung wahr und möchten die Entwicklung junger Spieler sowohl auf, als auch außerhalb des Fußballfeldes, begleiten. Werte wie Fairplay und Respekt stehen bei uns im Vordergrund. Wir möchten nicht nur fußballerische Fähigkeiten fördern, sondern auch persönliche Eigenschaften wie Disziplin, Selbstbewusstsein, Siegeswillen und Teamgeist fördern. Durch kontinuierliche Nachwuchsförderung streben wir an, alle Spieler eines Jahrgangs optimal auf die Anforderungen der nächsten Altersklasse bis hin zum Seniorenbereich vorzubereiten. Hauptziel ist es, dass die Spieler auch im Seniorenbereich das blaue oder weiße Trikot der EGC tragen oder im Profifußball Fuß fassen.
Das-Run.de: Danke dir für die ausführliche Erläuterung des Jugendkonzeptes. Was sind denn eure Ziele für die Saison 2024/2025?
Lars Müller: Für die Saison 24/25 setzen wir auf eine ganzheitliche Entwicklung unserer Jugendteams. Unser primäres Ziel ist es, mindestens in den jeweiligen Klassen zu bleiben und eine gute Rolle zu spielen, jedoch nicht um jeden Preis. Die fußballerische Ausbildung darf nicht vergessen werden und steht an erster Stelle. Wir möchten, dass unsere Spieler nicht nur Ergebnisse erzielen, sondern auch ihre technischen und taktischen Fähigkeiten verbessern. Es ist uns wichtig, dass sie lernen, das Spiel zu verstehen und selbstbewusst Entscheidungen auf dem Platz zu treffen. Wenn wir beispielsweise mit der U15 in der Fußball-Regionalliga bleiben wollen, dann soll dies durch ein spielerisches Konzept geschehen und nicht durch das bloße Hoch- und Weitschlagen des Balls. Ich glaube, dass eine solide Ausbildung und die Entwicklung von individuellen Fähigkeiten langfristig erfolgreicher sind als kurzfristige Erfolge. Daher werden wir Wert auf eine positive Spielerfahrung legen, die sportliche und persönliche Fortschritte fördert.
Das-Run.de: Euer Aushängeschild im Jugendfußball ist in der Saison 2023/2024 die U19 gewesen. Wieso ist das eigentlich so?
Lars Müller: Zunächst einmal möchte ich betonen, dass die Leistungen unserer U19 im letzten Jahr wirklich beeindruckend waren. Das Team und der Trainer haben eine unglaubliche Gemeinschaft gebildet. Jeder hat zu Beginn der Rückrunde an die Möglichkeit geglaubt, Rheinlandmeister und Rheinlandpokalsieger zu werden. Diese positive Einstellung und der Zusammenhalt haben maßgeblich zu ihrem Erfolg beigetragen. Es ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass auch andere Mannschaften in unserem Verein bemerkenswerte Erfolge erzielt haben, die nicht in den Hintergrund gedrängt werden sollten. Unsere U15 wurde ebenfalls Rheinlandmeister, während unsere U11 als Hallenkreismeister hervorging und neben Eintracht Trier zwei Teams bei den Hallenrheinlandmeisterschaften stellen konnte. Zudem hat unsere U10, obwohl sie als jüngerer E-Jugendjahrgang spielt, das Endspiel um die Kreismeisterschaft erreicht. Diese Erfolge zeigen, dass unser gesamtes Jugendkonzept funktioniert und wir in verschiedenen Altersklassen talentierte Spieler entwickeln. Die A-Jugend mag zwar aktuell zurecht im Fokus stehen, aber wir sind stolz auf alle unsere Teams und deren Leistungen.
Das-Run.de: Als Belohnung für die überragende Saison der U19 warten in dieser Saison Highlights. Lass uns gerne mal auf die Spielklasse, die Fußball-Regionalliga Südwest, schauen. Was sagst du dazu? Welches Saisonziel schwebt euch vor?
Lars Müller: Für uns als Verein ist es eine riesige Auszeichnung, dass unser ältester Jugendjahrgang in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen darf. Wir sind stolz darauf, uns in dieser zweithöchsten Klasse messen zu können. Ich bin überzeugt, dass wir uns in der Liga etablieren können und um einen guten Mittelfeldplatz mitspielen werden. Die Ergebnisse in der Vorbereitung und die Stimmung in der Mannschaft stimmen mich optimistisch. Zudem konnten wir uns auf einigen Positionen verstärken. Ein wichtiger Faktor ist unser Auftaktspiel vergangenen Samstag gegen Ludwigshafen gewesen. Das Remis zum Start hat dazu beigetragen, das Selbstvertrauen zu stärken und die Weichen für eine erfolgreiche Saison zu stellen.
Das-Run.de: Ist die Teilnahme am Spielbetrieb in der Fußball-Regionalliga Südwest ein Mammutprogramm für eure U19?
Lars Müller: Ja, denn das Spielen in der Regionalliga stellt definitiv eine zeitliche und logistische Herausforderung für unsere Spieler und Trainer dar. Die Anreise zu den Spielen, die intensiven Trainingszeiten und die hohe Belastung sind Aspekte, die wir berücksichtigen müssen. Dennoch sehen wir vor allem die positiven Aspekte dieser Herausforderung. Es bietet uns die Möglichkeit, uns mit sehr spielstarken Mannschaften zu messen und unser eigenes Niveau erheblich zu steigern. Solche Erfahrungen sind entscheidend für die Entwicklung unserer Talente und helfen ihnen, sich auf höherem Niveau zu behaupten. Wir sind überzeugt, dass diese Herausforderungen letztendlich dazu beitragen werden, unsere Spieler besser zu machen und sie optimal auf den Übergang in den Herrenbereich vorzubereiten. In diesem Sinne betrachten wir das Mammutprogramm als Chance zur Weiterentwicklung.
Das-Run.de: Du hast den Übergang zum Männerbereich angesprochen. Eure erste Mannschaft ist in die Fußball-Bezirksliga Ost abgestiegen. Eine zweite Mannschaft gibt es erst seit dieser Saison wieder. Ist der Abstieg eurer ersten Fluch oder Segen?
Lars Müller: Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir nicht abgestiegen wären. Dennoch sehe ich den Abstieg auch als Chance für einen Neuanfang. Es bietet uns die Möglichkeit, gezielt auf unsere jungen Spieler zu setzen. Wir haben aktuell im Kader der ersten Mannschaft acht Spieler aus dem Jahrgang 2005. Diese sind nun fester Bestandteil der ersten Mannschaft und haben die Gelegenheit, sich im Herrenbereich zu etablieren und ausreichend Spielzeit zu erhalten. Allein gegen die SG Neitersen/Altenkirchen standen drei davon in der Startelf. Dies ist entscheidend für ihre Entwicklung und wird uns langfristig helfen, eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen. Wir setzen auf einen nachhaltigeren Weg, unser Ziel ist es, so viele Spieler wie möglich aus den eigenen Reihen im Kader der ersten Mannschaft zu haben. Ich glaube fest daran, dass wir durch die Förderung unserer Talente nicht nur sportlichen Erfolg erzielen können, sondern auch eine stärkere Identität mit unserem Verein schaffen. In diesem sinne betrachte ich den Abstieg nicht nur als Rückschlag, sondern auch als Möglichkeit, neue Perspektiven zu schaffen und das Fundament für zukünftigen Erfolg zu legen.
Das-Run.de: Lass uns nochmal auf die Meisterschaftsrunde der U19 schauen: Der FC Rot-Weiss Koblenz und die Sportfreunde Eisbachtal sind Gegner von euch, die aufgrund einer Überarbeitung des Nachwuchskonzeptes vonseiten des DFB profitiert haben. Darüber hinaus spielt die TuS Koblenz in eurer Spielklasse. Wie steht ihr eigentlich dazu?
Lars Müller: Es ist richtig, dass sich sowohl Rot-Weiss Koblenz als auch die Eisbären durch das Konzept der Nachwuchsligen (in der höchsten nationalen Spielklasse der U19 dürfen nur noch Teams aus Nachwuchsleistungszentren spielen, Anmerkung der Redaktion) für die Fußball-Regionalliga Südwest qualifiziert haben. Ehrlicherweise muss man jedoch sagen, dass weder Rot-Weiss noch die Eisbären direkt für diese Reform verantwortlich sind. Wir hätten möglicherweise auch profitieren können, wenn wir im letzten Jahr bereits in der Regionalliga gespielt hätten. Deshalb sehe ich die Situation entspannt. Die Derbys gegen die Eisbären sind für mich in jeder Jugendklasse ein Highlight. Darüber hinaus freut es mich besonders, dass mit Eisbachtal und Wirges zwei weitere Vereine aus dem Kreis Westerwald ebenfalls in der Regionalliga vertreten sind. Das ist nicht nur eine großartige Gelegenheit für unsere Spieler, sich mit starken Gegnern zu messen, sondern bietet auch eine hervorragende Werbung für unseren Kreis. Solche Präsenz auf regionaler Ebene stärkt das Ansehen des Westerwaldes im Fußball und fördert den Zusammenhalt innerhalb der Vereine.
Das-Run.de: Eine höhere Spielklasse sorgt bekanntlich für Veränderungen im Kader. Hinzu kommt, dass der 2005er-Jahrgang in den Seniorenfußball aufgerückt ist. Wie habt ihr euch personell verstärkt? Der ein oder andere Kicker stand ja zuletzt bei der TuS Koblenz im Kader.
Lars Müller: Wir haben tatsächlich mehrere Jungs aus Koblenz geholt, und das hat verschiedene Gründe. Drei der vier Spieler, die wir von der TuS verpflichtet haben, haben bereits in der Vergangenheit bei uns gespielt. Das zeigt, dass wir eine gute Verbindung zu diesen Spielern haben und sie mit unserem Verein vertraut sind. Mit Jan Friesen kommt zudem ein Spieler zu uns, der ebenfalls aus dem Westerwald stammt. Das war für uns ein wichtiger Punkt, denn wir möchten die besten Talente aus unserer Region fördern und bei uns spielen sehen. Es ist uns wichtig, frühzeitig Talente aus der Umgebung zu identifizieren und sie langfristig an unseren Verein zu binden. Indem wir diese Spieler frühzeitig in unser System integrieren, können wir verhindern, dass sie später zu anderen Vereinen wechseln oder zurückgeholt werden müssen. So stärken wir nicht nur unsere eigene Mannschaft, sondern tragen auch zur Entwicklung des Fußballs in unserer Region bei.
Das-Run.de: Lass uns noch über das Thema DFB-Pokal sprechen. Durch den Gewinn des Rheinlandpokals in der vergangenen Saison darf eure U19 im DFB-Pokal starten. Was sagst du dazu?
Lars Müller: Die Teilnahme am DFB-Pokal ist für uns ein absolutes Highlight. Es ist eine großartige Belohnung für die tolle U19-Saison 2023/2024, die wir gespielt haben. Das letzte Mal, dass unsere U19 im DFB-Pokal vertreten war, war in der Saison 2002/2003, als wir gegen den FC Carl Zeiss Jena gespielt haben. Die Vorfreude im Verein ist riesig, und alle Spieler sowie das gesamte Team sind hochmotiviert. Solche Spiele bieten nicht nur eine einmalige Gelegenheit, sich mit starken Gegnern zu messen, sondern auch die Möglichkeit, unseren Verein und unsere Region auf einer größeren Bühne zu präsentieren. Wir können es kaum erwarten, auf das Spielfeld zu gehen und unser Bestes zu geben.
Das-Run.de: Ihr habt mit der SpVgg Greuther Fürth einen Bundesligisten aus dem Frankenland zugelost bekommen. Wie gefällt dir das Los?
Lars Müller: Ich finde das Los super. Es ist wirklich etwas besonderes, die Möglichkeit zu haben, uns mit einem Team aus einem Nachwuchsleistungszentrum im DFB Pokal messen zu dürfen. Natürlich hätten sich viele von uns „größere“ Namen wie Dortmund oder Bayern München gewünscht, die sicherlich ein größerer Zuschauermagnet gewesen wären, aber Fürth hat in der Jugendförderung einen hervorragenden Ruf. Die Kleeblatt-Akademie ist sehr gut organisiert und legt ebenfalls großen Wert darauf, die Spieler nicht nur sportlich, sondern auch persönlich weiterzuentwickeln. Ich freue mich auf das Spiel gegen Greuter Fürth. Es wird eine großartige Gelegenheit sein, von einem so gut strukturierten NLZ zu lernen und uns mit ihnen zu messen. Wir sollten alle stolz darauf sein, diese Chance zu haben.
Das-Run.de: Was für ein Spiel erwartest du denn? Schließlich sind die Rollen klar verteilt.
Lars Müller: Ich erwarte tatsächlich ein sehr offenes Spiel. Wir sind die Mannschaft, die in dieser Partie nichts zu verlieren hat, und genau so wollen wir es auch angehen. In meinen Gesprächen mit den Trainern haben sie betont, dass sie sich nicht hinten rein stellen wollen, sondern das Spiel aktiv und offensiv gestalten möchten. Natürlich geht Greuther Fürth als Favorit ins Spiel, aber ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir unseren Rhythmus finden, in der Lage sind, ein unangenehmer Gegner zu sein. Vielleicht können wir sogar zum Stolperstein für sie werden. Wir werden alles geben.
Das-Run.de: Hast du einen Wunschgegner für die zweite Pokalrunde?
Lars Müller: Wenn wir eine Runde weiterkommen sollten, ist mir auch in der zweiten Runde der Gegner egal. Wir konzentrieren uns aber erstmal auf Greuter Fürth (lacht).
Das-Run.de: Viele Leser haben sich gefragt, wie ein Verein ein Pokalspiel der U19 in dieser Größenordnung organisiert. Kannst du uns da Infos geben?
Lars Müller: Die Organisation eines DFB-Pokalspiels der U19 ist eine spannende, aber auch herausfordernde Aufgabe. Zunächst einmal müssen wir sicherstellen, dass wir alle Vorgaben des DFB genau einhalten. Dazu gehört die rechtzeitige Meldung der Mannschaften und Schiedsrichter sowie die Auswahl eines geeigneten Stadions, das den Anforderungen entspricht. Darüber hinaus müssen wir uns um den Ticketverkauf kümmern und dafür sorgen, dass das Spiel gut beworben wird. Die Vorbereitungen im Stadion sind ebenfalls entscheidend – vom Rasen über die Umkleidekabinen bis hin zur Technik und zur Lautsprecheranlage. Am Spieltag selbst ist es wichtig, dass alle Abläufe reibungslos funktionieren. Das umfasst alles von den Einlasskontrollen bis hin zu den Aufwärmzeiten der Mannschaften. Insgesamt erfordert die Organisation viel Teamarbeit und Koordination, aber es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, ein solches Event auf die Beine zu stellen.
Das-Run.de: Danke dir für die Erklärung. Zu guter Letzt noch die Frage, wie sich die Teilnahme finanziell rechnet. Schließlich ist es ja nie schlecht, Geld in den Jugendfußball zu investieren.
Lars Müller: Für mich spielt der finanzielle Aspekt tatsächlich eine sehr geringe Rolle. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, dass wir die Möglichkeit haben, ein solches Spiel zu bestreiten. Es ist eine großartige Gelegenheit, uns und den Fußballverband Rheinland positiv zu präsentieren. Wir möchten das Spiel nutzen, um unsere Mannschaft und unsere Arbeit in den Vordergrund zu stellen. Natürlich wäre es schön, wenn am Ende des Tages der ein oder andere Euro übrig bleibt. Ich würde mich sicherlich nicht beschweren. Aber viel wichtiger ist für uns die Erfahrung und die Sichtbarkeit, die wir durch dieses Spiel gewinnen können. Es geht darum, unseren Spielern eine Plattform zu bieten und ihnen die Chance zu geben, sich auf einem größeren Niveau zu beweisen.
Das-Run.de: Dann drücken wir die Daumen, dass sich viele Zuschauer dieses Duell anschauen werden und die Jungs ein Fußballfest erleben dürfen. Für die Saison wünschen wir den größtmöglichen Erfolg und vor allem viel Spaß in den Lokalduellen. Und zum Jugendfußball in Wirges kann man nur sagen, dass ihr auf einem tollen Weg seid, ein Aushängeschild des Fußballverbandes Rheinland seid.
Lars Müller: Vielen Dank für die lieben Worte. Kommt gerne zum Pokalspiel am Samstag vorbei.