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Kim Kossmann stammt aus einer fußballverrückten Familie und wurde schon als Kleinkind vom Fußballfieber infiziert. Es hat nicht lange gedauert, bis sich der Andernacher Junge in seiner Heimatstadt einem Fußballverein angeschlossen hat. Der heute 38-Jährige hat mit Ausnahme eines einjährigen Intermezzos bei der SGE Mendig/Bell seine komplette Spielerkarriere bei den Bäckerjungen verbracht, worauf er mit Stolz zurückblickt. Und auch als Übungsleiter hat sich Kim einen Namen gemacht. Er hat mit E-Junioren begonnen und dann sämtliche Jugendklassen trainiert. Danach hat er sich um die zweite Mannschaft der SG99 gekümmert und ist seit nunmehr fünf Jahren Übungsleiter der ersten Männermannschaft in der Fußball-Rheinlandliga. Im exklusiven Interview berichtet uns der Trainer von seiner Leidenschaft für den Fußballsport, spricht über seine Verbundenheit zur SG99 und über seine Freude am Entwickeln von jungen, aufstrebenden Talenten. Schließlich hat sich Kim durch das stetige Einbauen von Nachwuchsspielern in sein Team eine Mannschaft aufgebaut, die sich im Verbandsoberhaus nicht verstecken muss. Als Lohn für diese harte Arbeit wurde der Andernacher zum Trainer des Monats September 2024 gewählt.

Das-Run.de: Hallo Kim, du wurdest von der Community zum Trainer des Monats September 2024 gewählt. Stelle dich zu Beginn des Interviews gerne kurz vor.

Kim Kossmann: Hallo zusammen, erstmals vielen Dank für eure zahlreichen Stimmen. Mein Name ist Kim Kossmann und ich bin Trainer bei der SG 99 Andernach. Aktuell leite ich in meinem fünften Jahr Seniorenteams der Bäckerjungen an. Vor Kurzem bin ich 38 Jahre alt geworden.

Das-Run.de: Kim, wie bist du denn zum Fußball gekommen?

Kim Kossmann: Das ist einfach zu beantworten. Ich glaube, den Namen Kossmann kennt man in der Fußballszene, denn alle Männer in meiner Familie haben Fußball gespielt. Somit ist es auch bei mir ziemlich schnell klar gewesen, dass ich in die Fußballwelt eintauchen werde.

Das-Run.de: Kim, wo hast du denn als aktiver Spieler Minuten gesammelt?

Kim Kossmann: Als aktiver Spieler bin ich mit 18 Jahren mal eine Saison zur SG Eintracht Mendig/Bell gewechselt. Ansonsten habe ich meine ganze Fußballlaufbahn in Andernach, meiner Heimatstadt, verbracht. Um ehrlich zu sein, bin ich da auch sehr stolz darauf, nicht ständig den Verein gewechselt zu haben. Dies ist ja in der heutigen Zeit kaum noch vorstellbar, bei der großen Wechselflut.

Das-Run.de: Wann bist du denn Trainer geworden?

Kim Kossmann: Ich bin kurioserweise schon früh Trainer geworden. Mein heutiger Torwarttrainer Philipp Loosen war, als ich um die 19 Jahre alt gewesen bin, Trainer einer E-Jugend in Kruft. Dort habe ich dann auch meine ersten Erfahrungen gesammelt. Wir sind dann mit dem Team nach Andernach gewechselt und haben dann die Jungs als D-Jugendliche trainiert. In der C-Jugend wurde ich dann Cheftrainer. Ich habe meine Jungs dann auch in der B- und A-Jugend ausgebildet und war dann Trainer in der zweiten Mannschaft, während ich in der ersten Mannschaft gespielt habe. Nach meinem Karriereende als Spieler bin ich dann schließlich Trainer der ersten Mannschaft geworden, als Jupp Kowalski nach sieben Spieltagen aufgehört hat.

Das-Run.de: Du hast also im Jugendfußball als Coach angefangen und dann später im Seniorenbereich Teams trainiert. Wie unterscheidet sich denn der Trainer Kim Kossmann vom Spieler Kim Kossmann?

Kim Kossmann: Das ist eine sehr gute Frage. Ich finde, dass der Fußball sich etwas verändert hat. Heutzutage ist viel Power und Tempo gefragt, was früher noch nicht so der Fall gewesen ist. Des Weiteren lege ich viel Wert auf Disziplin, Gemeinschaft und Kameradschaft. Ich will, dass wir viel Spaß an unserem gemeinsamen Hobby haben – das war auch bei mir als Spieler der Fall. Trotz allem ist Disziplin sehr wichtig. Dazu gehört Pünktlichkeit und das einheitliche Anreisen zu Spielen. Das sind Dinge, die früher selbstverständlich waren und von mir nach wie vor vermittelt werden. Auch heute tragen noch die Jüngsten das Tor und die Bälle – das sind ja oftmals nur ein, zwei Jährchen (lacht).

Das-Run.de: Wie lautet denn dein Erfolgsrezept als Trainer?

Kim Kossmann: Ich denke, dass eine Erfolgsrezept gibt es nicht, sonst würden wir doch alle das Gleiche kochen. Mir ist Kameradschaft sehr wichtig, schwarze Schafe kann ich gar nicht gebrauchen. Einige meiner Jungs habe ich auch schon in der Jugend trainiert. Somit sind wir eben ein eingeschworener Haufen mit festen Säulen, die von jungen Spielern erweitert werden.

Das-Run.de: Ihr setzt seit Jahren auf den eigenen Nachwuchs. Warum ist das so?

Kim Kossmann: Das ist richtig und bringt uns auch nach vorne. Wir haben nicht die große Kohle und sind demnach auch darauf angewiesen, unsere ausgebildeten Spieler dann in den Seniorenfußball zu integrieren. Aber genau das macht mir soviel Spaß, denn ich habe gerne junge Spieler um mich rum, die gerade aus der Jugend kommen. Es gibt viele gute Jungs, die jedoch Geduld mitbringen müssen. Nach einem, vielleicht auch zwei Jahren, sind viele Jungs aus unserem Nachwuchs bei mir Stammspieler geworden, sobald sie geduldig geblieben sind. Das ist unser Faustpfand, denn wir machen vor allem bei den A- und den B-Junioren einen richtig guten Job. Vor wenigen Wochen hatten wir einen Altersdurchschnitt von 21,4 Jahren auf dem Platz. Das spricht für das Setzen auf den eigenen Nachwuchs.

Das-Run.de: Lass uns über den Saisonstart sprechen. Ihr seid sehr gut gestartet und habt auch schon den Ahrweiler BC und den FC Cosmos Koblenz geschlagen. Warum eigentlich?

Kim Kossmann: Das lässt sich gut beantworten. Wir hatten zu Saisonbeginn das nötige Spielglück, haben uns aber auch gut weiterentwickelt. Des Weiteren haben wir eine junge, hungrige Mannschaft, kaum Verletzte und eine sehr gute Trainingsbeteiligung. Viele Jungs sind gut ausgebildet worden und aktuell in einer sehr ordentlichen Form. So lässt sich der gute Saisonstart erklären, der mich erhlich gesagt auch nicht wirklich überrascht.

Das-Run.de: Was dürfen wir denn noch erwarten von der SG 99 Andernach?

Kim Kossmann: Ich finde, dass wir weiterhin die Spieler entwickeln müssen. Das ist uns ja auch schon gut gelungen, was sich durch höherklassige Anfragen begründen lässt. Es ist auch nicht verboten, dass ein Junge mal das Abenteuer Oberliga ausprobieren möchte. Wir sollten jeden Spieler weiter voranbringen und uns somit auch als Mannschaft entwickeln.

Das-Run.de: Du hast das Weiterentwickeln angesprochen. Aktuell habt ihr dafür keine zweite Mannschaft. Wie stehst du denn dazu?

Kim Kossmann: Ich sehe es geteilt, aktuell keine zweite Mannschaft zu haben. Ich bin einer derjenigen gewesen, die sich für die Abmeldung der zweiten Mannschaft ausgesprochen haben. Es ist ja offensichtlich, dass es zurzeit immer weniger Menschen gibt, denen der Fußball am Herzen liegt. Es ist nämlich so, dass jeder Jugendspieler zu Beginn der Seniorenkarriere bei mir eine Chance bekommt. Wenn es dann sportlich absolut nicht reichen sollte, dann möchten die Jungs auch nicht in einer Reserve spielen, sondern lieber den Verein wechseln. Die zweite Mannschaft ist für viele Spieler ein Dorn im Auge. Bei uns hat es einfach keinen Sinn mehr gemacht, eine zweite Mannschaft zu stellen. Wir hatten viele erfahrene Jungs und eben wenig nachkommende Spieler. Dennoch können wir es uns vorstellen, wieder eine zweite Mannschaft zu eröffnen, sofern es zielführend ist.

Das-Run.de: Lass uns nochmal auf die Spielklasse eurer Männermannschaft schauen. Wie hat sich denn die Fußball-Rheinlandliga verändert, seit dem du als Übungsleiter aktiv bist?

Kim Kossmann: Es gibt meiner Meinung nach immer weniger Jungs, die etwas investieren möchten, was sich natürlich auch auf die sportliche Qualität ausgewirkt hat. Ich finde, dass gerade in diesem Jahr die Spitze in der Fußball-Rheinlandliga ganz gut ist. Teams wie der SV RW Wittlich, der FC Cosmos Koblenz, die SG 2000 Mülheim-Kärlich und der Ahrweiler BC spielen schon einen detailreichen und sehr strukturierten Fußball. Jedoch muss man auch sagen, dass der Sprung von unserem Verbandsoberhaus in die Fußball-Oberliga RPS ein großer Sprung ist, was sich durch Fahrstuhlmannschaften belegen lässt.

Das-Run.de: Kim, lass uns noch über deine Verbundenheit zur SG 99 reden. Siehst du dich weiterhin in Andernach?

Kim Kossmann: Ich glaube es ist kein Geheimnis, dass ich mit dem Verein sehr eng verwurzelt bin. Ich bin ja schließlich nicht nur Trainer des Männerteams, sondern auch im Vorstand aktiv – als zweiter Vorsitzender. Ich mache nebenher noch die ein oder andere Aufgabe und fühle mich hier in Andernach pudelwohl. Das hier ist mein Wohnzimmer, mein Zuhause. Ich könnte es mir aktuell nicht vorstellen, an einem anderen Ort eine Tätigkeit zu übernehmen. Selbst als wir letzte Saison eine Negativserie hatten, wurde noch nicht einmal eine Entlassung von mir als Trainer thematisiert. Und auch aktuell überlegt sich keiner, mir eine Statue zu bauen, obwohl es sportlich sehr gut läuft. Ich fahre ja aktuell auch nur zwei Minuten zu meinem Hobby. Ich habe alles mit aufgebaut, und wir sind noch lange nicht zu Ende. Wir wollen weiterhin Jungs entwickeln und uns weiter stabilisieren, um ins oberste Drittel zu rutschen. An vorderster Stelle steht dabei der Spaß, denn Fußball ist unser Hobby.

Das-Run.de: Kim, was würdest du dir denn für die Zukunft wünschen?

Kim Kossmann: Ich würde mir generell gesehen noch mehr Menschen wünschen, die im Amateurbereich anpacken. Es wird ja nämlich immer schwieriger Leute zu finden, die sich einbringen, ohne die Hände aufzumachen. Es braucht einfach Leute, die für den Amateursport brennen. Ansonsten wünsche ich mir, dass im Fußball weiterhin hart gearbeitet wird. Mir haben Laufeinheiten auch kein Spaß bereitet, aber dies gehört für mich einfach dazu.

Das-Run.de: Danke Kim für deine Antworten und deine Zeit. Wir wünschen euch weiterhin eine erfolgreiche Saison.

Kim Kossmann: Danke für die tolle Auszeichnung. Ihr seid eine Bereicherung für den Amateurfußball im Fußballverband Rheinland.