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Katharina Sternitzke hat die Leidenschaft für den Fußballsport von ihrem Vater übernommen. Seit ihrem neunten Lebensjahr verbringt sie gerne viel Zeit auf dem Sportplatz. Ihre Jugend hat die 37-Jährige bei der MSG Rolandsbogen verbracht, ehe die aktiven Jahre beim SC 13 Bad Neuenahr und der SG 99 Andernach verbracht worden. Heute kickt Katharina noch in der Ü32-Frauenmannschaft mit und kümmert sich seit vier Jahren als Jugendkoordinatorin um den Mädchenfußball rund um die SG 99 Andernach. Im exklusiven Interview berichtet die Sozialpädagogin davon, warum sie schon immer das Arbeiten mit Kindern und Jugendlichen liebt. Des Weiteren nimmt sie zu Veränderungen im Spielbetrieb Stellung und betont, warum es in Andernach im Mädchenfußball erst mit einer U13 losgeht. Am Ende berichtet Kaddy noch von ihren Zielen, verknüpft mit ihrer Rolle, und Projekten rund um die Infrastruktur.

Das-Run.de: Hallo Katharina, du bist heute zu Gast in unserer exklusiven Interviewreihe über Jugendleiter. Stelle dich der Community bitte einmal vor.

Katharina Sternitzke: Hallo zusammen, erst einmal vielen Dank für die Einladung. Ich bin Katharina Sternitzke, werde auf dem Sportplatz ausschließlich Kaddy genannt, 37 Jahre alt, wohne in Miesenheim und habe es zum Glück nicht weit zum Sportplatz. Ich bin Sozialpädagogin und verbringe seit meinem neunten Lebensjahr viel Zeit auf dem Sportplatz.

Das-Run.de: Kaddy, wie bist du denn zum Fußball gekommen? Kickst du eigentlich selbst noch?

Katharina Sternitzke: Ich spiele seit ich klein bin Fußball, mein Vater hat die Leidenschaft an mich weitergegeben. Seit ich acht oder neun Jahre alt war, spiele ich im Verein. Ich bin irgendwie teilaktiv. Meinen Pass gibt es noch und ich kicke in der diesen Sommer neu gegründeten Ü32-Frauenmannschaft mit. Ich habe in den letzten Jahren immer mal wieder in der zweiten oder dritten Mannschaft ausgeholfen, das letzte Mal ist aber glaube ich nun über zwei Jahre her. Von 2014 bis 2018 war ich festes Kadermitglied in der ersten Frauenmannschaft bei der SG99 Andernach. Meine Jugend habe ich in einer sehr erfolgreichen Mannschaft (MSG Rolandsbogen) gespielt, später dann viele Jahre beim SC 13 Bad Neuenahr, bevor es mich zur SG 99 Andernach verschlagen hat.

Das-Run.de: Kaddy, du bist Jugendleiterin bei der SG 99 Andernach und kümmerst dich um den Mädchenfußball. Wie lange übst du dieses Amt schon aus? Wie bist du denn Jugendleiterin geworden?

Katharina Sternitzke: Warum auch immer, nennt es sich genau genommen „Juniorinnen-Koordinatorin“. Ich glaube, weil der Jugendleiter nur einmal besetzt sein kann. Ich übe dieses Amt seit Januar 2020 aus. Seit ich 2018 nicht mehr aktiv im Verein gespielt habe, haben mich die Verantwortlichen in einer Rolle im Verein gesehen. Ich habe zu diesem Zeitpunkt aber noch Jungs in einem anderen Verein trainiert. Das habe ich sowieso, seit ich 15 Jahre alt war, durchgängig gemacht. Kinder und Jugendliche trainiert. Auch bei der SG 99 Andernach. Es war dann irgendwie nur eine Frage der Zeit, bis ich eine andere Position übernehme. Und es war auch immer klar, dass mich wenn etwas im Juniorinnenbereich reizt.

Das-Run.de: Das klingt doch spannend. Erzähl uns gerne einmal, welche Aufgaben du als Koordinatorin für den Mädchenfußball so übernimmst.

Katharina Sternitzke: Kurz und knapp: Ich bin zuständig dafür, dass unsere vier Juniorinnen-Mannschaften „laufen“, besetze die Trainerpositionen, gestalte die Kader mit, bin immer eng im Gespräch mit Trainern, Jugendspielerinnen und dem Vorstand. Wir haben uns seit 2020 stetig weiterentwickelt und Strukturen geschaffen, die es uns ermöglichen, mittlerweile über 80 weiblichen Kindern und Jugendlichen eine sportliche Heimat zu bieten.

Das-Run.de: Nach welchem Konzept bildet ihr euren weiblichen Nachwuchs aus? Auf welchen Inhalten liegen die Schwerpunkte?

Katharina Sternitzke: Der Spaß steht bei uns immer im Vordergrund. Ich bin ein großer Fan davon, dass wenn du Spaß bei etwas hast, der Rest „von ganz alleine“ kommt. Wenn der Spaß und das Drumherum stimmt, haben wir eine gute Grundlage geschaffen, um uns in allen fußballerischen Bereichen weiterzuentwickeln.

Das-Run.de: Lass uns gerne mal über das Thema Spielbetrieb reden. Dieses Jahr gibt es erstmals eine U19. Wie ist es dazu gekommen? Wie steht man in Andernach dazu?

Katharina Sternitzke: Die U19 ist aus dem Wegfall der U17-Juniorinnen-Bundesliga entstanden. Wir wollten unbedingt einen Ersatz, um unseren talentierten Fußballerinnen weiterhin eine attraktive Plattform zu bieten, um sich mit anderen Talenten zu messen und auf höchstem Niveau weiterzuentwickeln. Daneben bietet die U19 auch einen sehr guten Übergang von den Juniorinnen- in den Seniorinnenbereich. Eng verzahnt mit unseren Seniorinnenmannschaften, kann hieraus etwas Großes entstehen. Wir sind daher sehr angetan von dem Projekt U19 und werden uns für ein weiteres Jahr bewerben.

Das-Run.de: Durch den Wegfall der U17-Bundesliga können eure B-Juniorinnen nur noch in der Fußball-Regionalliga Südwest spielen. Wie stehst du dazu?

Katharina Sternitzke: Der Wegfall der Juniorinnen-Bundesliga war für uns schwierig, weil es keine gleichwertige Alternative gab und gibt. Wir haben viel Energie und Zeit investiert, um den oben genannten Ersatz zu schaffen. Für uns als Verein mit drei Seniorinnenmannschaften (Zweite Bundesliga, Fußball-Regionalliga Südwest und Fußball-Rheinlandliga) war es wichtig, die Nachwuchsarbeit auch nach dem Wegfall der Bundesliga weiterzuentwickeln und nicht zu stagnieren. Wir wollen weiterhin auf einem hohen Niveau ausbilden. Unsere U17-Mädels in der Regionalliga haben wir daher bewusst deutlich verjüngt, viele Mädchen könnten auch noch in der U15 spielen.

Das-Run.de: Kaddy, eure jüngste Mädchenmannschaft sind die D-Juniorinnen. Warum bildet ihr “so früh” schon reine Mädchenteams?

Katharina Sternitzke: Interessant, dass es von außen als „früh“ wahrgenommen wird. Uns rennen die Mädels, die in der F- und E-Jugend spielen „die Bude ein“. Wir haben uns aus Talentförderungsgründen bewusst gegen eine U11-Mannschaft entschieden, lassen aber E-Mädchen-Jahrgänge in unseren D-Mädchen mitspielen. Letztlich ist der Hauptgrund die Nachfrage der Mädels. Die wollen schon recht früh untereinander spielen, spielen zusätzlich dann noch bei den Jungs, wenn sie ambitioniert sind. Über die Gründe, wieso es den Mädels so wichtig ist frühzeitig bei den Mädchen mitzumachen, kann ich nur spekulieren. Leider ist es aber so, dass viele Mädchen sich schon in dem frühen Altersbereich bei den Jungs nicht wohlfühlen.

Das-Run.de: Durch die gute Nachwuchsarbeit könnt ihr drei Frauenteams am Spielbetrieb teilnehmen lassen. Da macht euch im Rheinland keiner etwas vor. Warum seid ihr da eigentlich so erfolgreich?

Katharina Sternitzke: Aus meiner Sicht ist der größte Unterschied zu vielen anderen Beispielen, dass wir uns sukzessive weiterentwickelt haben und nie zu große Schritte gegangen sind. Mit viel Herzblut haben wir uns Schritt für Schritt weiterentwickelt und sind immer auf dem Boden geblieben. Das hat uns unter anderem zu dem gemacht, was wir heute sind. Wir haben uns immer Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und das wird auch so bleiben. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass wir uns von oben nach unten aufgebaut haben. Das heißt, die Jugendarbeit wurde dem Erfolg der Frauenmannschaften angepasst und hat sich in den letzten vier Jahren deutlich verändert und professionalisiert.

Das-Run.de: Lass uns noch auf Ziele eingehen. Welche Ziele dürfen die Leser rund um die Andernacher Nachwuchsarbeit noch erwarten?

Katharina Sternitzke: Wir möchten einfach weitermachen und dranbleiben. Außerdem möchten wir unsere Erfolge auf Kreis- und Verbandsebene ausbauen. Den eigentlichen Erfolg werde ich aber auch weiterhin daran messen, dass fußballbegeisterte Mädchen den Weg zu uns finden, weil sie sich zum einen gut ausgebildet aber insbesondere auch aufgehoben wissen. Bei uns soll man auch in Zukunft eine Menge Spaß haben und an unseren Werten wie Zusammengehörigkeit, Gemeinschaft und einfach dem „Wir-Gefühl“ wachsen können. Wer einmal bei uns ist, geht in der Regel nicht mehr weg und identifiziert sich ziemlich schnell mit dem Verein. Für mich ist das der größte Erfolg. Durchlässige Jugendarbeit, sprich jeden Jahrgang so stark abzubilden, dass diese von den D-Mädchen bis zur U17 (solange sie Bestand hat auch bis in die U19), gemeinsam nach oben geht, ist ein mittelfristiges ambitioniertes Ziel, was ich gerne gemeinsam mit meinem Team erreichen möchte.

Das-Run.de: Ein bei den Lesern beliebtes Thema ist die Frage nach Aufrüstung im Bereich der Infrastruktur. Kannst du uns hierbei noch ein wenig mitnehmen?

Katharina Sternitzke: Wir sind immer bemüht, Infrastruktur weiter auszubauen. Unser Alleinstellungsmerkmal mit der Zweiten Bundesliga und der U19 möchten wir nutzen. Zum einen auf dem Platz, in dem wir stetig dabei sind, unsere Trainerteams zu erweitern. Zum anderen neben dem Platz, in dem wir in Zusammenarbeit mit der Stadt dabei sind, unser Stadion weiter aufzuwerten. Mit dem geplanten neuen Kunstrasen in unserem Stadtteil Eich und einer weiteren Trainingsfläche hinter unserem Kunstrasen sollen außerdem weitere Trainings- und Spielmöglichkeiten entstehen.

Das-Run.de: Kaddy, dann wünschen wir dir beim Erreichen der Ziele den größtmöglichen Erfolg. Behalte den Spaß an der Arbeit mit Mädels weiterhin. Danke dir für das nette Interview.

Katharina Sternitzke: Danke euch für die Möglichkeit, dem Mädchenfußball der SG 99 Andernach eine Plattform zu bieten. Wir sehen uns sicher einmal auf dem Platz.

Fotoquelle: SG 99 Andernach