In diesem Teil unserer Interviewserie über Jugendleiter, welche für einen Aufschwung des Jugendfußballs sorgen, durften wir Jakob Schmitz vom FC Germania Metternich begrüßen. Der 27-Jährige stammt aus Bonn und hat dort beim FV Bonn-Endenich 08 und den Sportfreunden Ippendorf bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach Koblenz ist Jakob wegen seines Lehramtstudiums gezogen. Der Inhaber der B-Lizenz hat sich dann im Frühjahr 2023 in der Rhein-Mosel-Stadt eine neue sportliche Heimat gesucht und diese auch gefunden, denn aus dem FC Metternich ist Schmitz nicht mehr wegzudenken. Im exklusiven Interview hat er uns verraten, nach welchen Konzept und in welchen Altersbereichen rund um den Trifter Weg der Nachwuchs ausgebildet wird. Darüber hinaus hat Jakob erläutert, warum Jugendspielgemeinschaften für den kurzfristigen Erfolg gut sind und warum es von Vorteil ist, über viele Männermannschaften zu verfügen. Wer wissen möchte, warum Jakob die Weiterentwicklung von Strukturen und die Nachhaltigkeit so wichtig sind, der findet in den folgenden Zeilen spannende Antworten.
Das-Run.de: Hallo Jakob, herzlich Willkommen zum Interview. Du bist Jugendleiter beim FC Germania Metternich. Stell dich unserer Community einmal kurz vor.
Jakob Schmitz: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Jakob Schmitz, ich bin 27 Jahre alt und studiere Sport und Geschichte auf Lehramt. Gebürtig komme ich aus Bonn und wohne seit 2020 in Koblenz.
Das-Run.de: Jakob, wie bist du denn zum Fußball gekommen? Nimm uns mit bei deinem Werdegang.
Jakob Schmitz: Sehr gerne. Fußball spiele ich schon seit meinem vierten Lebensjahr. Im Kindesalter habe ich als Torwart in meinen Heimatverein, dem FV Bonn-Endenich 08, gespielt. Später bin ich als Flügelspieler bei den Sportfreunden Ippendorf aufgelaufen. Im Jahr 2015 habe ich im Alter von 18 Jahren meine erste D-Jugend als Trainer in Ippendorf übernommen und war bis zu meinem Umzug nach Koblenz als Trainer im Verein tätig. Im Jahr 2016 habe ich meine C-Lizenz und im Jahr 2022 meine B-Lizenz erworben. Im Frühjahr 2023 bin ich zum FC Germania Metternich gewechselt. Aktuell trainiere ich die U13 (D-Junioren) und U5 (Bambinis).
Das-Run.de: Du bist seit dem Frühjahr 2023 bei der Germania aktiv. Wie lange bist du denn schon der Jugendleiter?
Jakob Schmitz: Das Angebot, die Jugendleitung für den Kinder- & Aufbaubereich zu übernehmen, habe ich im Januar 2024 bekommen. Aufgrund des Umzugs unseres vorherigen Jugendleiters wurde mir der Platz angeboten, und ich habe das Amt dann im Februar 2024 übernommen. Seit diesem Oktober kümmere ich mich auch noch um die Koordination unseres Leistungsbereichs.
Das-Run.de: Was genau sind denn eigentlich deine Aufgaben als Jugendleiter?
Jakob Schmitz: Meine Aufgaben als Jugendleiter sind sehr vielseitig. Grundsätzlich geht es darum, den geordneten Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten. Mit 17 Jugendmannschaften und 34 Trainern und Trainerinnen fallen viele alltägliche Dinge, wie beispielsweise Spielverlegungen, Ansetzungen von Freundschaftsspielen oder die Bestellung von Materialen, an. Hinzu kommt die Kommunikation mit dem Verband oder anderen Vereinen, die Bearbeitung von Anfragen an die Jugendabteilung und viele weitere organisatorische Aspekte. Mein Fokus liegt aber auf der Sicherstellung unserer sportlichen Prinzipien in der Ausbildung unserer Spieler. Dabei spielt die Auswahl und die Unterstützung unserer Trainer eine entscheidende Rolle. Eine offene Kommunikation bei Scouting und Kaderplanung, bei möglichen Schwierigkeiten oder Rückmeldungen zu Trainingsinhalten und ein respektvoller Umgang miteinander, sind mir besonders wichtig.
Das-Run.de: Danke dir, für die Erläuterung deiner Aufgaben. Du hast eure Jugendmannschaften bereits angesprochen. Ihr spielt mit der U19 (A-Jugend), U15 (C-Jugend) und der U13 (D-Jugend) in der Nachwuchs-Rheinlandliga. Ist dies gemäß eurem Anspruch? Oder wollt ihr, wie in den vergangenen Jahrzehnten auch, die großen Vereine in der Rhein-Mosel-Stadt und dem Fußballverband Rheinland angreifen?
Jakob Schmitz: Natürlich wäre es überragend, mit der Jugend den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. Das ist natürlich auch ein Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren. Allem voran sollte der Fokus aber auf der Entwicklung und den Bedürfnissen unserer Jugendspieler liegen. Dafür bietet die Rheinlandliga aktuell die beste Plattform. Die Rheinlandligen sind sehr kompetitiv und gespickt mit guten Teams und herausragenden Spielern. Um den Aufstieg kurzfristig möglich zu machen, wären zwangsläufig Entscheidungen nötig, die den kurzfristigen Erfolg vor die langfristige Ausbildung unserer lokalen Talente setzen würden. Ich bin grundsätzlich überzeugt davon, dass wir als Verein mehr gewinnen, wenn wir die Qualität und Nachhaltigkeit unserer Arbeit an erste Stelle setzen. Wir möchten unsere Jugend von Anfang an fördern und ihnen die Zeit und den Raum geben, ihr Talent zu entfalten. Sollten wir im Rahmen dieses Prinzips die Chance auf den Aufstieg erhalten, sind wir nicht abgeneigt, unseren Spielern diese Erfahrung zu ermöglichen.
Das-Run.de: Eine in meinen Augen ganz tolle Antwort. Die langfristige Ausbildung steht also über der kurzfristig höchstmöglichen Spielklasse. Was sind denn eure Ziele für die Jugendmannschaften? Ist bei der U17 (B-Junioren) der Aufstieg in die Fußball-Rheinlandliga wünschenswert?
Jakob Schmitz: Das von uns verfolgte Saisonziel für alle Rheinland- und Bezirksligisten ist der Klassenerhalt. Darüber hinaus gibt es mannschaftsintern individuelle Absichten. Unsere U17 ist mit dem Anspruch an einen Wiederaufstieg in die Saison gegangen. Die Mannschaft hat sich unter dem Trainer Jörg Fries nochmal toll weiterentwickelt und ist eine sehr talentierte und eingeschworene Truppe. Ich habe volles Vertrauen, dass die Jungs ihr Ziel in die Tat umsetzen können.
Das-Run.de: Du hast ja schon von der individuellen und der mannschaftsspezifischen Ausbildung gesprochen. Nach welchem Konzept wird rund um den Trifter Weg der Nachwuchs ausgebildet? Und denkt ihr hierbei in Altersbereichen?
Jakob Schmitz: Grundsätzlich ist uns die spielnahe und gegnerbezogene Ausbildung unserer Spieler schon von klein auf wichtig. Wir wollen, so früh wie möglich, die Kreativität und Intuition in verschiedenen Spielsituationen fördern und spielerisch die Wahrnehmung, die Entscheidungsfähigkeit und die technische Umsetzung schulen. Dabei spielen verschiedene Spielformen in unterschiedlichen Gruppengrößen eine entscheidende Rolle. Und ja, wir strukturieren unsere Jugendabteilung in drei Bereiche.
Das-Run.de: Welche drei Bereiche sind das denn?
Jakob Schmitz: Der Kinderbereich umfasst die G-Jugend bis hin zur E-Jugend. Unseren Jüngsten wollen wir mit viel Spaß und Freude den schönsten Sport der Welt näher bringen und eine lebenslange Liebe für den Fußball entfachen. Dazu bieten wir ab dem vierten Lebensjahr Training an, das ich aktuell selber betreue. Ab dem Aufbaubereich (U12 bis U15) ermöglichen wir wöchentlich drei Trainingseinheiten mit besonderem Fokus auf die Ausbildung im Eins-gegen-Eins. Hinzu kommt die Förderung unserer Torhüter, die ab der U12 zweimal wöchentlich torwartspezifisches Training erhalten. Das goldene Lernalter nutzen wir dazu, um die Grundtechniken intensiv zu schulen und verstärkt gruppentaktische Inhalte zu vermitteln, denn nur so können wir die Grundlagen für unseren Leistungsbereich (U16 bis U19) legen. Hier rücken Mannschaftstaktik und die athletische Ausbildung zunehmend in den Fokus, um den Übergang in den Seniorenfußball zu erleichtern. Dabei werden wir von internen wie externen Athletiktrainern unterstützt.
Das-Run.de: Das Ganze klingt sehr smart und auch nachvollziehbar. Um Spieler optimal auszubilden, sind Spielgemeinschaften im Jugendfußball oftmals von Vorteil. In der Saison 2023/2024 hattet ihr im Jugendbereich gemeinsame Teams mit dem FV Rübenach. Hat sich dies deiner Meinung nach gelohnt?
Jakob Schmitz: Die Jugendspielgemeinschaft mit dem FV Rübenach hat sich in der gemeinsamen Zeit für uns gelohnt, und die gute Zusammenarbeit hat beide Vereine vorangebracht. Jugendspielgemeinschaften bieten meiner Meinung nach in Gebieten mit geringerer Bevölkerungsdichte eine gute Möglichkeit, lokalen Talenten den Leistungsfußball zugänglich zu machen. Oft müssten Spieler ansonsten eine weite Anreise in Kauf nehmen. In Kombination mit dem stressigen Schulalltag ist das eine Belastung, die gerade im jungen Alter nicht sein muss. Ein gut strukturierter Verein mit kurzen Dienstwegen bietet meiner Meinung nach dennoch bessere Möglichkeiten, um ein hohes Leistungsniveau zu etablieren und nachhaltig zu festigen. Deshalb glaube ich, dass Jugendspielgemeinschaften definitiv eine spielerfreundliche Lösung im leistungsbezogenen Rahmen sind, langfristig aber nicht mit einem gut strukturierten Verein konkurrieren können.
Das-Run.de: Die Jugendspielgemeinschaft hatte auch den Vorteil, dass die Infrastruktur breiter aufgestellt gewesen ist. Lass uns gerne mal über das Thema Sportstätten reden. Wird der FC Metternich einen Ausbau beziehungsweise einer Erweiterung des Sportarenals in Angriff nehmen?
Jakob Schmitz: Können wir sehr gerne machen. Es gibt durchaus Pläne und Ideen, unsere Sportstätten auszubauen und unsere ohnehin schon gute Infrastruktur nochmal zu verbessern. Für unsere Jugend wäre es ideal, wenn wir mehr Platz zur Verfügung hätten. So könnten wir unseren vielen Mannschaften mehr Trainingszeit ermöglichen. Ein solches Vorhaben bedarf aber auch einer großen Investition. Es wird noch viel Zeit, Arbeit und Geld benötigt, um unsere Vision umzusetzen.
Das-Run.de: Ihr seid auch im Seniorenfußball mit drei Männermannschaften gut aufgestellt. Somit könnt ihr vielen Jugendspielern nach deren Ausbildung eine Heimat bieten und eine klare Perspektive anbieten. Siehst du dies als Fluch oder Segen an?
Jakob Schmitz: Ich sehe keinen Fluch darin, unseren Jugendspielern die Möglichkeit bieten zu können, bei der Germania zu bleiben. Viele Vereinsmitglieder haben hier ihre Jugend durchlaufen, bei den Senioren gespielt und anschließend eine verantwortungsvolle Position im Verein übernommen. Tradition spielt bei uns eine große Rolle. Es ist schön zu sehen, wie Mitglieder über Jahrzehnte das Vereinsleben mitgestalten. Sportlich gesehen bieten drei Herrenmannschaften jedem Spieler, der nach der U19 in den Seniorenbereich wechselt, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Das erhöht die Durchlässigkeit in den Seniorenbereich enorm und bietet ein ideales Sprungbrett in einen nochmal deutlich anspruchsvolleren Fußball. Unser ambitionierter Seniorenbereich passt sehr gut zu unserer ehrgeizigen Jugendabteilung. Wir arbeiten eng zusammen, um schon früh Einsatzzeiten zu ermöglichen und möglichst viele Spieler im Verein zu halten.
Das-Run.de: Lass uns bei den Seniorenmannschaften bleiben. Eure erste Mannschaft ist nach mehreren Jahren in der Fußball-Rheinlandliga recht dramatisch abgestiegen und läuft aktuell in der Fußball-Bezirksliga Mitte auf. Wäre es wichtig, wenn die Rückkehr ins Verbandsoberhaus gelingt, um auch die Toptalente bei der Germania zu halten?
Jakob Schmitz: Natürlich wäre es für den Verein wichtig, den Wiederaufstieg zu schaffen und damit unseren Toptalenten Rheinlandliganiveau bieten zu können. Aber wie bei der Jugend, bin ich auch bei den Senioren davon überzeugt, dass langfristig hochwertige Arbeit zum Erfolg führt. Wir haben mit Leo de Sousa einen hervorragenden Trainer, unter dem sich unsere erste Mannschaft gut entwickelt, der jungen Spielern Chancen gibt und uns mit Sicherheit nachhaltig nach Vorne bringt.
Das-Run.de: Lass uns am Ende des Interviews nochmal über deine Rolle als Jugendleiter sprechen. Welche Ziele hast du denn kurz- oder mittelfristig?
Jakob Schmitz: Sehr gerne. Ich habe das Amt des Jugendleiters erst vor kurzem von Tobias Zilligen und Jonas Keßeler übernommen. Beide haben über viele Jahre einen fantastischen Job gemacht und eine hervorragende Struktur mit vielen talentierten Jahrgängen hinterlassen. Mein Ziel ist es, diese Strukturen zu schützen, weiterzuentwickeln und zu festigen. Gleichzeitig ist für mich die Nachhaltigkeit unserer Vereinsarbeit entscheidend. Deshalb ist mir der Kinderfußball ein besonderes Anliegen. Alle Kinder aus der Umgebung sollen die Möglichkeit haben, bei uns den Fußball zu entdecken. Ich möchte schon von Beginn an unsere Jüngsten durch Spaß und eine bestmögliche Ausbildung im Verein halten, fördern und im leistungsbezogenen Fußball etablieren. So entstehen schon früh ein Mannschaftsgefüge, dass dem Verein bis zur U19 und darüber hinaus erhalten bleibt. Das fördert die Leistung, aber oft auch lebenslange Freundschaft und eine Verbundenheit zur Germania, die unseren Verein hoffentlich auch noch weitere 100 Jahre am Leben hält.
Das-Run.de: Jakob, wir bedanken uns dann am Ende herzlich bei dir für das tolle Interview. Wir wünschen dir beim managen von 17 Jugendmannschaften und 34 Jugendtrainern weiterhin den größtmöglichen Erfolg.
Jakob Schmitz: Danke, dass ich die Jugendabteilung der Germania als Teil eurer Interviewserie vorstellen durfte. Wir werden weiter hart arbeiten und hoffentlich viele tolle Fußballer ausbilden.
Das-Run.de: Hallo Jakob, herzlich Willkommen zum Interview. Du bist Jugendleiter beim FC Germania Metternich. Stell dich unserer Community einmal kurz vor.
Jakob Schmitz: Hallo zusammen, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Jakob Schmitz, ich bin 27 Jahre alt und studiere Sport und Geschichte auf Lehramt. Gebürtig komme ich aus Bonn und wohne seit 2020 in Koblenz.
Das-Run.de: Jakob, wie bist du denn zum Fußball gekommen? Nimm uns mit bei deinem Werdegang.
Jakob Schmitz: Sehr gerne. Fußball spiele ich schon seit meinem vierten Lebensjahr. Im Kindesalter habe ich als Torwart in meinen Heimatverein, dem FV Bonn-Endenich 08, gespielt. Später bin ich als Flügelspieler bei den Sportfreunden Ippendorf aufgelaufen. Im Jahr 2015 habe ich im Alter von 18 Jahren meine erste D-Jugend als Trainer in Ippendorf übernommen und war bis zu meinem Umzug nach Koblenz als Trainer im Verein tätig. Im Jahr 2016 habe ich meine C-Lizenz und im Jahr 2022 meine B-Lizenz erworben. Im Frühjahr 2023 bin ich zum FC Germania Metternich gewechselt. Aktuell trainiere ich die U13 (D-Junioren) und U5 (Bambinis).
Das-Run.de: Du bist seit dem Frühjahr 2023 bei der Germania aktiv. Wie lange bist du denn schon der Jugendleiter?
Jakob Schmitz: Das Angebot, die Jugendleitung für den Kinder- & Aufbaubereich zu übernehmen, habe ich im Januar 2024 bekommen. Aufgrund des Umzugs unseres vorherigen Jugendleiters wurde mir der Platz angeboten, und ich habe das Amt dann im Februar 2024 übernommen. Seit diesem Oktober kümmere ich mich auch noch um die Koordination unseres Leistungsbereichs.
Das-Run.de: Was genau sind denn eigentlich deine Aufgaben als Jugendleiter?
Jakob Schmitz: Meine Aufgaben als Jugendleiter sind sehr vielseitig. Grundsätzlich geht es darum, den geordneten Trainings- und Spielbetrieb zu gewährleisten. Mit 17 Jugendmannschaften und 34 Trainern und Trainerinnen fallen viele alltägliche Dinge, wie beispielsweise Spielverlegungen, Ansetzungen von Freundschaftsspielen oder die Bestellung von Materialen, an. Hinzu kommt die Kommunikation mit dem Verband oder anderen Vereinen, die Bearbeitung von Anfragen an die Jugendabteilung und viele weitere organisatorische Aspekte. Mein Fokus liegt aber auf der Sicherstellung unserer sportlichen Prinzipien in der Ausbildung unserer Spieler. Dabei spielt die Auswahl und die Unterstützung unserer Trainer eine entscheidende Rolle. Eine offene Kommunikation bei Scouting und Kaderplanung, bei möglichen Schwierigkeiten oder Rückmeldungen zu Trainingsinhalten und ein respektvoller Umgang miteinander, sind mir besonders wichtig.
Das-Run.de: Danke dir, für die Erläuterung deiner Aufgaben. Du hast eure Jugendmannschaften bereits angesprochen. Ihr spielt mit der U19 (A-Jugend), U15 (C-Jugend) und der U13 (D-Jugend) in der Nachwuchs-Rheinlandliga. Ist dies gemäß eurem Anspruch? Oder wollt ihr, wie in den vergangenen Jahrzehnten auch, die großen Vereine in der Rhein-Mosel-Stadt und dem Fußballverband Rheinland angreifen?
Jakob Schmitz: Natürlich wäre es überragend, mit der Jugend den Aufstieg in die Regionalliga zu schaffen. Das ist natürlich auch ein Ziel, das wir nicht aus den Augen verlieren. Allem voran sollte der Fokus aber auf der Entwicklung und den Bedürfnissen unserer Jugendspieler liegen. Dafür bietet die Rheinlandliga aktuell die beste Plattform. Die Rheinlandligen sind sehr kompetitiv und gespickt mit guten Teams und herausragenden Spielern. Um den Aufstieg kurzfristig möglich zu machen, wären zwangsläufig Entscheidungen nötig, die den kurzfristigen Erfolg vor die langfristige Ausbildung unserer lokalen Talente setzen würden. Ich bin grundsätzlich überzeugt davon, dass wir als Verein mehr gewinnen, wenn wir die Qualität und Nachhaltigkeit unserer Arbeit an erste Stelle setzen. Wir möchten unsere Jugend von Anfang an fördern und ihnen die Zeit und den Raum geben, ihr Talent zu entfalten. Sollten wir im Rahmen dieses Prinzips die Chance auf den Aufstieg erhalten, sind wir nicht abgeneigt, unseren Spielern diese Erfahrung zu ermöglichen.
Das-Run.de: Eine in meinen Augen ganz tolle Antwort. Die langfristige Ausbildung steht also über der kurzfristig höchstmöglichen Spielklasse. Was sind denn eure Ziele für die Jugendmannschaften? Ist bei der U17 (B-Junioren) der Aufstieg in die Fußball-Rheinlandliga wünschenswert?
Jakob Schmitz: Das von uns verfolgte Saisonziel für alle Rheinland- und Bezirksligisten ist der Klassenerhalt. Darüber hinaus gibt es mannschaftsintern individuelle Absichten. Unsere U17 ist mit dem Anspruch an einen Wiederaufstieg in die Saison gegangen. Die Mannschaft hat sich unter dem Trainer Jörg Fries nochmal toll weiterentwickelt und ist eine sehr talentierte und eingeschworene Truppe. Ich habe volles Vertrauen, dass die Jungs ihr Ziel in die Tat umsetzen können.
Das-Run.de: Du hast ja schon von der individuellen und der mannschaftsspezifischen Ausbildung gesprochen. Nach welchem Konzept wird rund um den Trifter Weg der Nachwuchs ausgebildet? Und denkt ihr hierbei in Altersbereichen?
Jakob Schmitz: Grundsätzlich ist uns die spielnahe und gegnerbezogene Ausbildung unserer Spieler schon von klein auf wichtig. Wir wollen, so früh wie möglich, die Kreativität und Intuition in verschiedenen Spielsituationen fördern und spielerisch die Wahrnehmung, die Entscheidungsfähigkeit und die technische Umsetzung schulen. Dabei spielen verschiedene Spielformen in unterschiedlichen Gruppengrößen eine entscheidende Rolle. Und ja, wir strukturieren unsere Jugendabteilung in drei Bereiche.
Das-Run.de: Welche drei Bereiche sind das denn?
Jakob Schmitz: Der Kinderbereich umfasst die G-Jugend bis hin zur E-Jugend. Unseren Jüngsten wollen wir mit viel Spaß und Freude den schönsten Sport der Welt näher bringen und eine lebenslange Liebe für den Fußball entfachen. Dazu bieten wir ab dem vierten Lebensjahr Training an, das ich aktuell selber betreue. Ab dem Aufbaubereich (U12 bis U15) ermöglichen wir wöchentlich drei Trainingseinheiten mit besonderem Fokus auf die Ausbildung im Eins-gegen-Eins. Hinzu kommt die Förderung unserer Torhüter, die ab der U12 zweimal wöchentlich torwartspezifisches Training erhalten. Das goldene Lernalter nutzen wir dazu, um die Grundtechniken intensiv zu schulen und verstärkt gruppentaktische Inhalte zu vermitteln, denn nur so können wir die Grundlagen für unseren Leistungsbereich (U16 bis U19) legen. Hier rücken Mannschaftstaktik und die athletische Ausbildung zunehmend in den Fokus, um den Übergang in den Seniorenfußball zu erleichtern. Dabei werden wir von internen wie externen Athletiktrainern unterstützt.
Das-Run.de: Das Ganze klingt sehr smart und auch nachvollziehbar. Um Spieler optimal auszubilden, sind Spielgemeinschaften im Jugendfußball oftmals von Vorteil. In der Saison 2023/2024 hattet ihr im Jugendbereich gemeinsame Teams mit dem FV Rübenach. Hat sich dies deiner Meinung nach gelohnt?
Jakob Schmitz: Die Jugendspielgemeinschaft mit dem FV Rübenach hat sich in der gemeinsamen Zeit für uns gelohnt, und die gute Zusammenarbeit hat beide Vereine vorangebracht. Jugendspielgemeinschaften bieten meiner Meinung nach in Gebieten mit geringerer Bevölkerungsdichte eine gute Möglichkeit, lokalen Talenten den Leistungsfußball zugänglich zu machen. Oft müssten Spieler ansonsten eine weite Anreise in Kauf nehmen. In Kombination mit dem stressigen Schulalltag ist das eine Belastung, die gerade im jungen Alter nicht sein muss. Ein gut strukturierter Verein mit kurzen Dienstwegen bietet meiner Meinung nach dennoch bessere Möglichkeiten, um ein hohes Leistungsniveau zu etablieren und nachhaltig zu festigen. Deshalb glaube ich, dass Jugendspielgemeinschaften definitiv eine spielerfreundliche Lösung im leistungsbezogenen Rahmen sind, langfristig aber nicht mit einem gut strukturierten Verein konkurrieren können.
Das-Run.de: Die Jugendspielgemeinschaft hatte auch den Vorteil, dass die Infrastruktur breiter aufgestellt gewesen ist. Lass uns gerne mal über das Thema Sportstätten reden. Wird der FC Metternich einen Ausbau beziehungsweise einer Erweiterung des Sportarenals in Angriff nehmen?
Jakob Schmitz: Können wir sehr gerne machen. Es gibt durchaus Pläne und Ideen, unsere Sportstätten auszubauen und unsere ohnehin schon gute Infrastruktur nochmal zu verbessern. Für unsere Jugend wäre es ideal, wenn wir mehr Platz zur Verfügung hätten. So könnten wir unseren vielen Mannschaften mehr Trainingszeit ermöglichen. Ein solches Vorhaben bedarf aber auch einer großen Investition. Es wird noch viel Zeit, Arbeit und Geld benötigt, um unsere Vision umzusetzen.
Das-Run.de: Ihr seid auch im Seniorenfußball mit drei Männermannschaften gut aufgestellt. Somit könnt ihr vielen Jugendspielern nach deren Ausbildung eine Heimat bieten und eine klare Perspektive anbieten. Siehst du dies als Fluch oder Segen an?
Jakob Schmitz: Ich sehe keinen Fluch darin, unseren Jugendspielern die Möglichkeit bieten zu können, bei der Germania zu bleiben. Viele Vereinsmitglieder haben hier ihre Jugend durchlaufen, bei den Senioren gespielt und anschließend eine verantwortungsvolle Position im Verein übernommen. Tradition spielt bei uns eine große Rolle. Es ist schön zu sehen, wie Mitglieder über Jahrzehnte das Vereinsleben mitgestalten. Sportlich gesehen bieten drei Herrenmannschaften jedem Spieler, der nach der U19 in den Seniorenbereich wechselt, individuelle Entwicklungsmöglichkeiten. Das erhöht die Durchlässigkeit in den Seniorenbereich enorm und bietet ein ideales Sprungbrett in einen nochmal deutlich anspruchsvolleren Fußball. Unser ambitionierter Seniorenbereich passt sehr gut zu unserer ehrgeizigen Jugendabteilung. Wir arbeiten eng zusammen, um schon früh Einsatzzeiten zu ermöglichen und möglichst viele Spieler im Verein zu halten.
Das-Run.de: Lass uns bei den Seniorenmannschaften bleiben. Eure erste Mannschaft ist nach mehreren Jahren in der Fußball-Rheinlandliga recht dramatisch abgestiegen und läuft aktuell in der Fußball-Bezirksliga Mitte auf. Wäre es wichtig, wenn die Rückkehr ins Verbandsoberhaus gelingt, um auch die Toptalente bei der Germania zu halten?
Jakob Schmitz: Natürlich wäre es für den Verein wichtig, den Wiederaufstieg zu schaffen und damit unseren Toptalenten Rheinlandliganiveau bieten zu können. Aber wie bei der Jugend, bin ich auch bei den Senioren davon überzeugt, dass langfristig hochwertige Arbeit zum Erfolg führt. Wir haben mit Leo de Sousa einen hervorragenden Trainer, unter dem sich unsere erste Mannschaft gut entwickelt, der jungen Spielern Chancen gibt und uns mit Sicherheit nachhaltig nach Vorne bringt.
Das-Run.de: Lass uns am Ende des Interviews nochmal über deine Rolle als Jugendleiter sprechen. Welche Ziele hast du denn kurz- oder mittelfristig?
Jakob Schmitz: Sehr gerne. Ich habe das Amt des Jugendleiters erst vor kurzem von Tobias Zilligen und Jonas Keßeler übernommen. Beide haben über viele Jahre einen fantastischen Job gemacht und eine hervorragende Struktur mit vielen talentierten Jahrgängen hinterlassen. Mein Ziel ist es, diese Strukturen zu schützen, weiterzuentwickeln und zu festigen. Gleichzeitig ist für mich die Nachhaltigkeit unserer Vereinsarbeit entscheidend. Deshalb ist mir der Kinderfußball ein besonderes Anliegen. Alle Kinder aus der Umgebung sollen die Möglichkeit haben, bei uns den Fußball zu entdecken. Ich möchte schon von Beginn an unsere Jüngsten durch Spaß und eine bestmögliche Ausbildung im Verein halten, fördern und im leistungsbezogenen Fußball etablieren. So entstehen schon früh ein Mannschaftsgefüge, dass dem Verein bis zur U19 und darüber hinaus erhalten bleibt. Das fördert die Leistung, aber oft auch lebenslange Freundschaft und eine Verbundenheit zur Germania, die unseren Verein hoffentlich auch noch weitere 100 Jahre am Leben hält.
Das-Run.de: Jakob, wir bedanken uns dann am Ende herzlich bei dir für das tolle Interview. Wir wünschen dir beim managen von 17 Jugendmannschaften und 34 Jugendtrainern weiterhin den größtmöglichen Erfolg.
Jakob Schmitz: Danke, dass ich die Jugendabteilung der Germania als Teil eurer Interviewserie vorstellen durfte. Wir werden weiter hart arbeiten und hoffentlich viele tolle Fußballer ausbilden.