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Im vierten Teil unserer neuen Interviewserie mit regionalen Fußballtrainern, in der vor allem die Hinserie der Saison 2024/2025 im Vordergrund stehen wird, haben wir mit Frank Rath gesprochen. Der 60-Jährige ist seit Sommer 2020 beim 1. FFC Montabaur tätig und seit letztem Sommer der Mann auf der Kommandobrücke. Nach gesundheitlichen Problemen in der Vorsaison ist es ihm gelungen, seine Frauenmannschaft in der laufenden Hinrunde in die obere Tabellenhälfte in der Fußball-Regionalliga Südwest zu führen. Im exklusiven Interview erzählt uns Frank, wie er nach zahlreichen Trainerstationen im Männer- und Jugendfußball entlang der Mosel den Schritt zum Frauenfußball gegangen ist. Dabei erklärt Frank, dass der Fußballsport zahlreiche Gesichter hat und fehlendes Spielglück sowie unglückliche Niederlagen eine Mannschaft vor Probleme stellen kann. Darüber hinaus erläutert er, warum für ihn das Aufgeben aufgrund gesundheitlicher Probleme keine Lösung gewesen ist und warum seine Mädels aktuell eine starke Runde spielen. Am Ende betont der jahrelange Fußballtrainer, warum jeder einmal im Frauenfußball seine Erfahrungen sammeln sollte. Viel Spaß beim Lesen.

Das-Run.de: Hallo Frank, herzlich willkommen bei unserer Interviewserie über überregional tätige Fußballtrainer. Stell dich zu Beginn gerne einmal allen Menschen vor, die dich noch nicht kennen.

Frank Rath: Hallo zusammen, vielen Dank für die Anfrage. Mein Name ist Frank Rath, ich bin 60 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Töchter. Beruflich bin ich bei der Deutschen Bank als Bankkaufmann tätig.

Das-Run.de: Frank, du hast ja deine Karriere im Fußballsport als Spieler begonnen. Nimm uns gerne einmal kurz mit.

Frank Rath: Mein Heimatverein ist der SSV Oberfell, bei dem ich seit dem Jahr 1974 Mitglied bin. Ich habe meine komplette Jugendzeit beim SSV verbracht und dort auch viele Jahre als Seniorenspieler verbringen dürfen. Ich bin lediglich mal zwei Jahre für den FC Karbach aufgelaufen. Beim SSV Oberfell habe ich auch erste Erfahrungen im Trainerbusiness gemacht. Als Spieler bin ich auf Bezirks- und auf Kreisebene aufgelaufen.

Das-Run.de: Du hast beim SSV Oberfell erste Schritte im Trainerbusiness gemacht. Wie ist es dazu gekommen?

Frank Rath: Das ist ganz einfach. Ich bin mit dem Wunsch an den SSV Oberfell herangetreten, den Trainerschein machen zu wollen. Diesem Wunsch wurde dann von Seiten des Vereins zugestimmt. Im Dezember 2001 habe ich dann die B-Lizenz erworben und seitdem kontinuierlich verlängert.

Das-Run.de: Du hast beim SSV Oberfell erste Erfahrungen als Trainer gemacht. Und jetzt bist du beim 1. FFC Montabaur tätig. Dazwischen hattest du andere Stationen. Erzähl uns gerne mal von deinem Werdegang als Trainer.

Frank Rath: Begonnen habe ich als Trainer bei der SG Oberfell/Niederfell in der Fußball-Kreisliga B, ehe ich zu der Spvgg Klotten in die Fußball-Bezirksliga gewechselt bin. Danach habe ich den TSV Lay in der Fußball-Kreisliga C und die SG Burgen/Macken in der Fußball-Kreisliga B trainiert. Daraufhin habe ich bei der U17 des FC Metternich, diese spielte damals in der Fußball-Regionalliga Südwest, erste Erfahrungen im Jugendbereich gemacht. Danach bin ich wieder an die Mosel zurückgekehrt und war Trainer des SV Untermosel in der Fußball-Kreisliga A. Vor meiner Zeit im Frauenfußball beim in der Fußball-Regionalliga Südwest spielenden 1. FFC Montabaur bin ich noch bei der SG Rhens/Waldesch tätig gewesen – in der Fußball-Kreisliga B und im Kreisligaoberhaus.

Das-Run.de: Wann bist du denn zum 1. FFC Montabaur gewechselt. Und warum eigentlich?

Frank Rath: Ich bin seit dem 1. Juli 2020 beim 1. FFC Montabaur aktiv. Zuerst bin ich Co-Trainer der Frauenmannschaft gewesen. Mein Beweggrund ist gewesen, die Herausforderung Frauenfußball anzunehmen. Ich wollte schon immer mal im Frauenfußball aktiv sein.

Das-Run.de: Frank, lass uns tiefer auf deine Zeit in Montabaur eingehen. Nach drei Jahren als Co-Trainer wurdest du Cheftrainer. Dein Vorgänger ist Kurt Schaaf gewesen. Die Hinserie der Saison 2023/2024 lieg allerdings alles andere als erfolgsversprechend. Hast du eine Idee, warum es sportlich durchwachsen gewesen ist?

Frank Rath: Ja, ich kann euch das gerne kurz erklären. Ich bin gesundheitlich seit August 2023 stark angeschlagen gewesen. Hinzu kam, dass wir viel Pech mit Verletzungen hatten und eben wichtige Spielerinnen ausgefallen ist. Nicht zu vernachlässigen ist, dass wir kein Spielglück hatten und somit oftmals unglücklich Partien verloren haben.

Das-Run.de: Dein Verein hat dann im Winter 2024 auf die verpatzte Hinserie reagiert. Der dir vertraute langjährige Cheftrainer Kurt Schaaf wurde reaktiviert. Dieser Schritt zeigte seine Wirkung, denn die Mannschaft zeigte sich wie ausgewechselt. Wie lässt sich das erklären?

Frank Rath: Zuerst muss ich sagen das wir, speziell ich, sehr dankbar waren, dass Kurt Schaaf für die Rückrunde ausgeholfen hat. Kurt kannte die Mannschaft seit Jahren. Die Mädels hatten ein bekanntes Gesicht vor Augen, weswegen der Glaube gewinnen zu können, auch zurückgekehrt ist. Als das erste wichtige Spiel mit einem Sieg beendet wurde, war plötzlich das Selbstvertrauen wieder da. Fußball ist halt nicht immer erklärbar. Dennoch bin ich froh, dass Frank eingesprungen ist und den Verein unterstützt und zum Klassenverbleib geführt hat.

Das-Run.de: Du hast erwähnt, dass Frank eingesprungen ist. Wie sah deine Rolle in der Rückrunde der Saison 2023/2024 aus?

Frank Rath: Ich musste im Januar 2024 aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine ziehen und den Fußball hinten anstellen. Auch deshalb wurde Kurt reaktiviert.

Das-Run.de: Seit Sommer 2024 bist du wieder zurück auf der Trainerbank – als Cheftrainer. Wie ist es dazu gekommen?

Frank Rath: Ich hatte ein gutes Gespräch mit dem Sportvorstand im Somme 2024. In diesem stellte sich schnell heraus, dass mich der Verein für die Saison 2024/2025 gerne als Cheftrainer einplanen möchte. Da Kurt seine Rettungsmission beendet war und ich mir diese Aufgabe zugetraut habe, ist es zur Vertragsunterzeichnung gekommen. Und im Nachhinein betrachtet war diese Entscheidung ziemlich gut.

Das-Run.de: Aus sportlicher Sicht auf jeden Fall. Deine Mannschaft konnte in der Hinserie viele Zähler einfahren. Woran liegt das?

Frank Rath: Die Qualität der Mannschaft ist unumstritten, weshalb der FFC seit Jahren in der dritthöchsten Klasse spielt. Die ersten drei Spielen der neuen Saison wurden gewonnen. Wir hatten eine kleine Serie. Selbstvertrauen und extrem großer Spaß am Ausüben der Leidenschaft Fußball sind die Gründe dafür. Wie du siehst, ist Fußball nicht immer erklärbar.

Das-Run.de: Die Hälfte der Tore deiner Mannschaft hat Marie Fischer erzielt. Sie ist somit eine Art Lebensversicherung. Warum ist Marie so torgefährlich?

Frank Rath: Das stimmt, dennoch ist Fußball ein Mannschaftssport. Marie ist eine extrem schnelle Stürmerin. Ihre Aufgabe ist es, Tore zu schießen. Das kann sie aber nur, wenn ihre Mitspielerinnen sie auch durch gute Anspiele in aussichtsreiche Position bringen. Da in der Fußball-Regionalliga viele die Schnelligkeit von Marie kennen, aber nur schwer verteidigen können, sind Pässe in die Schnittstelle einer Viererkette deshalb eine gute Waffe, um viele Tore von Marie bejubeln zu können.

Das-Run.de: Frank, was war eigentlich dein Moment der Hinrunde?

Frank Rath: An einen Moment erinnere ich mich, dennoch denke ich nicht gerne daran zurück. Es war unser Kräftemessen mit dem 1. FC Saarbrücken. Wir haben ein sehr starkes Spiel gegen einen sehr starken Gegner gemacht und in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 0:1 kassiert. Danach wurde nochmal angepfiffen, und direkt darauf abgepfiffen. Das war ein sehr blöde Moment, in dem mir die Mädels sehr leid getan haben.

Das-Run.de: Was ist in der Winterpause passiert? Gab es Neuzugänge?

Frank Rath: Eine Winterpause ohne Fußball tut allen mal gut. Neuzugänge gab es keine, denn wir konnten keine qualitativ gute Spielerin nach Montabaur locken.

Das-Run.de: Was darf die Community in der Rückserie von deinem Team erwarten?

Frank Rath: Leider hat sich unser Kader im Winter verkleinert. Gründe sind Schwangerschaften, Verletzungen und auch Vereinswechsel. Dennoch werden wir mit einem kleineren Kader Vollgas geben. Wir möchten eine sorgenfreie Rückrunde starten.

Das-Run.de: Eine Rückserie, in der auch mal eine der Topmannschaften geschlagen wird?

Frank Rath: Das wir die großen Teams, den 1. FSV Mainz 05, den SV Elversberg und den 1. FC Saarbrücken sportlich schlagen können, haben wir bereits bewiesen. Und auch dieses Mal werden wir uns nicht verstecken. Jedoch gehört zur Wahrheit auch dazu, dass wir finanziell mit diesen drei Mannschaften noch nicht mithalten können.

Das-Run.de: Frank, lass uns am Ende mal noch in die Glaskugel schauen. Wie sieht deine Zukunft als Trainer aus?

Frank Rath: Was im Sommer 2025 passieren wird, kann ich im Moment noch nicht sagen. Viermal die Woche nach Montabaur zu fahren, ist schon ein großer Zeitaufwand. Das alles im Einklang mit Familie, Beruf und Gesundheit zu bringen, ist eine zeitliche große Herausforderung.

Das-Run.de: Frank, wie gut siehst du de 1. FFC Montabaur aufgestellt? Was wünscht du dir für die Zukunft?

Frank Rath: Der 1. FFC Montabaur, allen voran mit dem sportlichen Vorstand, namentlich ist Katharina Jung zu nennen, macht einen großartigen Job. Ich wünsche mir mehr Anerkennung für den Frauenfußball. Mehr Zuschauer und mehr finanzielle Unterstützung von Sponsoren, denn das haben sich die Mädels mehr als verdient. Einige Trainer sollten mal den Schritt hin zum Frauenfußball wagen. Ich persönlich habe es nämlich zu keiner Zeit bereut. Ansonsten wünsche ich uns allen eine gute Gesundheit.

Das-Run.de: Frank, dann bleibt uns nicht mehr viel, außer dir ein großes Danke zu sagen. Wir drücken dir und deiner Truppe die Daumen, dass es sportlich erfolgreich weitergehen wird. Bleib gesund und munter und schreibe weiterhin deine Geschichte mit dem 1. FFC Montabaur.

Frank Rath: Danke für die Möglichekit, ein Interview zu führen. Und auch danke für die Wünsche. Wenn ihr Lust habt, kommt doch gerne mal auf dem Sportplatz vorbei.