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Die in der Fußball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar spielende TuS Koblenz misst sich am Montagabend ab 18 Uhr im Stadion Oberwerth mit dem Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg in der ersten Runde des DFB-Pokals. Doch wie organisiert ein Landespokalsieger solch ein großes Ereignis? Wie viel Arbeitskraft wird eigentlich benötigt? Wie wirkt sich das Spiel auf die finanzielle Situation aus? TuS-Präsident Christian Krey stand uns Rede und Antwort und wünscht sich ein Fußballfest vor mehr als 7000 Zuschauern. Als Spezialbesucher ist Jannik Freestyle zu Gast auf dem Oberwerth.

Das-Run.de: Gude Christian, danke für deine Zeit. Am Montag spielt du mit deiner Mannschaft im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg. Freust du dich auf dein erstes Pokalspiel als Präsident der TuS Koblenz?

Christian Krey: Ja, ich freue mich sehr, da es eine ganz besondere Erfahrung sein wird. Das Spiel ist für mich mit dem Finale im Landespokal gegen die SG Schneifel oder auch den Relegationsduellen um den Aufstieg in die Regionalliga Südwest in der Saison 2022/2023 vergleichbar. Das Spiel hat für mich Finalcharakter, auch wenn es ein Duell in der ersten Runde ist. So ein Entscheidungsspiel hat einfach einen besonderen Reiz.

Das-Run.de: Ihr spielt an einem Montagabend um 18 Uhr im Stadion Oberwerth gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg. Wie bereitet man sich auf solch ein Ereignis vor? Schließlich habt ihr ja über 7000 Karten verkauft.

Christian Krey: Wir haben das Glück, dass wir trotz einem sanierungsbedürftigen Stadion auf eine funktionierende Infrastruktur zurückgreifen können, die aus Zeiten in der Zweiten Bundesliga noch vorhanden ist. Wir haben einen VIP-Bereich, einen Pressecontainer und Medienarbeitsplätze. Dies ist ja bei weitem nicht bei allen Gewinnern des Landespokals vorhanden, die dann in Runde eins starten dürfen. Deshalb bereiten wir uns im Grunde genommen wie auf ein normales Ligaspiel vor. Wir haben lediglich einen höheren Besucherandrang. Es hilft sicherlich, dass wir im Grunde wenig anders machen müssen, da wir mit bestehenden Strukturen arbeiten können.

Das-Run.de: Heimspiele in der Fußball-Oberliga besuchen in der Regel rund 1500 Zuschauer. Gegen Wolfsburg kommen 7000 Zuschauer und mehr. Wie viele Personen sind denn für euch im Einsatz?

Christian Krey: Gute Frage, lässt sich kaum messen. Es sind viele Leute im Einsatz, die bei normalen Ligaspielen auch aktiv sind. Ich würde schätzen, dass wir mit 30, 40 Mann im Einsatz sind, auf die wir immer zurückgreifen können. Einige davon sind bei der TuS oder eben ihrem Dienstleister angestellt.

Das-Run.de: Du hast bestehende Strukturen angesprochen. Wie unterscheidet sich denn der organisatorische Aufwand vom klassischen Ligabetrieb?

Christian Krey: Der große Unterschied ist eigentlich nur die höhere Besucheranzahl, die gehandelt werden muss. Das Catering-Unternehmen muss sich auf eine höhere Zuschaueranzahl einstellen. Als Verein müssen wir einen Shuttle-Service organisieren, mehr Getränke organisieren und ein paar mehr Ordner einplanen. Das geht aber dank der bestehenden Strukturen mit Mehrarbeit bei einem fast gleich bleibenden Personalstand.

Das-Run.de: Auf was können sich die Fans denn freuen? Gibt es ein kleines Rahmenprogramm?

Christian Krey: Ja, wir haben ein klares Rahmenprogramm auf die Bühne gestellt. Alles natürlich gemäß den Vorgaben des Deutschen Fußballbundes. Unter anderem muss das Stadion neutral gestaltet sein, was Werbung angeht. Es gibt eine kleine Stadionshow, aber keine werblichen Partner. Wir konnten den deutschlandweit bekannten Freestyler Jannik organisieren, der sein Talent zeigen wird und für Autogramme zur Verfügung steht. Ansonsten ist die Spannung, das Warten auf den Anpfiff, Rahmenprogramm genug. Wer die Atmosphäre spürt, fühlt sich sicher gut unterhalten.

Das-Run.de: Danke dir für die Auskunft rund um das Organisatorische. Viele Fans beschäftigt das Thema Finanzen. Ganz offen gefragt: Was springt für die TuS an Geld bei rum? Eine Teilnahme am DFB-Pokal sollte ja schon lukrativ sein, oder?

Christian Krey: Ja, das ist tatsächlich lukrativ. Wir sprechen von einem Betrag von 200.000 Euro, welchen der DFB an einen Teilnehmer der ersten Pokalrunde ausschütten. Jedoch kommt das Geld nicht komplett beim teilnehmenden Verein an. Ein großer Teil geht nämlich an einen Solidaritätstopf des jeweiligen Landesverbandes, damit andere Vereine auch etwas profitieren. Und man darf natürlich auch die Ausgaben für den organisatorischen Aufwand nicht vergessen, die bei einem Meisterschaftsspiel geringer ausfallen. Dennoch bleibt noch ein sechsstelligen Betrag hängen, der einem Verein sehr weiterhelfen kann. Allein in der letzten Saison in der Regionalliga mussten wir Lehrgeld aufgrund von ausbaufähigen Strukturen bezahlen. Diese lassen sich durch Pokaleinnahmen natürlich verbessern. Die Saison lässt sich durch diese sichere Einnahme auch entspannter angehen, denn es ist schwierig, bei fehlender Unterstützung aus der Wirtschaft im Rsum Koblenz, höherklassigen Fußball anzubieten.

Das-Run.de: Das Spiel steigt ja an einem Montagabend um 18 Uhr. Ist diese Anstoßzeit eigentlich Fluch oder Segen?

Christian Krey: Die Anstoßzeit finde ich aus der Sicht eines Fußballfans sehr unglücklich. Nicht nur für die Auswärtsfans, sondern auch für Leute aus dem Rheinland, die bis 16, 17 Uhr arbeiten müssen. Dennoch freue ich mich sehr über knapp 1000 Auswärtsfahrer und viele Koblenzer, die sich Zeit für das Spiel nehmen. Eine viel bescheidenere Anstoßzeit fällt mir ehrlich gesagt nicht ein (lacht).

Das-Run.de: Wir haben über die Organisation, die Finanzen und die Anstoßzeit gesprochen. Lass uns noch über drei Wünsche reden. Welche drei Dinge erhofft du dir denn?

Christian Krey: Erstens einen reibungslosen Ablauf des Spiels. Zweitens, dass alle Stadionbesucher glücklich nach Hause gehen und einen schönen Abend im Stadion hatten. Und zu guter Letzt wünsche ich mir, dass wir die Chance, die wir nicht haben, nutzen können, und den Bundesligisten aus dem Pokalwettbewerb kegeln.

Das-Run.de: Danke Christian für deine Zeit. Zum Abschluss noch eine kleine Frage: Wie lautet dein Wunschgegner für Runde zwei?

Christian Krey: Runde zwei ist sehr weit weg. Für den Fall eines Fußballwunders würde ich mich auf ein Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern sehr freuen.

Das-Run.de: Dann wünschen wir den größtmöglichen Erfolg, einen tollen Stadionabend und sehen uns auf dem Oberwerth.

Christian Krey: Danke für das Interview und die Wünsche. Wir sehen uns. Lasst uns das Fußballwunder gemeinsam angehen.

Bildquelle: TuS Koblenz