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Der heutige Gast unserer Interviewserie rund um den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball hört auf den Namen Carsten Kasper. Der 31-Jährige spielt seit seiner Kindheit selbst Fußball und setzt sich nebenbei sehr für den Jugendfußball in der Verbandsgemeinde Kaisersesch ein. In dem im Januar 2019 gegründeten Jugendförderverein Schieferland, diesem gehören 15 Stammvereine an, ist Carsten seit gut drei Jahren Zweiter Vorsitzender. Gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen kümmert er sich um viele organisatorische Aufgaben, die auf mehrere Schultern verteilt werden müssen. Im exklusiven Interview erläutert der Mann aus Dünfus, weshalb ein Jugendförderverein dem Nachwuchsfußball gut zu Gesicht steht und warum die Vermittlung von Werten wie beispielsweise Identifikation und Spaß unumgänglich ist. Des Weiteren stellt Kasper der Community das Ausbildungskonzept des JFV Schieferland vor und spricht über die Vorhaben in der nahen Zukunft.

Das-Run.de: Hallo Carsten, herzlich willkommen bei unserer Interviewreihe über den sich im Aufwind befindenden Jugendfußball. Stelle dich gerne einmal unserer Community vor.

Carsten Kasper: Hallo, vielen Dank für die Einladung. Mein Name ist Carsten Kasper. Ich bin 31 Jahre alt und komme aus Dünfus. Ich arbeite im Bereich E-Commerce bei wolfcraft in Kempenich. Neben den Vereinstätigkeiten spiele ich auch seit meiner Kindheit selbst Fußball.

Das-Run.de: Carsten, wie bist du zum Fußball gekommen? Welche Stationen hattest du im Laufe deiner Karriere?

Carsten Kasper: Es müsste in der E-Jugend gewesen sein, als ich mit auf ein Training nach Kaifenheim genommen wurde. Seitdem bin ich selbst aktiv. In der Jugend spielte ich dann überwiegend in Forst (Eifel) bei der dortigen JSG. Nach der Jugend war ich dann beim SV Binningen, der SG Müden/Moselkern/Treis-Karden und nun wieder beim SV Binningen aktiv, wobei ich zwischenzeitlich für ein paar Jahre durch einen Schien- und Wadenbeinbruch ausgebremst wurde. Seit 2020 gibt es wieder die Mannschaft in Binningen, wo ich zudem auch seit 2018 im Verein mitarbeite. Dadurch bin ich schließlich auch zum JFV Schieferland gelangt, der im Januar 2019 von 15 Sport- beziehungsweise Stammvereinen in der Verbandsgemeinde Kaisersesch gegründet wurde, um den Jugendfußball in der Region besser organisieren zu können.

Das-Run.de: Du hast den JFV Schieferland schon angesprochen. Wie lange bist du bereits der Jugendleiter?

Carsten Kasper: Im Jugendförderverein Schieferland haben wir keinen expliziten Jugendleiter, da wir ja von Grund auf als Verein dem Jugendfußball verschrieben sind. So gesehen sind wir mit allen Vorstandsmitgliedern Jugendleiter, da wir uns gemeinsam um verschiedene organisatorische Themen und Belange des Vereins und der Mannschaften kümmern. Ich selbst bin seit der Vereinsgründung im Januar 2019 Teil des Vorstandteams, seit 2021 Zweiter Vorsitzender. Genauso ist unser Vorsitzender Maik Groß bereits seit 2019 dabei und vor allem als einer der Hauptorganisatoren, vielleicht auch als der Jugendleiter, des Vereins zu nennen.

Das-Run.de: Welche Aufgaben übernimmst du denn bei deiner Tätigkeit im JFV Schieferland?

Carsten Kasper: Wie angesprochen sind es vor allem viele organisatorischen Dinge, die wir im Verein übernehmen. Angefangen von den Mannschaftsmeldungen, über die Passanträge bis hin zu der Koordinierung des Materialbedarfs für den reinen Spielbetrieb. Zudem sprechen wir die Platzbelegung und Trainingszeiten ab, akquirieren Sponsoren sowie Trainer und organisieren Veranstaltungen wie beispielsweise unser Sommerfest oder das FC Bayern Campus Training. Im Alltag stehen zudem immer wieder Absprachen oder ein Austausch mit unseren Trainerteams an, die seit Jahren im Wesentlichen dazu beitragen, dass alle Kinder und Jugendlichen auf und neben dem Platz gefördert werden. Mit weiteren Aktionen wie dem Stickeralbum, einem Crowdfunding zur Anschaffung einer Veo-Kamera oder der Teilnahme an Vereinswettbewerben bemühen wir uns ebenfalls regelmäßig um zusätzliche Impulse für den Verein. Die Spiele unserer Mannschaften, verschiedene Aktionen und weitere Neuigkeiten veröffentlichen wir außerdem ausführlich auf unseren Social Media Kanälen. Wie ihr seht, sind die Aufgaben innerhalb des JFV sehr vielseitig und umfangreich und könnten von einem Jugendleiter alleine gar nicht bewältigt werden. Deshalb sind wir sehr froh, ein großes Vorstandsteam und einen starken Trainerstab zu haben.

Das-Run.de: Wie lange gibt es den JFV eigentlich schon? Wieso wurde dieser eigentlich gegründet?

Carsten Kasper: An der Gründung des JFV Schieferland wurde bereits 2018 gearbeitet. Im Januar 2019 fand dann die Gründungsveranstaltung statt. Mit der Gründung des JFV sollte die Arbeit der JSG Eifelland fortgeführt werden, die zuvor in und um Kaisersesch die Anlaufstelle für den Jugendfußball war. Der JFV Schieferland ermöglichte zunächst einmal, dass 15 Sportvereine aus der Verbandsgemeinde Kaisersesch zusammen eine Jugendarbeit betreiben können. Das war zuvor in der Vielzahl der Vereine nicht möglich. Mit der Gründung wurde zudem ein neuer Verein inklusive Vorstandsteam geschaffen, der sich ausschließlich um das Thema Jugendfußball kümmert. Durch den Vorstand konnten zudem die Jugendtrainer entlastet werden, die sich im Rahmen der JSG Eifelland auch sehr viel mit organisatorischen Themen wie Mannschaftsmeldungen, Passanträgen und dem allgemeinen Spielbetrieb beschäftigen mussten. Alles in allem hilft der JFV Schieferland dabei, den Kinder- und Jugendfußball in unserer Region nun besser zu organisieren.

Das-Run.de: Du hast erwähnt, dass dem JFV 15 Vereine angehören. Welche sind das denn?

Carsten Kasper: Das ist richtig. Der JFV Schieferland setzt sich aus der SG Pyrmont Brohl, der SpVgg Müllenbach, dem SV Binningen, dem SV Brachtendorf, dem SV Forst, dem SV Hambuch, dem SV Illerich, dem SV Kaifenheim, dem SV Landkern, dem SV Masburg, dem SV Laubach, dem SV Leienkaul, dem SV Urmersbach, dem TuS 1901 Kaisersesch und dem TuS Düngenheim zusammen.

Das-Run.de: Carsten, wenn sich 15 Stammvereine dazu entscheiden, im Jugendfußball gemeinsame Sache zu machen, ist dies ja ein großer Schritt. Welche Vorteile bietet denn ein Jugendförderverein?

Carsten Kasper: Für uns in der Region der Verbandsgemeinde Kaisersesch bietet ein Jugendförderverein den Vorteil, dass viele Vereine direkt mit in die Organisation des Jugendfußballs eingebunden werden können. Gemeinsam lässt sich so im Sinne eines JFV eine gute Förderung im Jugendfußball umsetzen. Zudem schafft es der JFV, die Identifikation zu fördern, da er ein eigenständiger Verein ist. So bleiben uns viele Spielerinnen und Spieler in ihrer Jugendzeit treu.

Das-Run.de: Lass uns mal auf einzelne Mannschaften schauen. Beginnen wir mit den A-Junioren (U19), welche in der Fußball-Bezirksliga spielen. Seid ihr mit der aktuellen Spielklasse zufrieden? Was sind die kurzfristigen Ziele?

Carsten Kasper: Dass unsere U19 in der Bezirksliga spielt, ist mehr als in Ordnung. Sie zeigt eigentlich auch ganz schön die Entwicklung des Vereins. Vor dem JFV Schieferland gab es keine U19 der JSG Eifelland. Wir mussten also zur ersten JFV-Saison 2019/2020 zunächst einmal versuchen, überhaupt wieder genügend Spieler des Jahrgangs 2001 für uns zu gewinnen, um eine U19 stellen zu können. Wir konnten einige ehemalige Eifelland-Spieler schließlich von anderen Vereinen zurückgewinnen und eine Mannschaft in der Kreisklasse melden. Im ersten Jahr wurde die Mannschaft umgehend Kreismeister. Die nachfolgende Mannschaft der Saison 2020/2021 sicherte sich dann zu Saisonbeginn in einem Qualifikationsspiel den Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. Darauf folgten dann zunächst Jahre im unteren Mittelfeld der Bezirksliga. In der vergangenen Saison schloss unsere U19 dann auf einem starken dritten Tabellenplatz ab. Deshalb sind wir zurzeit sehr froh über unsere U19 in der Bezirksliga und freuen uns einfach auf die weitere Entwicklung.

Das-Run.de: Die B-Junioren (U17) spielen sogar in zwei Mannschaften. Welches Saisonziel verfolgt ihr da?

Carsten Kasper: In beiden Mannschaften spielen tolle Spielerinnen und Spieler. Deshalb sind wir gespannt, wie der weitere Saisonverlauf sein wird, denn beide Teams werden sicherlich gut abschneiden. Besonders unsere B1 als aktueller Tabellenführer der Fußball-Bezirksliga wird hier weiterhin oben dabei bleiben können, wenn sie möglichst von Verletzungen beziehungsweise weiteren Ausfällen verschont bleibt. Es wurde in dem Sinne kein konkretes Saisonziel ausgerufen, aber es ist für uns alle klar, dass immer das Bestmögliche erreicht werden sollte. Dafür unterstützen wir beide Teams weiterhin.

Das-Run.de: Das klingt sehr gut im Hinblick auf die Zukunft. Eure C-Junioren (U15) und D-Junioren (U13) spielen mit den jeweiligen ersten Mannschaften gegen die besten Teams im Fußballverband Rheinland. Wie wichtig ist dies denn?

Carsten Kasper: Dass beide Teams (C1 und D1) in der Fußball-Rheinlandliga spielen, hilft natürlich sehr in der fußballerischen Entwicklung und ist mit Sicherheit nicht unwichtig. Eine besondere Herausforderung kann natürlich schon mal der Sprung aus der E-Jugend in die in der Fußball-Rheinlandliga spielende D-Jugend sein. Aber auch hier gibt es immer Talente, die diesen sofort meistern können. Genauso entwickeln sich aber auch einige Spielerinnen und Spieler zunächst in der D2, D3 und D4, um dann im Folgejahr in der D1 zu spielen. Mit diesen Entwicklungen und der Erfahrung geht es dann weiter in die C-Jugend, wo wir uns in den letzten Jahren auch bei der C1 stets über eine starke Mannschaft freuen konnten. Auch hier geht manchmal der Weg in die C1 zunächst über die C2 oder C3. In beiden Altersklassen werden definitiv wichtige Grundlagen gelegt. Deshalb ist es für uns ebenfalls eine tolle Geschichte, dass die C1 und D1 nun seit über drei Jahren in der Fußball-Rheinlandliga spielen können.

Das-Run.de: Wäre es genau aus dem Grund wichtig, wenn C-Junioren künftig auch in der U17 und U19 in einem Team spielen, welches sich im Verbandsoberhaus befindet? Ich frage deshalb, weil es schade wäre, wenn ihr viele C-Junioren an größere Vereine abgeben müsstet.

Carsten Kasper: Das ist eine schöne Frage. Ich kann dazu folgendes sagen: Obwohl unsere U17 und U19 in den vergangenen Jahren fast ausschließlich in der Fußball-Bezirksliga gespielt haben, konnten wir bislang noch keine große Abwanderung im Bereich der U15 feststellen. Vereinzelt haben wir zwar jedes Jahr aus verschiedenen Gründen Abgänge zu verzeichnen, aber die angesprochene Problematik können wir bislang nicht bestätigen. Wir haben das Gefühl, dass sich viele Spielerinnen und Spieler im Verein wohl fühlen und sich mit dem JFV identifizieren. Das hilft sicherlich dabei, dass auch die Toptalente lieber bei uns bleiben.

Das-Run.de: Du hast den Wohlfühlcharakter und die Identifikation angesprochen. Können Jugendspieler auch im Seniorenfußball weiter zusammen bleiben? Oder müssen sich diese dann ihrem Stammverein anschließen?

Carsten Kasper: Wie bereits angesprochen gibt es die Stammvereine, deren Spieler im JFV Schieferland spielen. Nach der Jugendzeit wäre der rein passtechnische Weg schon so, dass diese Spieler auch zurück zu ihrem Stammverein gehen. Aber es ist klar, dass Spieler schon einmal Interesse für die Mannschaft eines anderen Stammvereins entwickeln oder einfach gemeinsam mit Freunden in den Seniorenfußball starten möchten. Deshalb kommt es immer wieder vor, dass Spieler nach ihrer Jugendzeit doch nicht zu ihrem eigentlichen Stammverein zurückkehren.

Das-Run.de: Jeder Stammverein lässt ja sicherlich, auch anhand der Spielklasse, eine andere Philosophie und Taktik spielen. Wie genau ist das im Jugendbereich? Nimm uns gerne mal mit, was die Konzeption eures Ausbildungsplanes angeht.

Carsten Kasper: Soweit wir das wissen und vernehmen können, sind unsere Stammvereine zufrieden mit der bisherigen Ausbildungsarbeit im JFV Schieferland. Das stimmt uns auch für die nächsten Jahre zuversichtlich. Andere Schwerpunkte könnten sich natürlich aus der unterschiedlichen Ligazugehörigkeit der Teams unserer Stammvereine ergeben, aber hierzu haben wir bislang keine gesonderte Anforderung oder Nachfrage erhalten. Das liegt auch sicherlich daran, dass bislang jeder Verein beziehungsweise die dazugehörigen Mannschaften immer wieder ehemalige JFV-Spieler als verstärkende Neuzugänge im Team aufnehmen durften. Wir sind im Gesamten auch wirklich froh darüber, dass so viele Jugendliche nach der JFV-Zeit weiterhin hier vor Ort in den Stammvereinen am Ball bleiben.

Das-Run.de: Der JFV beginnt ja in der Altersklasse der D-Junioren. Ist ein Ausbau in der nahen Zukunft aktuell ein Thema?

Carsten Kasper: Tatsächlich helfen wir bei der Organisation des Kinderfußballs bereits tatkräftig mit, um hier eine gute Abstimmung beziehungsweise einen guten Übergang in den JFV gewährleisten zu können. Ein weiterer „Ausbau“ des JFV ist in dem Sinne nicht vorgesehen, auch weil ja ein JFV entsprechend der Durchführungsbestimmungen nur Mannschaften für den Bereich A- bis D-Jugend melden darf.

Das-Run.de: Danke für die Erläuterung hierzu. Wie steht es eigentlich um die Infrastruktur? Habt ihr genügend Sportstätten?

Carsten Kasper: Hinsichtlich der Infrastruktur nutzen wir die Sportstätten der Stammvereine beziehungsweise der Gemeinde. Davon sind zurzeit auch genügend vorhanden. Der eine oder andere Sportplatz fällt dann zwar ab Herbst oder Winter wegen Platzsperrung oder fehlendem Flutlicht als Trainingsort weg, allerdings gibt es den Kunstrasenplatz in Kaisersesch sowie ganz neu den Kunstrasenplatz in Müllenbach.

Das-Run.de: Nachdem wir viel über den JFV gelernt haben, stellt sich noch eine Frage: Was sind deine weiteren Ziele in deiner aktuellen Rolle?

Carsten Kasper: Wir alle im JFV Schieferland möchten die Jugendarbeit weiterhin so positiv gestalten, wie es insgesamt betrachtet in den ersten fünf, fast sechs, Jahren der Fall war. Dazu gehört auch, dass wir manche Dinge anders angehen, die vielleicht in der Vergangenheit zu Diskussionen oder Unklarheiten innerhalb des Vereins geführt haben. Da die Aufgaben im JFV sehr umfangreich sind, könnten zudem leichte Veränderungen oder Weiterentwicklungen im Organisatorischen hilfreich sein, um für Entlastung zu sorgen und die ehrenamtliche Arbeit im JFV weiterhin attraktiv zu halten. Mich persönlich würde es noch sehr freuen, wenn wir mehr aktive Spielerinnen oder Spieler aus den Teams unserer Stammvereine für den Trainerstab gewinnen könnten. Da ich auch einmal für eine Saison Teil des Trainerteams der U19 gewesen bin, weiß ich, wie viel Spaß das machen kann – einem selbst als Trainer aber auch den Jugendlichen.

Das-Run.de: Carsten, mit diesem tollen Aufruf können wir das Interview gerne abrunden. Wir bedanken uns für deine Zeit und wünschen dir und deinem Team weiterhin das richtige Händchen für die Weiterentwicklung des Jugendfußballs in der Verbandsgemeinde Kaisersesch.

Carsten Kasper: Vielen Dank, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, den Jugendförderverein Schieferland vorzustellen. Macht es gut und bis bald.

Bildquelle: JFV Schieferland