Alexis Weidenbach ist Kapitän von Fußball-Oberligist FC Rot-Weiss Koblenz. Mit einer halbjährigen Unterbrechung (beim FV Engers) ist der Innenverteidiger seit fast sieben Jahren für die Koblenzer aktiv und war dabei eine langjährige Stütze in der Regionalliga Südwest. Der Verteidiger schildert im Gespräch mit das-run.de unter anderem die aktuelle Lage bei Rot-Weiss, erläutert die Gründe für seinen Wechsel zu Engers und seine schnelle Rückkehr. Außerdem blickt Weidenbach auf seine aufregende Zeit als Nationalspieler der Dominikanischen Republik zurück.
Das-Run.de: Nach der ersten Halbserie standet ihr auf einem guten 5. Platz. Wie zufrieden wart ihr mit diesem Zwischenergebnis?
Alexis Weidenbach: Intern waren wir sehr zufrieden mit diesem Abschneiden. Es war nicht das ausgegebene Ziel. Wir als Spieler haben uns aber schon eher das Ziel gesetzt oben mitzuspielen und anzugreifen. Allerdings hatten wir im Sommer im Grunde gar keine Mannschaft zusammen. Es wurde ein ganz neuer Kader zusammengestellt. Deswegen war das schon eine außergewöhnliche Leistung. Es ist nicht alltäglich, dass es direkt so fruchtet, so harmoniert und dass theoretisch zur Rückrunde noch alles offen war.
Das-Rund.de: Zuletzt gab es drei Niederlagen in Serie. Allerdings waren die Gegner mit Trier, Worms und Kaiserslautern II drei sehr gute Teams der Oberliga. Was würdest du sagen, hat in den Partien gefehlt, dass es da für keinen einzigen Punkt gereicht hat? Meinst du, die lange Winterpause hat euch vielleicht auch ein wenig aus dem Flow gebracht?
Alexis Weidenbach: Das ist schwer zu sagen, um ehrlich zu sein. Mit dem 3:1 gegen Quierschied sind wir gut gestartet. Das hat uns allen eigentlich ein gutes Gefühl gegeben, dass wir auch gut in der Vorbereitung gearbeitet haben. Die Vorbereitung an sich war auch okay. Wir hatten gute Trainingseinheiten, gute Spiele. Natürlich sind Trier, Worms und Kaiserslautern drei Topgegner in der Oberliga. Ein wenig hat uns auch das Spielglück gefehlt. Gegen Worms hätten wir nicht verlieren müssen. Da haben wir zwei nicht-alltägliche Tore kassiert. Aber das passiert. Manchmal hat man einen schlechten Tag und dann gehen gleichzeitig die Dinger vorne nicht rein. Daher denke ich, dass uns in letzter Zeit viel Spielglück gefehlt hat, vielleicht auch ein wenig das nötige Feuer. Meiner Meinung nach kann und muss da noch etwas mehr von uns kommen, damit wir die Saison ordentlich zu Ende spielen. Gepaart mit mehr Spielglück können wir dann auf jeden Fall noch eine gute Rückrunde spielen.
Das-Run.de: Mit Aufstieg und Abstieg werdet ihr aller Voraussicht nach in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Wie geht ihr die verbleibenden Aufgaben an? Was ist das Ziel? Muss man da als Kapitän die Mitspieler vielleicht nochmal extra pushen?
Alexis Weidenbach: Das Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist es, das Optimale herauszuholen. Es wäre traumhaft, die letzten zehn Spiele alle zu gewinnen, um dann zu schauen, was am Ende dabei herumkommt. Ich glaube, wir sind alle vom Grundsatz sehr motiviert, weil man unter anderem auch für einen Vertrag für die nächste Saison spielt. Viele Spieler haben ja nur einen Ein-Jahres-Vertrag. Da muss man sich ein bisschen beweisen. Deswegen glaube ich, dass die nächsten Spiele wieder mit mehr Feuer absolviert werden als zuletzt. Als Kapitän muss man die Mitspieler ohnehin immer motivieren und pushen. Das werde ich auch weiterhin machen. Ich hoffe, dass es dann am Ende noch für einige Siege in dieser Saison reicht.
Das-Run.de: Und langfristig? Ist die Rückkehr in die Regionalliga Südwest grundsätzlich ein Thema?
Alexis Weidenbach: Ich kann dahingehend nicht aus Vereinssicht sprechen. Da bin ich nicht ganz in die Zukunftspläne eingeweiht. Ich gehe davon aus, dass man schon daran interessiert ist, irgendwann in den nächsten Jahren wieder in der Regionalliga zu spielen. Es ist für den Verein und die Region ein großes Erlebnis. Die vier Jahre in der Regionalliga waren eine wirklich schöne Zeit. Deswegen glaube ich, dass es in Zukunft irgendwann wieder ein Thema sein wird.
Das-Run.de: Du bist letztes Jahr in der Rückrunde von Rot-Weiss zu Engers gewechselt. Im Sommer kamst du wieder zurück nach Koblenz. Was war der Grund für den Weggang und wie kam es dann zur Rückkehr?
Alexis Weidenbach: Im Fußball gibt es manchmal Meinungsverschiedenheiten. In meinem Fall war es so, dass ich nicht der richtige Spielertyp war, denke ich. Es hat dann zwischen dem damaligen Trainer und mir einfach nicht mehr gepasst. Dann sind wir im Winter getrennte Wege gegangen. Im Sommer kam dann Fatih Cift zurück auf die Trainerbank. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Er hat mich kontaktiert und mir von seinen Plänen erzählt. Da ich ihn sehr wertschätze und er mir viel auf meinem Weg mitgegeben hat, habe ich mich dann im Sommer entschlossen, zurück zu Rot-Weiss zu gehen.
Das-Run.de: Du hast 2021 zweimal für die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik gespielt. Wie kam damals der Kontakt zu Stande und wie war es, das Nationaltrikot zu tragen?
Alexis Weidenbach: Das war das größte, was ich bisher in meiner Laufbahn erleben durfte. Da bin ich auch selbst sehr stolz drauf und glücklich, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Der Kontakt kam damals durch Manuel Moral-Fuster zustande. Er ist aktuell auch bei Rot-Weiss Koblenz aktiv. Er war damals mein Co-Trainer. Er hatte Kontakt zum Nationaltrainer. Zu der Zeit habe ich eine ganz solide Regionalliga-Saison gespielt, würde ich sagen. Dann hat Manu mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, für mein Land zu spielen. Da meinte ich „na klar“. Im Dezember 2020 hat mich der Nationaltrainer, der leider nicht mehr im Amt ist, kurz vor Weihnachten angerufen und mich zu einem Lehrgang in die Dominikanische Republik eingeladen. Da war ich sehr glücklich und stolz und habe es dann gemacht. Das war das schönste Erlebnis meiner Fußballkarriere. Solch eine Erfahrung wünsche ich jedem, für sein Land zu spielen. Ich habe auch den deutschen Pass. In der Dominikanischen Republik bin ich geboren.
Das-Run.de: Wie war es dann vor Ort?
Alexis Weidenbach: Ich wurde sehr gut aufgenommen. Die Menschen haben uns gefeiert. Ich habe mich wie ein Profi gefühlt. Die Kids wollten Autogramme und Fotos mit mir machen. Dazu muss man sagen, dass der Fußball in der Dominikanischen Republik jetzt erst am Aufblühen ist. Die Landessportart ist Baseball. Die Leute sind verrückt danach. Leider war durch die damalige Corona-Situation auch alles etwas eingeschränkter. Aber es waren dennoch viele Menschen im Stadion und haben den Fußball gefeiert und gelebt, wie man das aus den lateinamerikanischen Ländern kennt. Die Menschen waren mit Herzblut dabei. Ich kann mich nur wiederholen: Es war wirklich ein sehr, sehr schönes Erlebnis.
Das-Run.de: Ist die Nationalmannschaft in Zukunft grundsätzlich nochmal ein Thema für dich?
Alexis Weidenbach: Aktuell besteht kein Kontakt zur Nationalmannschaft. Ich glaube, ich müsste nochmal mindestens Regionalliga spielen, damit es nochmal Thema wird. Das ist eine der Voraussetzungen. Mittlerweile sind sehr gute Jungs bei der Nationalmannschaft dabei, die international in guten Ligen spielen. Das Niveau ist in den letzten Jahren gestiegen. Deswegen müsste für mich erst mal der Step nach oben passieren, bevor die Nationalmannschaft überhaupt wieder ein Thema wird. Aktuell ist das leider nicht der Fall.
Das-Run.de: Wir drücken dir die Daumen, dass es vielleicht nochmal klappt. Danke für das nette Gespräch.
Alexis Weidenbach: Vielen Dank! Hat mich gefreut und vielen Dank für das Interview.
Bildquelle: René Weiss
Das-Run.de: Nach der ersten Halbserie standet ihr auf einem guten 5. Platz. Wie zufrieden wart ihr mit diesem Zwischenergebnis?
Alexis Weidenbach: Intern waren wir sehr zufrieden mit diesem Abschneiden. Es war nicht das ausgegebene Ziel. Wir als Spieler haben uns aber schon eher das Ziel gesetzt oben mitzuspielen und anzugreifen. Allerdings hatten wir im Sommer im Grunde gar keine Mannschaft zusammen. Es wurde ein ganz neuer Kader zusammengestellt. Deswegen war das schon eine außergewöhnliche Leistung. Es ist nicht alltäglich, dass es direkt so fruchtet, so harmoniert und dass theoretisch zur Rückrunde noch alles offen war.
Das-Rund.de: Zuletzt gab es drei Niederlagen in Serie. Allerdings waren die Gegner mit Trier, Worms und Kaiserslautern II drei sehr gute Teams der Oberliga. Was würdest du sagen, hat in den Partien gefehlt, dass es da für keinen einzigen Punkt gereicht hat? Meinst du, die lange Winterpause hat euch vielleicht auch ein wenig aus dem Flow gebracht?
Alexis Weidenbach: Das ist schwer zu sagen, um ehrlich zu sein. Mit dem 3:1 gegen Quierschied sind wir gut gestartet. Das hat uns allen eigentlich ein gutes Gefühl gegeben, dass wir auch gut in der Vorbereitung gearbeitet haben. Die Vorbereitung an sich war auch okay. Wir hatten gute Trainingseinheiten, gute Spiele. Natürlich sind Trier, Worms und Kaiserslautern drei Topgegner in der Oberliga. Ein wenig hat uns auch das Spielglück gefehlt. Gegen Worms hätten wir nicht verlieren müssen. Da haben wir zwei nicht-alltägliche Tore kassiert. Aber das passiert. Manchmal hat man einen schlechten Tag und dann gehen gleichzeitig die Dinger vorne nicht rein. Daher denke ich, dass uns in letzter Zeit viel Spielglück gefehlt hat, vielleicht auch ein wenig das nötige Feuer. Meiner Meinung nach kann und muss da noch etwas mehr von uns kommen, damit wir die Saison ordentlich zu Ende spielen. Gepaart mit mehr Spielglück können wir dann auf jeden Fall noch eine gute Rückrunde spielen.
Das-Run.de: Mit Aufstieg und Abstieg werdet ihr aller Voraussicht nach in dieser Saison nichts mehr zu tun haben. Wie geht ihr die verbleibenden Aufgaben an? Was ist das Ziel? Muss man da als Kapitän die Mitspieler vielleicht nochmal extra pushen?
Alexis Weidenbach: Das Ziel, das wir uns gesetzt haben, ist es, das Optimale herauszuholen. Es wäre traumhaft, die letzten zehn Spiele alle zu gewinnen, um dann zu schauen, was am Ende dabei herumkommt. Ich glaube, wir sind alle vom Grundsatz sehr motiviert, weil man unter anderem auch für einen Vertrag für die nächste Saison spielt. Viele Spieler haben ja nur einen Ein-Jahres-Vertrag. Da muss man sich ein bisschen beweisen. Deswegen glaube ich, dass die nächsten Spiele wieder mit mehr Feuer absolviert werden als zuletzt. Als Kapitän muss man die Mitspieler ohnehin immer motivieren und pushen. Das werde ich auch weiterhin machen. Ich hoffe, dass es dann am Ende noch für einige Siege in dieser Saison reicht.
Das-Run.de: Und langfristig? Ist die Rückkehr in die Regionalliga Südwest grundsätzlich ein Thema?
Alexis Weidenbach: Ich kann dahingehend nicht aus Vereinssicht sprechen. Da bin ich nicht ganz in die Zukunftspläne eingeweiht. Ich gehe davon aus, dass man schon daran interessiert ist, irgendwann in den nächsten Jahren wieder in der Regionalliga zu spielen. Es ist für den Verein und die Region ein großes Erlebnis. Die vier Jahre in der Regionalliga waren eine wirklich schöne Zeit. Deswegen glaube ich, dass es in Zukunft irgendwann wieder ein Thema sein wird.
Das-Run.de: Du bist letztes Jahr in der Rückrunde von Rot-Weiss zu Engers gewechselt. Im Sommer kamst du wieder zurück nach Koblenz. Was war der Grund für den Weggang und wie kam es dann zur Rückkehr?
Alexis Weidenbach: Im Fußball gibt es manchmal Meinungsverschiedenheiten. In meinem Fall war es so, dass ich nicht der richtige Spielertyp war, denke ich. Es hat dann zwischen dem damaligen Trainer und mir einfach nicht mehr gepasst. Dann sind wir im Winter getrennte Wege gegangen. Im Sommer kam dann Fatih Cift zurück auf die Trainerbank. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Er hat mich kontaktiert und mir von seinen Plänen erzählt. Da ich ihn sehr wertschätze und er mir viel auf meinem Weg mitgegeben hat, habe ich mich dann im Sommer entschlossen, zurück zu Rot-Weiss zu gehen.
Das-Run.de: Du hast 2021 zweimal für die Nationalmannschaft der Dominikanischen Republik gespielt. Wie kam damals der Kontakt zu Stande und wie war es, das Nationaltrikot zu tragen?
Alexis Weidenbach: Das war das größte, was ich bisher in meiner Laufbahn erleben durfte. Da bin ich auch selbst sehr stolz drauf und glücklich, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Der Kontakt kam damals durch Manuel Moral-Fuster zustande. Er ist aktuell auch bei Rot-Weiss Koblenz aktiv. Er war damals mein Co-Trainer. Er hatte Kontakt zum Nationaltrainer. Zu der Zeit habe ich eine ganz solide Regionalliga-Saison gespielt, würde ich sagen. Dann hat Manu mich angesprochen, ob ich Interesse hätte, für mein Land zu spielen. Da meinte ich „na klar“. Im Dezember 2020 hat mich der Nationaltrainer, der leider nicht mehr im Amt ist, kurz vor Weihnachten angerufen und mich zu einem Lehrgang in die Dominikanische Republik eingeladen. Da war ich sehr glücklich und stolz und habe es dann gemacht. Das war das schönste Erlebnis meiner Fußballkarriere. Solch eine Erfahrung wünsche ich jedem, für sein Land zu spielen. Ich habe auch den deutschen Pass. In der Dominikanischen Republik bin ich geboren.
Das-Run.de: Wie war es dann vor Ort?
Alexis Weidenbach: Ich wurde sehr gut aufgenommen. Die Menschen haben uns gefeiert. Ich habe mich wie ein Profi gefühlt. Die Kids wollten Autogramme und Fotos mit mir machen. Dazu muss man sagen, dass der Fußball in der Dominikanischen Republik jetzt erst am Aufblühen ist. Die Landessportart ist Baseball. Die Leute sind verrückt danach. Leider war durch die damalige Corona-Situation auch alles etwas eingeschränkter. Aber es waren dennoch viele Menschen im Stadion und haben den Fußball gefeiert und gelebt, wie man das aus den lateinamerikanischen Ländern kennt. Die Menschen waren mit Herzblut dabei. Ich kann mich nur wiederholen: Es war wirklich ein sehr, sehr schönes Erlebnis.
Das-Run.de: Ist die Nationalmannschaft in Zukunft grundsätzlich nochmal ein Thema für dich?
Alexis Weidenbach: Aktuell besteht kein Kontakt zur Nationalmannschaft. Ich glaube, ich müsste nochmal mindestens Regionalliga spielen, damit es nochmal Thema wird. Das ist eine der Voraussetzungen. Mittlerweile sind sehr gute Jungs bei der Nationalmannschaft dabei, die international in guten Ligen spielen. Das Niveau ist in den letzten Jahren gestiegen. Deswegen müsste für mich erst mal der Step nach oben passieren, bevor die Nationalmannschaft überhaupt wieder ein Thema wird. Aktuell ist das leider nicht der Fall.
Das-Run.de: Wir drücken dir die Daumen, dass es vielleicht nochmal klappt. Danke für das nette Gespräch.
Alexis Weidenbach: Vielen Dank! Hat mich gefreut und vielen Dank für das Interview.
Bildquelle: René Weiss