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Alexandee Chruscz wurde von seinen Eltern einst mitgenommen auf Sportplätze und in Sporthallen in der Vulkaneifel. Inspiriert von den Fachwissen und der Leidenschaft seiner Eltern entschied sich Alex, besser bekannt als PhysioAlex, dann dazu, den Beruf des Physiotherapeuten zu erlernen. Seitdem hat er schon viele Sportmannschaften in unterschiedlichen Sportarten mit seiner Expertise auf ein neues Level gehoben. Der Beruf des Physiotherapeuten besteht nämlich nicht nur aus der Optimierung des Bewegungsverhaltens von Patienten in Beruf und Freizeit. Die Highlights des Mannes, welcher aktuell den FC Rot-Weiss Wittlich, Spitzenreiter der Fußball-Rheinlandliga, betreut, waren eine achtjährige Tätigkeit bei der SG Berndorf/Walsdorf/Hillesheim/Wiesbaum und die Betreuung der Nationalmannschaft aus Paraguay bei einem Trainingslager. Im exklusiven Interview mit Alex erfahrt ihr mehr über den Beruf des Physiotherapeuten, die Aufgabenfelder, die Verletzungsmuster und über den spektakulären Wintertransfer von Alex, der im Fußballverband Rheinland für Furore gesorgt hat.

Das-Run.de: Hallo Alexandee, du zählst zu den bekanntesten Physiotherapeuten im Fußballverband Rheinland. Stelle dich gerne einmal kurz vor.

Alexandee Chruscz: Hallo zusammen. Bekannt bin ich als PhysioAlex mit kölschem Herz, der auch mal dem Schiri eine klebt, den Gegner auf Eis legt oder einfach nur der, der immer für alle da ist, wenn es mal wieder irgendwo weh tut.

Das-Run.de: Wie wird man eigentlich Physiotherapeut?

Alexandee Chruscz: Die Ausbildung ist bundesweit gleich geregelt und beträgt drei Jahre. Hierzu braucht man den Realschulabschluss und bewirbt sich danach bei einer der vielen Physiotherapieschulen in Deutschland. Nach der Ausbildung können und sollten am besten auch direkt die Fort- und Weiterbildungen stattfinden, da in der dreijährigen „Grund“-Ausbildung vieles angeschnitten wird, für die einzelnen Fachrichtungen aber noch tiefgründigeres Fachwissen aufgebaut werden muss.

Das-Run.-de: Was sind denn die Aufgaben eines Physiotherapeuten?

Alexandee Chruscz: Der wesentliche Aufgabenbereich der Physiotherapie ist es, das Bewegungsverhalten von Patienten in deren Beruf und Freizeit zu optimieren. Auch in anderen medizinischen Bereichen ist die Physiotherapie tätig. Zum Beispiel bei Weichteilverletzungen, nach Operationen, Gefäßerkrankungen, Atemwegserkrankungen, urologisch und gynäkologisch, in der Sucht und auch in der Psychosomatik. Wichtig ist auch die Prävention, die Geburtsvorbereitung, Rückenschule, Fitnesskurse, Wirbelsäulengymnastik, Wassergymnastik und vieles mehr. Als Physiotherapeut erhebt man zu Beginn eine Anamnese, einen Sichtbefund, einen Tastbefund, einen Sensibilitätsbefund und einen Funktionsbefund. Diese Erhebung von Befunden muss beim Sport im Wettkampf natürlich viel schneller geschehen, als in der klassischen Physiotherapiepraxis, wenn Patienten mit einer ärztlichen Verordnung kommen. Nachdem dann die Ursache der Probleme herausgefunden wurde, startet man mit der eigentlichen Behandlung. Je nachdem wird ein Behandlungsplan mit kurzfristigen Zielen und oder den den Fernzielen erstellt. Es geht dann darum, Übungen, manuelle Therapie, Massagen, Elektrotherapie oder auch Wärme-/Kältetherapie durchzuführen sowie einem Patienten Übungen zu erläutern, die dieser selbstständig daheim durchführen kann.

Das-Run.de: Das klingt echt sehr spannend und vielseitig. Welche Behandlungen machst du eigentlich am meisten im Alltag?

Alexandee Chruscz: Bei mir steht die Prävention auf der Tagesordnung ganz weit oben. Hierbei geht es teilweise um Basics wie Ausmassieren, Tapen, Dehnungen durchführen und Eigenübungen erklären. Aber auch ein offenes Ohr für einen Patienten zu haben, ist ganz ganz wichtig für die Personen auf der Liege. Ansonsten führe ich noch Kurse durch und kümmere mich ein wenig um Termine für MRTs und Überweisungen an Ärzte. An dieser Stelle möchte ich einmal die Orthopädie der MediaPark Klinik in Köln erwähnen. Es gibt eine jahrelange Zusammenarbeit und Kooperation. Dabei ist es völlig egal, ob ein Sportler in der Fußball-Kreisliga oder in der Fußball-Bundesliga aktiv ist. Nach Köln schicke ich gerne meine „Problemfälle“ hin.

Das-Run.de: Du hast die aktiven Sportler gerade angesprochen. Wie bist du eigentlich zum Sport gekommen?

Alexandee Chruscz: Das ist einfach, denn ich war als kleines Kind schon immer mit dabei, wenn meine Eltern die Handballer und Fußballer aus Daun betreut hatten. Da blieb einem schon fast nichts anderes übrig, doch ich habe es gerne gemacht. Vor allem fällt mir da ein Fußballspiel ein: Ich habe die SV Wallenborn betreut und mein Vater den TuS Daun. Das Spiel fand im Wehrbüschstadion statt und je ein Spieler pro Team blieb am Boden liegen. Es ist also zum „Vater-Sohn-Duell“ gekommen. Aus Respekt vor dem Alter meines Vaters sage ich auch nicht, wer zuerst bei den Spielern war (lacht).

Das-Run.de: Du hast den SV Wallenborn angesprochen. Bist du noch bei anderen Vereinen gewesen?

Alexandee Chruscz: Ja, das waren einige Vereine. Vom Eishockey über Volleyball und natürlich den Sportarten Handball und Fußball. Fußballerische Highlights sind für mich definitiv zwei Teams gewesen. Zum einen die Betreuung von der Nationalmannschaft aus Paraguay beim Trainingslager in der Vulkaneifel vor circa 20 Jahren und meine acht Jahre bei der SG Berndorf/Walsdorf/Hillesheim/Wiesbaum. Mit einigen Spielern habe ich bis heute noch Kontakt.

Das-Run.de: Du hast als Physiotherapeut schon bei verschiedenen Vereinen in unterschiedlichen Sportarten gearbeitet. Was sind denn eigentlich die klassischen Sportverletzungen?

Alexandee Chruscz: Leider werden es gefühlt immer mehr Kreuzbänder, die kaputt gehen. Ansonsten die klassischen Zerrungen, Prellungen, offene Wunden (vom Kunstrasen) und immer wieder Überdehnungen von Bändern.

Das-Run.de: Arbeitest du eigentlich in einer eigenen Praxis? Und wie intensiv ist die Betreuung deiner Patienten?

Alexandee Chruscz: Ja, ich arbeite in einer Praxis. Aktuell leite ich die Praxis meines Vaters in Daun. Und die Betreuung eines Patienten kann auch mal viel Zeit in Anspruch nehmen. Ich kümmere mich nämlich nicht nur auf dem Platz darum, dass alle gut versorgt sind, sondern werde hin und wieder auch mal zu später Stunde angeschrieben oder angerufen. Termine bekommt bei mir eigentlich fast jeder, der zeitlich flexibel ist. Da kann es auch mal passieren, dass jemand auf meinem Rückweg von einer Trainingseinheit zu später Stunde noch einen Termin bekommt, damit er am nächsten Tag für seine Mannschaft spielen kann.

Das-Run.de: Als Physiotherapeut wird einem also nicht langweilig. Und man kennt auch viele Leute. Lass uns mal noch über deinen Wechsel von der SG Berndorf/Walsdorf/Hillesheim/Wiesbaum (Fußball-Kreisliga A) zum ambitionierten Fußball-Rheinlandligisten SV Rot-Weiss Wittlich sprechen. Wie ist es nach vielen Jahren bei der SG zu diesem Wechsel im Winter 2024 gekommen?

Alexandee Chruscz: Es lag definitiv nicht an den Vorsitzenden des Vereins und zu 1000 Prozent auch nicht an den Spielern oder am Co-Trainer. Eigentlich wollte ich am 1. November 2023 einem Freund zum Geburtstag gratulieren, der beim Pokalspiel von Rot-Weiss Wittlich als Zuschauer vor Ort war. Das Spiel ging schließlich in die Verlängerung und ein Spieler war angeschlagen. Da mich ein paar Jungs von Wittlich kannten, haben sie mich zum Team geschickt. Ich habe dann, ohne lange zu zögern, die Ärmel hochgemacht und den Spieler so fit gemacht, dass RW eine Runder weitergekommen ist. Nach dem Spiel ließ der Trainer dann bei mir anfragen, ob ich Lust hätte, zum Training zu kommen. Zu dem Zeitpunkt war meine Entscheidung gefallen und dem Vorstand in Hillesheim auch bekannt gewesen, dass ich den Verein zur Winterpause (Anfang 2024) verlassen werde. Als ich dann auch mit Wittlich alles geklärt hatte, waren bis zur Winterpause zwei Teams in meiner Betreuung. Das waren schon viele Kilometer, jedoch hat es zeitlich bis auf eine Trainingseinheit immer gepasst. Ein Trainingstag war sogar so, dass ich erst in Hillesheim beim Training war und dann nach Wittlich durchgestartet bin. Seit fast einem Jahr bin ich jetzt als Physiotherapeut bei Wittlich aktiv.

Das-Run.de: Was sind denn deine Aufgaben in Wittlich?

Alexandee Chruscz: Die Betreuung der Spieler, dem Team hinter dem Team, von Schiedsrichtern und manchmal auch Zuschauern. Hierbei geht es zum Glück meist um die Prävention, damit der Trainerstab aus allen Vollen schöpfen kann. Und sollte sich dennoch jemand mal etwas zugezogen haben, geht es darum, dass der Sportler schnellstmöglich wieder am Spielbetrieb teilnehmen kann. Hier stehe ich dann eng im Kontakt mit dem Trainer für die Kaderplanung. Auch auf dem Platz bleibt mal jemand nach einem Zweikampf liegen. Da heißt es dann für mich laufen, laufen, laufen. Meist erkenne ich bei meinen Spielern schon am Schrei, wie intensiv das Foul gewesen ist. Dann liegt es an mir, dem Trainer ein schnelles Feedback zu geben, damit er einen Wechsel vorbereiten kann. Ansonsten verbrauche ich die ein oder andere wärmende beziehungsweise kühlende Salbe sowie einige Hundert Meter Tape für Knie, Schulter, Rücken, Sprunggelenke, Zehen und Hände sowie für das Mikrophon vom Schiri zur Kommunikation der Spielleiter untereinander.

Das-Run.de: Schlüpfst du auch mal in die Rolle des Athletiktrainers?

Alexandee Chruscz: Nein, in Wittlich übernimmt das Athletiktraining unser Co-Trainer. Ich zeige den Jungs dann eher noch individuelle Übungen und vor allem Dehnungen, die bei den meisten Sportlern nicht immer so ausgeführt werden, wie sie sein sollten. Von der Regelmäßigkeit der Durchführung der Übungen jetzt mal ganz abgesehen.

Das-Run.de: Zum Schluss würde uns noch interessieren, welche Ziele du als Physiotherapeut noch erreichen möchtest.

Alexandee Chruscz: Erreichen ist vielleicht das falsche Wort. Ich würde mich freuen, wenn ich wenig zu tun habe. Dann weiß ich, dass die Jungs fit sind. Ansonsten wünsche ich mir, dass der DFB mehr Wert auf Prävention legt. Und diese sollte meiner Meinung nach schon bei den ganz Kleinen anfangen mit Dehnungen, Aufwärmen und vielem mehr, damit sich diese Routine bis ins hohe Alter manifestiert. Hier sehe ich aber auch die Kitas und Schulen mit in der Pflicht, dass dies in den Lehrplan integriert wird. Denn was gibt es schließlich wichtigeres als die Liebe zum Sport? Richtig – die Gesundheit eines Menschen.

Das-Run.de: Das sind echt schöne Abschlussworte, Alex. Dann bedanken wir uns noch bei dir für das Interview und wünschen dir sportlich und privat nur das Beste.

Alexandee Chruscz: Vielen lieben Dank für das Interview. Bleibt gesund und macht immer schön präventiv ein paar Übungen (lacht).