Emotionaler Höhepunkt am Ostersonntag: Kapitänin Magdalena Schumacher (#23) und Marlene Ganßer (#13) feiern den späten Ausgleichstreffer zum 2:2-Endstand bei Eintracht Frankfurt II.
FRANKFURT / ANDERNACH. Die Zweitliga-Fußballerinnen der SG 99 Andernach haben am Ostersonntag Nehmerqualitäten bewiesen. Im Auswärtsspiel bei der U20 von Eintracht Frankfurt erkämpften sich die „Bäckermädchen“ nach einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 (0:0)-Unentschieden. Dank einer fulminanten Schlussphase entführte das Team von Trainerin Isabelle Hawel einen wertvollen Zähler aus dem Stadion am Brentanobad.
Ausgeglichener Beginn und kalte Dusche nach der Pause In einer intensiv geführten ersten Halbzeit begegneten sich beide Teams auf Augenhöhe. Während Frankfurt leichte Feldvorteile verbuchte, vergab Carolin Schraa in der 39. Minute die größte Andernacher Chance zur Führung, als sie nach einem Sololauf an der Frankfurter Torhüterin scheiterte.
Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste jedoch kalt erwischt: Ein Ballverlust im Mittelfeld ermöglichte den Frankfurterinnen einen schnellen Umschaltmoment, den Helene Schäfer in der 49. Minute zum 1:0 nutzte. In einer Phase, in der sich bei der SG 99 zunehmend Fehler einschlichen, erhöhte Kerstin Bogenschütz per Foulelfmeter auf 2:0 (64.). Dem Pfiff war eine diskutable Entscheidung vorausgegangen, die erst auf Hinweis der Linienrichterin zustande kam.
Joker und Kapitänin leiten die Wende ein Andernach bewies jedoch eine bemerkenswerte Reaktion. Trainerin Isabelle Hawel bewies mit der Einwechslung von Isabel Pfeiffer und Marlene Ganßer ein glückliches Händchen. Den Anschlusstreffer leitete Kapitänin Magdalena Schumacher mit einem entschlossenen Vorstoß selbst ein und vollendete nach Vorarbeit von Pfeiffer und Schraa per Grätsche zum 1:2 (76.). „Maggi hat heute ein ganz tolles Spiel gemacht, mutig verteidigt und sich mit dem entschlossenen Durchmarsch zum 2:2 für ihre herausragende Leistung belohnt“, lobte Hawel ihre Spielführerin.
Nur vier Minuten später belohnten sich die Bäckermädchen für ihren Offensivdrang: Nach einer Ecke von Lisa Kossmann traf Marlene Ganßer zunächst die Latte, versenkte den Nachschuss aber zum viel umjubelten 2:2-Ausgleich (80.). In der hitzigen Nachspielzeit überstanden die Andernacherinnen noch eine Schrecksekunde, als die Eintracht freistehend vergab, sodass es beim leistungsgerechten Remis blieb.
Stimmen zum Spiel Trainerin Isabelle Hawel zeigte sich nach dem Abpfiff sichtlich erleichtert: „Wir sind heilfroh, dass wir diesen Punkt mitgenommen haben. Da hat unsere Mannschaft eine tolle Moral bewiesen, statt beim Rückstand zu resignieren.“ Mit nun 28 Punkten und einem Polster auf die Abstiegsränge geht die SG 99 in eine dreiwöchige Spielpause, bevor die Saison in die finale Phase eintritt.
Foto: SG 99 Andernach / Tobias Jenatschek